Meine Buchrezension: „Der Vogel, der den Regen liebt“ von Björn Nonhoff

Wie ein stilles und gütiges Licht scheint er mir in seinen Twitter-Posts entgegen, dieser besondere Autor und Künstler: Björn Nonhoff. Durch all das Laute der Inszenierung des sozialen Netzwerks höre ich seine Klänge, die sich zu einer opulenten Melodie formen. Gerade durch seine Bescheidenheit und Unaufdringlichkeit dringt dieser Mensch in den eigenen geistigen Kosmos ein und bereichert die persönliche Seele mit Wärme und einem Geschenk des Glücks. Glück in Form von glückseligen Momenten, die dieser Interpret durch seine Kunst zu geben vermag. Der Autor kreierte eine Fabel, angereichert mit einer Erzählung und Bildern seines Schaffens. Ich schwelge noch immer in dem Genuss, dieses kleine große Stück Lebensfreude gelesen zu haben…

Die Fabel „Der Vogel, der den Regen liebt“ von Björn Nonhoff

Kaum etwas löst in uns mehr Ehrfurcht aus wie die Gabe der Liebe und die Sehnsucht nach Glück. Doch was ist Glück und wo können wir es finden? Und die Liebe? Bedeutet sie die Gewissheit zur Glückseligkeit? Der Künstler lädt den Leser mit seinen lebendigen Worten auf eine Reise ein, hin zu einem kleinen Vogel. Ein unscheinbares Geschöpf, unbedeutend im Kreislauf der Naturgewalten. Scheinbar… Der Vogel nimmt einen an die Hand und fliegt gen Himmel dem Regen entgegen. Er ist anders als seine Artgenossen und die meisten Lebewesen, denn er flieht nicht vor diesem. Ganz im Gegenteil. Der Vogel genießt den Tanz im und mit dem Regen und das stille Glück, das ihm dieser Moment schenkt. Da gesellt sich ein weiterer Vogel hinzu. Auch die Sonne wird von der Zauberhaftigkeit des Tanzes angelockt. Alles erwacht zu neuem Leben. Die Liebe erblüht und taucht die Welt in die buntesten Farben. Ist dies das Glück, wonach es zu streben gilt?

Da geschieht ein Unglück. Alles wird auf einmal grau und lieblos. Der Schmerz und die Trauer über einen Verlust brechen den Vogel im Innersten. Seine Tänze enden und sein Lachen verstummt. Wird der sympathische Vogel wieder seine Zuversicht finden? Oder wird er in der Düsterheit des Kummers verbleiben?

Der kleine Vogel wird für den Leser zum Synonym für das Seelenleben, für verinnerlichte Sichtweisen und Glaubenssätze. Er rüttelt auf und regt Denkanstöße an, die den Lesenden sinnierend und in sich gekehrt zurücklassen – und doch mit einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht. „Der Vogel, der den Regen liebt“ ist eine Fabel von Verschiedenheit und Gleichheit, von Schwere und Leichtigkeit, von Schwermut und Fröhlichkeit. Der Leser wird durch das Anregen sinnhafter Gedanken aus seinem Alltag entführt und zum Verweilen eingeladen. So hält dieser die Fabel in den Händen und fragt sich, ob die Suche nach dem Glück und Sinn des Lebens im Außen stattfindet – oder im Inneren. Dabei geht es um den Gleichklang mit sich und den anderen, um den Frieden der Erkenntnis und der Akzeptanz der unangenehmen Gefühle. Denn all das ist Teil eines großen Ganzen, nach dem viele rastlos suchen, unwissend, es nicht bereits in sich zu tragen. Die Fabel vom kleinen Vogel möchte meines Erachtens ermutigen zur Selbstannahme, zum Hören der eigenen Melodie und zum Erkennen der wahren und mentalen Schönheit. Sie erinnert mich an die Sehnsucht nach warmer Stille und dem Leuchten von Farben, jenseits vom hellen Schein der Sonne und dem Wirken der anderen. Eine Geschichte vom Wert der Leichtigkeit des Seins, die es in meinem Empfinden vermag, die Tragik des Lebens zu umarmen. Wenn der Leser das schöne Werk Björn Nonhoffs aus den Händen legt, aus dem Fenster blickt und einen Vogel sieht, dann steigt vielleicht friedvolles Wissen in ihm auf. Das Wissen um das Erstrahlen der eigenen Stärke. Ein unbezahlbarer Schatz, den ein jeder von uns im Herzen trägt. Danke für diese wundervollen Impressionen!