Gastartikel erotische Kurzgeschichte: „Feierabend“

Ein wundervoller Lesegenuss des Gastautors „Steven“, der uns hier mit einer erotischen Geschichte verwöhnt. Vielen lieben Dank dem Gastautor für das Schenken seiner spannenden Gedankenreise!

Bitte nur Erwachsene lesen – FSK 18. Gastbeiträge als auch meine Beiträge unterliegen dem Urheberrecht und dürfen ohne Erlaubnis des Autors nicht vervielfältigt werden. Danke.


Beginn Gastartikel – FSK 18:

Jack saß in seinem grauen Anzug gekleidet in dem britischen Ledersessel vor dem Kamin.
Er trank einen Cinzano Tonic mit Eis und genoss sichtlich seine Zigarette, als die Tür aufging und seine Frau hereinschlenderte.

„Alles gut Jack?“ Fragte sie ihn und ging langsam auf ihn zu.

Er schaute sie an und fragte: „Friseur, Schuhgeschäft?“

„Friseur und Fußpflege, sonst nichts, mein Lieber.“ Entgegnete sie ihm.

„Du willst doch auch, dass ich morgen auf der Cocktail Party gut aussehe, nicht wahr Schatz?“

Jack musterte sie von oben bis unten. Keine Regung zeigte sich in seinem Gesicht.

Dann stellte sie ein Bein auf die Lehne vom Sessel, legte ein laszives Lächeln auf und rollte ihren halterlosen Strumpf langsam nach unten. Jack genoss den Anblick, verharrte dennoch in einer stoischen Ruhe. Schnell wechselte sie das Bein und wiederholte den Vorgang mit dem anderen Strumpf und dem gleich heißen Lächeln.

Als der Strumpf unten war, stieß sie ihn ab, in dem sie ihn leicht auf seinen Schoss kickte. Jetzt wies sie ihn auf die wunderschönen Beine und lackierten Zehen hin, während sie ihren Oberkörper leicht zurückfallen lies, ihr Haar öffnete und den Kopf leicht aufschüttelte.

Nun sah Jack ihre wunderbaren langen Beine und das betörende Rot der neuen Nägel, während ihm ihr orientalisch duftendes Parfüm in die Nase stieg. Jack musterte diese Szene für einen Moment, nahm noch einen tiefen Zug an seiner Zigarette, bevor in ihm die Begierde aufstieg.

Blitzschnell drückte er die Zigarette aus, sprang wie ein Tiger auf der Jagd auf, packte sie fest, dennoch behutsam am offenen Haar und…

Geschrieben von: Steven

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Meine Fehlgeburt: Die Reise eines Sternchens, Teil 1

Es war beunruhigend. Ein mulmiges Gefühl beschlich mich schon seit einiger Zeit. Meine Schwangerschaftssymptome stagnierten seit ein paar Tagen. Ich war schwanger, Ende des dritten Monats und hatte bereits eine süße Tochter, kannte also den Zustand einer Schwangerschaft. Von daher erinnerte ich mich an den letzten Verlauf und wurde stutzig, als die Übelkeit allmählich weniger wurde und meine Brüste weniger spannten. Nun ist das ja so eine Sache mit unangenehmen Gedanken, die aufkommen. Diese Schwangerschaft war eine Wunschschwangerschaft. Der Wunsch nach einem Kind, das leben darf, vielleicht sogar mich überleben. Ich wusste, dass meine süße Tochter irgendwann sterben würde. Ihr Schicksal war mit dem Tag ihrer Geburt besiegelt, da sie mit einem Gendefekt und schweren Herzfehler geboren wurde. Ihre Lebenserwartung betrug laut Statistik drei Wochen, im besten Fall ein Jahr. Diese Schwellen hatte sie schon überschritten, was freute und gleichsam bangte. Das Damoklesschwert ihres Todes schwang unbarmherzig.

Eine erneute Schwangerschaft war scheinbar mutig. So wurde es mir jedenfalls oft von Menschen in meinem Umfeld mitgeteilt. Warum das so sein sollte, konnte ich wohl nachvollziehen, doch keineswegs verstehen. Manches Mal begegnete mir auch Unverständnis, nochmal das Schicksal heraufbeschwören zu wollen. Wie schnell die Menschen doch urteilen, ohne sich wirklich mit einem Sachverhalt und noch weniger mit einem Menschen auseinanderzusetzen. Doch dies ist ein anderes Thema an anderer Stelle.

Auf jeden Fall freute ich mich über die Maßen über diese Schwangerschaft und mein Kind wäre vollkommen willkommen gewesen, sei es nun gesund oder krank geboren worden. Wie das auch schon bei meiner lieben Tochter, meinem späteren Sternchen, der Fall war und immer sein würde. So stand der Termin einer Vorsorgeuntersuchung an. Es war der zweite nach Bestätigung meiner Schwangerschaft. In der ärztlichen Betreuung fühlte ich mich rundum aufgehoben. Es war ein anderes Team als bei meiner ersten Schwangerschaft, doch sie wussten über mein beeinträchtigtes Kind und meiner Sehnsucht nach dieser Schwangerschaft.

Den ganzen Tag über hatte ich bereits ein flaues Gefühl im Magen. In Worte fassen konnte ich dieses Empfinden nicht. Es war wie eine ungute Vorahnung. Als ich den Wagen vor der Klinik parkte, überkam mich eine Welle der Sorge, dass etwas Schlimmes geschehen könnte. Kein schönes Gefühl. Doch ich beruhigte mich gedanklich und schob es beiseite, atmete tief durch und meldete mich an der Rezeption an. Zum Glück war die Wartezeit kurz. Umgeben von all den Schwangeren, die liebevoll ihre dicken Bäuche streichelten, drückt ein ungutes Gefühl noch schwerer. Mein Name wurde aufgerufen. Ich folgte der netten Arzthelferin in einen Untersuchungsraum, der angedunkelt war. Sie bat mich, mich untenrum frei zu machen und mich auf den Gynstuhl zu legen, der Doktor würde gleich kommen. Eigentlich mochte ich diese Vorgehensweise nicht, doch ich wusste, dass wohl viel Notfälle waren und das medizinische Team schlichtweg Zeit sparen wollte. Also gehorchte ich, entkleidete mich untenrum und nahm auf dem Stuhl Platz.

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Es dauerte doch noch eine Weile, bis der vertraute Chefarzt zu mir kam, in Begleitung einer Arzthelferin. Diese drapierte mich, während der freundliche Arzt eine Entschuldigung aussprach, heute wenig Zeit mitzubringen. Er agierte sehr rücksichtsvoll und stets empathisch: ich fühlte mich in seiner medizinischen Betreuung sehr wohl. Dann fragte er mich, ob ich mich gut fühlte und wie meine Schwangerschaft bisher verlief, ob ich Beschwerden hätte. Ich sagte ihm, dass meine Symptome etwas nachgelassen hätten und ich es aus meiner ersten Schwangerschaft anders kannte. Etwas flackerte in seinem Blick auf. Doch er lächelte mich gütig an. „Jede Schwangerschaft ist anders, das muss nichts Schlimmes bedeuten, machen Sie sich keine unnötigen Sorgen. Sorgen sind nicht gut für Schwangere.“ Wie einfühlsam er doch war. Ein großartiger Mediziner. „Dann wollen wir mal schauen, wie es Ihrem Liebling geht. In der Schwangerschaftswoche, in der Sie sich jetzt befinden, müsste der Herzschlag zu hören sein.“

Ich atmete tief ein, blickte an die Decke, entspannte mich, so weit es ging. Kurz zuckte ich, als das kühle Gel aufgetragen wurde und der Arzt den Kopf des Ultraschallgeräts ansetzte. Stille. Wie sehr erinnere ich mich an diese Stille, die dann eintrat. Es war ein bedrückender Moment. So, als würde die Zeit stillstehen. Normalerweise sprach er sonst immer aufmunternd oder machte Späße, um die Situation aufzuheitern. Doch er blieb ungewohnt still. Zuerst bemerkte ich den Gesichtsausdruck der Arzthelferin, die wie gebannt auf den Monitor starrte. Als mein Blick ihr begegnete, sah sie schnell zur Seite. War da Mitleid in ihrem Blick, hatte ich das richtig gedeutet? Dies und das Schweigen des Arztes veranlassten mich, meine Aufmerksamkeit dem Monitor zuzuwenden.

Was ich dort sah, passte nicht. Es passte einfach nicht. Ich erinnerte mich an das Ultraschallbild meiner Tochter, als ich in dieser Schwangerschaftswoche war. Sie war mittig in der Gebärmutter platziert, größer, sehr viel größer. Und es war nicht so still. Ein schnelles Pochen war seinerzeit zu hören. Wie eine Melodie der Liebe. Ich konnte kein Pochen vernehmen. Auf dem Bildschirm zeigte sich ein kleines Gebilde in der rechten Ecke der Gebärmutter. Nicht mittig. Es trieb irgendwie, bewegte sich nicht. Leblos, das Kind wirkte leblos. Mein Gott, bitte nicht…

Der sympathische Arzt sprach mich das erste Mal seit Beginn des Ultraschalls an: „Sind Sie sicher bei Ihrer Berechnung des Eisprungs?“ Leise antwortete ich: „Ja, ich bin sicher. Das Kind ist ein Wunschkind, kein Unfall.“ Angespannt runzelte der Arzt die Stirn: „Nun, das Kind müsste in dieser Schwangerschaftswoche größer sein und einen Herzschlag haben.“ Mit einem Kloß im Hals entgegnete ich: „Ich weiß.“ Er wich meinem Blick aus, bot mir diesmal kein Bild des Ultraschalls an. Bedächtig reichte er mir ein Tuch, damit ich mir das Gel entfernen konnte und beendete seine Untersuchung. „Es kann wirklich sein, dass Sie den Zeitpunkt des Eisprungs falsch berechnet haben und erst im darauffolgenden Zyklus schwanger wurden. Sowas passiert, gerade wenn man sich sehr auf ein Kind freut. Dann dürfte jetzt noch kein Herzschlag vorhanden sein, das wäre in Ordnung. Es kann alles gut sein. Wir nehmen Ihnen nun Blut ab, um Ihren HCG-Wert zu bestimmen. Er sollte in einer intakten Schwangerschaft in den ersten Wochen stetig steigen. Das gibt uns Gewissheit. Machen Sie sich keine Sorgen.“

Ich nickte, antwortete ihm jedoch nicht. Was gab es auch darauf zu antworten? Ich wusste, dass ich meinen Eisprung nicht falsch berechnet hatte. Und ich wusste, dass ich soeben im Ultraschall mein totes Kind sah. Doch ich war dem Arzt für seine Fürsorge und sein umsichtiges Vorgehen sehr dankbar. Das war das einzige Gefühl, dass ich in diesem Moment zuließ. Alle anderen verdrängte ich.

So zog ich mich wieder an und nahm auf einem Stuhl Platz. Der liebe Arzt kam zurück, grüßte mich erneut freundlich, Mitgefühl in seinem Blick. Während er mir Blut abnahm, wiederholte er: “ Es muss nichts Schlimmes bedeuten, machen Sie sich keine Sorgen. Warten wir erst einmal das Blutergebnis ab.“ Wieviel Zeit er sich doch nahm für mich. Die Blutabnahme hätte ebenso eine Arzthelferin erledigen können. Und das trotz des betriebsamen Tages, der wohl heute war. Als mir der Arzt die Manschette entfernte, sagte ich ihm leise: „Herr Doktor, ich habe mich nicht vertan bei meiner Berechnung. Und ich weiß, wie das Ultraschallbild bei meiner Kleinen zu dieser Zeit war.“

Eine lange Weile sah er mich an, dann sprach er gefasst: „Es tut mir sehr leid. Ich hätte mich wirklich für Sie gefreut. Doch sehen Sie es bitte so: Sie haben Zeit verloren, aber nicht das Spiel. Ihnen stehen noch alle Möglichkeiten einer erneuten Schwangerschaft offen.“ Ich nickte. Tränen wollten aufsteigen, doch ich unterdrückte sie. Sie würden erst sehr viel später kommen, auf der Toilette mit den schweren Blutungen, begleitet von Wehen. „Sie müssen nicht leiden. Wir können bald eine Ausschabung machen, dann ist es schnell vorbei und Sie können von vorne beginnen. Oder wollen Sie warten, bis Ihr Körper das Kind abstößt?“ Nachdenklich richtete ich meinen Blick auf sein Namensschild. Wer hätte gedacht, dass ich diese Frage bei meiner zweiten Vorsorgeuntersuchung beantworten muss. „Sie kennen mich doch Herr Doktor. Ich muss den ganzen Weg gehen, auch den durch den Schmerz. Sonst holt es mich später ein.“ Der fähige Arzt stand auf, sah mir lange in die Augen. „Es wird sehr schmerzhaft werden. Die Schwangerschaft war schon weit. Falls es nicht mehr geht, scheuen Sie sich nicht und rufen hier auf der Station an. Doch nun warten wir erstmal die Ergebnisse der Blutuntersuchung ab. Vielleicht führen wir hier unnötige Gespräche.“ Aufmunternd zwinkernd verließ er das Behandlungszimmer.

Leider waren die Gespräche nicht unnötig. Die Testergebnisse zeigten an, dass der HCG-Wert seit der letzten Vorsorgeuntersuchung gesunken war.

Geschrieben von: Julia, Autorin „Gewürzt mit Herz“

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Mein Blogartikel: Wettbewerbsdenken im BDSM

FSK 18 – Bitte nur Erwachsene lesen, danke!

Schneller, weiter, besser – Wettbewerbsdenken im BDSM

Auf Twitter in meinem Account beschäftige ich mich mit der Thematik, dass derzeit in Tweets viele Umfragen und Meinungen zu verschiedenen Techniken und Praktiken zu BDSM im Umlauf sind.

Dies ist einerseits eine gute Sache, denn auf diese Art und Weise kann ein lebendiger und hoffentlich respektvoller Austausch unter Gleichgesinnten stattfinden. Andererseits bekomme ich persönlich immer Bauchweh dies zu lesen, denn solche Tweets können auch einen Wettbewerb implizieren, der nicht sein sollte.

Die Individualität beim BDSM

Jeder BDSM ist genauso individuell wie Sub und Dom, die diesen ausleben und mit Leben, Geist und Seele füllen. Es gibt nicht DAS BDSM, genauso wenig wie es DIE Sub und DEN Dom gibt. Gerade diese Vielfalt unter uns, dieser bunte Erfahrungsschatz war eines der ersten Dinge, die mich an BDSM faszinierten, lange bevor ich eine Technik kennenlernte. Praktiken, genauso wie Spielzeug und Locations, sind schmückendes Beiwerk und dienen als Mittel zum Zweck, sind jedoch nicht das Herzstück. Einen speziellen Fetisch oder Kink dabei ausgenommen. Dieses Herzstück bilden Sub und Dom, die es mit Leben füllen, so zumindest mein Standpunkt.

Fisten, Kaviar, Ohrfeigen, Rape-Game, Partnertausch, Fremdbenutzung, Rollenspiele, etc. sind alles Möglichkeiten der Auslebung, jedoch nicht zwingend notwendig und kein Indiz für „wahren“ BDSM, zumindest nicht in meiner individuellen Auslegung von BDSM.

Steht zu euch und euren Vorlieben

Seid in dieser Hinsicht selbstbewusst und steht zu euren persönlichen Vorlieben, wäre mein Rat. Liebe Sub, auch wenn du kein Analverkehr magst, bist du nicht minder Sub. Lieber Dom, auch wenn du deine Sub nicht ohrfeigen willst, bist du nicht minder Dom. ‚Alles kann, nichts muss‘ sagt bekanntlich schon der Volksmund.

Auch das Schenken von Schmerzen kann erfüllend sein für einige Praktizierende, für andere wiederrum gehört es nicht zu ihrem gelebten BDSM. Es geht nicht darum, wer was am meisten aushalten kann oder wer besonders viele Gangarten befürwortet und ausübt. BDSM ist kein Sport und keine Kompensierung für derweil Profilierung.

Der Dom unter Druck

Im Übrigen kann eine solche Dynamik auch den Dom ganz schön unter Druck setzen. Nicht jede dominante Person möchte zum Beispiel sein Geschäft auf seiner Sub verrichten. Einen diesbezüglichen Beitrag zu lesen muss nicht, kann aber unsicher werden lassen. Egal ob Sub oder Dom, diese Gedanken zerstören und lassen nicht fliegen und haben von daher keinen Platz im BDSM, zumindest meines Erachtens.

Meine Worte sollen bitte niemanden kränken oder verletzen. In meinen Artikeln und Tweets spreche ich von persönlichen Ansichten im Hinblick auf die Schönheiten des Fetischs und des BDSM und der Akzeptanz derer.

Mögliche Verunsicherung am Anfang der Selbstfindung

Hätte ich als unerfahrene Sub so manchen Tweet gelesen, wäre ich extrem verunsichert. Vielleicht hätte ich mich auch abgewandt und wäre von BDSM im Allgemeinen abgeschreckt.

Einem möglichen Treffen hätte ich auf keinen Fall zugestimmt aus Angst, dass verschiedene Praktiken von mir erwartet würden.

Wir sind alle oftmals in einem Prozess und durchlaufen verschiedene Entwicklungsphasen in unserer Selbstfindung. Dabei gibt es viele Wege der Auslebung und Instrumente der Unterstützung. Traut euch bitte jedoch, diese zu benennen und steht zu euch! Auch Nein zu sagen oder Praktiken abzulehnen, hinter denen ihr nicht steht, gehört dazu. Es ist vollkommen in Ordnung, nicht alles auszuprobieren. Lasst euch dahingehend nichts einreden und auch nicht untereinander vergleichen, egal ob Sub oder Dom. Sonst kann BDSM toxisch werden und mitunter nicht mehr guttun.

