Ethik von Mensch zu Mensch

Mein neuer Artikel ist verfasst – diesmal ein ganz anderer, als ihr es bisher vermutlich von mir gewohnt seid. Doch ich habe viele Facetten und diese Form der Erörterungen sind ebenso ein Teil von mir als Mensch und Autorin.

In dieser wissenschaftlich angelehnten Ausarbeitung geht es inhaltlich um die Ethik des Helfens, erörtert an aktuellen und zeitlosen Beispielen aus der sozialen Arbeit.

Ich durfte meinen Artikel als Gastautor bei meinem lieben Freund Freric auf seiner Webseite veröffentlichen. Vielen herzlichen Dank dafür! Besucht ihn doch einmal auf dieser, er ist ein großartiger Mensch und Kollege!

Nun wünsche ich viel Spaß beim Lesen.

Bleibt mir gerne treu!

Liebe Grüße!

“Ethik von Mensch zu Mensch”

Photo by Kamaji Ogino on Pexels.com

BDSM-Poesie: Liebesbrief einer Sub

Und so schrieb eine glückliche Sub ihrem geliebten Herrn:

„Oh ja – Mein Geist pulsiert, sie erregen mich wahnsinnig.
Fotze pocht stumm und leicht schmerzend für Ihren Herrn…
Sie sehnt Euch Herr.
Euer Schwanz ruft mich…
Eure Narben sehnen meine Küsse und zarten Berührung meiner Finger.
Ich begehre diese Eure Narben.
Sie zeigen mir, dass Ihr lebt und überwunden habt – Eure wahre Stärke…
Dann erst kommt die Peitsche.
Die nichts wäre, schlapp und kraftlos, ohne die Kraft Ihres Ausführenden und Herrn.
Mein Herr…
Wie schön Ihr seid.“

Narben, die vom Leben erzählen – meine Kaiserschnittnarbe

Vor der Zeit meiner Schwangerschaften machte ich mir nie wirklich darüber Gedanken – über die Körperregion zwischen Bauchnabel und Schambereich. Eher über die Stelle oberhalb meines Bauchnabels, da ich dort bereits eine Narbe trug. Als Kleinkind hatte ich ein Geldstück verschluckt, da ich dieses mit Schokoladen-Spielgeld verwechselte. Dem aufmerksamen Blick meiner Mutter entging dies zum Glück nicht, denn es geschah während dem Einkaufen. Als ich mich dann im Anschluss begann zu übergeben und damit nicht mehr aufhörte, brachten mich meine Eltern ins Krankenhaus. Nach der Diagnose wurde mir die Münze wieder entfernt, welche sich in einer inneren Gewebefalte verfangen hatte und somit vom Körper nicht ausgeschieden werden konnte. Deshalb der immer wiederkehrende Würgereiz, mit welchem sich mein Körper letztendlich befreien wollte.

Zu dieser Zeit wurden die Operationen an Kleinkindern noch nicht endoskopisch oder über den Weg durch die Speiseröhre durchgeführt, und die Ärzte wollten damals kein unnötiges Risiko eingehen, denn die Stelle, an welcher sich die Münze verzwackt hatte, war wohl scheinbar recht ungünstig für mich. So schnitten die Ärzte meinen Bauch auf und entfernten das verschluckte Geldstück. Erinnern kann ich mich nur noch daran, dass ich fürchterlich weinen musste, da meine Eltern nicht bleiben durften. Seinerzeit gab es keine Elternbetten auf Stationen, und die Eltern und Bezugspersonen der kleinen Patienten wurden nach Hause geschickt. Diese traumatische Trennung führte dazu, dass ich lange Zeit im Umgang mit Ärzten Probleme hatte, wirklich Vertrauen fassen zu können. Ein weißer Kittel löste lange Zeit unvermitteltes Unwohlsein in mir aus und das vollkommen unabhängig des Arztes, der diesen trug oder des medizinischen Vorgangs. Heutzutage agieren beispielsweise viele Ärzte in Untersuchungen mit Kindern ohne weißen Kittel, sondern in gewöhnlicher Kleidung, um den Kindern keine Ängste zu bereiten. Mittlerweile geht es bei mir mit meiner Phobie jedoch wieder und ich konnte mein Kindheitstrauma dahingehend aufarbeiten.Ein Teil dieser Aufarbeitung war das Friedenschließen mit der Narbe, die nach dieser Operation zurückblieb.

Narben sind Zeitzeugen und erinnern ein Leben lang an Ereignisse, Unfälle oder (überstandene) Krankheiten.

Mein Weg in dieser Hinsicht war dieser, mir ein Bauchnabelpiercing verpassen zu lassen, welches auf diese Körperstelle hinweist und zugleich diese hervorhebt und betont. Ich weiß noch, dass mich die freundliche Piercerin mehrmals fragte, ob ich mir über die Tatsache im Klaren sein würde, dass das Piercing den Blick auf diese Narbe lenkt.

So machte ich aus der Not eine Tugend und trug stolz meine Bauchnarbe zur Schau, funkelnd unterstützt durch einen schimmernden Stein im Nabelpiercing. Später gesellte sich noch ein zweites Bauchnabelpiercing hinzu, so dass ich ober- und unterhalb des Nabels Schmuck trug. Dann kamen meine Schwangerschaften und meine Fehlgeburt dazwischen, so dass es mir ein Bauchnabelpiercing einbüßte und sich eine Kaiserschnittnarbe hinzugesellte. Eigentlich wurde ein Kaiserschnitt zweimal bei mir vorgenommen, doch ich hatte großes Glück an eine sehr fähige Gynäkologin zu gelangen, welche den zweiten Schnitt exakt in der bereits vorhandenen Naht durchführte und sehr gekonnt diesen erneut vernähte. Im Nachhinein bin ich ihr für ihre Voraussicht sehr dankbar, dass sie nicht einen unabhängigen Schnitt setzte, sondern sich des ersten bediente, um ein kosmetisch gutes Ergebnis zu erzielen.

Solche Gedanken wurden mir jedoch erst im Nachhinein bewusst. Zur Zeit der Schwangerschaften war mir mein Aussehen im Grunde dahingehend völlig egal, als dass das Wohl des Kindes immer an erster Stelle stand. Ob ich dafür eine Narbe in Kauf nahm, war mir vollkommen und gänzlich unwichtig.

Nun befinde ich mich derzeit in der Zeit der körperlichen Regeneration, wie ich es ausdrücken würde. Mein Sohn ist mittlerweile abgestillt. Diesen Prozess der Ablösung von der Brust leitete er Stück für Stück selbst ein, als er zunehmend größer wurde. Über seine Bedürfnisse hinweg hätte ich niemals entschieden abzustillen, so lange es mir gesundheitlich möglich gewesen wäre. So war der Lauf der Dinge, und allmählich beruhigt sich mein Körper in Bezug auf seine hormonelle Lage wieder. Schwangerschafts- und Stillhormone sind sehr mächtig und führen allerlei physische und psychische Symptome mit sich. Einige davon sind schön, viele davon sind es leider allerdings weniger, zumindest rückblickend aus meiner Erfahrungswelt betrachtet.

Wenn sich nun alles wieder eingespielt, beruhigt und eingependelt hat, wird eines ein Leben lang bleiben: meine Kaiserschnittnarbe.

Noch als alte Frau werde ich vor einem Spiegel diese anblicken können und daran erinnert werden, dass ich einst Leben schenkte. Auch wenn ein Kaiserschnitt heutzutage oftmals schnell angeboten wird, um alle Risiken für Mutter und Kind auszuschließen und der Mutter Schmerzen zu ersparen, so ist er nicht zuletzt verantwortlich dafür, dass viele Kinder gesund zur Welt kommen dürfen. Noch vor fünfzig Jahren wären diese Kinder vermutlich während den Wehen verstorben oder unwiderruflich durch zum Beispiel Sauerstoffmangel während der Geburt geschädigt worden. Eine Querlage oder eine Nabelschnur, in welcher sich das Kind verfangen hat, können eine normale Geburt unmöglich machen und schlimme Konsequenzen nach sich ziehen.

Insofern ist der Kaiserschnitt aus der modernen pränatalen Medizin nicht mehr wegzudenken und überwiegend als Segen und Lebensretter für Mutter und Kind zu betrachten. Was bleibt ist eine Narbe. Manchmal zieht diese auch Unempfindlichkeiten und Taubheitsgefühle innerhalb der Körperregion nach sich, wie es bei mir danach auch einige Zeit der Fall war. Doch glücklicherweise vergingen diese dumpfen taktilen Unempfindlichkeiten wieder, und nun ist es von diesem Aspekt her wieder wie zuvor. Obwohl – nicht ganz.

Die Narbe teilt Weichgewebe an einer Stelle, an welcher nicht alle Frauen sehr schlank sind. Somit hebt sich das Unterhautfett ober- und unterhalb der Narbe hervor, was optisch etwas unschön wirken kann, zumindest durch meine Augen in Bezug auf meine Narbe betrachtet, nicht im Generellen gemeint. Doch es ist nun einmal so und es führt meiner Meinung nach wohl kein Weg daran vorbei, sich auch mit diesem Zeitzeugen zu akklimatisieren und Frieden zu schließen. Denn wäre diese Narbe nicht, hätte ich ganz bestimmt niemals meine Tochter lebend in meinen Armen halten können und vielleicht auch nicht meinen Sohn.

Bei meinem Sohn war die Geburt offen, doch da bereits ein krankes Kind da und er laut Ultraschall groß und bereits überfällig war, rieten die Ärzte zu einem Kaiserschnitt, um das Risiko für das Kind minimal zu halten. Einen Tag vor dem geplanten Kaiserschnitt setzten bei mir die Wehen ein, und mein Sohn erblickte während diesen per Kaiserschnitt das Licht der Welt.

Schon seit längerem fällt mir auf, dass ich auf den wenigsten Fashion- und Aktbildern Kaiserschnittnarben sehe. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich ein Modell in Unterwäsche, Bikini oder Akt sah, welches eine solche Narbe trug. Da dieser Eingriff jedoch sehr oft durchgeführt wird und ich mir nicht vorstellen kann, dass so viele Frauen keinen Kaiserschnitt hatten, liegt bei mir die Vermutung nahe, dass eine vielleicht vorhandene Narbe der Bildbearbeitung zum Opfer fiel und wegretouchiert wurde.

