Meine Fetisch-Kurzgeschichte: Lucia und Amber

  • FSK 18/ Bitte nur Erwachsene lesen, danke!

Teil 1

Lucia fehlte schlichtweg der Mut. Sie bewunderte die Topmodels in den Hochglanz-Zeitschriften, die ausgefallene Frisuren trugen und sich experimentierfreudig und farbenfroh zeigten. Für sie war das nichts und würde wohl immer ein Traum bleiben. Spitzen schneiden und vielleicht ein paar Highlight-Strähnen, mehr traute sich Lucia nicht zu. Es war nicht so, dass ihr nicht Tipps unterbreitet wurden, wie sie optisch mehr aus ihrem Typ herausholen konnte. Ihr Friseur gab sich in seiner Überzeugungsarbeit alle Mühe. Doch Lucia trug letztendlich stets den gleichen Haarschnitt und die gewohnte Haarfarbe brünett. Sie war Anfang Dreißig und das vielbesagte graue Mäuschen, dem weder Männer hinterher schmachteten, noch Frauen neidvoll nachblickten. Eine ganz gewöhnliche Frau, die im Strom der Menschenmenge verschwand. Ungesehen.

Mist! Wann habe ich eigentlich aufgehört, etwas aus meinem Typ zu machen? Ok, ab und an raffe ich mich auf, eine Runde joggen oder schwimmen zu gehen. Doch ganz ehrlich, das war es dann schon. Ich schminke mich nicht und trage kein besonderes Parfum oder aufregende Garderobe. Meine alten, verwaschenen Jeans habe ich satt. Gepflegt bin ich zu jeder Zeit, das ist mir wichtig. Lackierte Finger- und Fußnägel bleiben aber eher die Ausnahme. Dabei habe ich eine akzeptable Figur, wie ich finde. Ein zarter Busen füllt meinen BH aus, und ein knackiger Apfelpo drückt gegen meine Hose. Meine Haare reichen bis zu meinen Schultern und sind lockig. Die Locken stören mich. Zu kurz darf ich sie nicht schneiden lassen, sonst stehen mir die Haare kraus ab. Ein wahrer Alptraum! Zu lang dürfen die Locken allerdings auch nicht sein, sonst schluckt die Haarpracht förmlich mein schmales Gesicht.

Und so seufzte Lucia an diesem Dienstagmorgen sehnsüchtig auf, als sie im Wartezimmer der Praxis ihres Hausarztes saß und die Illustrierten durchblätterte.  Sie hatte sich neulich wohl verkühlt, denn ihr Nacken war ganz steif. Vorsichtshalber wollte sie das gesundheitliche Problem ärztlich abklären lassen. Wie bei ihrem Styling ging Lucia in Sachen Körperlichkeit auf Nummer sicher.

Auf einmal fiel ein Schatten auf den Artikel, den Lucia las. Sie blickte verärgert empor. Wer sich wohl erdreistete, an ihr durchzuzwängen, wo es doch genügend freie Plätze auf der gegenüberliegenden Seite gab? Da verfing sich Lucia in einem Paar bezaubernden, blauen Augen, die ihre Erscheinung musterten, in aller Ruhe und fein säuberlich. Erst skeptisch prüfend, dann wohlwollend einladend. Lucia wurde es unbehaglich zumute, und sie rutschte auf ihrem Stuhl hin und her.

Die Person, die sie so genau in Augenschein nahm, war eine Frau mittleren Alters, mit langen, blonden Haaren und einem hübschen, unverbrauchten Gesicht. Sie trug einen enganliegenden Latex Rock, der glänzend schimmerte und ihre sinnlichen Kurven stilvoll betonte. Lucias Blick blieb an dem außergewöhnlichen Kleidungsstück hängen. Latex. Sie war irritiert. Warum bemerkte sie das überhaupt? Und warum rieselte ihr ein prickelnder Schauder den Rücken herab, je länger sie den faszinierenden Stoff anstarrte? Latex – pervers und anstößig. Nichts für eine anständige Frau, wie sie eine war, oder? Zugegeben, die Körperform der anderen Frau hob die besondere Beschaffenheit des Materials gekonnt hervor. Sie sah sehr verführerisch darin aus. Für Lucia jedenfalls würde solch ein raffinierter Rock nie in Frage kommen. Zu sehr richtete sie sich nach der Meinung anderer Zeitgenossen und stand ungern im Mittelpunkt. Das graue Mäuschen eben.