Die Magie des BDSM

Ich bin für viele schöne Dinge offen, jedoch auch nicht immer und nicht mit jedem Dom. Der Mensch zählt dabei und steht für mich immer am Anfang von allem und ist mein Dreh- und Angelpunkt jeder weiteren Dynamik.  

Und das zu jeder Zeit und an jedem Ort. Lasst euch gerade zu Beginn eurer Selbstfindung nicht verunsichern oder in Richtungen lenken, die nicht eurem Willen und eurem Wollen entsprechen. Seid mutig und zeigt euch eurem Gegenüber, wie ihr wirklich seid. Erst dann kann BDSM seine volle Magie entfalten und geschieht mit euch und nicht über euch hinweg.

Dies wünsche ich jeder Sub und jedem Dom. Wir sind alle einzigartig – das macht uns aus!

                                                   Geschrieben von Julia, Autorin „Gewürzt mit Herz“

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Meine Fetisch-Kurzgeschichte: Der Himmel des lieben Marie

FSK 18 – Bitte nur Erwachsene lesen, danke!


„Das ist ja ein Mann! Was ist denn das für ein Spinner?“

Spätestens jetzt waren alle Blicke der Wartenden an dieser Bushaltestelle auf Egon gerichtet. Er spürte, wie sich heiße Röte auf seinen Wangen ausbreitete und ihm der Schweiß ausbrach und den Rücken hinablief. Mitleid vermischte sich mit Verwirrung, Verwirrung wurde zu Ungläubigkeit, Ungläubigkeit mündete in Aggression.

„Was für eine Tunte! Na, braucht die Sissi mal was Richtiges?“ Die vulgäre Unverschämtheit wurde begleitet von einer unmissverständlichen Geste. Der stämmige Mann mittleren Alters fasste sich demonstrativ in den Schritt seiner Stoffhose und grinste Egon höhnisch an. Dabei entblößte er seine gelben Zähne, die sich wohl von jahrelangem Rauchen und mangelnder Pflege verfärbt hatten. Ein widerlicher Kerl! Dennoch genoss er die Zustimmung im Bad der Menschenmenge, die sich allmählich immer dichter um das Geschehen tummelte und missmutiges Gemurmel verlauten ließ.

Der ungehobelte Typ blähte seine beleibte Brust auf, stemmte seine feisten Arme in die Seiten seines dunklen Anzugs und setzte sein gehässiges Spotten ungeniert fort. Sein aufgequollener Finger zeigte direkt auf Egon, als er boshaft spie: „Solche Freaks wie du gehören doch weggesperrt! Wer braucht schon solche Abartigen wie dich!“

Um seinen Worten mehr Ausdruck zu verleihen, stieß er mit einem seiner ledernen Halbschuhe die blonde Perücke wie einen Fußball mit Schwung von sich fort. Diese war Egon zuvor verrutscht und auf den Boden gefallen, genau vor seine cremefarbenen Pumps. Immer mehr Schaulustige blieben stehen und gesellten sich zu dem ungewöhnlichen Treiben hinzu, das sich an der Bushaltestelle allmählich verdichtete. Die umstehenden Leute grölten immer lauter, gestikulierten wild mit den Armen und blickten auf Egon, als sei er irgendein lästiges Insekt, das es zu verscheuchen galt. Egon war wie gelähmt. Er hatte schon des Öfteren Bekanntschaft mit kaltem Hass und rigider Ausgrenzung machen müssen und wollte aufbegehren und sich gegen den Hetzer und den Mob behaupten, doch es gelang ihm nicht. Alle Kraft war ihm auf einmal entwichen. Wie gejagtes Wild kauerte er in der Mitte der Ansammlung, unfähig, auch nur eine Silbe der Verteidigung zu erwidern und den unmöglichen Denunzianten zur Rede zu stellen.

„Ich brauche ihn!“, ertönte plötzlich eine wohlklingende, weibliche Stimme. Ob denn diese nicht schreiend ertönte, ließen die darin verborgene Autorität und Bestimmtheit die Versammlung augenblicklich verstummen. Neugierig drehten sich die Köpfe der Anwesenden in die Richtung, aus der die liebliche Stimme erklang. Wie durch Zauberhand teilte sich die Formation und bildete ein Mittelgang, durch den eine hochgewachsene, schlanke Frau schritt. Als sie auf ihrem Weg die blonde Frauenperücke passierte, bückte sie sich in einer grazilen Bewegung und hob diese anmutig auf. Ihre rot lackierten und perfekt manikürten Fingernägel strichen in einer zärtlichen Geste durch das Kunsthaar. Versonnen lächelnd blickte sie auf die Haarsträhnen. Wie seiden sie sich anfühlten. Da hob die Frau ihren Blick zu Egon, grinste keck und ging entschlossenen Schrittes auf ihn zu. Ihre grünen Tiefen schimmerten liebevoll, als sie ihm seine Perücke reichte. Egon erwiderte ihren wohlwollenden Blick mit einem dankbaren Lächeln und erhob sich unsicher aus seiner gebeugten schutzsuchenden Haltung, die er im Kreuzfeuer seines Widersachers unbewusst eingenommen hatte.

Die Frau war eine ausgesprochene Schönheit. Sie trug auffällige, mit Nieten besetzte High-Heels, die ihre Körpergröße provozierend hervorhoben. Ihre anthrazitfarbene Netzstrumpfhose und ihr enganliegender, schwarzer Bleistiftrock verliehen ihrer kurvigen Figur einen eleganten Charme und eine einladende Attraktivität. Ihre stille Präsenz wirkte deeskalierend auf die aufgepeitschte Situation und brachte das zuvor aufgebrachte Gemurmel der Leute augenblicklich zum Erliegen. Bewundernde Blicke folgten dem Gang der Frau und begleiteten diesen wie das Klackern ihrer Pfennigabsätze.

Als sie bei dem untersetzten Stimmungsmacher ankam, hob sie eine fein geschwungene Augenbraue und musterte den Mann mit unverhohlener Abscheu. Er war ihr nicht unbekannt. Einmal hatte sie von ihm eine Anfrage für ein spezielles Treffen erhalten, da ihm ihre Dienste von einem Bekannten empfohlen wurden. Sunny, so hieß die eloquente Dame, erinnerte sich, dass ihr die Anfrage und vor allem der Mann, der dahinterstand, spontan unsympathisch war. Ihr Gefühl riet ihr damals, von seinem Gesuch Abstand zu nehmen. Scheinbar hatte sie ihre Intuition nicht getäuscht.

Die Situation wirkte umso einnehmender, da Sunny den ungehobelt auftretenden Mann um Kopflänge überragte und diesen ihre körperliche Überlegenheit betonten Blickes spüren ließ.

„Gibt es hier irgendwelche Probleme?“, fragte sie bestimmt. Zunächst hielt der Fiesling ihrem strengen Blick stand. Er maß abschätzend und mit unverhohlener Gier ihre Erscheinung und tastete ihre weiblichen Attribute länger als notwendig mit forschen Augenblicken ab. Doch dann änderte sich etwas im Ausdruck des Mannes. Er hatte ihre mentale Überlegenheit erkannt.

Sunny sah den fliehenden Ausdruck in den blauen Augen des gedrungenen Mannes und jubelte innerlich. Der Hanswurst war eingeknickt. Jetzt würde sie ihn gänzlich erniedrigen, wie er es zuvor mit ihrem treuen Freund und Kunden Egon getan hatte. Solche Besserwisser benötigten eine Lektion. Im besten Fall würde die Wirkung ihrer Demütigung eine Weile anhalten und den Mobber stillsetzen. Leider würde der Nachhall der seelischen Verletzungen, die er Egon zugefügt hatte, wohl ein Leben lang andauern. Verdammtes Schwein!

Und so setzte Sunny an und holte dabei ihr Handy hervor: „Vielleicht sollte ich auch die Polizei rufen, um diesen Vorfall zur Anzeige zu bringen?“ Nachdem sie sich mit einem prüfenden Blick durch die Runde der Aufmerksamkeit der Sensationsgierigen sicher war, fuhr sie nach einer kunstvoll inszenierten Pause fort: „Warten Sie, sind Sie nicht der Herr Vorsitzende des Gerichts? Das passt ja wunderbar, dann kann Ihre Frau die Strafanzeige für Sie bearbeiten! Das bleibt dann sozusagen in der Familie! Ihre Angetraute arbeitet doch noch im entsprechenden Sekretariat?“

Sunny hatte noch nicht zu Ende gesprochen, da war der unangenehme Zeitgenosse auch schon aus ihrem Sichtfeld in der Menschenmenge verschwunden, die sich nun ebenso schnell verflüchtigte, wie sie aufgetreten war. Ihre bordeauxfarbenen Lippen verzogen sich zu einem zynischen Grinsen. Dieser Mistkerl hatte eine nette Frau, die sie ab und an in einem gehobenen Friseursalon antraf. Wie sie den Gesprächsfetzen bei diesen Zusammentreffen entnehmen konnte, hatte sich die Ehefrau wohl erst kürzlich einen aufmerksamen Liebhaber genommen. Sie brüstete sich fröhlich damit, wie sie ihrem Ehemann regelmäßig die Hörner aufsetzte.

Nun denn, das Beziehungsleben anderer Leute ging sie nichts an. Sunny war keine indiskrete Frau und schätzte und gab Privatsphäre. Was ihr ihre Kunden erschöpft keuchend und nach Luft ringend in den intimen Momenten ihrer erotischen Arrangements über ihre Partnerinnen erzählten, behielt sie grundsätzlich für sich.

Mit Zornesfalten auf der Stirn schimpfte Sunny noch den Gehenden hinterher: „Schämt euch, nichts unternommen zu haben!“ Dann war sie mit Egon alleine.

Egon, einer ihrer besten Kunden, der im Laufe der vergangenen Monate auch zu ihrem Freund wurde. Wie schön er heute aussah, er hatte sich sehr viel Mühe gegeben. Versonnen betrachtete sie seine Erscheinung. Egon trug ein schwarzes Kleid mit Blümchenmuster, kombiniert mit einer beigefarbenen Strumpfhose und den benannten cremefarbenen Pumps, in welche er gerade wieder schlüpfte. Eine lilafarbene Handtasche und Strassschmuck zierten sein Handgelenk, seine Finger und seine Brust. Die Linien des schicken Kleides zeichneten ein Bild von wohlgeformten, weiblichen Rundungen, die äußerst verführerisch wirkten. Komplettiert wurde das stilvolle Gesamtbild von der blonden Langhaarperücke, die nun wieder Egons Haupt zierte. Die formvollendete Weiblichkeit, gekonnt in Szene gesetzt.

Doch es war die Illusion einer Frau, denn ob denn sich Egon Marie nannte, wenn er diese schönen Kleider trug, war er biologisch gesehen ein Mann. Egon war ein Crossdresser. So werden Menschen bezeichnet, die gerne in die Rolle des anderen Geschlechts schlüpften und sich dementsprechend kleideten. Sunny vermutete beim Anblick der inszenierten Kurven, dass Egon einen Ganzkörper-Silikonanzug unter der weiblichen Kleidung trug. Diesen oder Vagina-Höschen trug Egon bei ihren Sessions, wenn Sunny ihm eine ganz besondere Behandlung zukommen ließ. An den Silikon-Kleidungsstücken befanden sich Silikonbrüste und Silikonvagina. Der Träger derer konnte sich damit wie in einem realen Frauenkörper fühlen.

Der Weg dorthin war für Egon kein leichter gewesen, das wusste Sunny. In ihren gemeinsam verbrachten Sessions hatte er sich ihr vollkommen anvertraut und sie eingeladen, in die Tiefe seiner Seele einzutauchen. Bevor Egon zu Sunny fand, focht er so manchen inneren Kampf aus. Der bedeutsamste Moment war für Egon, sich seine ureigenen Bedürfnisse einzugestehen und diese aktiv auszuleben. Zunächst geschah das Praktizieren des Crossdressings ausschließlich hinter verschlossenen Türen. Dann rief er Sunny an einem schönen Sonntagmorgen, schlaftrunken und beschwipst, an. Er hatte zig Annoncen durchwühlt, bis er auf Sunny stieß. Ihm gefielen ihre Herzlichkeit und Natürlichkeit, er hatte sofort ein gutes Gefühl bei ihr.

Es vergingen weitere Wochen, bis Egon so viel Mut sammelte, sich bei ihr vorzustellen. Das war auch das erste Mal, dass er sich vor jemanden als Frau kleidete. Der Rahmen war ein geschützter, doch es war dennoch ein bedeutsamer Schritt gewesen.

Zudem war Egon vollkommen überrascht gewesen, dass Sunny nicht ausschließlich auf sexuelle Handlungen konzentriert war. Sie nahm sich Zeit für ihn, mehr als er ihr bezahlte. Hörte ihm zu, nahm aufrichtig Anteil. Zu keiner Zeit fühlte sich ihr Zusammensein als bloße Dienstleistung an. Sunny war Sexarbeiterin mit Leib und Seele, was wohl auch beinhaltete, Menschen zu lieben und sich für sie zu interessieren. Oftmals aßen sie auch zusammen Kuchen, den Egon für sie mitbrachte. Wenn Sunny Zeit fand, backte sie sogar und bezog seinen persönlichen Geschmack dabei mit ein.

So war die Sexarbeiterin zu einer lieben Freundin geworden, mit der er sich nicht nur sexuell, sondern auch menschlich sehr wohlfühlte. Egon vertraute ihr. Und sie war weise und lebenserfahren genug, um dieses Geschenk zu erkennen und wertzuschätzen. Sunny wusste zu gut, dass die wirklich wichtigen Dinge im Leben nicht käuflich waren, so abgehalftert das klingen mochte. Vertrauen war eines dieser Dinge. Es konnte niemals eingefordert werden oder vorausgesetzt. Es wuchs und bemaß sich an den Gedanken und Taten der Involvierten.

Wie schön Sunny heute wieder aussah, ging es Egon durch den Sinn. Und wie mutig sie sich für ihn einsetzte. Selbstloses Handeln wurde ihm sonst nicht zuteil. Um so mehr war er tief berührt von ihrem Auftreten ihm gegenüber. Verlegen richtete sich Egon seine Perücke und blinzelte Sunny mit erröteten Wangen an, die sein gut deckendes Make-up nicht vertuschen konnte. Sunny erwiderte liebevoll sein Lächeln und begann, nach etwas in ihrer Handtasche zu suchen.

Ihr Lächeln wurde spitzbübisch, als sie Egon ihren Lippenstift reichte. „Ziehe dir deine Lippen nach, falls dir danach ist, Marie.“ Ein Hauch von Erotik schwang mit, als sich Sunny an seine Schultern lehnte und unauffällig ihre Hand über seinen Rücken bis hin zu seinen Pobacken gleiten ließ. Flüsternd hauchte sie: „Wenn du mich bei unserem nächsten Treffen fickst, wird es Voraussetzung sein, dass du ihn trägst. Ich küsse gerne deine geschminkten Lippen, während dein harter Speer mein weiches Fotzenfleisch teilt!“

Ihre warmen Lippen legten sich auf seinen Mund und verlangten ihm einen schnellen, fordernden Kuss ab. Augenblicklich schoss ihm das Blut mit aller Kraft in seine Lenden. Sein Glied wurde hart. Noch während sich sein Hodensack beinahe schmerzhaft vor Verlangen nach oben zog, wandte sich Sunny keck winkend ab und ging mit schwingenden Hüften davon.

„Was für eine Frau!“, stöhnte Egon innerlich wie äußerlich auf. Bald fand ihr nächstes Treffen statt. Er konnte es kaum erwarten. Sunny verstand ihn und konnte seine verborgenen Sehnsüchte stillen wie keine andere. Er wollte sie nie wieder missen.

Seine Erektion drängte sich gegen das Latex-Catsuit und erinnerte Egon daran, dass er gerade als Marie unterwegs war. Dem ungläubig dreinblickenden Alten, der tadelnd seinen Kopf schüttelte, warf Egon selbstbewusst eine Kusshand zu. Er begehrte keine Männer, doch wollte er den Moralisten auf die Schippe nehmen. Das schnelle Wegdrehen konnte den überraschten Blick des Urteilenden nicht verbergen, welches Egon ungekannte Befriedigung verlieh. „Ich lebe nicht, um eure Erwartungen zu erfüllen, Idiot!“, wisperte Egon kaum hörbar, doch laut genug, um dass es gehört werden konnte.

Da traf der Bus ein. Grinsend stöckelnd stieg Egon ein, nicht scherend der vielen Blicke, die ihm missmutig folgten. Irgendwie hatte es Sunny geschafft, dass er sich selbstsicherer fühlte und wieder mehr zu sich stehen konnte. Eine beeindruckende Persönlichkeit, seine Sunny. Bald durfte er sie wieder allumfassend genießen.

Urheber/Geschrieben von: Julia, Autorin „Gewürzt mit Herz“

Mein Blogartikel: Wie frische ich das Liebesleben mit BDSM auf?

FSK 18

Was benötige ich als Anfänger für soften SM/BDSM?

Die Welt des BDSM ist eine sehr aufregende mit vielen wundervollen Möglichkeiten. Doch sie sollte achtsam betreten werden, denn das physische als auch psychische Wohl aller Beteiligten ist ausschlaggebend dafür, um ein angenehmes Miteinander zu generieren. Es ist ratsam, sich vorab genügend Informationen darüber einzuholen, welche Optionen bestehen, wie spezielles Spielzeug gehandhabt wird und welche Reaktionen welche Handlungen hervorrufen können. Hier kann es auch um ganz praktische Fragen gehen, deren Antwort es zu erforschen gilt. Eine Fessel anzulegen scheint simpel, ist es jedoch nicht. Die Empfindungen, die beim Anbringen eines Knebels hervorgerufen werden, sollten sich bewusst gemacht werden. So gibt es noch zahlreiche andere Beispiele, die aufzeigen, wie sehr eine gegenseitige Fürsorge vor, während und nach einer Session wichtig ist. Dabei sollte der devote Part als auch der dominante stets im Blickwinkel des Geschehens stehen. Beidseitig aufrichtige und wertfreie Kommunikation bildet die zentrale Basis ein jeder Interaktion im Leben, so auch in der submissiven Welt.