Wie erlebt Ihr das? Mögt Ihr mir Eure Meinung zu diesem Thema sagen?

Ich würde gerne vielen Frauen das Gefühl nehmen können, ihre Kaiserschnittnarbe verstecken oder als Makel betrachten zu müssen. Vielleicht auch – das wäre mein größter Wunsch – mit dieser ein Stück weit Frieden zu schließen, wie ich es gerade bei mir selbst tue. Von daher würde ich mich über eine rege Beteiligung und viele Rückmeldungen sehr freuen und hoffe damit viele Frauen erreichen und ansprechen zu können.

Wer möchte, schreibe mich bitte direkt auf meiner Webseite an. 

In meiner Rubrik „Gastbeiträge lieber Menschen“ würde ich gerne Eure Erfahrungen, Ansichten und Meinungen diesbezüglich veröffentlichen. Dies kann vollkommen anonym, teilanonym oder mit Klarnamen erfolgen, ganz wie Ihr es wünscht. Die möglichen Bilder Eurer Beiträge müssen dabei bitte von Euch persönlich stammen oder mit der Herkunft derer gekennzeichnet sein. Das Urheberrecht über Eure Texte bleibt dabei weiterhin Euch selbst behalten, auch nach einer Veröffentlichung auf meiner Webseite.

Nun würde ich mich über Euer Echo hinsichtlich meiner Gedanken und ins Leben gerufenen Aktion wahnsinnig freuen!

Denn ganz ehrlich:

Darf eine Kaiserschnittnarbe denn nicht gezeigt werden? Lebensretter sind doch keine Makel!

Eure Julia

Gekaufter Sex

Liebe Leser!

Es ist eine verbotene Fantasie und heißer Stoff für ein aufregendes Kopfkino!

Gekaufter Sex…

Begleitet die junge Studentin Laura, die wider Erwarten käuflich wird…

Die Kurzgeschichte ist nur für Erwachsene / FSK 18. Alle Personen und Handlungen sind frei von mir erfunden.

Wenn Euch die Geschichte gefällt, empfehlt mich gerne weiter!

Liebe Grüße

Eure Julia

https://www.rubberfashion.de/blog/latex-geschichte-laura-wie-eine-junge-studentin-zum-gut-gebuchten-escortgirl-wurde

Sinnliches Bi-Vergnügen

Lust auf einen heißen Trip an den See mit zwei tollen Frauen?

Dann habt gerne Spaß mit meiner lustvollen Kurzgeschichte nur für Erwachsene / FSK 18.

Genau das Richtige an einem heißen Sommertag! Viel Vergnügen beim Lesen!

Die Personen und Inhalte meiner Geschichte sind frei erfunden.

Empfehlt mich und meine Geschichten gerne weiter, falls ihr mögt.

Eure Julia

Autorin „Gewürzt mit Herz“

https://www.rubberfashion.de/blog/latex-geschichte-karin-anna-und-der-schwarze-latexslip

Tierrettung in letzter Minute

Der junge Mann war vielleicht 19 oder 20 Jahre alt. Behände tänzelte er am Ufer auf und ab, dann glitt er geschwind in das Wasser, um dem starken Zug an seiner Angelrute zu folgen.

Aufmerksam betrachtete ich vom Wasser aus das Geschehen. Es war ein heißer Sommertag und ich frönte meiner Passion für das Schwimmen. Den Großteil meiner Runde hatte ich schon zurückgelegt, da fiel mir der Angler auf. Eine ganze Menge an Repertoire befand sich um eine Bank drapiert um seinen Platz herum; er schien zu wissen, was er da machte. Bisher hatte ich mich noch nicht wirklich mit dem Angelsport auseinandergesetzt, denn im Grunde mieden sich Angler und Schwimmer gegenseitig.

Als Schwimmer musste ich stets auf die ausgelegten und treibenden Köder im Wasser achten, die nahezu unsichtbar verborgen waren und welche bei Kontakt zu empfindlichen Verletzungen führen konnten. Insofern hielt ich immer gebührend Abstand zu Anglern, wenn diese zeitgleich am Baggersee zugegen waren.

Ein ziemlich großer Fisch musste da in das Netz gegangen sein. Das Tier schien zu kämpfen, denn die Leine spannte sich stark und kleine Wasserwellen schwappten zu mir herüber. Mitleid mit diesem stieg unvermittelt in mir auf, hatte es doch keine Chance mehr, seinem traurigen Schicksal zu entkommen.

Vorsichtig näherte sich der junge Mann dem sich windenden Treiben vor ihm. Langsam hob er den mitgeführten Käscher in das Wasser und bewegte sich mit seinem Fang in überlegten Bewegungen Richtung Uferböschung zurück. Gerade wollte ich umdrehen und mich vom Geschehen abwenden, da geschah etwas, das ich so nicht für möglich gehalten hätte.

Mit bedachten Handlungen entfernte der Angler den Widerhaken aus dem Maul des stattlichen, orange-bräunlich schimmernden Fisches, trug diesen auf den Armen und immer mit Wasser benetzt zur Seemitte zurück und setzte diesen wieder in die Freiheit. Beinahe meinte ich das erleichterte Aufstöhnen des Tieres zu vernehmen, noch einmal dem sicheren Tod entronnen zu sein.

Diese Vorgehensweise überraschte mich gänzlich, hätte ich doch erwartet, der junge Mann postete seinen Angelerfolg in den sozialen Netzwerken, nachdem er sich ausgiebig über das Jagdergebnis gefreut hätte. Doch nichts von alledem passierte, der stolze Fisch war wieder seiner natürlichen Umgebung zugeführt worden.

Mich plagte die Neugier und wie ich einmal so bin, dachte ich nicht lange darüber nach, sondern machte mich auf den Weg hin zum Angler. Dieser war gerade damit beschäftigt, Utensilien zu verstauen und sich vermutlich neu aufzustellen. In den Augenwinkeln musste der Mann mich scheinbar bemerkt haben, denn er wirkte auf einmal ein wenig nervös und fahrig.

Als ich das Ufer erreicht hatte, hielt ich inne und wartete geduldig, bis er sich zu mir umdrehte, denn ich wollte ihn weder erschrecken noch in seiner Tätigkeit stören.

Nachdem wir uns dann begrüßt hatten, fragte ich ihn direkt, warum er so wie eben agiert hatte. Er gab mir bereitwillig Auskunft und erklärte mir, dass es Vorschrift war, nur Tiere behalten zu dürfen, die ein gewisses Körpermaß nicht überschritten. Das gerade war ein Muttertier, dieses durfte auf keinen Fall mitgenommen werden und musste immer wieder ausgesetzt werden. Somit waren die Angler verpflichtet, bei einem vermuteten großen Fang an der Rute umsichtig vorzugehen, um das Tier nicht unnötig in Gefahr zu bringen. Diese Achtung vor der Natur und den Lebewesen an sich sei ihnen wichtig und essentiell für die Sichtweise eines Menschen, der Angelsport betrieb.

Diese Informationen waren vollkommen neu für mich. Vielleicht fehlte mir dieser Bereich der Allgemeinbildung schlichtweg, doch ich fand es gut, dass sich wenn geangelt wurde nicht einfach rücksichtslos und ohne Sinn und Verstand an der Natur bedient wurde.

„Tragen die Fische keine Wunden im Maul davon?“, hakte ich noch beim Angler nach.

„Diese haben eine Art Hornhaut im Maulareal. Wenn ich als Angler vorsichtig den Widerhaken entferne und ruhig mit dem Tier umgehe, dürfte es ohne Wunden vonstatten gehen.“

Ich bedankte mich bei ihm für seine gegebenen Informationen und den kleinen Einblick, den er mir in den Angelsport schenkte. Manchmal ist es sinnvoll, mit den Menschen das Gespräch zu suchen und nachzufragen, waren meine Gedanken, als ich mich wieder schwimmend entfernte. Wie sich mir die Situation rein als Betrachter dargestellt hatte, hätte ich diese nämlich völlig anders eingeschätzt.

Die Lust und Last mit dem Fetisch

Ihr Lieben!

Hier findet ihr eine meiner spannenden Kurzgeschichten. Das Schreiben dieser stellte für mich eine große Herausforderung dar, denn ich erzählte diese gänzlich aus der Sicht und dem Erleben eines Mannes.

Ich möchte euch gerne einladen dem Gewissenskonflikt eines Menschen beizuwohnen, der mit seinem Fetisch hadert und gleichsam das größte Glück dadurch erfährt. Auch für Nicht-Fetischisten sicherlich ein spannendes Thema.

Die Geschichte ist frei von sexuellen Schilderungen, doch sollte bitte nur von Erwachsenen gelesen werden – FSK 18. Der Inhalt und die agierenden Figuren sind frei von mir erfunden.

Viel Spaß beim Lesen!

Liebe Grüße

Eure Julia

https://www.rubberfashion.de/blog/latex-geschichte-vom-einengen-und-befreien-ein-mann-und-seine-hass-liebe-zu-latex

Kopfkino deluxe

Habt Ihr mal wieder Lust auf Kopfkino und Inspiration?

Eine meiner besonderen Kurzgeschichten aus dem FSK 18-Bereich und der Inhalt stilvoll und mit Klasse (würde ich zumindest behaupten:))

Die Figuren sowie der Inhalt der Geschichte sind frei von mir erfunden.

Bitte nur Erwachsene (FSK 18) konsumieren.

Ich danke Euch, viel Vergnügen beim Lesen! 😊

Eure Autorin „Gewürzt mit Herz“

https://www.rubberfashion.de/blog/latex-geschichte-mina-sara-andy-und-ein-fantastischer-dreier

Meine Vermarktung

Es ist schon sonderbar…

Da schreibst du völlig unbedarft einige Zeilen. Aus den Zeilen werden Geschichten und so reiht sich auf einmal nach und nach eine weitere Geschichte an. Auf einmal haltest du eine Sammlung deiner persönlichsten Gedanken in deinen Händen, ohne je bewusst beabsichtigt zu haben, diese zu haben.

Genau so entstanden meine ersten Werke. Ich hatte nie bewusst diesen Entschluss gefasst, es ergab sich sozusagen aus dem Moment heraus.

Schon immer habe ich gerne geschrieben, die Wörter und die Sprache waren für mich seit jeher ein Ausdrucksmittel, Gefühle und Erlebtes zu verarbeiten und mit anderen zu teilen. Meinen Physiklehrer konnte ich zum Verzweifeln bringen, meinen Deutschlehrer hingegen verstand ich auf Anhieb.