Egal. Lucia schob den unangenehmen Gedankengang beiseite und lenkte ihren Blick auf die Strumpfhose der Frau. Das Kleidungsaccessoire erschien ebenso extravagant wie ihre Bluse, die einen einladenden, prallen Ausschnitt präsentierte. War die Zurschaustellung der Brüste um diese Tageszeit nicht etwas zu gewagt? Diese Frau weckte gemischte Gefühle in Lucia. Einerseits stieß Lucia der auffällige Kleidungsstil der Dame ab, andererseits faszinierte sie das Selbstbewusstsein, mit der sie ihre Figur betonte, die keinem gängigen Schönheitsideal entsprach.

Warum der eindringliche Blick der anderen Frau Lucia so in Verlegenheit brachte, konnte sie sich nicht erklären. Etwas Unergründliches durchzuckte sie. „Wann hast du deine Musterung beendet? Meine Knie werden allmählich weich.“ Grinste die blonde Schönheit, als Lucia vor Verlegenheit schnell ihre Augen senkte. Grazil stöckelnd ging sie auf den Stuhl zu, der sich direkt neben Lucia befand.

Argwöhnisch sah Lucia zur Seite, ignorierte dabei das schmerzhafte Ziehen im Nacken und folgte den anmutigen Bewegungen, als sich ihre Sitznachbarin anlehnte, einen Schminkspiegel aus der Handtasche entnahm und mit einem Lippenstift die dunkelroten Lippen nachzog. Ihre Eleganz verlieh ihr eine besondere Würde, die in einem eigentümlichen Kontrast zu ihrem provozierenden Style stand. Lucias Interesse war geweckt, auch wenn sie sich das ungern eingestand. Neid regte sich, denn alle ersehnten Eigenschaften sah sie in der Frau vereint, die soeben ihren Lippenstift und Schminkspiegel wieder in der Handtasche verstaute.

Schminken, so eine Sache! Das letzte Mal schminkte ich mich als Teenager, als mich ein Junge aus der Oberklasse ins Kino einlud. Der Film war allerdings spannender als der junge Mann, weshalb meine Bemühungen, ihm zu gefallen, umsonst waren.

„Ich mache das für mich, musst du wissen.“ Lucia wurde aus ihren zynischen Gedanken gerissen und sah zu der Frau an ihrer Seite, die sie angesprochen hatte. Konnte sie etwa Gedanken lesen? Verwirrt runzelte Lucia ihre Stirn. „Wie bitte? Was meinen Sie?“ Hakte Lucia nach, Überlegenheit demonstrierend.

Unbeeindruckt des Umstands, dass sie gesiezt wurde, sprach die Frau klar und in Ruhe weiter: „Das Schminken. Ich mache es nur für mich. Nicht für einen Mann, nicht um jemandem zu gefallen. Wenn ich mich schminke, schenke ich mir selbst Zeit.“

Lucia wurde ganz still. Die Worte der auffälligen Dame regten Denkprozesse in ihr an, die verschüttet zu sein schienen.

Zeit, die ich mir selbst schenke. Wie oft habe ich mir das in den vergangenen Jahren vorgenommen? Wie wenig habe ich mir selbst etwas Gutes getan? Das ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Egoistisch zu wirken, ist mir ein Graus. Doch bin ich selbst bezogen, wenn ich achtsam mit mir umgehe?

Als Lucias Gedanken drohten, immer finsterer zu werden, streckte ihr die freundliche Frau auf einmal ihre Hand entgegen. Perfekt manikürte, lange Fingernägel baten um Annahme. Na toll! Lucia genierte sich, dass ihre Hand unscheinbar im Vergleich zur anderen wirkte. Zögerlich griff sie zu und erwiderte zaghaft den Händedruck. „Hallo, ich heiße Lucia.“ Obwohl sie nicht nach dem Namen ihrer Sitznachbarin fragte, entgegnete diese: „Freut mich dich kennenzulernen. Ich heiße Amber.“ Nach einer kurzen Pause ergänzte sie: „Amber ist der Name meines wahren Ichs. Geboren wurde ich als Silke. Du kannst dir gerne aussuchen, wie du mich nennen willst, Lucia.“

Ambers unvoreingenommene Herzlichkeit tangierte einen sensiblen Punkt in Lucia und berührte sie zutiefst. Diese Frau, die sie als Konkurrentin eingestuft und mit Vorurteilen belegt hatte, nahm sie vorbehaltlos an. Einfach so. Ohne Wertung, ohne Verurteilung, ohne Spott. Lucia wurde nie zuvor von einer anderen Frau mit einer solchen Wärme und Wertschätzung willkommen geheißen, die nicht eine bestimmte Absicht mit ihrem Verhalten verfolgte. Scham breitete sich in ihr aus, dass sie Amber noch vor ein paar Augenblicken mit negativen Sichtweisen abgehandelt hatte. Dann umspielte ein Lächeln ihre Lippen, als sie die Bedeutung Ambers Worte erkannte. „Dein wahres Ich?“ Hakte sie nach.