Wie gehe ich an die Sache heran?

Vor jeder praktischen Aktivität steht immer das gemeinsame Gespräch. Die getanen Beschlüsse sind verbindlich, denn sie basieren auf gegenseitigem Einvernehmen. Dennoch sollten die Beteiligten stets die Möglichkeit haben, im direkten Erleben die Meinung ändern und Vereinbarungen lösen zu dürfen. Das gilt sowohl für den devoten als auch für den aktiven Part. Ganz wichtig ist das Nachgespräch nach einem gemeinsamen Erkunden, denn Erlebtes braucht Zeit zum Verarbeiten, Sortieren und Neu-Ordnen und wirkt nach. Der Fachbegriff dafür ist das „Aftercare“. Viele BDSMler beziehen sich darauf, dass durch das Aftercare wirkliche Tiefe und Nähe entsteht. Einerseits werden gewollte Marken versorgt, andererseits die erlebten Eindrücke verbalisiert. Dieses ist dem dominanten Part eine wichtige Aufgabe, um seine Erziehung seiner Sub individuell anzugleichen. Um wahre Lust erleben zu können und das eigene Liebesleben aufzufrischen, braucht es demnach einen vertrauensvollen Austausch. Doch wie führt sich am besten solch ein Gespräch, um die Beziehung zu beleben?

  1. Finde einen ruhigen Gesprächsrahmen an einem ungestörten Ort. Mache dir gerne im Vorfeld ein paar Notizen. Das kann dir Sicherheit geben, und du vergisst nicht die wesentlichen Punkte.
  2. Vergesse dabei nicht deinen Humor und versuche eine entspannte Atmosphäre herbeizuführen. So kann deine Partnerin zur Ruhe kommen, sich sammeln und fokussieren.
  3. Ein so bedeutsames Gespräch muss nicht sitzend in einem Raum geführt werden. Auch ein langer Spaziergang kann eine angenehme Basis bilden. Zudem baut Bewegung Nervosität ab, und du zappelst nicht so herum.

Wenn die Rahmenbedingungen stehen, solltest du dich mit den Gesprächs-Inhalten beschäftigen. Wichtig ist, nicht vorwurfsvoll in ein solches Gespräch zu starten. Anstatt sofort einen Schuldigen für das erlahmte Sexleben zu definieren („Seitdem du Mutter geworden bist…“), versuche es in etwa so: „Ich liebe dich und würde gerne mit dir unser Sexleben weiterentwickeln. Ich habe eine spannende Sexualpraktik entdeckt, die ich dir gerne vorstellen würde.“

An dieser Stelle machen viele Männer den Fehler, sofort mit einer pragmatischen Auflistung zu beginnen, wie sie Lust erleben möchten. Damit könntest du deine Partnerin überrollen oder überfordern. Frage sie stattdessen direkt nach ihrer Meinung zum Thema: „Wie siehst du das mit unserem Sexleben? Wie geht es dir damit?“ Wichtig wäre hier, offene Fragen und keine rhetorischen zu stellen. Konkrete Beispiele sind im Anschluss wichtig, damit sich deine Partnerin eine Vorstellung deiner Wünsche und deiner Vorschläge machen kann. Mit dem Begriff BDSM wird sie weniger anfangen können, als wenn du konkret sagst, du wolltest ihr einmal ein paar Klapse auf den Hintern verabreichen, um die gemeinsame Lust ganz neu zu erleben.

Ebenso sinnvoll wäre es, du erzähltest ausschließlich aus deiner Sicht. Formuliere deine persönliche Wahrnehmung und lasse sie bewusst außen vor. Dabei kannst du sagen: „Unser Sexleben würde sich für mich verbessern, wenn ich dir deine Brustwarzen klammern dürfte.“ Weniger gut könnte hingegen sein: „Du wolltest doch schon immer in unserem Sexleben mehr Einbezug deiner Brüste; da passen doch die Nippelklemmen.“ Gebt euch hierbei immer genügend Raum, um Fragen stellen zu können. Vermeidet das Aufkommen von Interpretationen der Aussagen. Das geht fast nie gut. Ein „Was würde dir dabei gefallen?“ oder ein „Meinst du damit diese Sexstellung?“ passt meistens hervorragend.

Welche Utensilien benötige ich für das Lust-Erleben?

Lust zu erleben, um das Liebesleben aufzufrischen, braucht eine gewisse Vorbereitung verschiedener Utensilien. Im Vorfeld im gegenseitigen Gespräch herauszufinden, in welche Richtung es gehen könnte, bietet sich als hilfreich an. Möchte die Partnerin gerne mit dem Lustschmerz experimentieren? Dann würden sich Schlaginstrumente oder Klammern-Toys eignen. Auch Vibratoren, die dehnbar sind oder spezielle BDSM-Kerzen können eine reizvolle Option sein. Manchmal kann auch mit Haushaltsutensilien experimentiert werden. Entdecke Wäscheklammern oder Spaghetti-Zange einmal ganz neu. Am Anfang eignet sich ein Seidenschal sehr gut zur Fesselung oder dem Verbinden der Augen, so dass nicht sofort Seile gekauft werden müssen, wenn noch ausgetestet wird. Grundsätzlich bietet es sich an, vor dem Kauf von hochwertigem Spielzeug einen gewissen Rahmen gefunden zu haben, in dem sich bewegt wird. Von haushaltsüblichen Kerzen für Spiele mit Wachs sei an dieser Stelle jedoch abzuraten, denn diese führen zu Verbrennungen.

Viele Internetshops bieten heutzutage Anfänger- oder Einsteiger-BDSM-Pakete an, mit denen für wenig Geld experimentiert werden kann. Bei Vibratoren empfiehlt es sich, auf die Herkunft und das Material zu achten. Auch Klammerspielzeug sollte nicht unbedingt aus der günstigsten Riege erworben werden. Dieses kann zu schnell seine Funktion verlieren, wenn zu billig fabriziert wurde. Denke daran, dass die Utensilien dir und deiner Partnerin sehr nahekommen werden.

Auch an ausreichende Hygiene sollte immer gedacht werden. Händewaschen und Toys zuvor reinigen sollte elementar und zur Routine werden. Ebenso wie die Wunden zu versorgen nach einer Session, die immer desinfiziert werden sollten. Anal eingesetztes Spielzeug bitte niemals vaginal einführen, sondern immer von vorne nach hinten zum Einsatz bringen. Das Infektionsrisiko wäre ansonsten zu hoch. Auch Spiele mit Körperflüssigkeiten oder Lebensmittel bieten sich hervorragend an, um das Sexleben aufzufrischen und die eigene Beziehung zu beleben. Durch ein simples Anpinkeln oder Ejakulieren auf Körperteile oder Gegenstände lassen sich unkompliziert und einfach pikante Rollenspiele generieren, die große Lust erleben lassen. Vielleicht entdeckt auch manche Partnerin ihre dominante Ader und möchte den Partner befehligen? Vielleicht darf er einmal Dessous tragen oder sich schminken, um seiner Herrin zu gefallen? Oder er darf einer ihrer Dildos benutzen und vor ihr masturbieren, um sein Sperma von ihren Füßen zu lecken? Fantasie hilft hier sicherlich, und auch das Lesen von erotischer Literatur lässt einem so manchen heißen Einfall kommen. Übrigens kann es sehr reizvoll sein, sich gegenseitig Sexgeschichten vorzulesen. Einfach mal trauen und ausprobieren!

Hier die wichtigsten Tipps auf die Schnelle:

● Sanft anfangen und langsam steigern!

● Eine Skala und ein Safeword entwickeln, die verbindlich sind. Eine Skala von 1-10, bei der Sub mitteilen kann, wie hoch ihr Schmerzempfinden während der Interaktion ist. Dies gibt dem Dom Orientierung, ob er noch Spielraum für Aktionen und Steigerung hat. Ein Safeword, dass sofort eine Session beendet, wenn es von einem der beiden ausgesprochen wird. Wichtig: Auch Dom kann dieses benutzen!

● Tabus unbedingt im Vorfeld abklären! Diese sind für alle verbindlich.

● Immer wieder Zwischenfragen einbauen, um nach dem Befinden des Spielpartners zu fragen. Gerade zu Beginn kann ein Part schnell von den neuen Eindrücken überfordert sein. Auch ist es für den dominanten Part schwerer, zu Beginn einer Session sein Gegenüber in seinen Reaktionen immer richtig zu lesen. Dieses Eingespieltsein wächst mit der Zeit, und die Wahrnehmung wird diesbezüglich zunehmend besser.

● Schlaginstrumente für Spanking unbedingt zuvor am eigenen Körper ausprobieren. So kann die Kraft des Schlages besser eingeschätzt werden. Dabei kommt es auch auf das Material an. Leder wirkt beim Aufprall anders auf der Haut als Gummi oder ein Rohrstock.

● Organe, die nicht von Knochen geschützt sind, sollten niemals behandelt werden. Dies meint vor allem die Region zwischen Hüftknochen und Rippenbögen. Gerade Neulinge sollten diese Stelle aussparen und sich lieber dem Hintern widmen. Dieser hält eine ganze Menge aus. Ernste Verletzungen geschehen dort seltener.

● Bei längeren Gerätschaften wie Peitschen oder Dressurgerten sollte zuvor an einem Kissen Zielübungen unternommen werden. So passieren Unfälle sehr viel weniger, und die Entfernung und Wirkung beim Schlag können besser eingeschätzt werden.

● Alles, was unter die Haut geht, wie zum Beispiel das Spiel mit Nadeln, sollte als Praktik für Anfänger ausgespart bleiben, denn das Infektionsrisiko und die Gefahr für schwere Verletzungen wie Nervenschäden sind hier schlichtweg zu hoch. Solche Spielvarianten gehören in das Repertoire erfahrener BDSMler, die sich vorab einer medizinischen Schulung unterzogen haben.

● Die Sicherheit deiner Sub steht immer vor deinem sexuellen Vergnügen (meint BDSM-Begrifflichkeit SSC – Safe, Sane and Consensual). BDSM heißt nicht, dass du deiner Partnerin weh tust und über ihre Bedürfnisse hinweg agierst. Sie behält die ganze Zeit die Kontrolle über die Situation und legt im Vorgespräch mit ihren Tabus fest, was erlaubt ist und was nicht. Daran musst du dich halten, immer und zu jeder Zeit. Das ist der Unterschied zur Gewalt. Sub behält durch das Safeword die Kontrolle darüber, wie weit ein Geschehen gehen darf.  

● BDSM sollte zu jeder Zeit nüchtern und ohne den Einsatz von Drogen oder anderen Betäubungsmitteln praktiziert werden.

Was ist meiner Partnerin gegenüber zu beachten?

Wer mit seiner Partnerin wahre Lust erleben und seine Beziehung auffrischen möchte, der sollte ein paar Grundsätze beachten, die grundsätzlich in einer Partnerschaft und nicht nur für die Sexualpraktik BDSM gelten:

  1. Setze auf gute Kommunikation

Die Sexroutine durch aufregende, submissive Rollenspiele zu durchbrechen, kann die gegenseitige Vertrauensbasis zueinander stärken und im besten Fall noch steigern. Doch vor jeder Aktivität steht der gemeinsame und ehrliche Austausch. Wünsche und Ängste sollten hierbei offen angesprochen werden.

  • Humor ebnet den BDSM-Weg

Betrachtet vor einer Session euer ausgewähltes Kinky-Spielzeug. Fasst es einmal beide an, lasst das Material auf eure Sinne wirken. An dieser Stelle würde sich die Vereinbarung des Safewords anbieten.

  • Erst die Komfortzone, dann den neuen Gefühlen nachgehen

Kleine Schritte führen zum großen Erfolg. Beginne nicht gleich mit der härtesten Praktik, sondern wähle Inhalte, von denen du sicher weißt, diese gefallen deiner Partnerin. BDSM muss nicht unbedingt gleichschaltend mit Lustschmerz einhergehen. Vertrauensvolle Hingabe, leidenschaftliches Ausgeliefertsein und das Spiel mit Macht sind einige besondere Eckpfeiler, die den Reiz des BDSM ausmachen. Ein sinnliches Wechselspiel zwischen Eiswürfeln und einer Feder meint auch reizvolle Unterwerfung. Es braucht nicht zwingend eine Gerte.

  • Nutze geschenktes Vertrauen niemals aus

Endlich kannst du an deiner Partnerin einmal deinen ganzen Frust auslassen? Vorsicht, das geht nach hinten los und zerstört Vertrauen! Mache dir bewusst, dass du als dominanter Part eine große Verantwortung trägst. Die Sicherheit und das Wohl deiner Partnerin liegen zu jeder Zeit in deinen Händen. Sie kann sich nur ganz fallen lassen, wenn sie darum weiß. Handelst du hingegen eigennützig oder gar aus Rache, vergehst du dich an ihr.

  • Hole dir fachmännische Unterstützung

Da BDSM die Gesundheit deiner Partnerin bei unsachgemäßer Ausübung gefährden kann (sowohl die physische als auch die psychische), solltest du dir vorab technische Hilfe und fachmännische Anleitung holen. Schäme dich nicht dafür, sondern sei stolz darauf, dass du deine Fürsorgepflicht gegenüber deiner Partnerin ernst nimmst.

  • Gemeinsam das Neuland betreten

BDSM lebt vom Miteinander, es ist keine One-Man-Show. Weder eine Sub noch ein Dom agieren dabei alleine. Durch BDSM und die Gespräche, die damit verbunden sind, könnt ihr beide noch näher aneinanderwachsen und euch gegenseitig unterstützen. So wächst das Vertrauen auf beiden Seiten.

Fazit:

Die Welt des BDSM ist keine abartige oder gestörte. Sie kann für eure Beziehung zum Sprungbrett für eine bessere Kommunikation und ein solideres Vertrauensfundament werden. Diese positiven Erfahrungen können auf alle Bereiche der gemeinsamen Beziehung abfärben, euer Liebesleben auffrischen und euch große Lust erleben lassen.

                                                                 Written by Julia, Autorin „Gewürzt mit Herz“

Meine Kurzgeschichte: „Vom Einengen und Befreien – Ein Mann und seine Hassliebe zu Latex“

FSK 18

Die heruntergelassene Jalousie erlaubte es nur wenigen Sonnenstrahlen, in das Schlafzimmer des Einfamilienhauses vorzudringen und das dämmrige Licht zu durchbrechen. Dennoch herrschte in diesem Raum vornehmlich Dunkelheit, jedoch in einem überschaubaren Maße, welches es noch erlaubte, die Umgebung einigermaßen klar zu erkennen. Eine gewisse Schwüle waberte durch die Luft und ließ den leicht untersetzten Mann merklich schwitzen, der auf dem großen Bett saß. Ein grünes Handtuch war um seine Hüften gewickelt, ein paar letzte Wassertropfen glitzerten auf seinen kantigen Schultern. Er musste wohl gerade geduscht haben, denn Kondenswasser bildete sich am Badfenster. Der Mann musste in den Fünfzigern sein. Mit einer Hand fuhr er sich durch die graumelierten Schläfen, mit der anderen Hand griff er nach einem größeren Gegenstand, der neben ihm auf dem Bett lag.

Nun wandte er auch seinen glatt rasierten Oberkörper diesem größeren Gegenstand zu – einem Karton, dessen Klebeband schon entfernt worden war. Es musste nur der rechteckige Deckel angehoben werden, dann war der Inhalt dieser Kiste offenbart. Doch noch schien der geduldige Mann kein Interesse am Auspacken zu haben, denn er nahm die Kiste auf seinen Schoß und streichelte den Deckel zärtlich und liebevoll, so als würde er einen menschlichen Körper streicheln. In keiner Weise schien er es eilig zu haben, sondern zelebrierte stattdessen das Auspacken des Inhalts dieses braunen Kartons. Irgendetwas Besonderes musste wohl darin verborgen sein, denn mit einer gehaltvollen Inbrunst schien der fast nackte Mann diesem entgegenzufiebern. Scheinbar schienen seine Finger ein wenig vor freudvoller Erwartung zu zittern, als er den Deckel behände anhob. Überraschenderweise nahm er den gesichteten Inhalt nicht sofort aus dem Karton, sondern beugte sich mit seinem Kopf darüber und tätigte ein paar tiefe Atemzüge.

Die zuvor angespannten und hart wirkenden Gesichtszüge des Mannes entspannten sich augenblicklich.

Seine Schultern fielen sodann herab und gaben ihm sofort einen gelösteren Gesamteindruck. Der Geruch, welcher ihm aus dem Karton entgegen strömte, musste ihm wohl sehr gefallen. Ein wenig verweilte er noch in diesem sinnesstarken Vorgang, dann griff er mit seinen großen Händen hinein und ein leises Rascheln war zu hören. Kurz darauf wurde der in Karton befindliche Inhalt angehoben und entblößt. Zum Vorschein kam ein schwarzer Heavy-Rubber-Catsuit.

Beinahe zärtlich drückten die groben Hände des Mannes den festen Latexstoff gegen seine Wangen, um diesen im Anschluss an die schmalen Lippen zu führen und zu küssen. Als wäre er in einem Zwiegespräch mit einem Gegenüber, glitten die Hände des Mannes behutsam über den Latex und streichelten diesen wie die warme, weiche Haut eines geliebten Menschen.

Langsam ließ der Mann seinen stämmigen Oberkörper nach hinten gleiten, bis dieser auf der rotgemusterten Bettdecke zum Liegen kam. Genießerisch führten die sanften Bewegungen des Mannes den Latexstoff wohlig über seinen gesamten Körper, um auf dem Bauch letztendlich zum Stillstand zu kommen. Fest drückten die haarigen Hände des Mannes den schwarzen Heavy-Rubber-Catsuit an seine Körpermitte und entlockten ihm ein glückseliges Lächeln.