Als meine Kleine verstarb, hatte ich auf einmal wieder mehr Zeit für mich. Etwas, das ich über eine lange Zeit durch die Vollzeitpflege, die ich gerne machte, kaum hatte. Ich spürte mich wieder viel bewusster. Nicht nur die Mutter in mir, sondern auch die Frau. Und ich spürte, dass ich einen Weg für mich finden musste, um all die schweren Emotionen zu verarbeiten: Trauer, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht. An die Verarbeitung derer schlossen sich die angenehmen Gefühle an: Freude, Seligkeit, Begeisterungsfähigkeit, Hoffnung. Bei diesem persönlichen Prozess der Aufarbeitung von Tragik konnte mir kein Mensch von außen helfen, weder ein Familienmitglied, noch Freunde, noch ein Therapeut.

Ob denn ich wundervolle und helfende Gespräche mit meinen Lieben führen durfte, musste ich den wesentlichen Kern von allem mit mir selbst innerlich austragen. Diese Traueraufarbeitung konnte mir kein Nahestehender abnehmen. Daraus entsprang innerlich immer mehr der Drang, Wege der Verarbeitung zu finden, die mir dabei halfen.

Zunächst einmal wurde ich mir meiner wieder viel bewusster. Es ist seltsam, denn ich war fast drei Jahre lang nicht mehr richtig bei mir selbst. Ich lebte für meine Kleine und ihre Pflege. Das war gut so, genauso wählte ich es für uns, so sollte es sein. Dies war mir eine große Herzensangelegenheit. Und doch gab es auch Zeiten, in denen ich schlicht funktionierte, in denen Angst um ihr Leben und Sorge um ihr Wohl alles überschatteten. Anderes gerät dadurch in diesen Momenten vollkommen in den Hintergrund.

Ich weiß noch, wie ich mich das erste Mal wieder ausgiebig schminkte. In aller Ruhe, einfach im Moment verweilend. Oder als ich das erste Mal beim Friseur saß, ohne die Angst zu haben, hoffentlich passiert daheim nichts Schlimmes und der Babysitter möge alles im Griff haben. Oder als ich das erste Mal wieder bewusst shoppen ging, ohne Zeitdruck und entspannt bummelnd. Ich weiß noch, dass ich mir dabei einen Lederrock aussuchte. Dieser ist trendy und erinnerte mich an eine andere Welt, eine Welt, die lange verschollen war: Frau sein, Frausein leben… Dieser Kauf des Lederrocks war eher symbolisch für mich. Schon immer gab mir das Tragen von Ledermode das Gefühl von Freiheit, Unabhängigkeit, Weiblichkeit und Selbstbewusstsein. In etwa ist es vergleichbar mit dem Anlegen einer „Uniform“. Kleidung hat nun einmal eine große Wirkung auf unser Wohlbefinden.

Nach einiger Zeit, in welcher ich mich wieder nach und nach bewusster wahrnahm und spürte, kam dieser Drang in mir auf – der Drang zu schreiben. Beinahe war es so, als hätte es diese Zeit mit meiner Kleinen gebraucht, mich wieder zum Wesentlichen des Lebens hinzuführen, so paradox dies möglicherweise klingen mag. Irgendwie leben wir doch oftmals unser Leben, bis auf einmal etwas Großes geschieht und das Leben uns ein Stoppschild vor Augen hält und uns zur Innenschau zwingt.

Wenn ich bei meiner Kleinen am Grab stehe und mit ihr spreche, gibt sie mir Antworten auf meine Fragen. Dann spricht sie zu mir:

„Mama, du warst immer für mich da, ich danke dir. Jetzt sei nicht mehr traurig, es geht mir im Himmel gut. Wir sehen uns doch irgendwann wieder. Lebe dein Leben, auch für mich. Ich konnte es nicht, wie ich wollte, denn ich war krank. Aber du bist gesund, du hast die Möglichkeiten, deinen Traum zu leben. Warte nicht zu lange damit. Denke an dich und vertraue in dich. Ich schaue dir von oben zu und begleite dich auf deinen Wegen.“

Und so war auf einmal alles im Fluss und ging seinen Gang. Mein gesamtes Leben, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, tat sich vor mir auf. Auf einmal spürte ich ohne lange zu überlegen instinktiv, was zu tun war. Ich war in der Pflicht, Verantwortung für mich zu übernehmen und meinen Traum zu leben. Und mein Traum war und ist es unter anderem zu schreiben.

Dabei ließ ich mein bisheriges Leben Revue passieren: Erlebnisse, Begegnungen, Erfahrungen. So fing ich an zu schreiben, durchlebte dadurch die Begegnungen erneut, erlebte vor meinem geistigen Auge die Menschen dieser wieder und spürte wiederholt die damit verbundenen Emotionen. Schlicht gesagt, ich spürte das Erwachen und das Pulsieren des Lebens. Wie es so meine Art ist, war die durchdachte und gelenkte Vorgehensweise bei mir in dieser Hinsicht weniger der Fall, denn bewusst tat ich nichts. So entstanden Schriften meinerseits, fernab des Mainstreams, aus spontanen und besonderen Moment geboren und unschuldig in ihrer Gesinnung.

Nach der Erstellung dieser begegnete mir manchmal, dass es mitunter im Denken der Menschen entweder das Schwarze oder das Weiße gibt.

Wo bleibt das Grau?

Zum Beispiel geht es doch nicht, unterhaltsame Kurzgeschichten zu verfassen und gleichsam auch die Geschichte des verstorbenen Kindes aufzuarbeiten. Solch ein gesellschaftlicher Tonus begegnete und begegnet mir immer wieder. Konventionen und das Korsett der Norm sind sehr präsent im Denken der Leute, dieses gegenseitige Kategorisieren und Einordnen. Fast schon macht es Spaß, nicht die Norm zu bedienen und den Konventionen zu entsprechen, obwohl ich dies nicht bewusst initiiere oder herbeiführe.

So verfasste ich meine persönlichsten Gedanken in der Gesinnung, weitere Gedanken folgen zu lassen, denn es ist mir ein Anliegen zu zeigen, dass eine Frau viele Facetten hat. Oftmals wird ihr ein Korsett auferlegt und ihr eine Facette zugeteilt, die sie dann auch bitte zu erfüllen hat! So verlangen es die gebräuchlichen Werte, welche es zu erfüllen und zu bedienen gilt, um mit dem Strom zu schwimmen und nicht aufzufallen. Auf diese Weise lebst du dein Leben für andere und niemals für dich. Wenn mich eines mein Sternchen lehrte, dann dass unsere geschenkte Zeit auf Erden endlich ist und mitunter schnell zu Ende gehen kann. Konventionen einzuhalten, das ist nun einmal nicht immer das Wahre.

Dann steht sie also immer wieder und mit jeder neuen Niederschrift an, die Vermarktung meines persönlichen Gedankenguts. Es ist schwer zu beschreiben, was das mit einem macht. Einerseits kann es schwer fallen, das persönliche Gedankengut unwiderruflich herzugeben, andererseits möchtest du den Spirit deiner Gedanken weiterreichen. Du möchtest eine Sinnhaftigkeit in die Welt tragen und das geht nur durch Vermarktung.

So sammelte und sammle ich gerade die unterschiedlichsten Erfahrungen, die allesamt spannend sind und mich bereichern, jedoch auch aufwühlen und nahe gehen. Einen Auftragstext zu verfassen mit klaren Vorgaben und darüber ein Feedback zu erhalten ist etwas ganz Anderes, als über dein eigenes Gedankengut eines zu erhalten. Dieser Prozess ist unglaublich spannend und ich danke jedem, der sich Lebenszeit und Muse nimmt, in meine Zeilen einzutauchen und mit mir ein Stück meines Lebensweges zu gehen.

Im besten Fall nimmt sich derjenige beim Lesen meiner Gedanken und Geschichten etwas für sich daraus mit. Dieses wäre für mich das größte Kompliment, denn dann gab mein Wirken auch anderen Menschen etwas Licht und Glück! Genau diese Erfahrung möchte ich dabei als Autorin nicht mehr missen!

Wenn ich von den Erlebnissen und Erfahrungen mit meiner Kleinen schreibe, tue ich das als sehr bewussten Vorgang, denn ich möchte ihr etwas Bleibendes schenken und ihr Wirken und ihre damit verbundene Bereicherung für die Welt teilen und sie damit ehren.

So bleiben Zeilen, welche die Zeiten überdauern…

Wenn ihr kleiner Bruder einmal groß genug ist und vielleicht von seiner Schwester lesen möchte, kann er diese durch das Lesen in Ruhe kennenlernen und ihr somit im besten Fall nahe sein ❤!

Das ist mein Uranliegen, mein Herzblut und meine Intuition in Bezug auf das Verfassen meiner Texte zu ihr und nicht zuletzt meine Aufgabe als Mutter.

Und wisst Ihr was? Auch wenn es mitunter schmerzt, freue ich mich sehr darauf!

Baggersee und Polizeieinsatz

Seit zwei Jahren habe ich angefangen, Kaltwasser-Schwimmen zu praktizieren. Im Grunde war dies kein sehr bewusster Vorgang, denn ich schwamm nach den Sommermonaten schlicht einfach weiter. So begann die Jahreszeit Herbst und mit ihr die kühleren Zeiten. Da sich mein Körper nach und nach an die allmähliche Absenkung der Wassertemperatur durch das nahezu tägliche Schwimmen gewöhnte, konnte ich noch lange dieses ausführen, natürlich zeitlich angepasst, bevor ich mit dem eintreffenden Winter und dem damit verbundenen Schnee und Eis aufhörte. Nach einer Pause fing ich dann in den frühen Frühlingsmonaten wieder an. Interessanterweise stellte sich mein Körper recht schnell auf die rauen Gegebenheiten ein, so dass ich meiner Leidenschaft ungehindert frönen konnte.

Ein sehr angenehmer Nebeneffekt der unwirscheren Außentemperatur waren die wegbleibenden Menschen. Immer mehr brach im Spätsommer der Besucherstrom ab, bis ich schließlich alleine meine Runden im See drehte. Dieses Einssein mit der Natur und der Flora und Fauna war für mich neben der sportlichen Betätigung die Entspannungs- und Wohlfühloase schlechthin. Die Einsamkeit jagte mir keine Angst ein, im Gegenteil, denn das schlimmste Tier war ja fort, nämlich der Mensch. So tauchte ich ein in das ursprüngliche Treiben um mich herum und wurde ein Teil dessen. Vollmond um Vollmond passierte, bis zum heutigen Tage.