Ambers Gesichtsausdruck wirkte zuvorkommend, als sie feststellend fragte: „Da du das äußerst, nehme ich an, du hast dich noch nicht gefunden?“ Da bemerkten beide Frauen, dass sich ihre Finger seit dem Vorstellen umfingen. Das Eis war nunmehr zwischen ihnen gebrochen, die unsichtbare Barriere verschwunden. Lucia sinnierte über Ambers ernste Frage. Nachdenklich verlor sich dabei ihr Blick in der Ferne. In ihrem Seelenleben suchte sie nach einer Antwort.

Habe ich mich gefunden? Oder suche ich mich noch?

Vielsagend formten sich Lucias Worte: „Es gab noch keine Hand, die mich aufrichtig hielt und verantwortungsvoll führte, Amber.“

Die unerwartete Tiefe des Gesprächs vermischte sich mit einer Vertrautheit, die vollkommen im Moment verweilen ließ. Lucia wurde bereits das zweite Mal von der Sprechstundenhilfe aufgerufen, bevor ihr Name zu ihr durchdrang. Wie aus einer Trance erwachend, sprang sie hastig auf, um ihren Hausarzt nicht unnötig warten zu lassen. Der plötzliche Schmerz in ihrem steifen Nacken erinnerte sie daran, warum sie die Arztpraxis aufgesucht hatte. Verdammt, keine ruckartigen Bewegungen! Nicht auffallen, das hatte sie perfektioniert. Ambers Handgriff, der noch immer bestand, veranlasste Lucia, augenblicklich innezuhalten.

„Süße, es wird Zeit, dass die Leute mal auf dich warten.“ Verwirrtheit erfasste Lucia und ließ ihren Pulsschlag erhöhen. „Wenn du es zulassen und mir vertrauen kannst, werde ich deine Hand halten. Ich will dir eine Welt zeigen, die du noch nicht kennst. Eine Welt, die dich bereichern wird. Eine Welt, die dich gefangen nehmen wird. Eine Welt, die dich zu deiner Mitte lenkt.“ Verheißungsvoll fügte Amber flüsternd hinzu: „Und eine Welt, die dir unglaubliche Orgasmen schenken wird. Möchtest du das?“ Lucia war nicht in der Lage, sofort zu reagieren. All diese eindringlichen Worte Ambers, sie kamen nur bruchstückhaft in ihrem Verstand an. Doch ihr Herz pochte heftig. Etwas Unwiderrufliches vollzog sich. Ebnete den Weg für ein Gefühl, das sich schon lange Bahn brechen wollte und nun endlich ein Portal fand, um entweichen zu können.

Ungeduldig rief die Sprechstundenhilfe ein drittes Mal ihren Namen auf. Da übermannte Lucia eine Welle des Trotzes. Ihr Konter kam mit fester Stimme: „Der Herr Doktor kann warten. Schließlich musste ich gerade über eine Stunde auf ihn warten.“ Stille.

Alle Anwesenden richteten unverzüglich ihr Augenmerk auf sie. Fassungslos. Der Arzthelferin blieb konsterniert der Mund offenstehen. Lucias Wangen begannen, tiefrot zu glühen.

Habe ich das soeben wirklich gesagt? Ich, die Unauffällige? Das entspricht doch nicht meinem Naturell, selbstbewusst zu sein. Oder?

Da spürte Lucia Ambers liebevolles Lächeln auf sich ruhen. Ihre neu hinzugewonnene Freundin bestärkend, richtete sie sich humorvoll an die anderen Patienten: „Recht hat sie! Schließlich müssen wir Frauen den Männern zeigen, wo der Hammer hängt, nicht wahr?“ Einige Wartende brachen ob dieser Schlagfertigkeit in Gelächter aus, andere schüttelten verständnislos den Kopf.