„Bald … Bald darf er wieder sein, mein Besuch der Gartenlaube“, erfüllte das kehlige Flüstern den spärlich beleuchteten Raum. Nach einer kurzen Pause ergänzte er: „Sehr bald …“ Daraufhin breitete sich ein glückliches Grinsen auf dem stoppeligen Gesicht des Mannes aus.

***

Die schweren, grauen Wolken des Morgens hatten es dem aufmerksamen Beobachter bereits angekündigt. Nun setzte der Landregen in stetig steigender Frequenz ein. Doch das schlechte Wetter störte den Mann kein bisschen. Im Gegenteil, er war bestens gelaunt. Heute war ein besonderer Tag – heute durfte es wieder geschehen. Fast schon hatte er ein schlechtes Gewissen. Er liebte seine Frau wirklich. Sie war eine gute Frau und gleichsam seine Freundin und Beraterin, ein Coach und eine Managerin des Alltags. Und doch hatte er ihr nie von seinen tiefsten Sehnsüchten und Bedürfnissen erzählt, nie von seinen inneren Dämonen und Gelüsten, ihr nie seine wahrhaftige Seele preisgegeben. Sie war weder devot noch dominant und konnte seines Erachtens nichts mit der Submission anfangen, geschweige denn mit den Ausartungen einer Fetischliebe.

Ja, sie pflegten noch Sexualität miteinander, auch regelmäßig. Der Sex war durchaus in Ordnung und sie war immer noch eine schöne und begehrenswerte Frau, trotz dass sie ihre Blütezeit schon länger überschritten hatte. Es machte durchaus Spaß, mit ihr zusammen zu sein und Zeit zu verbringen. Doch …

Und da waren auch noch die Kinder, zwei an der Zahl. Unglaublich dankbar war er seiner Frau für ihren unermüdlichen Einsatz und für ihr nimmermüdes Schaffen und Gestalten ihres Heimes, der Erziehung der Kinder und der Aufrechterhaltung ihres gesellschaftlichen Wirkens. Seine Frau hatte ihm stets diese Alltagssorgen vom Leib gehalten und ihn nicht mit unnützen Fragen genervt, die sie alleine entscheiden konnte. Ja, in der Tat, was hatte er doch für eine wundervolle Frau und zwei gesunde, talentierte Kinder.

Verdammt!

In seiner Magengegend zog es sich unangenehm zusammen, der Klumpen darin drückte ihm schwer auf das Gemüt. Verdammt! Sein schlechtes Gewissen meldete sich erneut zurück und ließ seinen Puls ansteigen. Warum haderte er mit seinem Dasein, wo er doch alles hatte, was sich jeder wünschte? Warum war er verdammt nochmal ein solcher Versager und verrückter Freak? Warum musste ausgerechnet er ein Spinner sein und nicht sein Nachbar? Die Welt des BDSM, warum hatte er nicht den Mut, sich zu dieser zu bekennen?

Heftige Schamgefühle breiteten sich in seinem Denken aus, schwappten über und bahnten sich ihren toxischen Weg durch sein gesamtes Sein. Wenn er nur ein richtiger Mann wäre, wenn er nur etwas mehr Courage besäße, dann könnte er seine Wirklichkeit genießen und diese inneren, besonderen Regungen unterdrücken.

Auf einmal bekam er etwas schlechter Luft. Eingeschnürt war er von gesellschaftlichen Verpflichtungen. Zu erfüllende Konventionen fühlten sich wie ein Korsett an, dass sich immer enger um seinen Leib schlang. Wo es nur ging, passte er sich den Umständen an und tat, was von ihm erwartet wurde. Dem ungerechten und selbstherrlichen Vorgesetzten gegenüber, dem er liebend gerne einmal die Fresse polieren würde! Seiner Familie und seinen Verwandten gegenüber und ja, sogar seinem ganzen sozialen Umfeld bis hin zu seinen Freunden war er in dieser Hinsicht absolut verlässlich. Niemand wusste von seinem Geheimnis. Er hatte dieses vermaledeite Versteckspiel so dermaßen satt! Diese immer drückende Demütigung begleitete ihn schon so lange und hing wie ein Damoklesschwert über seinem Haupt. Nie konnte er sicher sein, dass sich irgendwann dieses Schwert herabsenkte und ihn traf, ihn zerstörte und ihm seine Würde nahm, ihn bloßstellte als verrückten Freak – wenn sein Geheimnis entdeckt würde.

Was hatte er für eine andere Wahl, als sich zu verstecken wie ein Geächteter?

Gab es denn überhaupt eine Alternative?

Wie konnte er sein Glück und seine geheimsten Wünsche leben, und dennoch nicht alles Ansehen und allen Status zu verlieren? Schlicht gesagt, nicht sein Gesicht zu verlieren?

Die Stimme seiner Frau riss ihn aus seinen Gedanken. Gerade stand er mit ihr am Familienauto. „Liebling, alles ist verstaut und erledigt. Ich fahre dann mit den Kindern los zu meinen Eltern in das verlängerte Wochenende, ein bisschen Erholung finden. Möchtest du wirklich nicht mit? Etwas Entspannung würde dir, glaube ich, auch ganz guttun!“

Mit diesen Worten schloss sie den Kofferraum und näherte sich ihm schwungvoll, den Regentropfen verzweifelnd ausweichend. Er nahm sie in seine Arme und gab ihr einen schnellen Kuss auf die duftende Stirn. Ihr Parfum war wieder einmal hinreißend. Was für eine attraktive Frau sie doch noch immer war.

„Mach dir um mich bitte keine Gedanken Schatz, ich bleibe hier und nutze den Feiertag, um den Garten ein wenig auf Vordermann zu bringen. Habe viel Spaß und grüß bitte Horst und Inge von mir!“

Der blaue Van setzte sich geräuschvoll in Gang, passierte eine große Pfütze und bog in die angrenzende Straße. Der Wagen war noch nicht aus seinem Blickfeld entschwunden, da flüsterte er schon gedankenverloren zu sich selbst: „Ich werde Entspannung finden, Schatz, mehr als du erahnen kannst.“ Dass er dabei nicht vorhatte den hauseigenen Garten zu bewirtschaften, tat in diesem Moment nichts zur Sache.

***

In seiner Gartenlaube tat sich ihm eine vollkommen andere Welt auf. Diese war sein Zufluchtsort, seine sichere Insel in dem tobenden Gewässer des Alltags. Hier war sein Herz zu Hause, hier wohnte seine Seele, hier lebte er seinen tiefsten, inneren Spirit. Hier in dieser heimeligen Gartenlaube war er, schlichtweg gesagt, einfach er selbst. Nicht oft konnte er diesen Ort aufsuchen, es bedurfte immer ausreichend an Vorbereitung. Seine Frau wusste nichts von dieser Lokalität, warum auch. Sie sollte nicht unnötig beunruhigt werden. Das war seine Privatsphäre, hier schirmte er sich von der kompletten Außenwelt ab. Innerhalb dieser kleinen Welt gab es keine Richter und auch keine Henker, kein gesellschaftliches Diktat und keine rigiden und energieraubenden Verpflichtungen. Nicht einmal seine Freunde aus der BDSM-Szene wussten von dieser Hütte.

Er hatte sich nicht viel Mühe gegeben, eine wundervolle Atmosphäre zu schaffen, denn er hatte ein wenig Bedenken, jemand Unbefugtes könnte den Unterschlupf einmal überraschenderweise betreten. Vorsicht war hier auf jeden Fall besser als Nachsicht, und seine geheime Passion durfte nicht entdeckt werden. Royalblaue, schwere Vorhänge schirmten neugierige Blicke ab. Ein schlichter Schrank, ein Holztisch, ein bequemer, aber einfacher Stuhl und eine recht große, graue Couch bildeten das gesamte Möbelinterieur. Den Raum zierend wirkte ein großer auf dem Boden stehender Spiegel, dessen Mattigkeit wieder einmal wegpoliert werden müsste. Zudem hatte sich der Mann einen Wasseranschluss gebaut, welcher ein karges Spülbecken mit einem Wasserkanister verband, damit er sich nach der Anstrengung waschen konnte. Eine unauffällige Campingtoilette erlaubte eine ungestörte Notdurft.

Einzig in das Auge fallend, und gar nicht an diesen Ort passend, war ein weiblicher Torso, welcher in einer Ecke stand, umschlungen von einem extravaganten, roten Latex-BH. Er hatte diesen vor einigen Jahren als Geschenk für seine Frau gekauft, als er noch unbedarfter war und dachte, er könne sich ohne Weiteres offenbaren. Doch die Angst vor Ablehnung und „Verlassen-werden“ hatte gesiegt und eine Scheidung wollte er auf keinen Fall heraufbeschwören. Die vermeintliche Unvergänglichkeit des Materials gewährte Gnade und zeigte nicht, wie lange dieser Latex-BH bereits von der Puppe getragen wurde und nicht von seiner Frau.

Ein leicht-süßlicher Geruch von Gummi hing in der Luft und verriet sein geheimes Laster – er war ein Latex-Liebhaber, ein Material-Fetischist.

Dieser geschmeidige, sinnliche Gummistoff hatte es ihm rettungslos angetan. Schon als Teenager fand er Bilder von Damen und auch Herren reizvoll, die in Latexmode gekleidet waren. Damals kam er noch recht schwer an diese Bilder heran, er musste sich an Etablissements wenden, um diese zu erhalten. Seitdem bezahlte er auch regelmäßig Frauen dafür, dass sie sich nach seinen Wünschen in Latex hüllten und ihm davon Bilder zukommen ließen. Eine dieser käuflichen Frauen aufzusuchen und seine Materialliebe real mit einem anderen Menschen auszuleben, das hatte er sich bisher nicht getraut. Zu groß wäre sein Schuldempfinden gegenüber seiner Frau. Das stand für ihn jedoch auch nicht zwingend im Mittelpunkt. Herzstück seines Fetischs war das Tragen von Heavy-Rubber-Fashion.

Dieses Gefühl des „Umschlossen-Seins“ liebte er, diese vollkommene Enge, welche unaufhörlich an seinem Körper arbeitete, bis er allmählich seine Arme und Beine nicht mehr spürte. Dieses „Loslassen“ des Körpers, dieses „Kontrolle-abgeben“, dieses „Sich-intensiv-spüren“, das starke und unaufhörliche Schwitzen. Eng umfasst seinen Körper mental verlassen zu können und zu fliegen in weite Ferne, hin zu geilen Welten – das war es, was ihn antrieb, was ihn immer wieder in diese Gartenlaube trieb, in der er seinem Materialfetisch frönen durfte.

Seinen Fetisch auszuleben bedurfte immer einer gewissen Vorbereitung. Mal schnell nebenbei ging das auf keinen Fall, das schnelle Konsumieren barg für ihn nicht seine Erfüllung. Hier in dieser karg eingerichteten Gartenlaube zelebrierte er seine Heavy-Rubber-Latexliebe und das oftmals stundenlang. Noch war er jung genug und hatte die Konstitution dazu. Das Treibenlassen und Abtauchen in diese dunkle, geheime Lust war äußerst kräftezehrend und beanspruchte seinen Kreislauf immer sehr. Das eindringliche und starke Schwitzen unter dem nicht atmungsaktiven Material tat sein Übriges. Gott sei Dank hatte er keine Vorerkrankungen, hatte weder Diabetes noch eine Herzinsuffizienz. Stets ausreichend während einer Heavy-Latex-Session zu trinken, das war im Grunde das Einzige, auf das er gesundheitlich achten musste, denn schließlich war er hier vollkommen alleine. Wer sollte sich um ihn kümmern, falls er kreislaufbedingt einfach das Bewusstsein verlor? Trotz aller Latexliebe, solch ein Risiko wollte er nicht eingehen. Er beugte stets vor und hatte immer ausreichend Wasser im Geräteschuppen hinter der Gartenlaube deponiert. Unvernünftig sollte keiner seinen Fetisch ausleben.

Für einen kurzen Moment schloss er die Augen und atmete einige Male hörbar ein und aus. Ruhe erfasste ihn. Ruhe – und ein erhabenes Gefühl der Zufriedenheit, welches sich wie eine warme Flüssigkeit in seinem gesamten Körper ausbreitete.

Es begann.

Als würde er über eine unsichtbare Schwelle schreiten, straffte er seine Schultern und wirkte auf einmal wie ein anderer Mensch. Ein innerer Drang ließ in ihm den Wunsch aufkommen, seine Haut abzustreifen und sich eine andere Haut überzustreifen. Eine Haut, die seiner wahren Bestimmung entsprach – eine Latexhaut.

Festen Schrittes ging er auf den Schrank zu. Dort angekommen öffnete er die etwas schwere Holztür, welche sich hörbar knarrend den Anweisungen fügte. Im Schrank offenbarte sich ihm eine beträchtliche Fülle an allerlei Latex-Fashion-Teilen, die fein säuberlich, akkurat und farblich sortiert an der Kleiderstange angeordnet waren. Ein süßlich-schwerer Duft erfüllte sogleich den kleinen Raum der Gartenlaube und lud ein zu einer Sinnesreise der besonderen Art.

All das, auch das Hinkommen dorthin, bildete die Grundlage für seinen vollkommenen Genuss. Behutsam nahm er den schwarzen Catsuit aus dem obersten Fach, welchen er sich damals schicken ließ. Der Anzug besaß eine Materialdichte von 0,8 und gehörte der Kategorie Heavy-Rubber an. Der schwarze Catsuit wog schwer in seinen Armen, so dass diese Anstrengung ihn das erste Mal seinen Körper bewusst spüren ließ. Behutsam trug er den Catsuit hin zum breiten Sofa und bereitete ihn darauf aus. Voller Vorfreude ging er erneut zum Schrank und nahm noch ein Paar schwarze Latexsocken sowie schwarze Latexhandschuhe heraus, die eine Länge bis zu den Ellbogen aufwiesen.

Wie in einem feierlichen Zeremoniell begann er, alle Latexkleidungsstücke auf links zu drehen und diese fein säuberlich mit einem speziell für diese Anlässe gefertigten Silikonöl einzureiben. Da er seinen Materialfetisch schon lange praktizierte, war ihm durchaus bewusst, dass er nicht zwei unterschiedliche Farben gleichzeitig verwenden durfte, sonst drohte eine Verfärbung, welche seine Kostbarkeiten für immer und unwiderruflich ruinieren würde. Auch legte er zuvor seinen Ehering ab, denn er wollte auf keinen Fall eine Schädigung der Struktur des Materials riskieren, welche Metall auf Latex grundsätzlich hervorrufen konnte. Das Silikonöl war geruchsneutral und ließ seine großen Hände sämig über den glatten Stoff gleiten. Wie die sinnlichen Berührungen eines Liebhabers vollzogen sich seine Bewegungen, untermalt vom liebevollen Blick seiner blauen Augen. Ab diesem Moment an verlor er jegliches Zeitgefühl und tauchte widerstandslos ein in diese wunderschöne Welt und trat eine aufregende Reise in sein Innerstes an.

Das Anziehen dieser außergewöhnlichen Kleidung erforderte all seine männliche Kraft. Das Silikonöl half zwar dabei, doch diese zweite Haut dem eigenen Körper zu schenken, diesen Vorgang fürchtete und genoss er jedes Mal gleichermaßen. Als er es endlich erreicht hatte, strich er sich mit stolzgeschwellter Brust über diese, erfüllt von unsagbarer Freude und Glückseligkeit. Fast augenblicklich reagierte sein eigener Körper auf den festen Griff des dicken Latexmaterials. Dieser biologische Vorgang verhalf ihm dabei, sich zu spüren. So oft musste er im mühsamen Alltag bestehen, funktionieren und agieren im Sinne der anderen, nie wirklich in seinem Sinne. Diese Erdung, dieses „Sich-Spüren“, diese Wonne schenkte ihm seine zweite Latexhaut, in deren konsequenter Umarmung er sich komplett fallen lassen konnte.

Konnte ihn ein Mensch überhaupt so halten wie diese Latexhaut?

Das Schwitzen setzte ein – unaufhörlich rannen die Schweißperlen über seine Haut, denn Latex ist atmungsinaktiv. So paradox dies für einen Außenstehenden klingen mag, auch das genoss er über alle Maßen. Mit jedem Tropfen dieses Schweißes entwich auch ein wenig seiner Beklemmung und seines Unwohlseins. Das fast zu Boden drückende Heavy-Rubber Material ließ ihn Stunde um Stunde leichter werden und hob ihn gleichzeitig in den Himmel. Er flog. Je schwerer und dicker der Latex war, desto schneller und wahrscheinlicher trat dieser psychologische Effekt bei ihm ein. Dünner Latex vermochte dies in der Tat für ihn persönlich eher nicht.

Mühsam bückend streifte er sich die Socken über die Beinenden des schwarzen Catsuits, darauf bedacht, dass der Schweiß nicht hinauslief. Bereits jetzt schon schränkte der Heavy-Rubber seinen gesamten Bewegungsapparat extrem ein und ließ seine Bewegungen holprig und seinen Gang staksig werden. Die ellenbogenlangen ebenfalls schwarzen Handschuhe hob er sich dabei bis zum Schluss auf, um es ein wenig leichter beim Anziehen der restlichen Kleidung zu haben.

Nun stand er fast komplett in dicken Latex gekleidet da. In langsamen Bewegungen suchte er den großen Spiegel auf, in welchem er sich eingehend betrachtete. Wie schön er sich selbst in diesen Augenblicken fand – wie perfekt. Diese gnadenbringende Perfektion, glatt und ohne Schnörkel, eben ohne Ecken und Kanten – warum vermochte es im Alltag nicht immer so sein? So leicht, so friedvoll, so ohne Probleme, die einen beinahe innerlich zerfraßen wie Salpetersäure?

