Mein Blogartikel: Kink sagen oder nicht?

Mit dieser Frage habe ich mich auseinandergesetzt und mich dahingehend reflektiert.

Falls Ihr mögt, viel Spaß beim Lesen.

Bitte nur Erwachsene, danke.

Eure Julia

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Sage ich meinem Partner meine/n Vorliebe/Kink/Fetisch oder lieber nicht?

FSK 18

Wichtig ist so finde ich zu vertrauen. Männer sind meiner Erfahrung nach in dieser Hinsicht sehr klar und pragmatisch. Wenn dir dein Partner sagt, er habe eine Vorliebe für eine bestimmte Haarfarbe oder einen bestimmten Frauentyp, du seist jedoch dennoch für ihn perfekt, so glaube ihm das bitte. Dann spricht er höchstwahrscheinlich die Wahrheit.

Vertrauen ist hierbei sehr wichtig, genauso wie die offene Kommunikation darüber. Auf keinen Fall sollten Selbstzweifel beim Gegenüber aufkommen, das ist leider oftmals der Anfang vom Ende. Sehe es immer als ein großes Geschenk an, wenn dir dein Partner eine sexuelle oder optische Vorliebe oder eine Fantasie präsentiert und dich an seinem Seelenleben teilhaben lässt. Wenn du unsicher bist, frage nochmal nach, inwiefern dieser Wunsch Einfluss auf ihn hat. Ist es eine Fantasie, die nicht weiter drängt? Oder ist es ein präsenter Fetisch, der nicht unterdrückt werden kann? In diesem Fall schenke ihm Entfaltungsfreiheit und glaube an eure Liebe.

Der Sinn von Liebe meint Freiheit schenken

Schenke deinem Partner die Sicherheit des Verstanden- und Angenommenseins und übe dich in Toleranz. Gestatte ihm Wege zu gehen, um inneren Frieden zu finden. Denn das ist meines Erachtens der Sinn von Liebe – Freiheit zu schenken, um dass dein Partner sein Glück finden kann.

Heimlichkeiten, Unausgesprochenes und Unterdrücktes wird auf kurz oder lang eure Beziehung vergiften und zerstören, das liegt oftmals in der Natur der Dinge.

Sagen oder nicht sagen?

An dieser Stelle sei noch eine weitere Überlegung erwähnt: Soll ich wirklich immer ehrlich sein? Soll ich meiner Partnerin/meinem Partner meinen Fetisch „beichten“? Soll ich ihr/ihm sagen, dass ich eigentlich Rothaarige bevorzuge, ob denn sie/er jedoch blond ist?

Als ich früher wie heute in der psychologischen Beratung tätig war, kam ich einmal mit einem Mann in das Gespräch, der eine Vorliebe für große Brüste hatte. Seine Partnerin hatte jedoch eher kleinere Brüste. Dennoch liebte er sie vollkommen, denn für ihn zählte das Gesamtbild. Doch immer wieder kam diese Vorliebe in ihm hoch und entwickelte sich zu einem Kink, der nahe an ein Fetisch reichte. Wenn er auch nur Frauen mit großen Brüsten sah, konnte er kaum an sich halten.

Dieses Unterdrücken führte dazu, dass er mittlerweile mit seiner Partnerin Erektionsprobleme im Liebesspiel bekam und heimlich Pornos konsumierte, um diesem Verlangen nachzugehen. Er dachte an Fremdgehen, doch sein schlechtes Gewissen seiner Partnerin gegenüber wuchs in das Unermessliche. Gleichsam wuchs die Begierde nach großen Brüsten immer mehr.

Was hätten Sie diesem Mann geraten, hätte er Sie um Rat gefragt?

Eine schwere Frage, nicht wahr?

Schwierig kann es auch werden, wenn sich Partner innerhalb einer Beziehung optisch sehr verändern oder sich sexuelle Wünsche auftun, die 10 Jahre zuvor beim Kennenlernen vielleicht noch nicht da waren oder noch im Inneren verborgen schlummerten.

Auch kann ich aus der Sicht der Frau sagen, dass es erstmal nicht schön ist, wenn dir dein Herzenspartner sagt, er stehe optisch auf einen ganz anderen Typ als man selbst ist oder er hat eine bestimmte sexuelle Vorliebe, die man nun gar nicht teilt und auch nicht ausprobieren möchte.

Ich denke, jeder von uns wird diese Frage sehr individuell beantworten. Und genau das ist das Gute daran. Vielleicht sollte nie der Mensch aus dem Blick verloren gehen, der hinter den Worten und Aussagen steht. Und vielleicht sollte einander vertraut werden, denn wo gesprochen wird, ist noch Liebe.

Ist dies nicht immer besser, als wenn das Sprechen versiegt?

Natürlich spreche ich hier aus meinem Herzen, meinen persönlichen Erfahrungen und Ansichten, die niemanden verletzen, angreifen oder triggern sollen. Dies ist mir an dieser Stelle wichtig zu erwähnen.

Und so halte ich mich persönlich an die Worte, die einst der Psychoanalytiker Friedrich Nietzsche fand (Zitat):

„Die dümmste Lüge ist die, mit der man sich selbst belügt.“

Gastbeitrag: Wie das Liebesleben auffrischen, nachdem die Partner Eltern wurden?

Mein neuer Gastbeitrag ist von einem Mann verfasst, der andere Leser für ein ganz bestimmtes Thema sensibilisieren möchte: Wie geht ein Paar mit einer Sexflaute nach der Geburt des Kindes um? Aus seiner Sicht als Partner und Vater lässt er den Leser teilhaben an seinen persönlichen Empfindungen und Erlebnissen und möchte anderen Vätern und Männern Mut machen, an der Beziehung zu arbeiten und sich nicht aufzugeben. Vielen lieben Dank dem Autor!