Es war mittlerweile ein warmer Tag, der die Menschen an den See lockte. Schon als ich den Parkplatz anfuhr, konnte ich mir einen ersten Überblick über die mögliche Anzahl der Badegäste machen. Da schluckte ich das erste Mal und fand es fast schon schade, dass es Tag um Tag wärmer wurde. Nach dem Parken betrat ich das Gelände des Badesees. Der Anblick an Menschen erschlug mich beinahe. Viele lagen am Rande und sonnten sich, andere grillten an einer Stelle oder angelten. Ein paar Einzelne wagten sich in das Wasser, dass noch frisch war. Der Geräuschpegel war enorm und ließ mich beinahe zurückweichen, doch meine Lust am Schwimmen war größer.

So fand ich mich an einem Plätzchen ein, welches ganz lauschig war und zum Verweilen einlud. Ich blickte zum Nest der zwei Stockenten, welches gut geschützt in einem Gestrüpp verborgen war und welches ich seit einigen Tagen beobachtet hatte. Leider war es wohl nicht gut genug versteckt, denn einige Kinder versuchten dieses mit Steinen zu bewerfen, doch einige Erwachsene hielten die Kinder zum Glück zurück. „Ihr lieben Enten, tut mir das für euch leid, dass ihr nun vermutlich keine Ruhe mehr habt“, sagte ich leise in Gedanken vor mich hin. Noch während ich zum Wasser hinunter ging, hörte ich den lautstarken Streit in einiger Entfernung.

„Na komm doch! Ich hab` keine Angst vor dir!“, „Du H….sohn!“, „F… dich doch!“

Ein wenig erschrocken über die heftigen Kraftausdrücke folgte ich diesen akustisch und erblickte ein Pärchen und einen älteren Mann, der gerade von beiden weglief. Ich entledigte mich meiner Kleidung, den blauen Bikini trug ich darunter. Genüsslich glitt ich in den See und zog kontinuierlich meine Bahnen, bevor ich am Schluss noch auf dem Rücken schwamm. Als ich die Kälte des Wassers spürte, verließ ich dieses und trocknete mich am Ufer zügig ab und zog mich wieder an. Währenddessen hörte ich die Frau des Pärchens ihrem Pendant sagen, dass sie Angst habe, zum Auto zurückzukehren. Der Mann beruhigte sie und gemeinsam verließen sie den See.

Kurz darauf folgte ich ihnen, da ich gemütlich den Trampelpfad zum Ausgang entlangschlenderte, bis ich mein Auto erreichte. Als ich die Beifahrertür öffnete, um meine Badesachen zu verstauen, kam mir eine betriebsame Frau entgegen, die Richtung Pärchen lief, welches an ihrem Auto zu warten schien.

„Der Typ will abhauen! Da hinten ist er raus!“, rief die Frau aufgebracht.

Ich setzte mich in mein Auto und sah beim Herausscheren, dass das Pärchen weiterhin an seinem Auto verharrte. Da ich keine Notlage feststellen konnte, fuhr ich vorsichtig los und Richtung Hauptstraße den Feldweg entlang. Beim Näherkommen bemerkte ich den Streifenwagen der Polizei, welcher den Blinker setzte und in den Feldweg abbog. Um dass mich dieser gut passieren konnte, fuhr ich an den Wegesrand und wartete. Der Polizeibeamte der den Einsatzwagen steuerte, winkte mir freundlich grüßend zu, dann war die Streife schon an mir durchgefahren Richtung Baggersee den Weg, den ich gerade hinter mich gebracht hatte.

Aufmerksam auf den Verkehr achtend fuhr ich in die Hauptstraße ein und sinnierte über das gerade Erlebte nach. Soviel stand fest: Die Badesaison hatte wieder begonnen und mit ihr trafen viele unterschiedliche Menschen zusammen…

Ist ein Fetisch eine psychische Erkrankung?

In meinem neuen Blogartikel geht es um die Entstehung eines Fetischs aus wissenschaftlicher Sicht.

Ist ein Fetisch Zeichen einer psychischen Erkrankung?

Auf diese und weitere Fragen gehe ich in diesem Blogartikel ein.

Den Blogartikel könnt ihr kostenfrei lesen.

Vielen Dank ❤

Viel Spaß beim Lesen!

Liebe Grüße!

FSK 18

https://www.rubberfashion.de/blog/was-ist-ein-fetisch-und-wie-entsteht-er

Tragische Neuigkeiten

Ich lese Zeitung…

… Ein 14-jähriger Junge soll einen gleichartigen Jungen ermordet haben. Angenommenes Tatmotiv: Eifersucht.

… Der Nachschub an Impfdosen steht bereit. Wie lange schützt die Impfung? Welcher Wirkstoff greift bei Mutationen? Wird das Virus nach einer Impfung nicht mehr weitergegeben?

… Ein 55-jähriger Deutscher soll sensibles Wissen des Bundestags an den russischen Geheimdienst weitergegeben haben.

… Helfen negative Schnelltests aus dem Lockdown?

… Eine chinesische Frau soll von ihrem Ex-Mann eine Wiedergutmachung für die erbrachte Hausarbeit erhalten.

… Gegen einen Hassredner soll ein Haftbefehl vorliegen. Doch wo hält er sich nur auf?

… Die Neuinfektionen scheinen rückläufig zu sein.

… Welcher Bewertungsmaßstab gilt bei einer Geiselnahme? Der verurteilte Täter lässt Revision einlegen.

… Ist der Abbau von Personal ein richtiges oder falsches Signal?

… Ein Bundestrainer soll seine ihm anvertrauten Schützlinge sexuell angegangen haben.

… Ein Musiker produziert nun, anstatt live aufzutreten.

… Wie erleben Betroffene alltäglichen Rassismus?

… Eine Firma spendet eine große Summe an ehrenamtlich und karitativ tätige Einrichtungen.

… Das Straßennetz soll für Fahrradfahrer sicherer werden.

… Eine historische Persönlichkeit wurde unehelich geboren.

… Aus Kostengründen wird die geplante Verpflanzung einer Grünanlage auf unbestimmte Zeit vertagt.

… Die Gebühren steigen an.

… Ein nie gekannter Stand an Besitzern von Aktien stürmt den Markt.

… Eine stadtbekannte Person verstirbt, bevor das gemeinnützige Lebenswerk vollendet war.

Ich lege die Zeitung beiseite und vollbringe mein Tagwerk.

Erfolgreiches Baggern

Sie waren geradezu magisch, diese Freitagabende im Hallenbad. Bis 22 Uhr war immer geöffnet. Draußen lag alles im kompletten Dunkel, umso eindringlicher reflektierten die Glasscheiben das Geschehen in der Schwimmhalle. Das Wasser wurde oftmals stimmungsvoll beleuchtet, die Deckenbeleuchtung gedimmt. Da keine Vereine mehr trainierten, gab es keine abgetrennte Bahnen mehr, die Schwimmer konnten frei im Becken ihre Bahnen ziehen. Freitagabend waren oftmals die gleichen Schwimmer anwesend, die Stammkunden – so wie ich zu diesen zählte.

Wie immer nahm ich mir vor, zumindest eine halbe Stunde durchzuziehen. Freitags fiel mir das immer schwer, denn oftmals war ich etwas müde von der Woche. An diesem Abend trug ich einen roten Triangel-Bikini mit weißen Tüpfelchen und Rüschenvolant an Oberteil und Höschen.

Eindringliche Augenblicke

Ich hatte schon ungefähr die Hälfte hinter mir, da fiel mir ein Mann am anderen Ende des Beckens auf, der gerade eine Schwimmpause einlegte und mich eindringlich betrachtete. Ich schaute kurz in seine Richtung, konnte sein Gesicht jedoch nicht deutlich erkennen, da er sich im schummrigen Licht befand.

Mir fiel sein Oberkörper auf. Und Oberarme, die ihn am Beckenrand hielten. Meine Herren, war dieser Mann stark. Muskelbepackte Arme liefen in einen Brustkorb über, der definierter nicht hätte sein können. Der Mann fuhr sich mit einer riesigen Hand durch sein blondes kurzes Haar, bevor er sich zu voller Größe aufrichtete, auftauchte und seinen Körper bis zum Bauchnabel freilegte.

Dann fuhr er sich mit dieser Riesenhand über seine glatte Brust und schaute mich die ganze Zeit über an. Ein blaues Schimmern ließ mich nicht mehr los. Ich reagierte auf ihn und spürte leichte Erregung in mir aufsteigen. Verlegen senkte ich meinen Blick und schwamm wieder los.

Der Mann tat es mir gleich und durchpflügte das Wasser. Es war erkennbar, dass er seinen Körper trainierte und gut im Griff hatte, auch mental. Er schwamm konzentriert, ausdauernd und zielführend. Während den kurzen Drehungen am Beckenrand bemerkte ich im Blickwinkel, dass seine Augen immer wieder auf mir ruhten. Irgendwie schien sich der Abstand zwischen uns zu verringern, obwohl ich meine Position nicht verändert hatte.

Das Kennenlernen

Und so kam es, dass er auf einmal direkt in der Bahn neben mir schwamm. Er erreichte vor mir den Beckenrand. Als er sich erhob, erhaschte ich einen Blick auf seinen mächtigen Rücken.

Nun zog er die Schwimmbrille ab, die er aufgrund des Kraulens getragen hatte. Schwungvoll drehte er sich auf einmal zu mir um und sah mir zu, wie ich die letzten Meter zurücklegte, bis ich den Rand des Beckens erreicht hatte. Er drehte sich synchron mit mir, beide schauten wir eine Weile nach vorne und sahen uns in unserem Spiegelbild im Fenster vor uns.

Unvermittelt wandte er sich plötzlich zu mir und sagte mit tiefer Stimme: „Hallo.“

Ich drehte mich zu ihm und blickte in ein solch blaufunkelndes Augenpaar, wie ich es noch nicht erlebt hatte.

Ein helles, klares Blau mit Schatten von Grau. Ein Drei-Tage-Bart mit leicht rotblonder Note schmückte sein Gesicht, seine Wimpern und Augenbrauen standen hingegen im dunkleren Kontrast zu seiner hellblonden Haarfarbe. Er lächelte mich offen und liebevoll an und zeigte dabei seine schönen und gepflegten Zähne.