Sein Blick im Spiegel richtete sich erneut auf das Innenleben des Schrankes. Im untersten Fach befand sich gewöhnliche Alltagskleidung. Karierte Hemden, Pullover, Jeanshosen, Socken, Unterhemden, Unterhosen. Er würde sein Werk vollenden und Alltagskleidung über seine Latexmontur überziehen, um sich wieder vermeintlich der Norm anzupassen. Doch insgeheim lachte er im Stillen über diese Spießbürger, wussten diese doch kein bisschen um sein prickelndes Geheimnis, welches er auf der Haut unter der Kleidung und im Herzen mit sich trug.

„Diese verdammten Idioten!“, lachte er in den Raum hinein und überlegte sich schon einmal gedanklich, an welcher Stelle er zuerst das Unkraut jäten würde. Der Landregen hatte mittlerweile aufgehört und der Boden duftete dadurch herrlich und urtümlich. Dank des Regens würde ihm diese eher unangenehme Arbeit ein wenig erleichtert sein. Die Hecke musste gestutzt werden und der angrenzende Geräteschuppen wartete auch auf ein wenig Aufräumen. Viel war zu tun, er würde vollends auf seine Kosten kommen.

Immer mehr würden dabei seine Gliedmaßen bei der körperlich fordernden Arbeit anfangen zu kribbeln, so als würden diese einschlafen. Immer mehr würde er gegen diese unsagbare Schwere des dicken Latex ankämpfen müssen, um Contenance zu wahren. Vielleicht würde er einen dieser blöden Spießer an der Nase herumführen, einen Plausch mit dem Parzellennachbar am Zaun halten?

Ein diebisches Grinsen breitete sich auf seinen herben Gesichtszügen aus. Ja, heute würde er allen den Mittelfinger zeigen.

Heute würde er wieder frei sein – und fliegen.

Seiner Seele würde Erdung widerfahren und seinem Geist würde Ruhe geschenkt. An diesem Tag würde er seine Batterien gänzlich wieder neu aufladen und sich vollends entspannen können.

Im Zugehen auf den Kleiderschrank passierte er den Frauentorso mit dieser atemberaubend schönen, roten Latexschönheit. Wehmut kam sogleich in ihm auf und ließ ihn bedächtig über die feinen Kurven der Figur streichen.

„Schatz, hoffentlich geht es dir gerade gut und du bist glücklich!“, kam es ihm gedankenverloren in den Sinn.

Dieser rote Latex-BH würde ihr so wundervoll stehen und sie glanz- und stilvoll einkleiden. Würde sie so geschmückt einen Raum betreten, wären ihr alle bewundernden Blicke gewiss. Jede andere Frau würde in ihrem Schatten stehen und sie neidvoll anblicken. Könnte er seine Frau nur ein einziges Mal seinen BDSM-Gleichgesinnten vorstellen oder gar bei einer Vorführung präsentieren, er wäre der glücklichste Mann auf Erden.

Unbeholfen wirkenden Schrittes setzte er seinen Gang und sein Vorhaben fort. Wie schade, dass diese bezaubernde Vorstellung seiner Frau, geziert mit dem rotem Latex-BH, wohl für immer eine Fantasie bleiben würde.

So dekorierst du deine Frühlingshochzeit

Herzlichen Glückwunsch zu eurer Entscheidung, im Frühling heiraten zu wollen! Welche Dekorationsmöglichkeiten bieten sich euch hierfür an?

Der schönste Tag im Leben

Der Frühlingsmonat Mai ist statistisch gesehen der Monat, in welchem am meisten geheiratet wird. Kommt mit auf eine Reise der Inspiration!

Nachhaltigkeit und Natürlichkeit

Der Trend bei Frühlingshochzeiten sind nachhaltige und natürliche Deko-Elemente. Dieser Trend zeichnet sich auch bei den Einladungskarten ab. Schlichtheit und Eleganz, klare Linien und Schriftführung, wenig Worte und realistische florale Motive, alles ohne viel Schnörkel.

Eine Fotostory gehört unbedingt dazu

Eine wunderbare Möglichkeit, eure Liebe durch ein Printmedium festzuhalten, ist eine Fotostory. Nutzt die Fotostory, um die Meilensteine eurer Liebe und die Eckpfeiler der gemeinsamen Zusammengehörigkeit festzuhalten. Für euch selbst und für eure Liebsten stellt eine Fotostory eine zeitlose Erinnerung dar! Bedient euch des zauberhaften Kaleidoskops der Frühlingsfarben. Klassisch zeitlos sind Pastelltöne wie Apricot und Hellblau. Wenn ihr gerne auch trendy sein wollt, probiert einmal den komplett weißen Vintage-Stil.

Holz als nachhaltiges Dekoelement

Zugegeben, etwas robust und derb kann Holzdekoration schon wirken. Fehlt da nicht die filigrane Note, fragt ihr euch vielleicht? Schließlich wollt ihr nicht im Herbst heiraten. Gehören zur Hochzeit im Frühling nicht Leichtigkeit und Zartheit?

Bitte bedenkt, dass sich alles Genannte nicht ausschließen muss. Wirkt nicht erst Derbheit durch Zartheit und Klarheit durch Verspieltheit? So wie eure Liebe viele verschiedene Facetten beinhaltet, so ist dies auch in Bezug auf eure Dekoration. Seid gerne auch für ungewöhnliche Kombinationen offen.

Die Braut und die Brautjungfern im Frühling

Meistens genießen Braut und Brautjungfern die Zeitmomente vor der Trauung gemeinsam. Haltet diese gefühlvollen Impressionen unbedingt auf Fotos fest. Wählt den Farbton der Brautjungfernkleider in einem Pastellton wie einem zartes Rosa oder einem sanften Lavendelblau. Auch ein frisches Mintgrün oder ein schimmerndes Lila eignen sich hervorragend.

Aufgrund des Frühlings solltet ihr vor größerer Hitze verschont bleiben. Wählt luftige Stoffe und Schnitte mit hübschen Blumengestecken. Das Wohlfühlen in der Garderobe ist sehr wichtig für euer Stimmungsbarometer!

Für den Blumenschmuck der Tischdeko und des Brautstraußes bieten sich im Frühling Pfingstrosen und Kirschblüten an.

Geheimtipp: Verwendet für die Brautfrisur Schleierkraut. Diese Pflanze übersteht einen ganzen Tag und eine ganze Nacht und lässt die glückliche Braut wunderschön erstrahlen.

Beleuchtung am Abend

Eine Hochzeit dauert bis in die späte Nacht. Da sollte die Dekoration mit Lichtelementen nicht vergessen werden.

Hochzeitslieder und Hochzeitssänger

Auch eine Frühlingshochzeit sollte klassische Musikelemente wie auch individuelle Highlights beinhalten. Wusstet ihr, wer der teuerste Hochzeitssänger der Welt ist? Mariah Carey möchte für Ihre Audienz schlappe 2,5 Millionen US-Dollar. Dann vielleicht doch lieber Elton John? Ihn könnt ihn für 1 Millionen US-Dollar buchen! Na gut, dann lieber eine günstigere Superlative: Die Hochzeitstorte von Queen Victoria macht euch lange satt! Sie bringt ein Gewicht von 300 Pfund mit sich!

Fazit:

Für eine Hochzeit im Frühling eignet sich hervorragend der Vintage-Look, alles basierend auf Hochzeitsweiß. Helle, klare und einladende Strukturelemente, verbunden mit grünen Farbtupfern und Holzdeko aus Birkenstämmen, runden das perfekte Wohlfühlambiente einer Frühlingshochzeit ab.

Kirchenbesuch mit Kleinkind

Vage erinnere ich mich an meine Kindheit zurück: Kleine Kinder waren in der Kirche kaum anwesend und schienen eher toleriert als willkommen. Spätestens wenn ein solches Kind zu weinen begann und die Predigt des Pfarrers störte, war die Toleranz am Bröckeln. Vor dem geistigen Auge sehe ich eilends heraushuschende Eltern, die mit hochrotem Kopf und schreiendem Kind das Kirchengebäude verließen. Auch mir wurde früher gesagt, dass die Kirche ein Ort der absoluten Stille ist, nichts angefasst werden darf und die Erwachsenen in ihren Tätigkeiten nicht beeinträchtigt werden sollten, schon gar nicht der Herr Pfarrer selbst.

Ich mochte schon als Kind Kirchenbesuche. Meine Eltern waren gläubig, aber nicht bigott. Sie lehrten mich die Schriften der Bibel und brachten mir die Feste im Jahreskreis nahe. Mir durfte das Glück widerfahren, gänzlich schöne Empfindungen mit meinem Glauben zu verbinden und empathischen und weltoffenen Würdenträgern zu begegnen. Mitunter war es jedoch als Kind auch anstrengend, still zu sitzen, keine Fragen stellen zu dürfen und nicht mit irgendetwas aufzufallen. Dieses an sich sehr erwachsene und für Kinder sicherlich herausfordernde Verhalten war bestimmt nicht immer leicht umzusetzen. Doch ich erinnere mich an Pfarrer, die verständnisvoll waren und nicht mit erhobenem Zeigefinger drohten.

So stellte und stellt es für mich eine ganz natürliche und selbstverständliche Angelegenheit dar, meinem Sohn die Kirche als Ort der Ruhe und Einkehr nahe zu bringen. Der Glaube zelebriert sich in erster Linie in vielen kleinen Gesten im Alltag, so finde ich. Die großen Feierlichkeiten gehören als wichtiger und ritueller Bestandteil dazu, doch war ich nie jemand, der nur zu besonderen Anlässen eine Kirche aufsuchte. Ich suche diesen Ort der Erdung und Mystik gerne auf, bei dem sich die Seelen der Jahrhunderte vereinen. Diese ganz besondere Atmosphäre in den alten Gemäuern, die sich mehr erfühlen, denn erklären lässt.

Es war mitten am Tag, als ich mit meinem Kleinen, der im Kinderwagen saß, die Kirche in unserem Ort betrat. Wieder einmal, denn diese Aufenthalte sind mittlerweile zu einem festen Bestandteil in unserem Wochenablauf geworden. Seit meine erstgeborene Tochter schwerstkrank zur Welt kam und mittlerweile ein Sternchen ist, zünde ich regelmäßig eine Kerze für sie in stillem Gedenken an. Ich vollziehe oftmals einen ähnlichen Ablauf, so dass diese Besuche mit meinem Kleinen nahezu rituell geschehen. Wir betreten die Kirche. Meistens sind wir die einzigen Besucher und ohne weitere Gläubige in der Kirche. Dann gehe ich mit meinem Sohn im Kinderwagen die Gänge entlang und drehe eine große Runde, bei der wir gemeinsam die Statuen der Heiligen betrachten, Jesus am Kreuz sehen und das Taufbecken bewundern. Auch kommen wir an zwei alten Kirchenbänken vorbei und am Aufgang zur Orgel. Dabei kommen mir viele Gedanken, die ich währenddessen artikuliere. Wir saugen beide die bedeutungsvolle Atmosphäre auf. Es ist, als würde das Leben einen Zwischenstopp auf seiner Reise einlegen. Es ist möglich, Luft zu holen und sich zu besinnen auf das wirklich Wichtige. So als würde der innere Kompass neu justiert und ausgerichtet für die weitere Reiseroute. Ich denke, dass diese Worte sehr trefflich beschreiben, wie ich generell und gemeinsam mit meinem Kind einen Kirchenbesuch erlebe. Mit der Anwesenheit meines Kleinen kommt noch die Besonderheit hinzu, dass ich ihm meine Ansichten und Sichtweisen nahebringen kann. In diesem Prozess kommen Fragen auf wie:

„Wer hat wohl schon in dieser uralten Kirchenbank gekniet und gebetet?“

„Welche Heiligenfigur findet sich auf dem Taufbecken?“

„Was hat es mit den Beichtstühlen auf sich?“

Ich höre den ein oder anderen Leser gerade laut denken, das seien keine Themen für kleine Kinder. Warum sollen sie das nicht sein? Unsere Kleinen registrieren mehr, als wir annehmen. Sie verstehen auch viel mehr, als wir vermuten. Es ist dieser kluge Ausdruck in den Augen meines Kindes, wenn er mir aufmerksam zuhört und seine Augen konzentriert umherwandern. Er ist in diesen Momenten sehr ausgeglichen und wirkt interessiert und begeistert. Wohl vermag er noch nicht alles in Worte zu fassen, doch verstehe ich seine Fragen dennoch durch seine Gestik und Mimik. Die Wissensvermittlung steht dabei nicht im Vordergrund. Vielmehr möchte ich meinen Jungen an dem Kulturerbe und der Geschichte teilhaben lassen, ihm eine mögliche Option eines Glaubensweges aufzeigen und ihm somit eine Orientierung schenken. Letztendlich wird er als Heranwachsender für sich entscheiden, welchen Glauben er in Bezug auf eine Kirchenzugehörigkeit wählen möchte. Das Anbieten und Vorstellen von Richtungen finde ich essentiell und nahezu ein Muss einer gelungenen Kindererziehung.

Nach der Runde durch den hinteren Teil der Kirche kommen wir vorne vor dem großen Altar an. Meist liegt dort eine Bibel aus, die aufgeschlagen eine Passage offenbart. Ich lese meinem Kind immer vor, für welchen Vers sich der Pfarrer entschieden hat. Dabei werte ich bewusst nicht, sondern lese schlichtweg vor. Kein `So muss das sein`, sondern ein `Es kann so sein`. Und mein Sohn hört zu.

Danach suchen wir den Ständer mit den Opferkerzen auf, der vor der Statue der heiligen Maria angebracht ist. Einen Betrag einwerfend, entzünde ich stets sechs Teelichter: Für das süße Sternenmädchen und für den kleinen Bruder, der zum Glück kerngesund sein darf. Für alle lieben Verstorbenen und für alle lieben Lebenden. Für uns Eltern und Großeltern und für alle Kinder dieser Welt. In dieser Reihenfolge kommentiere ich den immer ähnlichen Ablauf am Kerzenständer.

Mein Junge und ich betrachten im dämmrigen Licht der Kirche das leichte Flackern der Kerzen, bevor ich das Vaterunser anstimme und einen Rosenkranz vor der Heiligenfigur Mutter Gottes spreche. So endet dann auch meist unser regelmäßiger Kirchenbesuch. Mit einem Lächeln im Gesicht verlassen wir gemeinsam das Kirchengebäude. Immer wieder aufs Neue.

Meine Kurzgeschichte: „Bis dass der Tod uns scheidet? Eine BDSM-Liebesgeschichte“

FSK 18

„Ich bin ein alter Mann. Siehst du den Kellner, Sub? Er dürfte so um die Dreißig sein. Wäre er ein Dom, wäre er doch alterstechnisch perfekt für dich!“

Jana verschluckte sich beinahe an ihrem aromatischen Kaffee, als sie die Worte ihres Herrn vernahm. Wieder dieses leidige Thema, auf das er in letzter Zeit wiederholt zu sprechen kam – sein Alter. Es war nicht so, dass es ihr Herr offensichtlich tat. Nein. Er ging behutsam vor, denn er ahnte, dass seine Worte sie verletzten. Meist standen diese verheerenden Sätze in einem subtilen Zusammenhang und wurden mit einer sorglosen Leichtigkeit ausgesprochen, die in einem ambivalenten Verhältnis zu deren Schwere stand.  

Missmutig kniff Jana ihre Augen zusammen und runzelte verärgert ihre Stirn. Konnte sich ihr Herr diese Spitzen nicht verkneifen? Bereitete es ihm Vergnügen, unentwegt auf ihren Altersunterschied hinzuweisen? Anfangs war er kein bedeutsames Thema zwischen ihnen. Im Gegenteil, sie scherzten darüber. Doch in den vergangenen Wochen rückte ihr Herr die größere Altersdifferenz vermehrt in den Fokus.

Jana fragte sich, warum er dies tat. Meist verbarg sie ihren Groll über seine Aussprüche hinter einem angestrengten Lächeln oder überhörte sie schlichtweg. Das ganze Verhalten ihres Herrn war seltsam, nicht nur in dieser Hinsicht.

Es war schwer, die passenden Worte für dieses wabernde Ungetüm zwischen ihnen zu finden. Der beste Vergleich fand sich in einer immer dichter werdenden Wolkendecke. Wolken, deren Weiß sich in Grau umwandelten. Wolken, die sich unaufhaltsam formierten und zu einer unheilbringenden Gewitterfront auftürmten. Je länger sie über diese Metapher nachdachte, desto trefflicher erschien sie ihr. Ob Jana eher den aufziehenden Sturm fürchtete oder die einsetzende Stille, kurz bevor sich der erste Blitz entlud, dessen war sie sich nicht sicher. Doch sie fürchtete sich.

Der Duft des mit Karamell verfeinerten Kaffees stieg Jana erneut in die Nase. Gedankenverloren griff sie nach der randvollen Tasse. Gerade erst serviert worden, war das Getränk noch sehr heiß und schmerzte ihr beim Ansetzen an den Lippen. Ein spitzer Schrei entfuhr ihr. Beherzt stellte sie die bauchige Tasse ab. Dabei schwappte der Inhalt über die Untertasse und verunstaltete die geblümte Tischdecke mit einem großen, brauen Fleck.

Hastig tupfte Jana diesen trocken und bemühte sich um Schadensbegrenzung. Dabei stieß sie gegen die Blumenvase in der Mitte des Tisches. Die zwei roten Rosen darin kamen gefährlich ins Wanken. Jana prustete und spürte Tränen der Entrüstung in sich aufsteigen. Das war doch absurd! Konnte sie sich nicht wie andere Leute im Griff haben? Wer außer ihr weinte wegen einer solchen Lappalie? Ihre Nerven waren wohl angespannter, als sie vermutete.