Beginn Gastbeitrag:

Warum mache ich das?

Bevor ich meine Geschichte erzähle, wie ich zu dem kam, was ich jetzt mache und mir wichtig ist, möchte ich mich höflicherweise kurz vorstellen.

Ich bin Xander und 39 Jahre jung. Xander ist mein Autorenname auf meinem Blog. Wenn du wissen willst, wie ich richtig heiße, besuche meinen Blog. Vielleicht findest du dort meinen richtigen Namen. Ich bin glücklich verheiratet und habe einen Sohn. Und ja es stimmt, ich bin wirklich glücklich verheiratet. Warum? Weil ich meine Traumfrau geheiratet habe, ich immer noch Sex (mit meiner Frau) habe und täglich an meiner Beziehung mit meiner Frau arbeite. Natürlich liebe ich meinen Sohn auch über alles. 

Nun zu meiner Geschichte, die hoffentlich auch anderen Menschen Mut macht, ihre Beziehung wieder spannender und abwechslungsreicher zu gestalten.

Ich liebe Sex (Fängt schon gut an, oder?), der sich aber in den letzten Jahren verändert hat. Warum? Aufgrund unsere Sohnes. Kinder verändern das Leben in einer Partnerschaft. Aber auf der anderen Seite bereichern sie es ungemein. Dinge wie häufiger oder regelmäßiger Sex rücken in den Hintergrund.

Als meine Frau und ich noch keinen Nachwuchs hatten, hatten wir mehrmals in der Woche Sex. Wirklich abwechslungsreichen Sex. Das was uns gefiel oder wir ausprobieren wollten, haben wir gemacht. Von romantisch bis “dreckig” war alles dabei.

Aber wie bereits gesagt änderte sich das mit dem Tag, als mein Frau schwanger wurde. Unser Sohn ist ein absolutes Wunschkind. Wir haben lange dafür gebraucht. Obwohl wir oft miteinander geschlafen haben, hat es nicht funktionieren wollen. Bis zu diesem einen Tag, als wir die Nachricht erhielten, dass meine Frau schwanger war. Den Tag vergessen wir nie! Es war zufällig der Geburtstag meiner Schwester, als wie die Nachricht bekamen.

Von da an änderte sich unser Leben. Meine Frau nahm schnell und viel zu. Ihr Körper veränderte sich, was ja auch logisch bei einer Schwangerschaft ist. Aber die Erotik schwand dennoch. Sie hatte keine Anziehung mehr auf mich. Aber Fremdgehen kam nie für mich in Frage, nur um Sex zu haben. Wir hatten eben nur keinen Sex mehr. Das frustet mich natürlich. Hatte oft schlechte Laune. Und ich war unfair gegenüber meiner Frau. So ging es 9 Monate. Es gab auch gute Zeiten, obwohl die Schwangerschaft sehr anstrengend war.

Ich hatte die Hoffnung nach der Geburt, wenn sich der Alltag nach ein paar Wochen wieder eingependelt hat, dann wird es auch wieder mit dem Sex klappen. Aber Pustekuchen. Alles drehte sich nur um meinen Sohn, und abends war meine Frau so kaputt, dass sie keine Lust mehr hatte. Ich war weiterhin gefrustet. Da war bestimmt auch eine gute Portion Neid dabei. Das will ich gar nicht abstreiten. Ich überlegte, was ich tun kann. Komischerweise fiel mir das Einfachste nicht ein.

Miteinander reden!

Als ich sie eines Abends darauf ansprach, erklärte sie mir alles und ich sah alles mit anderen Augen. Jetzt verstand ich ihre Welt. Das Mama-sein. Eins der wichtigsten Aufgaben im Leben, wenn man es denn möchte. Genau wie das Papa-sein. Aber für Mamas ist es am Anfang schwerer und stressiger. So sind zumindest unsere Erfahrungen.

Nachdem weitere Wochen vergingen, der Alltag entspannter wurde und ich meine Frau besser verstand, schlich sich so langsam auch wieder die Zweisamkeit ein. Romantik und Zärtlichkeiten. Ein erster Schritt. 

Als unser Sohn ca. ein halbes Jahr alt war, fingen wir wieder an ein Paar zu sein. Nicht nur Mama und Papa, sondern wieder ein Paar. Wir nahmen uns bewusst Zeit für uns. Und das machen wir bis heute so. Klar, wir haben nicht mehr soviel Sex wie früher, aber wir haben wieder Sex. Wir verbringen Zeit miteinander. Und nehmen uns auch nur einfach mal in den Arm. Und auch die erotische Anziehungskraft, die meine Frau immer auf mich hatte, ist wieder zurück. Mehr denn je.

Ich bin davon überzeugt, dass es bei sehr vielen Paaren so ist, dass mit der Geburt ihres Kindes das Paar-sein aufhört. Leider.

Warum hat es bei uns funktioniert, wenn auch mit Anlaufschwierigkeiten?

Weil wir miteinander geredet haben. Oft. Was wir denken und was wir uns wünschen. Natürlich ging es dabei nicht nur um Sex. Aber es erleichtert das Miteinander. Es reinigt die Seele.

Und genau das habe ich mir jetzt durch meinen Blog zur Aufgabe gemacht. Ich möchte anderen Männern helfen, mit meinen Erfahrungen ihr Liebesleben wieder aufzufrischen. Denn jeder hat ein abwechslungsreiches und tolles Liebesleben verdient. Ich möchte Männern Mut machen, sich nicht zu verstecken oder es einfach so hinzunehmen.