Lucia wäre am liebsten im Erdboden versunken. Warum war da nie ein Loch, wenn man eines brauchte? Als sie daraufhin gedanklich alle Arztpraxen in der Gegend durchlief, um diese hier vor lauter Unsicherheit nicht mehr aufsuchen zu müssen, streichelten Ambers Finger die Innenseite ihres Handgelenks. Das darauffolgende prickelnde Sehnen, das sich in ihrem Unterleib ausbreitete, beförderte Lucia in die Wirklichkeit zurück.

Seit wann begehre ich Frauen?

Von der plötzlich aufkommenden Erregung überwältigt, brachte sie stammelnd hervor: „Ich muss jetzt gehen. Es war schön, dich kennenzulernen.“ Noch immer hielt Amber ihre Hand. Die Welt stand nochmals still, als sie erneut in den Augen des jeweils anderen versanken. Da löste Amber die Berührung, griff in ihre Handtasche und reichte Lucia eine Visitenkarte.

„Für dich, meine Liebe. Du darfst mich anrufen, sobald du dir über die Antwort auf meine Frage im Klaren bist. Ich werde da sein, wenn du es weißt und dein Reiseführer sein.“ Mit zitternden Fingern nahm Lucia die Visitenkarte entgegen und steckte sie zügig in ihre Hosentasche, um nicht erneut die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Als sie sich zum Gehen wandte, ließ sich Ambers Stimme erneut vernehmen. Zärtlich wisperte sie: „Blaue Haare. Lang. Bis über deine Brüste reichend. Das wäre die perfekte Perücke für dich. Du wärst ein geiles, dreckiges Miststück.“

Lucia rannte förmlich aus dem Wartezimmer und beachtete Amber nicht weiter. Ihre Kopfhaut brannte. Intensive Worte, die ein Feuer in ihr entfachten. Verdammt seist du, Amber! Lucia konnte nicht mehr denken. Noch drangen die gesprochenen Worte nicht in voller Tragweite in ihr Bewusstsein vor. Doch sie würden Gestalt annehmen. Die versaute Disziplinierung der Anwärterin würde geschehen. Dessen war sich Amber sicher.

Wie Lucia wohl die roten Latex Dessous und der schwarze Latex Slip mit eingearbeitetem Anal Dildo gefallen würden? Oder würde sie Lucia in einen Leder Bondage Ganzkörpersack stecken und ihre Feminisierung mit Latex Handschuhen und Lack Kleid vorantreiben? Ambers Kopfkino lief auf Hochtouren. Sie konnte nicht ahnen, wie sehr Lucia ihren Fetisch für Latex entdecken und was für ein verruchtes Fickstück sie werden würde. Für sich – und einige andere Personen.

Geschrieben von: Julia, Autorin „Gewürzt mit Herz“

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Mein Blogartikel: Wettbewerbsdenken im BDSM

FSK 18 – Bitte nur Erwachsene lesen, danke!

Schneller, weiter, besser – Wettbewerbsdenken im BDSM

Auf Twitter in meinem Account beschäftige ich mich mit der Thematik, dass derzeit in Tweets viele Umfragen und Meinungen zu verschiedenen Techniken und Praktiken zu BDSM im Umlauf sind.

Dies ist einerseits eine gute Sache, denn auf diese Art und Weise kann ein lebendiger und hoffentlich respektvoller Austausch unter Gleichgesinnten stattfinden. Andererseits bekomme ich persönlich immer Bauchweh dies zu lesen, denn solche Tweets können auch einen Wettbewerb implizieren, der nicht sein sollte.

Die Individualität beim BDSM

Jeder BDSM ist genauso individuell wie Sub und Dom, die diesen ausleben und mit Leben, Geist und Seele füllen. Es gibt nicht DAS BDSM, genauso wenig wie es DIE Sub und DEN Dom gibt. Gerade diese Vielfalt unter uns, dieser bunte Erfahrungsschatz war eines der ersten Dinge, die mich an BDSM faszinierten, lange bevor ich eine Technik kennenlernte. Praktiken, genauso wie Spielzeug und Locations, sind schmückendes Beiwerk und dienen als Mittel zum Zweck, sind jedoch nicht das Herzstück. Einen speziellen Fetisch oder Kink dabei ausgenommen. Dieses Herzstück bilden Sub und Dom, die es mit Leben füllen, so zumindest mein Standpunkt.