Da spürte Jana die markante Hand ihres Herrn auf ihren Fingern. Ein schwieliger Daumen strich rau über ihre zarte Haut und sandte angenehme Schauder über ihren Rücken. Ein mächtiges Gefühl von Erregung vertrieb alle ungeliebten Gedanken. Sinnliches Prickeln erfüllte ihren Kitzler, ließ ihn pochen und ihre Schamlippen anschwellen. Drängende Nässe breitete sich in ihrem pulsierenden Spalt aus und benetzte die Innenseiten ihrer Oberschenkel. Jana atmete schneller und um Beherrschung ringend. Ihre Wangen waren erhitzt. Wie vermochte ihr Herr es, sie mit einer simplen Geste so intensiv zu berühren? Die Angst, dass dieser Umstand keinem anderen Herrn mehr gelingen würde, verdrängte Jana tunlichst. Trotz ihrer Unerfahrenheit erahnte sie instinktiv, dass sie und ihr Herr etwas Seltenes teilten, das nicht so leicht zu finden war.

Das tiefe Timbre ihres Herren Stimme lockte sie aufzublicken und in den unergründlichen Tiefen seiner blauen Augen zu versinken. Ein ganzes Gefühlskaleidoskop begegnete Jana darin. Sie hielt seinem eindringlichen Blick stand, als er wohlwollend resümierte: „Meine Liebe, du wärst nur ein Schatten deiner selbst, bliebest du allseits beherrscht. Wie schön dein Licht strahlt in deiner Aufrichtigkeit. Unschuldig und rein, gleich einem kostbaren Diamanten.“ Seine Worte umhüllten Jana wie ein schützender und Geborgenheit spendender Mantel. Zärtlich glitten seine Finger in ihre und hielten sie sanft umfangen.  

Jana konnte nichts erwidern. Ein dicker Klos formte sich in ihrer Kehle und drückte bei jedem Schlucken. Erneut stiegen Tränen in ihr auf. Tränen der Rührung. Aufgrund ihres impulsiven Charakters kam es vor, das sie von ihren Mitmenschen abgelehnt wurde und Missgunst und Ausgrenzung erfuhr. Sie wusste darum, mit einem überlegten Handeln und reflektierten Vorgehen Probleme und Missverständnisse vermeiden zu können. Eine intrigante Absicht verbarg sich nicht hinter ihren Reaktionen. Jana agierte schlichtweg in bestem Wissen und Gewissen und frei jeglichen Taktierens. Sie trug ihr Herz auf der Zunge.

„Den meisten Menschen wirst du zu anstrengend sein. Auch vielen Doms. Doch manchmal widerfährt einem Glück im Leben. Vielleicht auch dir und einer wird verweilen und genauer hinblicken. Das wünsche ich dir von ganzem Herzen!“

Wieder so ein Ausspruch ihres Herrn, der sie nachdenklich stimmte. Warum zog er andauernd diese Vergleiche? Sie war seine Sub und hegte kein näheres Interesse an anderen dominanten Wesen. Nein, definitiv nicht! Jana wollte nur ihren Herrn und war ihm ergeben mit alledem, was ihn ausmachte.

Der herannahende Kellner veranlasste Jana dazu, schnell die Tränen zu trocknen. Sie wollte ihren Herrn nicht erzürnen. Obwohl sich Jana seiner vollen Unterstützung gewiss war, ahnte sie, dass ihm emotionale Ausbrüche in der Öffentlichkeit unangenehm waren. Ihr Herr war ein diskreter Zeitgenosse, der nicht jedem Einblick in seine Gefühlswelt gewährte. So lächelte Jana, als der Bedienstete fragte, ob beide noch einen Wunsch hätten.

„Haben wir noch einen Wunsch, Schatz?“, konterte Jana grinsend und fing den vielsagenden Blick ihres Herrn auf. Die plötzlich eintretende Stille verursachte ihr ein beklemmendes Gefühl in der Magengegend. Irgendetwas stimmte nicht, dessen war sie sich sicher. Ihre Intuition hatte sie selten getäuscht. Sonst lachte ihr Herr über ihren Humor und ergänzte die neckischen Bemerkungen schlagfertig mit zweideutigen Anspielungen. Oder eine anzügliche Bestrafung folgte.

Jana wurde übel. Am liebsten wäre sie aufgestanden und hätte diese groteske Szenerie verlassen, um an einem ruhigen Ort tief Luft zu holen. Ihre Hände begannen zu zittern, als ihr Herr seine Finger von ihren löste und den Kellner mit einem „Nein, vielen Dank, die Rechnung bitte“ abspeiste.  

Der bittere Geschmack von Galle breitete sich in Janas Mund aus. Sie versuchte ihre Angst vor einem drohenden Unheil mit einem Positionswechsel zu kompensieren und schlug ihre Beine auf andere Weise übereinander. Etwas Unausweichliches brach sich gerade Bahn. Jana ahnte, dass es ihre verletzliche Seele zerstören könnte. Und die ihres geliebten Herrn.

„Ich müsste noch auf die Toilette, bevor wir gehen. Darf ich Sie darum um Erlaubnis bitten, Herr?“ Jana wartete nicht seine Ermächtigung ab, sondern stand hastig auf. Eine ungewöhnliche Handlungsweise von ihr, denn normalerweise war sie eine gehorsame Sub. Von Verzweiflung getrieben griff sie eilig nach ihrer Handtasche.

„Setze dich bitte.“ Mehr von seiner Seite brauchte es nicht. Jana folgte seinen ruhigen Worten umgehend. Ihres Herren stille Autorität hatte sie von Beginn an fasziniert. Die Eindringlichkeit seiner Präsenz hätte nicht wirkungsvoller sein können. Es bedurfte keines Schreiens. Nie. Stumm sank Jana auf den hölzernen Stuhl zurück. Ihr Herr fuhr sich mit der Hand durch seine graumelierten Schläfen und fixierte sie starren Blickes.

„Sub, du hast mitbekommen, dass ich bei meinem Hausarzt war, weil ich wiederkehrende, starke Bauchschmerzen hatte und ab und an Blut spuckte. Er verordnete mir daraufhin eine Magenspiegelung, bei der auffällige Schleimhautwucherungen entdeckt wurden.“

Er konnte Jana nicht mehr ansehen und betrachtete leeren Blickes die zwei roten Rosen in der Vase. Seine Schultern wirkten eingefallen, trotz der beachtlichen Spannung, die seinen Körper erfasste, und seine Gesichtsfarbe wurde fahl. In diesem Augenblick erschien ihr Herr ihr um Jahre gealtert. Da kehrte sein Blick zu Jana zurück. Die aufglimmende Ausweglosigkeit darin ließ sie zusammenzucken.

„Bitte nicht!“, stammelte sie. Unbeeindruckt dessen sprach ihr Herr weiter: „Die Gewebeproben, die anschließend entnommen und untersucht wurden, stellten sich als bösartig heraus. Ich habe Magenkrebs.“

Den wiederkehrenden Kellner bemerkte Jana nicht, genauso wenig die Begleichung der Rechnung. Alles drehte sich. Nur mit äußerster Mühe konnte Jana verhindern, sich nicht an Ort und Stelle zu übergeben. Ihr Tisch lag zum Glück abseits der anderen Gäste. Oder war dies kein Zufall? An diesem späten Vormittag fanden sich nur wenige in der heimeligen Brasserie ein. So waren sie, trotz dem sie sich in der Öffentlichkeit befanden, relativ abgeschirmt.

Jana fühlte sich in einen schrecklichen Film versetzt, in dem ihr die grausame Hauptrolle zukam. Sie stand vollkommen neben sich. Fühlte es sich so an, wenn das Herz vor Kummer zerbrach? War dies der Zustand, bevor nichts mehr zu einem durchdrang?

Das Zittern ihrer Hände verschwand und machte einer Steifheit Platz. Hatte Jana seine Worte richtig verstanden? Magenkrebs? Bedeutete das etwa, er musste sterben?

Ihr Herr schien ihren betroffenen Zustand nicht zur Kenntnis zu nehmen. Als sie wieder alleine waren, führte er seine Erzählung fort: „Sub, mache dir keine Sorgen. Ich werde mich in der kommenden Zeit einer ganzen Reihe medizinischer Behandlungen unterziehen. Dein Herr hat schon andere Dämonen in seinem Leben bezwungen. Nun nehme ich es mit dem Monster Krebs auf. Sollte ich diesen Kampf verlieren, werde ich mein Schicksal akzeptieren. Wenn es so sein soll, kann ich in Frieden und reinen Gewissens von dieser Welt gehen.“

Jana war fassungslos. Sie räusperte sich und redete gegen den immer dicker werdenden Klos in ihrem Hals an. Ihre Stimme klang unnatürlich hoch: „Mein Herr, bitte schließen Sie nicht mit Ihrem Leben ab. Werden Sie nicht mutlos und verzagen Sie nicht! Sie sind ein kraftvoller und entschlossener Mann und werden den Krebs besiegen!“ Jana unterdrückte die Tränen, die heiß hinter ihren Lidern flirrten, denn sie wollte stark für ihren Herrn sein. Am liebsten hätte sie ihm all ihre Energie übertragen, um dass sie gemeinsam diese unheilvolle Krankheit besiegen konnten. Dieser tröstliche Gedanke schenkte Zuversicht. „Wir schaffen das! Ich werde da sein und Sie zu Ihren Untersuchungen begleiten.“

Die große Hand ihres Herrn krachte mit einer solchen Wucht auf den Holztisch, dass die Tischbeine vibrierten. „Nein Sub, das wirst du nicht!“ Jana erschrak und starrte ihn offenen Mundes an.

Die darauffolgende Stille hätte nicht lauter hallen können. Ein Rauschen breitete sich in Janas Trommelfell aus und verursachte ihr heftige Kopfschmerzen. „Warum denn nicht?“, hauchte sie kaum hörbar. Ihre Selbstkontrolle ließ sie im Stich. Eine Träne rann bereits über ihre blasse Wange.

Ihr Herr ballte seine Hand so vehement zu einer Faust , dass die Knöchel weiß hervortraten. Der intensive Ausdruck in seinen blauen Augen hielt Jana gefangen. Eine lähmende Ohnmacht kroch ihr eiskalt in die Glieder. Das alles verzehrende Gefühl nackter Angst bemächtigte sich ihrer erbarmungslos. Janas fein geschwungene Lippen zuckten unkontrolliert, als er in kühlem Ton weitersprach:

„Unsere Wege trennen sich hier Sub Jana. Ich entlasse dich aus deinen Diensten und stehe dir als Herr nicht mehr zur Verfügung. Danke für deine Hingabe und dein ehrenwertes Dienen. Du wirst dir einen Dom suchen, der deiner Altersklasse entspricht und mit ihm glücklich werden.“ Reglos erhob er sich und stolperte über das Tischbein, als er zum Gehen ansetzte. Sogleich sprang Jana auf und stellte sich ihm in den Weg. All ihre Selbstbeherrschung war verflogen. Sie scherte sich nicht mehr um die anderen und was sie dachten, inklusive ihrem Herrn.

Getrieben von unbändiger Wut holte sie schwungvoll aus und verpasste ihm eine schallende Ohrfeige. „Was erlaubst du dir Weib, mich zu schlagen?“, keuchte er. Seine geschlagene Gesichtshälfte leuchtete gerötet. Janas Händeabdruck zeichnete sich deutlich auf seiner Haut ab. Doch Jana ignorierte seinen Protest und holte erneut aus. Grenzenlos wog ihre Empörung über sein Verhalten.

Geistesgegenwärtig hatte ihr Herr Janas Reaktionen vorausgesehen, kannte er doch ihr temperamentvolles Wesen zu gut. In einer schnellen Drehung packte er ihr Handgelenk und bog ihr den Arm hinter den Rücken. Ihre attraktiven Kurven pressten sich unwillkürlich gegen seinen harten, männlichen Körper. Schwer atmend spie der Herr ihr entgegen: „Du Miststück wagst es, meine Autorität infrage zu stellen? Ich handle aus Verantwortung dir gegenüber, dummes Ding! Die hässliche Fratze der Krankheit möchte ich dir ersparen. Du bist jung und kennst noch kein wahres Leid. Glaubst du etwa, es würde dir Vergnügen bereiten, mich mit Schläuchen versehen im Krankenbett liegen zu sehen? Oder mich kotzend und vor Schmerzen windend wegen der Nebenwirkungen der Bestrahlung zu erleben? Möchtest du dabei sein, sollte ich elendig krepieren? Ist es das, was du willst? Ist es das?“

Sein Griff um ihr Handgelenk wurde zunehmend fester und er schüttelte sie, als jedes seiner Worte messerscharf auf Jana niederprasselte. Der glühende Ausdruck in seinen Augen ließ diese grau und undurchdringlich werden, als sein Gesicht nur noch wenige Zentimeter von ihrem entfernt war.

Jana war vollkommen aufgelöst und nicht mehr in der Lage, sich zu zügeln. Die unwiderrufliche Wahrheit drang gnadenlos in ihr Bewusstsein vor und manifestierte sich dort zu einer unüberwindbaren Mauer. Eine Mauer, die ihr Herz mit stählernem Griff umschlossen halten würde. Doch unbändiger Zorn gab ihr die Kraft, für sich einzustehen. „Werter Herr, ich bin erwachsen und kann selbst darüber entscheiden, mit was ich konfrontiert werde und mit was nicht. Verstehen Sie das? Sie sind für mich kein bloßer Beschaffer meiner Begierde, den ich nur will, wenn er gesund ist! Wir haben uns einst geschworen: „Für immer und ewig, in guten wie in schlechten Tagen“. Ich stehe zu meinem Versprechen Ihnen gegenüber, weil ich Sie liebe! Sie nehmen ihres scheinbar nicht ernst, Sie blödes Arschloch!“  

Da vergaß sich ihr sonst so gemäßigter Herr. Er packte Jana am Schopf, riss ihren Kopf nach hinten, schimpfte sie Luder und senkte seine Lippen in einem leidenschaftlichen Kuss auf ihre. Jana stöhnte in seine Mundhöhle und rang mit ihm, doch ihr Körper war nicht mehr ihr Verbündeter. Er strafte ihre Gegenwehr Lügen, als sein berauschender Duft sie einlullte. Ihre Knie gaben nach, als sie ihn schmeckte und ihre Zungen erregend aneinander stießen. Seine Bartstoppeln zerkratzten ihr Kinn und scheuerten es wund. Jana öffnete gierig den Mund, empfing all seine Heftigkeit und verdrängte die vernichtende Erkenntnis, das sie wohl ihren letzten gemeinsamen Kuss teilten. Seltsamerweise war es nicht von Belang, denn dieser kostbare Moment der Glückseligkeit würde sich für immer in beide Seelen einbrennen. Dieser Augenblick würde alle Zeiten überdauern.

Gleich einer Verzweiflungstat schlangen die Liebenden ihre Arme umeinander und pressten sich die Hüften entgegen. Sie fochten einen verzehrenden inneren Kampf aus, liebkosten und straften, schenkten und nahmen. Warme Feuchte traf bedingungslose Hingabe. Die Zeit stand still.

Janas Herr vertiefte seinen Kuss und nahm sie fordernd in Besitz. Immer wieder drang seine Zunge in sie ein. All seine Verzweiflung und Zuneigung brandeten in dieser Liebkosung. Er trank ihre weibliche Essenz, bediente sich ihres Begehrens, brandschatzte sie. Seine geliebte Sub. Seine Gefährtin. Seine Seelenpartnerin. Sein Lebenselixier. Seine Daseinsberechtigung. Sein Ein und Alles.

Die Beule in seiner Hose wuchs unaufhörlich und drückte sich schmerzhaft an ihr saftendes Fleisch. Sein hartes Glied sehnte nach Erlösung und einem Frieden, der über die schlichte körperliche Vereinigung weit hinausging. Das drängende Bedürfnis, Jana als die Seine mit seinem Sperma zu markieren, ihren Leib mit Marken zu zeichnen und sich tief in ihr zu verströmen, war übermächtig. Am liebsten hätte er sie an Ort und Stelle auf die Pflastersteine gebettet und sich so lange in ihr versenkt, bis jeder Tropfen seines Lebenssaftes vergossen war und die Erschöpfung ihn niederrang. Er wollte mit ihr alle Hindernisse überwinden und der vermaledeiten Krankheit ins grässliche Antlitz spucken. Er wollte. Verdammt!

So unvorhergesehen, wie der Kuss begann, endete er. Ihr Herr löste sich ruckartig von Jana und schob sie von sich. Wieviel Kraft ihn dieser Schritt letztendlich kostete und wie sehr er darunter litt, konnte sich Jana nicht erschließen. Zu unbeweglich muteten seine Gesichtszüge an, als erneut die Maske der kühlen Zurückhaltung niedersank. Die nüchterne Contenance war zurück. Ihres Herren wild pochendes Herz blieb genauso verborgen wie die Gallenflüssigkeit, die er mühsam herunterschluckte.  

„So ist es zu deinem Besten Sub. Dein Herr weiß, was er tut. Meine Erkrankung soll dich nicht belasten. Es reicht, wenn sie mich zerstört. Dich soll sie unbeschadet lassen.“ Er blickte auf ihre geschwollenen Lippen. Salzig hatten sie geschmeckt von ihren Tränen, neben der unvergleichlichen Süße. Ein letztes Mal verlor er sich in ihrem wunderschönen Antlitz, das ihm liebend entgegenfunkelte. Verflucht sollte er sein!

„Lebe wohl“, flüsterte er. Dann trat er aus ihrem Leben.

Der Hauch seines Rasierwassers lag noch in der Luft, als ihr Herr schon längst gegangen war. Er hatte sie verlassen. Jana war danach an den Tisch zurückgekehrt und wie eine Marionette, deren Fäden durchgeschnitten wurden, in sich zusammengesunken. Auf ihrem Platz kauernd betrachtete sie den leeren Stuhl, auf dem er zuvor gesessen hatte. Ihr war auf einmal kalt. Die wärmenden Strahlen der Sonne, die mittlerweile hoch am Himmel stand, erreichten sie nicht mehr. Unfähig sich zu bewegen, registrierte Jana den Kellner erst spät, der soeben an ihre Seite gekommen war. Sie musste schrecklich aussehen mit ihrem verschmierten Make-up und dem vom Weinen verquollenen Gesicht. Ihre Tränen waren nicht versiegt und rannen unaufhörlich über ihre bleichen Wangen. Der Angestellte war professionell genug, über ihr derangiertes Aussehen hinwegzusehen. Er wollte die sympathische, junge Frau, die so niedergeschlagen wirkte, nicht unnötig in Verlegenheit bringen.