Faszinierende Vertrautheit

Ich konnte gar nicht anders, als sein Lächeln zu erwidern. „Hallo.“, antwortete ich.

„Ich heiße Waldemar.“

Anstatt ihm zu antworten, musterte ich ihn unauffällig.

„Wie heißt Du?“, hakte er nach.

„Julia.“

„Julia – ein schöner Name. Es freut mich dich kennenzulernen.“

Dabei kam er einen Schritt auf mich zu. Eine Bugwelle erreichte mich, als er mir seine Hand zur Begrüßung reichte.

Mein Gott waren das Pranken! Riesige Handteller, dicke Finger und ein kräftiger Händedruck. Meine eigene Hand verschwand in diesem Händedruck komplett.

Mir gefiel dieses höfliche Auftreten. Damit ehrte er mich auf eine ganz urtümliche Art und Weise. Sein Blick glitt unauffällig über meinen Körper, als er wieder etwas zurückwich.

„Du bist immer freitags hier, nicht wahr? Ich sehe dich schon länger und habe mein Training so gelegt, dich hier anzutreffen.“

Interessant, wie man doch gesehen wird. Er war mir bisher nicht bewusst aufgefallen.

„Was trainierst du denn?“

„Ich bin Boxer. Krafttraining gehört auch dazu. Am Schluss gehe ich dann immer schwimmen für die Kondition.“

„Das ist nicht zu übersehen“, äußerte ich spontan ohne nachzudenken. „Eigentlich bist du gar nicht mein Typ, das sind mir fast zu viele Muskeln.“

Verwegen grinste er mich an: „Dafür bist du genau mein Typ. Bist du Single? Da schwimmt manchmal ein Mann mit dir“.

„Das ist vermutlich Rouven, den du meinst. Wir treffen uns als auch hier. Er geht ebenfalls regelmäßig schwimmen. Ich bin aber nicht mit ihm zusammen. Rouven kommt gerade aus einer Beziehung und will erstmal keine Freundin.“

Ungeahnte Fürsorge

Waldemar musste auf einmal lachen. „Quatsch. Ich habe euch beobachtet. Er will was von dir. Nur ein dummer Mann will dich nicht.“

Er sagte es sehr bestimmt und eindringlich und als ich ihm widersprach, meinte er:

„Julia, du wirst immer gewollt sein. Ich sehe es in deinem Gang, du hast Stil. Dein Lachen ist herzlich und dein Herz ist ehrlich. Das sehe ich alles. Das wirst du auch als alte Frau noch haben!“

Ich war seltsam berührt von seinen Worten. Waldemar sprach mit mir, als würden wir uns schon Jahre kennen. Es war eine Intimität zwischen uns spürbar, die nichts mit Sexualität zu tun hatte. Im anschließenden Gespräch erzählte er mir, dass er Inhaber und Chef einer Firma war, die Personenschutz anbietet. Daher sein wacher Blick für seine Umgebung, kam es mir in Gedanken.

Ich hatte spontan ein Gefühl des absoluten Vertrauens. Instinktiv wusste ich, dass dieser Mann immer gut zu mir sein würde und immer aufrichtig und loyal. Seine Augen waren grundehrlich, seine Absichten spürbar rein. Optisch sah er aus wie der geborene Checker, doch spürte ich Güte von ihm ausgehen und ein riesengroßes Herz in seiner Brust wohnen. Seine scharfe Wahrnehmung hatte nichts mit Kontrollwahn zu tun. Dieser Mann sorgte sich um mich und mein Wohlergehen. Und das nach dieser kurzen Zeit…

Habe ich Corona?

Es flog an mich heran wie aus heiterem Himmel.

Vor einigen Tagen fühlte ich mich urplötzlich schlecht und hatte ein Krankheitsgefühl sowie rasende Kopfschmerzen und einen Druck auf dem Brustkorb, dazu Gliederschmerzen und eine verstopfte Nase. Alles war trocken ohne Sekret, kein Husten und kein Schnupfen. Gerade die heftigen Kopfschmerzen kannte ich so nicht. Sonst war ich auch schon sehr lange nicht mehr krank gewesen.

Eine diffuse Angst überkam mich: Habe ich etwa Corona? Habe ich es vielleicht irgendwo aufgeschnappt? Dabei habe ich stets aufgepasst und alle Regeln des Abstands eingehalten als auch den Mundschutz getragen.

Oh Gott, bitte nicht…

Eine noch stärkere Angst als die erste kam hinzu: Die Angst um meinen Sohn, denn ich hatte es erlebt, hautnah, das Sterben einer kollabierenden Lunge.

Bitte nicht…

Sich nicht verrückt machen und ruhig bleiben, das war nun die Devise, an die ich mich halten sollte.

Werde ich jetzt sterben?

Ruhig bleiben und die Gedanken sammeln und tief durchatmen, um sich zu beruhigen. Dies lernte ich in den Zeiten, als meine Kleine auf Leben und Tod lag, als sie operiert wurde.

Ich aß ein paar Stunden später zu Abend, es gab Käsebrot mit Apfel, alles wie immer. Dann gönnte ich mir einen süßen Joghurt als Nachtisch und: verdammt! Ich schmeckte die Süße der Nachspeise nicht, denn mein Mund fühlte sich wie betäubt an. „Bitte nicht, bitte nicht schon wieder Krankheit, Leid und Tod!“, ging es mir durch den Sinn. „Reiße dich zusammen und bleibe ruhig!“, war das nächste Gedankengut. Panisch und um mich selbst zu überzeugen, dass ich mich nur hatte irren können, aß ich einen kurzen Moment später ein wenig Schokolade, obwohl ich mich zu diesem Zeitpunkt lieber hätte übergeben wollen. Dies brachte mir eine gewisse Erlösung, denn ich konnte die Süße schmecken und das in vollem Umfang.

Ruhig bleiben, immer ruhig bleiben.

Am nächsten Morgen rief ich beim Vertretungsarzt an, da mein Hausarzt in Ferien war. So fragte ich die Sprechstundenhilfe direkt und mit weichen Knien nach einem Corona-Test. „Haben Sie denn Beschwerden? Wissen Sie, die Tests sind knapp und nur aus der bloßen Angst heraus. ..“, vernahm ich die Stimme der älteren Dame am anderen Ende der Leitung.

„Ich habe bereits ein Kind an Krankheit verloren. Falls ich Corona haben sollte, möchte ich es wissen, dann kann ich mich dementsprechend behandeln lassen und meinen Kleinen schützen. Es ist mir nicht wegen mir, sondern dringlich wegen meinem Sohn. Falls es zu einer Notsituation kommt, wissen die Ärzte im Krankenhaus dann schneller zu reagieren, wenn der Feind bekannt ist…“, antwortete ich ihr sehr ruhig und dennoch bestimmt. Sich von Sprechstunden nicht abwimmeln lassen und Ärzte für sich einfordern, das hatte ich zu genüge in der Vergangenheit gelernt. Das hatte die Mitarbeiterin wohl überzeugt, denn sie sagte mir: „Kommen Sie nach der Sprechstunde. Wir müssen Sie isoliert behandeln, das ist immer Vorschriftsmaßnahme. Wenn Sie vor der Praxis stehen, rufen Sie bitte an, dann hole ich Sie an der Tür ab…“

Ablenken… Ablenken. Immer wieder…

Ich legte den Hörer auf und schaute gen Himmel: „Bitte Schatz, hilf deinem Bruder…“, flüsterte ich mein Gebetsmantra.

Endlich war es Mittag und der Test-Termin stand an. Vor der Arztpraxis tätigte ich wie vereinbart das Telefonat und meldete damit meine Ankunft an. Nachdem ich an der Eingangstüre empfangen wurde, wies mich die Sprechstundenhilfe in ein Behandlungszimmer mit den deutlichen Worten, ich solle mich nicht hinsetzen und solle auch nicht die Jacke ablegen. Kurz darauf betrat der Vertretungsarzt das Zimmer. Er war spezialisiert auf Lungenkrankheiten, wie er mir in einer kurzen Begrüßung erzählte. Ansonsten war es sehr ungewohnt, so steril behandelt zu werden. Der Arzt hielt die ganze Zeit über größtmöglichen Abstand zu mir und gab mir Anweisungen, die ich ausführen sollte, jedoch nicht sprechen dabei. „Fragen können Sie nach dem Testen stellen.“, meinte er sehr bestimmt.

Mit einem Nicken signalisierte ich meine Zustimmung und dass ich seine Anweisungen verstanden hatte. So hob ich die Arme und am Rücken wurde meine Lunge abgehört. Dann erfolgte die Durchführung des Tests, ein langes Stäbchen wurde mir in Mund und Nasenlöcher eingeführt, um eine Sekretprobe zu entnehmen. Der Arzt lobt mich und meinte beruhigend, dass er keine untypischen Geräusche bei meiner Atmung in der Lunge vernehmen konnte. Meine Lunge sei frei und er glaubte nicht, dass ich Corona haben könnte. Doch natürlich müsse das Testergebnis abgewartet werden.

Nun folgte das wohl Notwendige, wenn auch das, was mich am meisten aufwühlte: Der Arzt informierte mich über alle Notfallnummern, sowohl für mich als auch für meinen Kleinen. Zudem wurde ich darüber informiert, dass die Auswertung des Tests ein paar Tage dauern kann. Ich sollte mich bis dahin gesund ernähren und viel schlafen sowie viel trinken und vor allem keine Angst haben. Angst fördere stets die Entstehung von Krankheit, bei mir und dem Kleinen, der natürlich meine Angst spüren würde. Die prägnanten Aussagen des erfahrenen Arztes machten Eindruck und wirkten durchweg überzeugend auf mich.

„Ein wirklich sympathischer und kompetenter Arzt.“, dachte ich mir. Sehr orientiert am Menschen, authentisch und trotz professioneller Distanz gleichsam nah. Dennoch war es ein komisches Gefühl, die ganze Zeit über wie ein Geächteter behandelt worden zu sein. Die Bedenken in den Augen der Menschen, wenn es nicht sicher ist, ob man Corona hat, die ich lesen konnte. Mir wurde angeordnet, nirgends hinzugehen, bis das Testergebnis feststand und ich sollte zudem stets den Mundschutz tragen wegen dem Kleinen, auch Zuhause.

