Zwiegespräch mit einem Kind über den Tod

Der Spielplatz ist gut besucht, als ich mit meinem Kleinen dort eintreffe. Gerade spielen wir an einem Spielgerät, da kommt ein kleiner Junge auf uns zu, ungefähr 7 Jahre alt.

Ich stelle ihm meinen Kleinen vor, da entsteht auf einmal ein wunderschönes Gespräch, wie ich es zumindest deklarieren würde.

Doch lest selbst und bildet Euch eine eigene Meinung.

Eure Julia

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Der Junge: „Hast du noch andere Kinder?“

Ich: „Ich habe noch ein Mädchen im Himmel.“

Der Junge: „Ist das schon gestorben?“

Ich: „Ja, mein Mädchen ist leider schon gestorben. Sie wurde krank geboren.“

Der Junge: „Das Kind von Petra ist auch im Bauch gestorben.“

Seine Mutter kommt hinzu, wir begrüßen uns und kennen uns ein wenig. Sie hat die Aussage ihres Sohnes gehört und weiß um mein Sternenkind.

Die Mutter: „Ja, da war Petra sehr traurig.“

Ich: „Manchmal sterben Kinder schon im Bauch, das kann passieren. Es wäre bestimmt gerne auf die Welt gekommen und hätte diese kennengelernt. Doch leider geschieht so etwas. Manchmal sterben Babys, manchmal alte Menschen.“

Die Mutter stimmt mir zu, der Junge blickt nachdenklich zu mir.

Der Junge: „Ist dein Mädchen jetzt ein Stern?“

Ich: „Ja, das ist sie. Vielleicht sind die vielen Sterne am Himmel alles Kinder, die schon gegangen sind.“

Der Junge: „Die schauen uns jetzt beim Spielen zu. Schade, dass sie nicht mitspielen können. „

Ich: „Weißt du, ich glaube, im Himmel spielen alle Kinder, die gestorben sind, miteinander. Wir sehen sie zwar nicht mehr, aber sie haben dort wo sie jetzt sind ganz bestimmt viel Spaß zusammen.“

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Symbolbild

Der Todestag meines Sternchens – ein schrecklich schöner Tag…

Und so schrieb ich einem guten Freund, der mich nach meinem Befinden fragte:

Wie schön und einfühlsam Deine Worte sind.
Es geht mir gut, sei unbesorgt. Ich vollbringe mein geliebtes Tagwerk und meine wundervolle Arbeit. Mein kleiner Schatz schenkt mir Tag für Tag sein Lachen.
Erinnerungen kommen hoch an einen geliebten Menschen, diese sind weder gut noch schlecht. Mir ist es möglich, diese herauslassen zu können durch mein Schreiben.
Dieses war mir von Anfang an ein gutes Ventil und es schafft meinem Sternchen ein bleibendes Denkmal ihres Seins auf Erden.
Neulich wurde ihr Grab bestellt.
Den Grabstein entwarf ich selbst.
Er wurde wunderschön und sehr individuell, wie ich finde. In diesem lebt sie weiter…
Ein würdiges Grab für ein würdiges Kind.

Ich möchte keinen meiner Freunde in dieser Zeit ihres Todestages zur Seite stellen… Nein.
Meine Freunde sind ein wichtiger Teil meines Lebens und darum bin ich froh und darüber freue ich mich.
Nein – Du musst nicht gehen. Bleibe bitte, Du störst nicht.

Wenn es einmal passt, werde ich mit Dir zum Grab meiner Tochter gehen, sie Dir vorstellen.
An ihrem Grab sollen die Menschen nicht weinen, das hätte sie nicht gewollt.
Es ist ein fröhlicher Grabstein – Ein lachender Engel sitzt darauf und lacht den Besucher freudig an.
Auf einem Füßchen des Engels sitzt ein Schmetterling. Diesen wählte ich für mein zweites Sternchen.
Ein Kind, mit dem ich nach ihr schwanger war, bevor mein Junge kam – Ich erlitt eine Fehlgeburt.
Damals war ich damit überfordert und ließ es in einem Massengrab bestatten, ein Fehler.
Deswegen nahm ich nun diesen Anlass wahr und setzte auch diesem Kind ein Denkmal – deswegen der kleine Schmetterling.
Neben dem Engel ist ein Herz aus Glas platziert…
Auf dem Grabstein eine Sonnenblume…
Denn sie strahlte immer und schenkte Wärme durch ihr Lachen…

So entwarf ich diesen Grabstein, der sie repräsentiert. Eine Steinmetzin und ein Glaskünstler setzten meine Ideen um.
Die Menschen sollen davor stehen und lachen, das hätte sie gewollt, darüber hätte sie sich gefreut.

Es ist eine leichte und friedvolle Grabstätte, wie sie zu Lebzeiten nun einmal war.
Und das andere Sternchen mit dabei…
Da ich das Geschlecht des Kindes nicht wusste, taufte ich es in Gedanken Joy – Freude.
So können die beiden gemeinsam im Himmel spielen, was ihnen zu Lebzeiten nicht möglich war.

Gerne finde ich mich in Deine Umarmung des Trostes ein.
Halte mich gerne ein Weilchen…

Danke, dass Du mir zur Seite stehst und da bist.
Bleibe, Du gehörst doch dazu – zu meinem Leben.

In liebevollem Gedenken…