„Entschuldigen Sie bitte, ich möchte Sie nicht stören, doch das Taxi ist da. Der Fahrer wird allmählich ungeduldig. Der freundliche Herr, ihre Begleitung, hat es für Sie in Auftrag gegeben, bevor er ging.“ Unauffällig legte er eine Packung Taschentücher ab.

Jana lächelte freudlos. Der Glanz ihrer Augen war erloschen. „Natürlich“, wisperte sie kaum hörbar und mehr zu sich selbst, „mein Herr war schon immer ein fürsorglicher Mann.“

Die singende Begegnung am Grab

 

Ich stehe bei meinem Sternchen am Grab, rede mit ihr, erzähle ihr vom Tag und frage, wie es ihr geht. Weil ihr Geburtstag ist, singe ich ihr das Lied: `Wie schön, dass du geboren bist`. Auf einmal bemerke ich eine Frau, die leicht versetzt in der Reihe hinter mir bei den Urnengräbern steht. Sie lächelt mich an und begrüßt mich schüchtern, bevor sie auf mich zugeht.

„Entschuldigen Sie, ich wollte Sie nicht belauschen. Sie haben so schön gesungen. Das ist ungewohnt hier auf dem Friedhof. Ist das Grab von Ihrem Kind?“

„Ja, das ist meine liebe und herzensgute Kleine. Dieses Lied mochte sie besonders gerne. Sie musste leider schon gehen.“

„Das tut mir sehr leid, dass sowas geschehen musste. Wissen Sie, ich bin auch Mutter. Ich kann Sie sehr gut verstehen. Da hinten liegt das Grab meines Mannes. Ich habe ihn besucht, da wir heute unsere Goldene Hochzeit gefeiert hätten. Aber der Krebs, nun ja. Er durfte nicht friedlich gehen und hatte bis zum Schluss starke Schmerzen. Es war schlimm, sage ich Ihnen!“

Eine ganze Weile stehen wir so beieinander. „Wie hieß Ihr Mann, darf ich fragen?“ „Hans.“ „Haben Sie Lust, sollen wir Hans zusammen ein Lied singen? Sie feiern heute doch auch ein Fest zusammen.“ Die Frau wird ganz verlegen. „Meinen Sie? Darf man das denn auf dem Friedhof, gehört sich das so?“

„Ich glaube, der liebe Gott und unsere Verstorbenen haben nichts dagegen, wenn sie uns mit Freude singen hören. Vermutlich ist ihnen das lieber, als unsere Tränen und unser Leid sehen zu müssen.“

Die Frau denkt eine Weile nach. Schließlich meint sie: „`Das Wandern ist des Müllers Lust`. Das liebte er zu singen, als er mit seinen Freunden noch Ausflüge unternehmen konnte. Das würde ihn freuen.“

Und so haben wir Hans das Lied gesungen. „Haben Sie ihn auch gehört beim Singen?“, frage ich die fremde Frau, die mich mit großen Augen ansieht.

„Wissen Sie, sie sind bei uns an unserer Seite, unsere Verstorbenen. Ob die Partner, die Eltern oder unsere Kinder. Alle sind nur in einer anderen Welt.

“Nächstes Mal singe ich wieder!“, lächelt mich die Frau daraufhin an.

Gesunde Ernährung: Superfood Algen

Hand aufs Herz: Gehören Sie auch zu dem Großteil der Menschen in Deutschland, die Algen in erster Linie als grünes und glibberiges Etwas aus dem Meer definieren? Mit Blick auf andere Teile der Erde kann festgestellt werden, dass bei vielen Bevölkerungsgruppen Algen als Gemüse aus dem Meer angesehen und geachtet werden und einen festen Bestandteil des Speiseplans ausmachen. Rückblickend in die Geschichte lehrten einst die Mayas die Zucht der Alge Spirulina und versorgten mit diesem Wissen 2 Millionen Menschen. Wussten Sie, dass es Algen schon lange vor uns Menschen gab? Mehr noch, sie zählen sogar zu den ältesten Lebewesen dieses Planeten!

In etwa werden 30.000 verschiedene Sorten an Algen weltweit gezählt, welche auch für 90 % der globalen Sauerstoffproduktion verantwortlich sind. Dadurch leisten Sie uns einen enormen Beitrag! Die Nahrung der Algen besteht aus den Mineralien des Wassers und dem Kohlendioxid aus der Atmosphäre, gebildet durch das Sonnenlicht. Algen vermögen aufgrund des natürlich hohen Chlorophyllgehalts, wie viele andere Pflanzen auch, Wasser und Kohlendioxyd durch Sonnenlicht in wertvolle Nährstoffe umzuwandeln. Dieser biologische Prozess ist in der Wissenschaft unter dem Begriff „Fotosynthese“ bekannt. Der wirkliche Schatz darin verbirgt sich in dem Geschenk des Sauerstoffs, welcher durch diesen natürlichen Prozess freigesetzt wird. Erkennen Sie, wie wichtig die glibberig wirkenden Algen dadurch für Mensch und Tier werden? Wir können uns nicht leisten, ohne Algen zu sein, denn ohne den produzierten Sauerstoff würde das Leben auf unserem Planeten vermutlich ein anderes sein.

Ist Alge gleich Alge?

Die Grundfarbe von Algen ist grün. Diese ergibt sich aus dem hohen Chlorophyll-Gehalt der Pflanze. Manchmal kann Sie Ihr Auge in Bezug auf die Farbwahrnehmung täuschen, denn zusätzliche Farbpigmente lassen das Grün nicht erkennen, sondern überdecken es. In der Algenkultur werden folgende Unterschiede benannt:

● Die Rotalgen (unter anderem Nori) und die Braunalgen (unter anderem Wakame)

● Die blaugrünen Algen (unter anderem Spirulina) und die Grünalgen (unter anderem Chlorella)

Die beiden letzteren gehören nicht zur Gattung Makroalgen wie ihre großen Verwandten, denn ihre Beschaffenheit ist so winzig, dass Sie diese mit Ihren bloßen Augen nicht einmal wahrnehmen können. Ihre Gattung wird als Mikroalgen bezeichnet. Spirulina und Chlorella gehören neben der AFA-Alge zu den bekanntesten Mikroalgen. Die Gemeinsamkeit aller Mikroalgen ist es, dass sie sich auf dem Speiseplan als so genanntes Superfood wiederfinden, oftmals in Form einer Nahrungsergänzung oder zum Zwecke einer Entgiftung.

Was ist es, das Algen so wertvoll macht?

Ein ganz wichtiger Faktor bei der Beantwortung dieser Fragestellung ist die Nachhaltigkeit. Das Wachstum einer Alge ist verhältnismäßig schnell und immer wiederkehrend. Diese Begebenheiten können sie in der Zukunft zu einer bedeutsamen Nahrungsquelle werden lassen, um die immer größer werdende Weltbevölkerung zu versorgen. Ebenso ist dabei ein weiterer wichtiger Faktor, dass Algen zur Klimaverbesserung beitragen, indem sie Sauerstoff durch den Fotosynthese-Vorgang produzieren und gleichsam Treibhausgase bündeln können.

Können Sie sich vorstellen, dass die Inhaltsstoffe von Algen unglaublich bereichernd und wertvoll für Ihren Körper sein können? Algen gehören in der Tat zu den nährstoffreichsten, essbaren Nahrungsmitteln. Sie schenken uns sehr viele Proteine, wichtige Mineralstoffe (Calcium, Jod, Eisen), gute Vitamine (Betacarotin, B-Vitamine) und nahrhafte Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe.

In Bezug auf den Säure-Basenhaushalt des Körpers helfen Algen beim Neutralisieren und Ausgleichen. Sie unterstützen dabei, den Sauerstoffgehalt im Blut zu durch deren großen Chlorophyllgehalt zu erhöhen, die körpereigene Immunabwehr zu fördern, und ihre Inhaltsstoffe agieren schützend und antioxidativ. Nicht umsonst werden Algen in der Alternativmedizin zur Ausleitung von Schwermetallen eingesetzt. Dabei fungieren Algen wie kleine Kraftspeicher, deren Nährstoffe leicht verfügbar und in konzentrierter Form sind. Hätten Sie gedacht, dass Algen in diesem Maße gesundheitsfördernd sind? Immer mehr Menschen in unseren Breitengraden entdecken den Gesundheitseffekt der Algen. Ebenso auch die Wirtschaft und deren Unternehmen, die vermehrt Produkte aus Algen herstellen.

Welche Alge findet wie Anwendung?

Getrocknet in Pulverform oder alternativ in Form von Presslingen werden Spirulina und Chlorella angeboten. Aus diesen Darreichungsformen können Sie wohltuende, energiereiche Getränke mischen, Smoothies bereichern oder Dips für Beilagen einen gehörigen Mehrwert und extra Pfiff geben.

Sind Sie ein Genießer von leckeren Salaten? Dann sollten Sie in Ihrer Küche Makroalgen verarbeiten. Eingeweicht und getrocknet sollten Sie das gerne einmal ausprobieren. Besonders Spaghetti a la Mare eignen sich besonders dafür und lassen beim bloßen Gedanken daran unseren Magen knurren.

Gibt es unter Ihnen auch Sushi-Fans? In diesem Fall wäre die Nori-Alge genau das Richtige, denn diese lässt sich als Sushi-Grundlage ganz klassisch oder klein geschnitten als besonderes Streugut für extravagante und leckere Gerichte verwenden. Letzteres beinhalten auch die Dulse-Algen, die zu der Gattung der Rotalgen gehören.

Sollten Sie ein großer Liebhaber von maritimen Gerichten sein, die intensiv nach Meer schmecken, wäre für Sie die würzige Wakame eine feine Option. Ihre Beschaffenheit ist relativ fest, anders als bei ihren Artgenossen. Nach der Anwendung einer längeren Einweichzeit kann die Wakame-Alge eine wohlschmeckende Grundlage für jegliche Arten von Eintöpfen und Suppen sein.

Als ein relativ beliebtes Gelier- und Verdickungsmittel fungiert die Alge Irish Moos. Der Knorpeltang wird in dieser Hinsicht für Speisen aller Art verwendet. Besonders in der veganen Küche ist er sehr beliebt: Er ersetzt den Einsatz von Gelatine. Dabei kann sich diese Alge in Torten, Eis, schmackhaften Dessertcremes bis hin zu mundenden Soßen befinden!

Beliebte Produkte hergestellt aus Algen

Das Superfood Algen befördert derzeit viele verschiedene Produkte auf den Markt. Lieben Sie auch die würzig-feinen Kartoffelchips? Probieren Sie doch mal als wesentlich gesündere Alternative Snacks aus knusprig und pikant verfeinerten Algenblättern. Meersalz, Rapsöl und Nori-Algenblätter – fertig ist der krosse und figurfreundliche Knabberspaß. Ebenso spannend klingt die Algen Bouillon zum Verfeinern von Suppen und Soßen. Als vitaminreiche Nahrungsergänzung bieten sich Spirulina-Tabletten an, die mit Wasser geschluckt oder in Smoothies aufgelöst werden können. Sie sind vegan, biologisch hergestellt und ohne jegliche Zusatzstoffe. Gerade als Eisenlieferant finden sie in der veganen Ernährung Anklang.

Hätten Sie vermutet, dass Spirulina Chilli eine Käsesorte darstellt, jedoch mit konventionellem Käse nichts zu tun hat? Eine Gaumenfreude, wenn man es denn scharf mag und experimentierfreudig ist. Da Spirulina acht essenzielle Aminosäuren beinhaltet, würde diese Speise dem Körper sicherlich guttun.

Auch die Welt der Brotaufstriche wird durch Algen revolutioniert, als vegane Variante zu Leberwurst oder auch eine Algen-Bratwurst, ebenso vollkommen vegan. Diese spannenden Möglichkeiten in der Verarbeitung eines nachhaltigen Lebensmittels gibt es, ergänzend durch Algenlimonade, dem Kaviar ähnlich aussehenden Algenperlen, leckere Meeres-Spaghetti (zu denen es schon ein Kochbuch gibt) und Spirulina-Cracker als weitere gesunde Alternative zu Kartoffelchips.

Ausblick auf dieses Buch Algen sind trendy und im Kommen und das gesunde Aushängeschild der aktuellen Superfood-Bewegung.

Rückblickend in die Geschichte lehrten einst die Mayas die Zucht der Alge Spirulina und versorgten mit diesem Wissen 2 Millionen Menschen. Wussten Sie, dass es Algen schon lange vor uns Menschen gab? Mehr noch, sie zählen sogar zu den ältesten Lebewesen dieses Planeten!

In etwa werden 30.000 verschiedene Sorten an Algen weltweit gezählt, welche auch für 90 Prozent der globalen Sauerstoffproduktion verantwortlich sind. Dadurch leisten Sie uns einen enormen Beitrag! Die Nahrung der Algen besteht aus den Mineralien des Wassers und dem Kohlendioxid aus der Atmosphäre, gebildet durch das Sonnenlicht. Algen vermögen aufgrund des natürlich hohen Chlorophyllgehalts, wie viele andere Pflanzen auch, Wasser und Kohlendioxyd durch Sonnenlicht in wertvolle Nährstoffe umzuwandeln. Dieser biologische Prozess ist in der Wissenschaft unter dem Begriff Fotosynthese bekannt. Der wirkliche Schatz darin verbirgt sich in dem Geschenk des Sauerstoffs, welcher durch diesen natürlichen Prozess freigesetzt wird. Erkennen Sie, wie wichtig die glibberig wirkenden Algen dadurch für Mensch und Tier werden? Wir können uns nicht leisten, ohne Algen zu sein, denn ohne den produzierten Sauerstoff würde das Leben auf unserem Planeten vermutlich ein anderes sein.

Ist Alge gleich Alge?

Die Grundfarbe von Algen ist grün. Diese ergibt sich aus dem hohen Chlorophyll-Gehalt der Pflanze. Manchmal kann Sie Ihr Auge in Bezug auf die Farbwahrnehmung täuschen, denn zusätzliche Farbpigmente lassen das Grün nicht erkennen, sondern überdecken es. In der Algenkultur werden folgende Unterschiede benannt:

● Die Rotalgen (unter anderem Nori) und die Braunalgen (unter anderem Wakame)

● Die blaugrünen Algen (unter anderem Spirulina) und die Grünalgen (unter anderem Chlorella)

Die beiden letzteren gehören nicht zur Gattung Makroalgen wie ihre großen Verwandten, denn ihre Beschaffenheit ist so winzig, dass Sie diese mit Ihren bloßen Augen nicht einmal wahrnehmen können. Ihre Gattung wird als Mikroalgen bezeichnet. Spirulina und Chlorella gehören neben der AFA-Alge zu den bekanntesten Mikroalgen. Die Gemeinsamkeit aller Mikroalgen ist es, dass sie sich auf dem Speiseplan als so genanntes Superfood wiederfinden, oftmals in Form einer Nahrungsergänzung oder zum Zwecke einer Entgiftung.

Was ist es, das Algen so wertvoll macht?

Ein ganz wichtiger Faktor bei der Beantwortung dieser Fragestellung ist die Nachhaltigkeit. Das Wachstum einer Alge ist verhältnismäßig schnell und immer wiederkehrend. Diese Begebenheiten können sie in der Zukunft zu einer bedeutsamen Nahrungsquelle werden lassen, um die immer größer werdende Weltbevölkerung zu versorgen. Ebenso ist dabei ein weiterer wichtiger Faktor, dass Algen zur Klimaverbesserung beitragen, indem sie Sauerstoff durch den Fotosynthese-Vorgang produzieren und gleichsam Treibhausgase bündeln können.

Können Sie sich vorstellen, dass die Inhaltsstoffe von Algen unglaublich bereichernd und wertvoll für Ihren Körper sein können? Algen gehören in der Tat zu den nährstoffreichsten, essbaren Nahrungsmitteln. Sie schenken uns sehr viele Proteine, wichtige Mineralstoffe (Calcium, Jod, Eisen), gute Vitamine (Betacarotin, B-Vitamine) und nahrhafte Ballaststoffe sowie sekundäre Pflanzenstoffe.

In Bezug auf den Säure-Basenhaushalt des Körpers helfen Algen beim Neutralisieren und Ausgleichen. Sie unterstützen dabei, den Sauerstoffgehalt im Blut zu durch deren großen Chlorophyllgehalt zu erhöhen, die körpereigene Immunabwehr zu fördern, und ihre Inhaltsstoffe agieren schützend und antioxidativ. Nicht umsonst werden Algen in der Alternativmedizin zur Ausleitung von Schwermetallen eingesetzt. Dabei fungieren Algen wie kleine Kraftspeicher, deren Nährstoffe leicht verfügbar und in konzentrierter Form sind. Hätten Sie gedacht, dass Algen in diesem Maße gesundheitsfördernd sind? Immer mehr Menschen in unseren Breitengraden entdecken den Gesundheitseffekt der Algen. Ebenso auch die Wirtschaft und deren Unternehmen, die vermehrt Produkte aus Algen herstellen.

Welche Alge findet wie Anwendung?

Getrocknet in Pulverform oder alternativ in Form von Presslingen werden Spirulina und Chlorella angeboten. Aus diesen Darreichungsformen können Sie wohltuende, energiereiche Getränke mischen, Smoothies bereichern oder Dips für Beilagen einen gehörigen Mehrwert und extra Pfiff geben.

Sind Sie ein Genießer von leckeren Salaten? Dann sollten Sie in Ihrer Küche Makroalgen verarbeiten. Eingeweicht und getrocknet sollten Sie das gerne einmal ausprobieren. Besonders Spaghetti a la Mare eignen sich besonders dafür und lassen beim bloßen Gedanken daran unseren Magen knurren.