Als ich wieder im Auto saß, dachte ich mir, dass wenn ich Corona haben sollte, könnte es mein Kleiner schon längst haben. Diese vermeintliche Gewissheit verursachte mir ein unangenehmes Ziehen in der Magengegend. Durch ruhiges und bewusstes Atmen versuchte ich diesem bedrohlichen Gefühl Herr zu werden.

Nun begann das Warten…

Verdammt, wie hasste ich dieses. Gefühle von früher kamen währenddessen in mir hoch. Warten, immer musste ich warten auf die Nachricht, ob das Kind den Eingriff und auch sonst überlebt hatte…

Ruhig bleiben und einfach weiter atmen.

Die Angst, noch ein Kind verlieren zu können, wieder an eine Krankheit, sie schlich sich in alle Glieder. Dieses seelische Gift, welches dir den Verstand rauben kann, wenn du diesem nicht Einhalt gebieten kannst…

Die Tage vergingen und mittlerweile ging es mir gesundheitlich deutlich besser. Ich hatte nur noch ein wenig Schnupfen und ab und an leichte Schluckbeschwerden. Auch schmecke ich alles und hatte auch kein Fieber mehr. Zum Glück ging es auch meinem Kleinen gut, die ganze Zeit über hatte er keinen Infekt gehabt.

Zwei Tage später klingelte endlich das Telefon, als ich auf dem Display die Nummer des Arztes angezeigt bekam. Panik stieg urplötzlich in mir auf und mein Herz pochte wie wild. Kaum konnte ich sprechen und erschrak selbst über meine heisere Stimme. Für einen Moment schloss ich meine Augen, atmete tief durch und nahm das Telefonat an.

Der nette Arzt am anderen Ende der Leitung bat mich, meine Daten zu bestätigen: mein Geburtsdatum und meine Adresse. Diese Vorgehensweise sei immer Vorschrift vor Nennung des Testergebnisses, um Verwechslungen auszuschließen und Diskretion zu wahren. Kaum ein Wort brachte ich heraus und meine Hände zittern, als ich mit ihm mit belegter Stimmfarbe die Daten abglich.

So war ich zutiefst dankbar, als ich seine folgenden ruhigen Worte vernahm: „Ihr Testergebnis ist negativ. Unauffälliger Befund. Zusammen mit meiner klinischen Untersuchung ist eine Corona-Infektion mit größter Wahrscheinlichkeit auszuschließen.“

Mir fielen in diesem Moment tausend Steine vom Herzen und ich konnte gar nicht sprechen vor lauter Erleichterung. Der Arzt schob noch freundlich hinterher: „Ich freue mich für Sie. Machen Sie sich bitte keine Sorgen mehr. Sie haben kein Corona.“

Im Anschluss ging ich zu meinem Kleinen hoch, der gerade aufgewacht war. Vermutlich hatte er meine intensiven Emotionen gespürt, denn er begrüßte mich mit einem strahlenden Lächeln, welches mir sofort zu Herzen ging. Später am Wickeltisch beugte ich mich zu ihm und sprach zu ihm mit Tränen in den Augen:

„Schatz, deine Schwester hat uns geholfen. Mama hat kein Corona.“

Meine Vermarktung

Es ist schon sonderbar…

Da schreibst du völlig unbedarft einige Zeilen. Aus den Zeilen werden Geschichten und so reiht sich auf einmal nach und nach eine weitere Geschichte an. Auf einmal haltest du eine Sammlung deiner persönlichsten Gedanken in deinen Händen, ohne je bewusst beabsichtigt zu haben, diese zu haben.

Genau so entstanden meine ersten Werke. Ich hatte nie bewusst diesen Entschluss gefasst, es ergab sich sozusagen aus dem Moment heraus.

Schon immer habe ich gerne geschrieben, die Wörter und die Sprache waren für mich seit jeher ein Ausdrucksmittel, Gefühle und Erlebtes zu verarbeiten und mit anderen zu teilen. Meinen Physiklehrer konnte ich zum Verzweifeln bringen, meinen Deutschlehrer hingegen verstand ich auf Anhieb.

Als meine Kleine verstarb, hatte ich auf einmal wieder mehr Zeit für mich. Etwas, das ich über eine lange Zeit durch die Vollzeitpflege, die ich gerne machte, kaum hatte. Ich spürte mich wieder viel bewusster. Nicht nur die Mutter in mir, sondern auch die Frau. Und ich spürte, dass ich einen Weg für mich finden musste, um all die schweren Emotionen zu verarbeiten: Trauer, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht. An die Verarbeitung derer schlossen sich die angenehmen Gefühle an: Freude, Seligkeit, Begeisterungsfähigkeit, Hoffnung. Bei diesem persönlichen Prozess der Aufarbeitung von Tragik konnte mir kein Mensch von außen helfen, weder ein Familienmitglied, noch Freunde, noch Therapeut.

Ob denn ich wundervolle und helfende Gespräche mit meinen Lieben führen durfte, musste ich den wesentlichen Kern von allem mit mir selbst innerlich austragen. Diese Traueraufarbeitung konnte mir kein Nahestehender abnehmen. Daraus entsprang innerlich immer mehr der Drang, Wege der Verarbeitung zu finden, die mir dabei halfen.

Zunächst einmal wurde ich mir meiner wieder viel bewusster. Es ist seltsam, denn ich war fast drei Jahre lang nicht mehr richtig bei mir selbst. Ich lebte für meine Kleine und ihre Pflege. Das war gut so, genauso wählte ich es für uns, so sollte es sein. Dies war mir eine große Herzensangelegenheit. Und doch gab es auch Zeiten, in denen ich schlicht funktionierte, in denen Angst um ihr Leben und Sorge alles überschatteten. Anderes gerät dadurch in diesen Momenten vollkommen in den Hintergrund.

Ich weiß noch, wie ich mich das erste Mal wieder ausgiebig schminkte. In Ruhe, einfach im Moment verweilend. Oder als ich das erste Mal beim Friseur saß, ohne die Angst zu haben, hoffentlich passiert daheim nichts Schlimmes und der Babysitter möge alles im Griff haben. Oder als ich das erste Mal wieder bewusst shoppen ging, ohne Zeitdruck und entspannt bummelnd. Ich weiß noch, dass ich mir dabei einen Lederrock aussuchte. Dieser ist trendy und erinnerte mich an eine andere Welt, eine Welt, die lange verschollen war: Frau sein, Frausein leben… Dieser Kauf des Lederrocks war eher symbolisch für mich. Schon immer gab mir das Tragen von Ledermode das Gefühl von Freiheit, Unabhängigkeit, Weiblichkeit und Selbstbewusstsein. In etwa ist es vergleichbar wie das Anlegen einer „Uniform“. Kleidung hat nun einmal eine große Wirkung auf unser Wohlbefinden.

Nach einiger Zeit, in welcher ich mich wieder nach und nach bewusst wahrnahm und spürte, kam dieser Drang in mir auf – der Drang zu schreiben. Beinahe war es so, als hätte es diese Zeit mit meiner Kleinen gebraucht, mich wieder zum Wesentlichen des Lebens hinzuführen, so paradox dies klingen mag. Irgendwie leben wir doch oftmals unser Leben, bis auf einmal etwas Großes geschieht und das Leben uns ein Stoppschild vor Augen hält und uns zur Innenschau zwingt.

Wenn ich als bei meiner Kleinen am Grab stehe, mit ihr spreche, gibt sie mir Antworten auf meine Fragen. Dann spricht sie zu mir:

„Mama, du warst für immer mich da, ich danke dir. Jetzt sei nicht mehr traurig, es geht mir im Himmel gut. Wir sehen uns doch irgendwann wieder. Lebe dein Leben, auch für mich. Ich konnte es nicht, wie ich wollte. Aber du bist gesund, du hast die Möglichkeiten, deinen Traum zu leben. Warte nicht zu lange damit. Denke an dich und vertraue in dich. Ich schaue dir von oben zu und begleite dich auf deinen Wegen…“

Und so war auf einmal alles im Fluss und ging seinen Gang. Mein gesamtes Leben, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, tat sich vor mir auf. Auf einmal spürte ich ohne lange zu überlegen instinktiv, was zu tun war. Ich war in der Pflicht, Verantwortung für mich zu übernehmen und meinen Traum zu leben. Und mein Traum ist es unter anderem, zu schreiben.

Dabei ließ ich mein bisheriges Leben Revue passieren: Erlebnisse, Begegnungen, Erfahrungen… So fing ich an zu schreiben, durchlebte dadurch die Begegnungen erneut, erlebte vor meinem geistigen Auge die Menschen dieser wieder und spürte wiederholt die damit verbundenen Emotionen. Schlicht gesagt, ich spürte das Erwachen und das Pulsieren des Lebens. Wie es so meine Art ist, war die durchdachte und gelenkte Vorgehensweise bei mir weniger der Fall, denn bewusst tat ich nichts. So entstanden Schriften meinerseits, fernab des Mainstreams, aus spontanen und besonderen Moment geboren und unschuldig in ihrer Gesinnung.

Nach der Erstellung dieser begegnete mir manchmal, dass es mitunter im Denken der Menschen entweder schwarz oder weiß gibt.

Wo bleibt das Grau?

Zum Beispiel geht es doch nicht, unterhaltsame Kurzgeschichten zu verfassen und gleichsam auch die Geschichte des verstorbenen Kindes aufzuarbeiten. Solch ein gesellschaftlicher Tonus begegnete und begegnet mir immer wieder. Konventionen und das Korsett der Norm sind sehr präsent im Denken der Leute, dieses gegenseitige Kategorisieren und Einordnen. Fast schon macht es Spaß, nicht die Norm zu bedienen, nicht den Konventionen zu entsprechen, obwohl ich es nicht bewusst initiiere und herbeiführe.

So verfasste ich meine persönlichsten Gedanken in der Gesinnung, weitere Gedanken folgen zu lassen, denn es ist mir ein Anliegen zu zeigen, dass eine Frau viele Facetten hat. Oftmals wird ihr ein Korsett auferlegt, ihr eine Facette zugeteilt, die sie dann auch bitte zu erfüllen hat! So verlangen es die gebräuchlichen Werte, welche es zu erfüllen und bedienen gilt, um mit dem Strom zu schwimmen und nicht aufzufallen. Auf diese Weise lebst du dein Leben für andere und niemals für dich. Wenn mich eines mein Sternchen lehrte, dann dass unsere geschenkte Zeit auf Erden endlich ist und mitunter schnell zu Ende gehen kann. Konventionen einzuhalten, das ist nun einmal nicht so. Das ist bei uns allen nicht so, weder bei Mann noch bei Frau.