Fisten, Kaviar, Ohrfeigen, Rape-Game, Partnertausch, Fremdbenutzung, Rollenspiele, etc. sind alles Möglichkeiten der Auslebung, jedoch nicht zwingend notwendig und kein Indiz für „wahren“ BDSM, zumindest nicht in meiner individuellen Auslegung von BDSM.

Steht zu euch und euren Vorlieben

Seid in dieser Hinsicht selbstbewusst und steht zu euren persönlichen Vorlieben, wäre mein Rat. Liebe Sub, auch wenn du kein Analverkehr magst, bist du nicht minder Sub. Lieber Dom, auch wenn du deine Sub nicht ohrfeigen willst, bist du nicht minder Dom. ‚Alles kann, nichts muss‘ sagt bekanntlich schon der Volksmund.

Auch das Schenken von Schmerzen kann erfüllend sein für einige Praktizierende, für andere wiederrum gehört es nicht zu ihrem gelebten BDSM. Es geht nicht darum, wer was am meisten aushalten kann oder wer besonders viele Gangarten befürwortet und ausübt. BDSM ist kein Sport und keine Kompensierung für derweil Profilierung.

Der Dom unter Druck

Im Übrigen kann eine solche Dynamik auch den Dom ganz schön unter Druck setzen. Nicht jede dominante Person möchte zum Beispiel sein Geschäft auf seiner Sub verrichten. Einen diesbezüglichen Beitrag zu lesen muss nicht, kann aber unsicher werden lassen. Egal ob Sub oder Dom, diese Gedanken zerstören und lassen nicht fliegen und haben von daher keinen Platz im BDSM, zumindest meines Erachtens.

Meine Worte sollen bitte niemanden kränken oder verletzen. In meinen Artikeln und Tweets spreche ich von persönlichen Ansichten im Hinblick auf die Schönheiten des Fetischs und des BDSM und der Akzeptanz derer.

Mögliche Verunsicherung am Anfang der Selbstfindung

Hätte ich als unerfahrene Sub so manchen Tweet gelesen, wäre ich extrem verunsichert. Vielleicht hätte ich mich auch abgewandt und wäre von BDSM im Allgemeinen abgeschreckt.

Einem möglichen Treffen hätte ich auf keinen Fall zugestimmt aus Angst, dass verschiedene Praktiken von mir erwartet würden.

Wir sind alle oftmals in einem Prozess und durchlaufen verschiedene Entwicklungsphasen in unserer Selbstfindung. Dabei gibt es viele Wege der Auslebung und Instrumente der Unterstützung. Traut euch bitte jedoch, diese zu benennen und steht zu euch! Auch Nein zu sagen oder Praktiken abzulehnen, hinter denen ihr nicht steht, gehört dazu. Es ist vollkommen in Ordnung, nicht alles auszuprobieren. Lasst euch dahingehend nichts einreden und auch nicht untereinander vergleichen, egal ob Sub oder Dom. Sonst kann BDSM toxisch werden und mitunter nicht mehr guttun.

Die Magie des BDSM

Ich bin für viele schöne Dinge offen, jedoch auch nicht immer und nicht mit jedem Dom. Der Mensch zählt dabei und steht für mich immer am Anfang von allem und ist mein Dreh- und Angelpunkt jeder weiteren Dynamik.  

Und das zu jeder Zeit und an jedem Ort. Lasst euch gerade zu Beginn eurer Selbstfindung nicht verunsichern oder in Richtungen lenken, die nicht eurem Willen und eurem Wollen entsprechen. Seid mutig und zeigt euch eurem Gegenüber, wie ihr wirklich seid. Erst dann kann BDSM seine volle Magie entfalten und geschieht mit euch und nicht über euch hinweg.

Dies wünsche ich jeder Sub und jedem Dom. Wir sind alle einzigartig – das macht uns aus!

                                                   Geschrieben von Julia, Autorin „Gewürzt mit Herz“

Symbolbild

Mein Blogartikel: Kink sagen oder nicht?

Mit dieser Frage habe ich mich auseinandergesetzt und mich dahingehend reflektiert.

Falls Ihr mögt, viel Spaß beim Lesen.

Bitte nur Erwachsene, danke.

Eure Julia

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Sage ich meinem Partner meine/n Vorliebe/Kink/Fetisch oder lieber nicht?

FSK 18

Wichtig ist so finde ich zu vertrauen. Männer sind meiner Erfahrung nach in dieser Hinsicht sehr klar und pragmatisch. Wenn dir dein Partner sagt, er habe eine Vorliebe für eine bestimmte Haarfarbe oder einen bestimmten Frauentyp, du seist jedoch dennoch für ihn perfekt, so glaube ihm das bitte. Dann spricht er höchstwahrscheinlich die Wahrheit.

Vertrauen ist hierbei sehr wichtig, genauso wie die offene Kommunikation darüber. Auf keinen Fall sollten Selbstzweifel beim Gegenüber aufkommen, das ist leider oftmals der Anfang vom Ende. Sehe es immer als ein großes Geschenk an, wenn dir dein Partner eine sexuelle oder optische Vorliebe oder eine Fantasie präsentiert und dich an seinem Seelenleben teilhaben lässt. Wenn du unsicher bist, frage nochmal nach, inwiefern dieser Wunsch Einfluss auf ihn hat. Ist es eine Fantasie, die nicht weiter drängt? Oder ist es ein präsenter Fetisch, der nicht unterdrückt werden kann? In diesem Fall schenke ihm Entfaltungsfreiheit und glaube an eure Liebe.

Der Sinn von Liebe meint Freiheit schenken

Schenke deinem Partner die Sicherheit des Verstanden- und Angenommenseins und übe dich in Toleranz. Gestatte ihm Wege zu gehen, um inneren Frieden zu finden. Denn das ist meines Erachtens der Sinn von Liebe – Freiheit zu schenken, um dass dein Partner sein Glück finden kann.

Heimlichkeiten, Unausgesprochenes und Unterdrücktes wird auf kurz oder lang eure Beziehung vergiften und zerstören, das liegt oftmals in der Natur der Dinge.

Sagen oder nicht sagen?

An dieser Stelle sei noch eine weitere Überlegung erwähnt: Soll ich wirklich immer ehrlich sein? Soll ich meiner Partnerin/meinem Partner meinen Fetisch „beichten“? Soll ich ihr/ihm sagen, dass ich eigentlich Rothaarige bevorzuge, ob denn sie/er jedoch blond ist?

Als ich früher wie heute in der psychologischen Beratung tätig war, kam ich einmal mit einem Mann in das Gespräch, der eine Vorliebe für große Brüste hatte. Seine Partnerin hatte jedoch eher kleinere Brüste. Dennoch liebte er sie vollkommen, denn für ihn zählte das Gesamtbild. Doch immer wieder kam diese Vorliebe in ihm hoch und entwickelte sich zu einem Kink, der nahe an ein Fetisch reichte. Wenn er auch nur Frauen mit großen Brüsten sah, konnte er kaum an sich halten.

Dieses Unterdrücken führte dazu, dass er mittlerweile mit seiner Partnerin Erektionsprobleme im Liebesspiel bekam und heimlich Pornos konsumierte, um diesem Verlangen nachzugehen. Er dachte an Fremdgehen, doch sein schlechtes Gewissen seiner Partnerin gegenüber wuchs in das Unermessliche. Gleichsam wuchs die Begierde nach großen Brüsten immer mehr.

Was hätten Sie diesem Mann geraten, hätte er Sie um Rat gefragt?

Eine schwere Frage, nicht wahr?

Schwierig kann es auch werden, wenn sich Partner innerhalb einer Beziehung optisch sehr verändern oder sich sexuelle Wünsche auftun, die 10 Jahre zuvor beim Kennenlernen vielleicht noch nicht da waren oder noch im Inneren verborgen schlummerten.

Auch kann ich aus der Sicht der Frau sagen, dass es erstmal nicht schön ist, wenn dir dein Herzenspartner sagt, er stehe optisch auf einen ganz anderen Typ als man selbst ist oder er hat eine bestimmte sexuelle Vorliebe, die man nun gar nicht teilt und auch nicht ausprobieren möchte.

Ich denke, jeder von uns wird diese Frage sehr individuell beantworten. Und genau das ist das Gute daran. Vielleicht sollte nie der Mensch aus dem Blick verloren gehen, der hinter den Worten und Aussagen steht. Und vielleicht sollte einander vertraut werden, denn wo gesprochen wird, ist noch Liebe.

Ist dies nicht immer besser, als wenn das Sprechen versiegt?

Natürlich spreche ich hier aus meinem Herzen, meinen persönlichen Erfahrungen und Ansichten, die niemanden verletzen, angreifen oder triggern sollen. Dies ist mir an dieser Stelle wichtig zu erwähnen.