Dann steht sie also immer wieder und mit jeder neuen Niederschrift an, die Vermarktung meines persönlichen Gedankenguts. Es ist schwer zu beschreiben, was das mit einem macht. Einerseits ist es dir zuwider, dein Intimes unwiderruflich herzugeben, andererseits möchtest du den Spirit deiner Gedanken weiterreichen. Du möchtest eine Sinnhaftigkeit in die Welt tragen und das geht nur durch Vermarktung.

So sammelte und sammle ich gerade die unterschiedlichsten Erfahrungen, die allesamt spannend sind und mich bereichern, jedoch auch aufwühlen und nahe gehen. Einen Auftragstext zu verfassen mit klaren Vorgaben und darüber ein Feedback zu erhalten ist etwas ganz Anderes, als über dein eigenes Gedankengut eines zu erhalten. Dieser Prozess ist unglaublich spannend und ich danke jedem, der sich Lebenszeit und Muße nimmt, in meine Zeilen einzutauchen und mit mir ein Stück meines Lebensweges zu gehen.

Im besten Fall nimmt sich derjenige beim Lesen meiner Gedanken und Geschichten etwas für sich daraus mit. Dieses wäre für mich das größte Kompliment, denn dann gab mein Wirken auch anderen Menschen etwas Licht und Glück! Genau diese Erfahrung möchte ich dabei als Autorin nicht mehr missen!

Wenn ich von den Erlebnissen und Erfahrungen mit meiner Kleinen schreibe, tue ich das als sehr bewussten Vorgang, denn ich möchte ihr etwas Bleibendes schenken und ihr Wirken und ihre damit verbundene Bereicherung für die Welt teilen und sie damit ehren.

So bleiben Zeilen, welche die Zeiten überdauern…

Wenn ihr kleiner Bruder einmal groß genug ist und vielleicht von seiner Schwester lesen möchte, kann er diese durch das Lesen in Ruhe kennenlernen und ihr somit im besten Fall nahe sein ❤!

Das ist mein Uranliegen, mein Herzblut und meine Intuition in Bezug auf das Verfassen meiner Texte und nicht zuletzt meine Aufgabe als Mutter.

Und wisst Ihr was? Ich freue mich sehr darauf!

Dunkle, verborgene Geheimnisse

Habt ihr auch diesen einen abgeschlossenen Schrank in euren Gedanken?

Diesen einen Schrank, der irgendwo in der hintersten Ecke eures Bewusstseins steht, verstaubt und kaum genutzt?

Ab und zu besucht ihr mal diesen Schrank. Ihr fahrt dann mit den Händen über die schönen Holzkonturen, atmet die etwas muffige Luft ein, genießt für einen kurzen Moment die Stille um euch herum. Doch Vorsicht, bloß nicht den Schrank öffnen, oder? Wie auch, wo der Schlüssel zum Schloss doch irgendwann auf dem Weg eures Lebens abhanden kam.

Dieser Schrank führt ein verkümmertes Dasein. Und doch ruft er sich immer wieder in euer Gedächtnis zurück, mal stiller und mal lauter. Aber was ist denn nun in diesem wunderlichen Schrank? Was wurde darin weggesperrt, doch wohl nicht gänzlich entsorgt?

Was verbirgt sich hinter dessen Türen, was nicht hinaus darf?

Nun, darin verborgen ruhen unsere Träume. Unsere Träume, die wir gedanklich irgendwann einmal in unserem Leben erweckten, die geboren wurden aus Liebe, Zuversicht und dem Glauben an sich und die anderen.

Diese wundervollen und lebendigen Träume, die so mächtig werden können, so vereinnahmend scheinen können.

Diese Träume, die uns einst strahlen und lachen ließen, welche die Kraft des Lebens durch unsere Pulsadern fließen ließen.

Diese machtvolle Injektion an Pioniergeist, Visionen und der allumfassenden Zuversicht, dass sich genau dieser eine Weg vor uns auftut, den es zu beschreiten gilt. Oh Gott, schnell noch ein Schloss anbringen an der Tür des Schrankes. Noch mehr Verschluss und Abriegelung zur Sicherheit, so bleiben die Träume schön verwahrt und in Schach gehalten. Denn kurz war diese große, ausfüllende Energie spürbar, kurz begehrte das Träumen auf, kurz fand es Gehör.

Schnell wieder weg von diesem Schrank, schnell wieder zurück in das sicher geglaubte Leben.

Ein Leben, welches in geordneten Bahnen läuft, welches ohne viel Aufregung bequem vor sich hin plätschert. Das ist doch schließlich das Leben, für welches ihr euch entschieden habt! Das ist doch das Leben, welches euch glücklich macht. Zumindest ein bisschen glücklich macht, das muss immerhin reichen. Das ist eure Komfortzone, diese Wege geht ihr seit Jahren immer wieder auf und ab.

Diese Wege sind bewährt und an deren Wert ist nicht zu rütteln, oder?

Also still, ihr aufschäumenden Träume in diesem einen Schrank in eurem Kopf! Lasst in Ruhe, es ist keine Zeit, um sich mit euch auseinanderzusetzen! Mist, da vorne ist ein Verkehrsschild. Darauf steht, der Lebensweg geht irgendwann zu Ende, doch ein paar Jahre verbleiben noch zu verweilen. Uff, dann ist es ja zum Glück nicht so dringlich, dann bleibe ich einfach auf diesem gewohnten Weg, bis er eben endet. So soll es sein und so ist es gut!

Auf einmal siehst du in Gedanken wieder diesen Schrank vor dir, diesen Schrank voller ungelebter Träume.

Mmmmhhhh…

Vielleicht diesen Schrank doch noch einmal wieder öffnen?

Diesen meinen Schrank habe ich wieder geöffnet und fand meine Passion für das Schreiben als Medium meines Ausdrucks wieder. Ich habe begonnen, einen neuen und unbekannten Weg zu beschreiten. Der Ausgang dieses Weges ist im Grunde nicht wichtig. Wesentlich ist das Beschreiten dieses Weges, nämlich meinen Traum zu leben. Dem Ruf meines Herzens folge ich nun, denn wenn ich eines schmerzlich lernen musste, dann dass wir alle endlich sind und nur ein geschenktes Leben haben.

Findet euren Weg und nutzt eure Lebenszeit. Hört ihr? Euer Schrank ruft euch…

Der Geächtete der Gesellschaft

Gerade verlasse ich das Geschäft, da höre ich ihn schon, bevor ich ihn sehe:

Einen Mann Anfang Vierzig, hagere Erscheinung, strähniges Haar, das Gesamtbild ungepflegt.

Noch auffallender als sein Äußeres sind seine Äußerungen, vielmehr die Lautstärke derer.

Er spricht mit sich selbst, ab und an unterbricht er seinen Monolog mit Ansprachen von vorbeilaufenden Passanten.

Ich erkenne den Mann: Er ist auch bekannt als der Dorftrottel.

Irgendwann in seinem Leben ging etwas schief, und er konnte dieses Schiefgehen wohl nicht verarbeiten.

Er begann zu trinken. Erst Bier, dann Wein, dann folgte der Schnaps. Seine Eltern starben, als er gerade volljährig war.

Er hat einen jüngeren Bruder, der einem Beruf nachgeht. Er selbst hatte Maschinenbau studiert. Eine Frau und Kinder hatte er nicht. Ein sanierungsbedürftiges Häuschen mitten im Ortskern ist sein Eigen, geerbt von den Eltern.

Woher ich das alles weiß, ohne je ein Wort mit ihm gesprochen zu haben?

Vom Dorfgespräch, vom Dorftratsch, von der Weitergabe der Vita eines Menschen durch Klatsch.

Die Leute scheinen alles über diesen Mann zu wissen…

Und doch weiß niemand etwas über dich, nicht wahr?

Wie schnell die Gesellschaft ein Urteil über einen anderen Menschen fällt, wie gnadenlos sich Menschen über andere Menschen als deren Richter aufspielen…

Während ich die Einkäufe im Wagen verstaue, spricht der Mann Passanten an. Freundlich, nicht wüst, doch merklich verwirrt.

Er ist stark alkoholisiert, denke ich mir. Jeder seiner Ansprachen ein Hilferuf nach gesehen werden, nach wahrgenommen werden.

Nicht als Abschaum der Gesellschaft, nicht als Alkoholiker, nicht als gestrandeter Versager, der sein Leben nicht auf die Reihe kriegt.

Gesehen werden als Mensch wie du und ich, ohne Urteil und Vorurteil, ohne falsche Anteilnahme, sondern mit aufrichtigem Interesse an der eigenen Person.

Was hat dich zu einem Schatten deiner selbst werden lassen?

Was verletzte dich so dermaßen, dass du nur die Flucht in die Sinnesbetäubung sahst?

Ein anderer Mann winkt ihn mit abfälliger Handgeste ab, Frauen schauen an ihm durch, ein paar Jugendliche lachen ihn aus.

Keiner behandelt ihn als gleichwertigen Mensch. Jeder nimmt sich das Recht heraus, sich über ihn zu erheben.

„Du bist Abschaum am Rande der Gesellschaft!“, scheint jede dieser Reaktionen zu sagen.

Weil er ein offensichtliches Alkoholproblem hat?

Weil er zu laut spricht?

Weil er überhaupt andere Menschen anspricht?

Keinem tritt er zu nahe, keinen Menschen beleidigt er. Der „Dorftrottel“ behandelt sein Gegenüber mit Achtung und Respekt und zeigt mehr Würde im Verhalten als jeder dieser Passanten.

Der „Dorftrottel“ ist ein Mahnmal für die Menschen. Er ist vermeintliches Synonym für Schwäche und Brechen am Leben und seiner Tragik.

Er erinnert unbewusst an all die unschönen Seiten unseres Seins, unfreiwillig hält er uns einen Spiegel vor.

Keiner spricht mit ihm, nur schnell vorbei an diesem Menschen. Er wendet sich daraufhin einem Hund zu, der im Auto auf seine Besitzer wartet.