Und so halte ich mich persönlich an die Worte, die einst der Psychoanalytiker Friedrich Nietzsche fand (Zitat):

„Die dümmste Lüge ist die, mit der man sich selbst belügt.“

Gastbeitrag: Unanständige Gedanken mit einer attraktiven Sekretärin

Ein Gastautor, der unerkannt bleiben möchte, teilt seine erotischen Gedanken mit euch! Ein aufregendes Kopfkino mit einer attraktiven Büroangestellten und – vielleicht dir?
Vielen Dank dem Gastautor! Viel Spaß beim Lesen!
Nur für Erwachsene – FSK 18!

Eure Julia

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FSK 18
Beginn Gastartikel:

Lass dich nur nicht ablenken Süße….
Wenn ich in dein Büro komme und du mich nicht bemerkst. Ich von hinten an dich herantrete und du auf deinem Stuhl sitzt, lege ich meine Hände auf deine Schultern. Du zuckst zusammen, weil du damit nicht gerechnet hast.
Meine Hände wandern abwärts zu deinen Brüsten auf der Kleidung und liegen dort erstmal auf. Ich will deine Atmung spüren, während ich mit meinem Kopf seitlich deinen Nacken erreiche und zuerst nur Luft durch meine Nase puste, um deine Reaktion abzuwarten.
Meine Hände tun nichts, mein Mund allerdings öffnet sich, um deinen Nacken sanft zu küssen. Du legst deinen Kopf dafür zur Seite, weil es dir gefällt.
Ich spüre deine Erregung und beginne deine Bluse aufzuknöpfen. Knopf für Knopf. Deine Brüste durch deinen BH zu berühren.
Du raunst und wirst lauter, weil du es schön findest und mir zuflüsterst, dass du bereits schon ganz feucht bist. Du beugst dich eben nach vorn, um selbst den BH komplett zu öffnen und ihn von deinen Schultern zu streifen. Meine Zunge wandert zu deinem Ohr und beginnt an der Ohrmuschel zu knabbern und zu lecken, während meine Hände deine Brustwarzen zwirbeln und kneifen.
Du stöhnst auf, dass du mich willst. Ich drehe deinen Stuhl um, sodass du zu mir blickst. Da stehst du fix auf, streifst deinen engen Bleistiftrock herunter und setzt dich wieder. Ich spreize deine Beine und lass meinen Kopf dazwischen verschwinden, um deine heiße Mitte zu erforschen.
Meine Zunge arbeitet sich voran und verwöhnt dich, während meine Hände deine Schenkel sanft halten.
Du stöhnst und windest dich, weißt nicht, wo dir der Kopf steht. Presst meinen Kopf mit deinen Händen noch mehr in deinen Schritt.
Nicht mehr lange und dein Körper wird sich anspannen, während dein Orgasmus dir süße Befriedigung verspricht.

Photo by W R on Pexels.com -Symbolbild-

Gastbeitrag: Wie das Liebesleben auffrischen, nachdem die Partner Eltern wurden?

Mein neuer Gastbeitrag ist von einem Mann verfasst, der andere Leser für ein ganz bestimmtes Thema sensibilisieren möchte: Wie geht ein Paar mit einer Sexflaute nach der Geburt des Kindes um? Aus seiner Sicht als Partner und Vater lässt er den Leser teilhaben an seinen persönlichen Empfindungen und Erlebnissen und möchte anderen Vätern und Männern Mut machen, an der Beziehung zu arbeiten und sich nicht aufzugeben. Vielen lieben Dank dem Autor!


Beginn Gastbeitrag:

Warum mache ich das?

Bevor ich meine Geschichte erzähle, wie ich zu dem kam, was ich jetzt mache und mir wichtig ist, möchte ich mich höflicherweise kurz vorstellen.

Ich bin Xander und 39 Jahre jung. Xander ist mein Autorenname auf meinem Blog. Wenn du wissen willst, wie ich richtig heiße, besuche meinen Blog. Vielleicht findest du dort meinen richtigen Namen. Ich bin glücklich verheiratet und habe einen Sohn. Und ja es stimmt, ich bin wirklich glücklich verheiratet. Warum? Weil ich meine Traumfrau geheiratet habe, ich immer noch Sex (mit meiner Frau) habe und täglich an meiner Beziehung mit meiner Frau arbeite. Natürlich liebe ich meinen Sohn auch über alles. 

Nun zu meiner Geschichte, die hoffentlich auch anderen Menschen Mut macht, ihre Beziehung wieder spannender und abwechslungsreicher zu gestalten.