Die Tragik dieser Reaktion versetzt mir einen Stich in den Magen. Dieser Mensch, der vermutlich dem Alkohol erliegen könnte, wenn sein Körper den übermäßigen Konsum irgendwann quittiert.

Oder schafft er doch noch die Kurve?

Ein Gefühl überkommt mich, dass er selbst nicht mehr daran glaubt, an sich selbst.

Ein Schicksal wie viele andere Schicksale auch.

Wer vermag ihm die Hand zu reichen?

Wer weiß, vielleicht möchte er diese annehmen…

Unglück geschieht nun einmal

Wer kennt es nicht….

Gedanken über Gedanken füllen den Geist, lassen den Kopf schwer werden.

Zig Möglichkeiten werden im Geiste gesponnen, wie sich ein Sachverhalt darstellen könnte.

Alle Seiten wägt man ab. Die analytische Herangehensweise an Fragen, die beschäftigen, die zusetzen, die sich immer wieder einbohren, die sich nicht verdrängen lassen.

Ein weiser Mann sagte einmal:

„Sehe ich die Zeichen richtig? Oder sehe ich die Zeichen so, wie ich sie gerne sehen möchte, wie es mir gefallen könnte?“

Diese Frage alleine zu beantworten scheint wohl schier unmöglich.

Das ureigene Denken ist immer subjektiv, beeinflusst durch Emotionen, Erfahrungen, Wünsche und Sehnsüchte.

Wer vermag sich davon freizumachen?

Helfen kann jedoch, sich aus sich selbst zurück zu nehmen, sich übertragenerweise neben sich zu stellen und das Gedankenkarussell so im besten Fall zu stoppen und zu reflektieren.

Nur in der Ruhe und in einem besinnlichen und offenen Zustand haben wir die Möglichkeit zu wachsen, zu wachsen an Erkenntnissen des Miteinbezugs anderer Sichtweisen.

Am besten gelingt dies, wenn eine Interaktion besteht und ein Austausch angestrebt wird.

Das Gegenüber kann gefragt werden:

„Habe ich das so richtig aufgefasst? Dies ist meine Interpretation. Liege ich damit richtig oder verkenne ich dich?“

Doch was ist, wenn es keine Kommunikationsebene mehr gibt? Wenn Schweigen herrscht, wo Worte hallen sollten?

Ganz einfach: Dann ist es de Fakto der Ist-Zustand, den man akzeptieren muss.

Wenn ein Gegenüber auf eine Gesprächsbereitschaft und auf Fragen nicht eingeht oder nicht eingehen möchte, hat es dafür seine Gründe. Auch wenn dies im Grunde für beide Parteien schädlich sein kann, Beziehungen zerstören und Gefühle verletzen kann, so bleibt es das Recht eines Jeden, zu sprechen – oder zu schweigen.

Akzeptanz kann Schlüssel sein zum Glück – Akzeptanz lässt einen abschließen mit Vergangenem.

Und nur durch einen Abschluss können Wunden heilen und kann Neues beginnen.

Doch manchmal geht das Schicksal seine eigenen Wege und unvermittelt sieht man sich mit Antworten auf Fragen konfrontiert, die entweder bewusst oder unbewusst in einem lagen.

So erfährt man auf einmal eine unschöne Wahrheit.

Eine Wahrheit, die man nicht hat kommen sehen.

Eine Wahrheit, die verwirrt und schockiert.

Eine Wahrheit, die am eigenen Urteilsvermögen zweifeln lässt.

Da steht sie nun im Raum, diese bittere Wahrheit und basierend auf einem Fakt, der vermutlich wenig Deutungsweisen offen lässt.

Wie geht man mit solch einschneidenden Erlebnissen um?

Die Frage nach dem Warum ist schwierig und oftmals nicht zielführend.

Warum geschieht Unglück?

Warum geschehen emotionale Verletzungen?

Eine nähere Reflektion eigener Verhaltensweisen ist wichtig zur persönlichen Weiterentwicklung.

Dann gibt es wiederum diese Dinge, die geschehen ohne unser Zutun.

Unglück geschieht manchmal einfach, so schrecklich es klingen mag.

Genauso wie das Glück, denn dies ist die andere Seite der Medaille. Das Eine bedingt das Andere.

Ohne Unglück wüsste man nicht das Glück schätzen. Ohne Tränen nicht das Lachen.

Alles ist Teil des Kreislaufs des Lebens.

Manche Dinge sollen geschehen. Wir haben darauf keinen Einfluss.

Sie sollen uns erkennen lassen – sehen lassen an was man ist und wie der eigene Weg weiter geht. Welche Lektionen des Lebens man noch lernen muss.

Im Grunde „schenkt“ das Schicksal diese unschönen Wahrheiten.

Oft erkennt man es erst im Nachhinein.

Nichts geschieht ohne Grund…

Diese Klarheit bringt Frieden und lässt den Geist zur Ruhe kommen und sich wieder finden.

Keine offenen Fragen mehr.

Vertrauen auf Bestimmung.

Vertrauen haben in das Leben.

Und der Kreis schließt sich – zum Guten.

Poesie der Zuversicht

Wenn dich das Schicksal drückt…

Du nicht mehr weißt, was dich erquickt…

Deine Gedanken fahren im Karussell…

Dein Herzschlag schlägt schnell um schnell…

Das Hadern zieht dir alle Kraft…

Der Alltag lastet mit aller Macht…

Fragen nach dem Warum…

Schwirren dir im Kopf herum…

In diesem Raum ohne Fenster…

Jagen dich quälende Gespenster…

Der Schlüssel, der die Türe öffnet…

Lautet Annahme, die das Hadern schröpfet…

Akzeptiere, was dir vorgesehen…

Sehe die Fügung nicht als Versehen…

Und wenn es noch so furchtbar wähnt…

Deine Freude und dein Glücke zähmt…

So lehret uns stets das Leben…

Wege zu gehen und zu nehmen…

Blicke hinauf zum Horizont…

Auch dir ist das Gute bald wieder hold.

Der zurückhaltende Mann! Gut oder schlecht?

Der zurückhaltende Mann! Der zurückhaltende Mann?

Welche Frau kennt dies nicht:

Liebevoll und verständnisvoll habt ihr miteinander geschrieben, ein wundervolles Date miteinander verbracht, vielleicht ein Kuss zum Abschied ausgetauscht? Und dann meldet er sich auf einmal nicht mehr oder nur ab und an und einsilbig. Er wirkt auf einmal zurückhaltend, du erreichst ihn irgendwie kaum noch.

Als Frau verstehst du auf einmal die Welt nicht mehr.

Habe ich ihn verärgert? Fand er mich doch nicht passend für sich? Hat er mich insgeheim doch unattraktiv gefunden? Dabei hattest du so ein gutes Gefühl! Das Kopfkino läuft auf Hochtouren und meist mit weniger schönen Gedanken. Du hast das Bedürfnis, mit ihm darüber zu reden und ihn auf deine Fragen anzusprechen, möchtest Position in Bezug auf dich von ihm. Doch er sucht seit dem Date keinen Kontakt mehr zu dir oder nur sporadisch.

So eine Situation auszuhalten ist für viele Frauen schwer. Die Gedanken kreisen unaufhörlich, die innere Unsicherheit gewinnt an Macht und Selbstzweifel können lauter werden.

Jede Frau geht mit einer solchen Situation anders um und natürlich gibt es unterschiedliche Beweggründe eines Mannes, sich von einer Frau zu distanzieren.

Jeder Mensch ist individuell und das ist zum Glück so.

Nun habe ich mich mit Männern ausgetauscht, bin meinen Fragen nachgegangen und habe bei ihnen offen diesbezüglich nachgefragt. Dabei erkannte ich, dass es oftmals einen gemeinsamen Nenner gab, unabhängig von diversen Beweggründen:

Der Mann zog sich zurück, um Klarheit über seine Gefühle in Bezug auf diese Frau zu erlangen. Er brauchte den Rückzug, um die Emotionen, die in ihm tobten, einzuordnen und zu verarbeiten. Gerade wenn mit der Frau intensive Gefühle einhergingen, brauchte er Zeit für sich und erstmal keine Kommunikation mit ihr.

Natürlich soll dies kein allumfassend gültiges Raster für alle Männer sein. Dies möchte ich damit auf keinen Fall aussagen und Verallgemeinerung entspräche auch nicht meiner Weltanschauung. Auch muss sich nicht jede Frau mit der Zurückhaltung eines Mannes, sollte diese eintreten, schwertun.

Dies bildete jedoch den Konsens unserer Gespräche und dieser Konsens löste in mir viel aus. Daraufhin reflektierte ich mein Denken und erkannte, dass ich einige sehr starre Denkmuster verinnerlicht hatte, bewusste und unbewusste. Diese waren geprägt von der Kindheit und Erziehung, von gesellschaftlichen Konventionen und persönlichen Erfahrungen.

Zum Beispiel: Er meldet sich nicht, also ist er nicht interessiert an mir. Oder er ist vielleicht ein eher schüchterner Mensch. Oder er meldet sich nicht, weil ihn irgendetwas an mir stört. Oder, oder, oder… Ich habe daraufhin meinen Blickwinkel geändert und habe mir vorgenommen, möglichst unvoreingenommen in eine solche Situation zu gehen.

Denn ein Mann hat es sehr schwer, wenn ich Schlussfolgerungen auf ihn übertrage, diese dann für Wahrheiten halte und welche er dann erst durch sein Verhalten revidieren „muss“. Revidieren mit einem „richtigen“ Verhalten in meinem Empfinden und nicht dem „falschen“ Verhalten eines Rückzugs (das alte Denkmuster).

Richtig und Falsch – diese Wertvorstellungen sind fest verankert in unseren Köpfen. Es ist Balsam für die Seele und das Herz, seine eigenen Denkweisen zu überprüfen und wieder tief durchzuatmen nach dem Verlassen dieses Korsetts.

Er ist auf einmal zurückhaltend. Ich akzeptiere dies. Wenn er bereit ist, wird er sich melden und das Gespräch mit mir suchen. Oder er meldet sich nicht mehr. Ich gebe ihm die Möglichkeit, selbst zu wählen und frei zu entscheiden. Damit möchte ich meine Wertschätzung ihm gegenüber ausdrücken und sein Bedürfnis nach Ruhe anerkennen und achten.

Zurückhaltung ist nicht schlecht – Zurückhaltung ist nicht gut…

Zurückhaltung ist.