Ich liebe Sex (Fängt schon gut an, oder?), der sich aber in den letzten Jahren verändert hat. Warum? Aufgrund unsere Sohnes. Kinder verändern das Leben in einer Partnerschaft. Aber auf der anderen Seite bereichern sie es ungemein. Dinge wie häufiger oder regelmäßiger Sex rücken in den Hintergrund.

Als meine Frau und ich noch keinen Nachwuchs hatten, hatten wir mehrmals in der Woche Sex. Wirklich abwechslungsreichen Sex. Das was uns gefiel oder wir ausprobieren wollten, haben wir gemacht. Von romantisch bis “dreckig” war alles dabei.

Aber wie bereits gesagt änderte sich das mit dem Tag, als mein Frau schwanger wurde. Unser Sohn ist ein absolutes Wunschkind. Wir haben lange dafür gebraucht. Obwohl wir oft miteinander geschlafen haben, hat es nicht funktionieren wollen. Bis zu diesem einen Tag, als wir die Nachricht erhielten, dass meine Frau schwanger war. Den Tag vergessen wir nie! Es war zufällig der Geburtstag meiner Schwester, als wie die Nachricht bekamen.

Von da an änderte sich unser Leben. Meine Frau nahm schnell und viel zu. Ihr Körper veränderte sich, was ja auch logisch bei einer Schwangerschaft ist. Aber die Erotik schwand dennoch. Sie hatte keine Anziehung mehr auf mich. Aber Fremdgehen kam nie für mich in Frage, nur um Sex zu haben. Wir hatten eben nur keinen Sex mehr. Das frustet mich natürlich. Hatte oft schlechte Laune. Und ich war unfair gegenüber meiner Frau. So ging es 9 Monate. Es gab auch gute Zeiten, obwohl die Schwangerschaft sehr anstrengend war.

Ich hatte die Hoffnung nach der Geburt, wenn sich der Alltag nach ein paar Wochen wieder eingependelt hat, dann wird es auch wieder mit dem Sex klappen. Aber Pustekuchen. Alles drehte sich nur um meinen Sohn, und abends war meine Frau so kaputt, dass sie keine Lust mehr hatte. Ich war weiterhin gefrustet. Da war bestimmt auch eine gute Portion Neid dabei. Das will ich gar nicht abstreiten. Ich überlegte, was ich tun kann. Komischerweise fiel mir das Einfachste nicht ein.

Miteinander reden!

Als ich sie eines Abends darauf ansprach, erklärte sie mir alles und ich sah alles mit anderen Augen. Jetzt verstand ich ihre Welt. Das Mama-sein. Eins der wichtigsten Aufgaben im Leben, wenn man es denn möchte. Genau wie das Papa-sein. Aber für Mamas ist es am Anfang schwerer und stressiger. So sind zumindest unsere Erfahrungen.

Nachdem weitere Wochen vergingen, der Alltag entspannter wurde und ich meine Frau besser verstand, schlich sich so langsam auch wieder die Zweisamkeit ein. Romantik und Zärtlichkeiten. Ein erster Schritt. 

Als unser Sohn ca. ein halbes Jahr alt war, fingen wir wieder an ein Paar zu sein. Nicht nur Mama und Papa, sondern wieder ein Paar. Wir nahmen uns bewusst Zeit für uns. Und das machen wir bis heute so. Klar, wir haben nicht mehr soviel Sex wie früher, aber wir haben wieder Sex. Wir verbringen Zeit miteinander. Und nehmen uns auch nur einfach mal in den Arm. Und auch die erotische Anziehungskraft, die meine Frau immer auf mich hatte, ist wieder zurück. Mehr denn je.

Ich bin davon überzeugt, dass es bei sehr vielen Paaren so ist, dass mit der Geburt ihres Kindes das Paar-sein aufhört. Leider.

Warum hat es bei uns funktioniert, wenn auch mit Anlaufschwierigkeiten?

Weil wir miteinander geredet haben. Oft. Was wir denken und was wir uns wünschen. Natürlich ging es dabei nicht nur um Sex. Aber es erleichtert das Miteinander. Es reinigt die Seele.

Und genau das habe ich mir jetzt durch meinen Blog zur Aufgabe gemacht. Ich möchte anderen Männern helfen, mit meinen Erfahrungen ihr Liebesleben wieder aufzufrischen. Denn jeder hat ein abwechslungsreiches und tolles Liebesleben verdient. Ich möchte Männern Mut machen, sich nicht zu verstecken oder es einfach so hinzunehmen.