Gibt es unter Ihnen auch Sushi-Fans? In diesem Fall wäre die Nori-Alge genau das Richtige, denn diese lässt sich als Sushi-Grundlage ganz klassisch oder klein geschnitten als besonderes Streugut für extravagante und leckere Gerichte verwenden. Letzteres beinhalten auch die Dulse-Algen, die zu der Gattung der Rotalgen gehören.

Sollten Sie ein großer Liebhaber von maritimen Gerichten sein, die intensiv nach Meer schmecken, wäre für Sie die würzige Wakame eine feine Option. Ihre Beschaffenheit ist relativ fest, anders als bei ihren Artgenossen. Nach der Anwendung einer längeren Einweichzeit kann die Wakame-Alge eine wohlschmeckende Grundlage für jegliche Arten von Eintöpfen und Suppen sein.

Als ein relativ beliebtes Gelier- und Verdickungsmittel fungiert die Alge Irish Moos. Der Knorpeltang wird in dieser Hinsicht für Speisen aller Art verwendet. Besonders in der veganen Küche ist er sehr beliebt. Er ersetzt den Einsatz von Gelatine. Dabei kann sich diese Alge in Torten, Eis, schmackhaften Dessertcremes bis hin zu mundenden Soßen befinden!

Beliebte Produkte hergestellt aus Algen

Das Superfood Algen befördert derzeit viele verschiedene Produkte auf den Markt. Lieben Sie auch die würzig-feinen Kartoffelchips? Probieren Sie doch mal als wesentlich gesündere Alternative Snacks aus knusprig und pikant verfeinerten Algenblättern. Meersalz, Rapsöl und Nori-Algenblätter – fertig ist der krosse und figurfreundliche Knabberspaß. Ebenso spannend klingt die Algen Bouillon zum Verfeinern von Suppen und Soßen. Als vitaminreiche Nahrungsergänzung bieten sich Spirulina-Tabletten an, die mit Wasser geschluckt oder in Smoothies aufgelöst werden können. Sie sind vegan, biologisch hergestellt und ohne jegliche Zusatzstoffe. Gerade als Eisenlieferant finden sie in der veganen Ernährung Anklang.

Hätten Sie vermutet, dass Spirulina Chilli eine Käsesorte darstellt, jedoch mit konventionellem Käse nichts zu tun hat? Eine Gaumenfreude, wenn man es denn scharf mag und experimentierfreudig ist. Da Spirulina acht essenzielle Aminosäuren beinhaltet, würde diese Speise dem Körper sicherlich guttun.

Auch die Welt der Brotaufstriche wird durch Algen revolutioniert, als vegane Variante zu Leberwurst oder auch eine Algen-Bratwurst, ebenso vollkommen vegan. Diese spannenden Möglichkeiten in der Verarbeitung eines nachhaltigen Lebensmittels gibt es, ergänzend durch Algenlimonade, dem Kaviar ähnlich aussehenden Algenperlen, leckere Meeres-Spaghetti (zu denen es schon ein Kochbuch gibt) und Spirulina-Cracker als weitere gesunde Alternative zu Kartoffelchips. Algen sind trendy und im Kommen und das gesunde Aushängeschild der aktuellen Superfood-Bewegung.

Mein Blogartikel: Spielsucht bei Kindern und Jugendlichen

Zweifelhafte Trends unter Jugendlichen – Wovor sollten Kinder geschützt werden?

Nicht nur die sozialen Netzwerke ziehen immer mehr Jugendliche in ihren Bann. Auch das Gaming wird immer populärer. Dabei gibt es die unproblematischen Spiele, die einen gewissen Lernerfolg versprechen und die sozialen Fähigkeiten fördern. Gleichsam konsumieren Jugendliche immer mehr die als problematisch einzustufenden Spiele bis hin zu den Glücksspielen der Online Casinos. Diesen zweifelhaften Trends soll durch Maßnahmen des Schutzes entgegengewirkt werden.

Wann wird ein Spiel und das Spielen in Online Casinos problematisch?

Gerade bei den Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren bürgen vor allem diejenigen Spiele ein gewisses Risiko, welche mit einem finanziellen Aufwand einhergehen. Hierbei werden vom Anbieter des Spiels bewusst Kostenfallen in einen Spielablauf integriert, um dieses in irgendeiner Weise attraktiv zu gestalten und somit die Kinder zum Kaufen animieren. Gerade auch eine psychologische Komponente kommt hierbei zum Tragen. Auch die Nutzung derjenigen Online Casinos, die wenig gesichert ihre Dienste auf dem Markt anbieten, bilden eine zweifelhafte Richtung. Diese sollten wenigstens mit einer EU-Lizenz ausgestattet sein, denn diese beinhaltet sichere Rahmenbedingungen.

Zweifelhafte Trends: Glücksspielelemente und finanzielle Aspekte

Jugendliche sind eine der wichtigsten Zielgruppe der Computerspielindustrie. Sie sind aufgrund ihres Entwicklungsstands leicht verführ- und beeinflussbar. Monetäre Aspekte wie das Hinzukaufen von Spielerweiterungen oder zeitlich begrenzte Items binden die Kinder stark an einen Spielverlauf.

Auch Lootboxen, In-Game-Währungen und 1-Click-Käufe animieren die jungen Spieler, finanzielle Investitionen in ihr Freizeitvergnügen zu tätigen.

In Bezug auf Ausschmückungen der Handlungskulisse oder der Spielprotagonisten geben die Jugendlichen zudem vermehrt Geld aus.

Kinder und Jugendliche als Konsumenten von Online Casino-Spielen?

Der Weg von kostenverursachenden Videospielen führt oftmals hin zu den Online Casinos. Die Anonymität des Internets lockt, um eine Nicht-Volljährigkeit zu verschleiern und das Angebot von Online Casinos zu konsumieren.

Der Glücksspielstaatsvertrag regelt den organisatorischen Rahmen von Online Casinos. Offiziell ist das Glücksspiel nur Volljährigen gestattet. Es liegt in der Verantwortlichkeit der Inhaber der Plattformen, durch geeignete und zuverlässige Identifizierungs- und Authentifizierungsmaßnahmen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von der Nutzung auszuschließen. Da Jugendliche erfinderisch sein können und auch mal die Ausweisdokumente ihrer Eltern benutzen, ist ein vollständiger Schutz auch mit besten technischen Personalisierungsmechanismen nicht immer garantiert.

Hier empfiehlt es sich, nach einem Betreiber mit europäischer Lizenz zu suchen, denn diese bietet schützende Rahmenbedingungen, um Missbrauch zu verhindern und Sicherheit zu gewährleisten.

Zudem stehen die Eltern und Erziehungsberechtigten eines Kindes in der Mitverantwortung, vor unerlaubtem Glücksspiel um Echtgeld zu schützen.

Unerlaubte Werbung in sozialen Netzwerken

Äußerst kritisch anzusehen ist der Trend der Werbung für Glücksspiel für Kinder. Dieses ist nicht erlaubt, doch findet sich in kaschierter Form auf Plattformen wie Twitch oder in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter wieder. Diese Werbung ist als solche nicht immer deklariert. Auf der Plattform Twitch kann zum Beispiel Streamern beim Live-Spielen zugesehen werden. Follower der Streamer sehen dabei, wie Geldsummen gewonnen werden und dieses auf eine vermeintlich einfache und unkomplizierte Art und Weise. Mögliche finanzielle Verluste werden hierbei eher nicht erwähnt.

Bei den Betrachtern implizieren sich dadurch Botschaften im Gehirn. Diese können suggerieren, dass das Glücksspiel grundsätzlich gefahrlos sei und eine gute Möglichkeit, um Geld ohne großen Aufwand zu verdienen.

Die Werbedeals, die hinter diesen Aktionen stehen und mit denen You-Tuber Geld verdienen, sind für die jugendlichen Zuschauer nur schwer zu erkennen.

Die Plattform Twitch versucht diesem Trend mit Maßnahmen wie zeitlicher Streaming-Begrenzung und einer Ausstrahlungszeit erst nach Mitternacht Einhalt zu gebieten, um Jugendliche besser zu schützen.

Mittlerweile muss Werbung in sozialen Netzwerken auch als solche gekennzeichnet sein, doch dies können Jugendliche aufgrund ihrer Unbedarftheit oftmals schwer einschätzen.

Die Gefahr einer Spielsucht ist bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen tendenziell höher, da diese im Gegensatz zu Erwachsenen die Konsequenzen ihres Handelns schwerer einschätzen und zu einem Ende in einem laufenden Spiel finden können. Jugendliche sind risikobereiter und weniger vorsichtig und weitsichtig. Auch das Streben nach sozialer Anerkennung und Ruhm lässt Jugendliche solchen You-Tuber-Aktionen folgen, denn You-Tuber sind deren angesehene Idole und in deren Wahrnehmung authentische Stars. Sie blicken zu diesen auf, und diese fungieren oftmals als Vorbildfunktion und Orientierung für eigenes Verhalten.

Durch die Spielkomponente können Online Casino-Siele auf den Plattformen der sozialen Netzwerke nicht gänzlich verboten werden. Es braucht auf jeden Fall das aufklärende und achtsame Gespräch aus dem persönlichen Umfeld des Jugendlichen über mögliche Risiken derer.

Welche Warnsignale zeigen sich bei einer beginnenden Sucht?

Veränderte Kontaktaufnahme

Der Jugendliche sucht vermehrt das Alleinsein und weicht Begegnungen mit anderen aus. Er zieht sich immer mehr zurück und ist fast nur noch auf das Spielen konzentriert.

Keine anderen Freizeitaktivitäten

Neben dem Spielen nimmt der Betroffene kaum mehr andere Aktionen wahr. Die Zeit der Nutzung der Spiele breitet sich stetig aus und überschattet alle anderen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

● Eine neue Tagesstruktur

Der bisherige Tag-Nacht-Rhythmus kehrt sich oftmals vehement. Die Kinder schlafen sehr viel weniger und legen ihren gesamten zeitlichen Fokus auf das Spielen.

Beeinträchtigte Impulskontrolle

Ein Verzicht auf das Spielen oder keinen Zugang dazu zu haben bringt die Kinder in emotionale Bedrängnis. Sie reagieren darauf ungewohnt intensiv mit Wut und Aggression. Auch depressive Zustände können sich einstellen und blockieren die sonstigen Wesenszüge des Kindes.

Schludernde Nachlässigkeit

Zuvor feste Aufgaben und Verpflichtungen werden kaum mehr beachtet oder vergessen, da das Gamen das Denken sehr vereinnahmt. Die Konzentration auf Alltagsfaktoren wie Hausaufgaben lässt stark nach.

Fehlende Selbstreflektion

Das eigene Nutzungsverhalten kann der Jugendliche nicht mehr eigenständig erörtern. Eine neutrale und realistische Einschätzung der vorherrschenden Situation wird kaum mehr möglich sein.

Hilfreiche Tipps für Eltern:

→ Machen Sie Glücksspiel zum Thema

Neben einem wachsamen Blick auf die Internetnutzung Ihres Kindes wäre es ratsam, das Thema Glücksspiel offen zu kommunizieren als auch die Gefahren, die davon ausgehen können. Stellen Sie auch klar, dass diese erst ab Volljährigkeit legal genutzt werden dürfen.

→ Aufklärung von außen ist ergänzend, nicht ersetzend

Kampagnen von Schulen oder Vereinen in Bezug auf Spielsucht reichen nicht als alleinige Aufklärungs- und Schutzmaßnahme aus. Ihr Kind braucht in jedem Fall die Gesprächsreflektion mit Ihnen, um Gehörtes und Gesehenes zu verarbeiten.

→ Verwahren Sie wichtige Dokumente sicher

Wenn sich jemand Ihres Personal- oder anderen Ausweises bedient, stellt dies nach § 281 Strafgesetzbuch ein Vergehen dar. Dieses kann Ihnen schlimmstenfalls eine Haft- oder Geldstrafe einhandeln, deshalb ist hier große Vorsicht geboten.

→ Haben Sie Ihr Konto im Blick

Achten Sie aufmerksam auf auffällige Kontobewegungen wie Ein- und Auszahlungen eines Online-Casinos. Auch unerwartete Abweichungen im Kontostand sollten Anlass sein, genau hinzusehen.

→ Nutzen Sie Hilfsangebote

Scheuen Sie sich nicht davor, bei einer aufkommenden Spielsucht oder bei einem exzessiven Spielkonsumverhalten Ihres Kindes Hilfsangebote von außen in Anspruch zu nehmen. Seien Sie Ansprech- und Vertrauensperson, hören Sie aufmerksam zu und machen Sie Ihrem Kind keine Vorhaltungen oder Vorwürfe. Gehen Sie daraus resultierende Schritte gemeinsam an und holen Sie sich dabei gegebenenfalls auch für sich professionelle Unterstützung.

Achtsamkeit anstatt Panikmache

Nicht jedes Spielverhalten ist gleichsam pathologisch und nicht jeder Jugendliche tendenziell gefährdet. Der soziale und kulturelle Hintergrund und die primären Ansprechpersonen spielen hierbei eine bedeutsame Rolle.

Auch können Symptome der Pubertät oder Vorpubertät die Einschätzung einer möglichen Gefährdung tangieren. Manchmal sind psychische Verhaltensstörungen bereits vorhanden, aus welchen erst eine aufkommende Spielsucht generiert.

Ein offenes Gespräch und ein wachsamer, individueller Blick sind grundsätzlich ratsamer als ein sofortiges generelles Spielverbot, welches fast immer zu Kurzschlusshandlungen von Seiten des Jugendlichen führt.

Hinweis der Autorin: Glücksspiel ist erst ab Volljährigkeit gestattet. Glücksspiel kann süchtig machen.

Gastbeitrag: Ein Weihnachtsgedicht

Ein lieber Follower schickte mir ein paar Weihnachtszeilen. Ich fand, sie würden vielleicht dem ein oder anderen Menschen da draußen Mut machen. So schenkt der Gastautor seine Poesie von Herzen gerne auch Euch! Vielen herzlichen Dank dafür! Ein wirkliches Talent dieser Dichter, wie ich finde. Er möchte gerne anonym bleiben. Schöne Weihnachten!


Hier beginnt der Gastbeitrag:

Die Sterne funkeln in ihrer Pracht,
die Lichter am Baum erhellen die Nacht.

Trotz den aktuell stürmischen Zeiten
möchte ich Euch eine Freude bereiten:)

Drum sende ich Euch, ob nah, ob fern,
meine lieben Grüße von Herzen gern.

Feiert mit Euren Lieben ein schönes Fest,
das Ihr sobald nicht vergesst!

Meine Buchrezension: „Der Vogel, der den Regen liebt“ von Björn Nonhoff

Wie ein stilles und gütiges Licht scheint er mir in seinen Twitter-Posts entgegen, dieser besondere Autor und Künstler: Björn Nonhoff. Durch all das Laute der Inszenierung des sozialen Netzwerks höre ich seine Klänge, die sich zu einer opulenten Melodie formen. Gerade durch seine Bescheidenheit und Unaufdringlichkeit dringt dieser Mensch in den eigenen geistigen Kosmos ein und bereichert die persönliche Seele mit Wärme und einem Geschenk des Glücks. Glück in Form von glückseligen Momenten, die dieser Interpret durch seine Kunst zu geben vermag. Der Autor kreierte eine Fabel, angereichert mit einer Erzählung und Bildern seines Schaffens. Ich schwelge noch immer in dem Genuss, dieses kleine große Stück Lebensfreude gelesen zu haben…

Die Fabel „Der Vogel, der den Regen liebt“ von Björn Nonhoff

Kaum etwas löst in uns mehr Ehrfurcht aus wie die Gabe der Liebe und die Sehnsucht nach Glück. Doch was ist Glück und wo können wir es finden? Und die Liebe? Bedeutet sie die Gewissheit zur Glückseligkeit? Der Künstler lädt den Leser mit seinen lebendigen Worten auf eine Reise ein, hin zu einem kleinen Vogel. Ein unscheinbares Geschöpf, unbedeutend im Kreislauf der Naturgewalten. Scheinbar… Der Vogel nimmt einen an die Hand und fliegt gen Himmel dem Regen entgegen. Er ist anders als seine Artgenossen und die meisten Lebewesen, denn er flieht nicht vor diesem. Ganz im Gegenteil. Der Vogel genießt den Tanz im und mit dem Regen und das stille Glück, das ihm dieser Moment schenkt. Da gesellt sich ein weiterer Vogel hinzu. Auch die Sonne wird von der Zauberhaftigkeit des Tanzes angelockt. Alles erwacht zu neuem Leben. Die Liebe erblüht und taucht die Welt in die buntesten Farben. Ist dies das Glück, wonach es zu streben gilt?

Da geschieht ein Unglück. Alles wird auf einmal grau und lieblos. Der Schmerz und die Trauer über einen Verlust brechen den Vogel im Innersten. Seine Tänze enden und sein Lachen verstummt. Wird der sympathische Vogel wieder seine Zuversicht finden? Oder wird er in der Düsterheit des Kummers verbleiben?

Der kleine Vogel wird für den Leser zum Synonym für das Seelenleben, für verinnerlichte Sichtweisen und Glaubenssätze. Er rüttelt auf und regt Denkanstöße an, die den Lesenden sinnierend und in sich gekehrt zurücklassen – und doch mit einem zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht. „Der Vogel, der den Regen liebt“ ist eine Fabel von Verschiedenheit und Gleichheit, von Schwere und Leichtigkeit, von Schwermut und Fröhlichkeit. Der Leser wird durch das Anregen sinnhafter Gedanken aus seinem Alltag entführt und zum Verweilen eingeladen. So hält dieser die Fabel in den Händen und fragt sich, ob die Suche nach dem Glück und Sinn des Lebens im Außen stattfindet – oder im Inneren. Dabei geht es um den Gleichklang mit sich und den anderen, um den Frieden der Erkenntnis und der Akzeptanz der unangenehmen Gefühle. Denn all das ist Teil eines großen Ganzen, nach dem viele rastlos suchen, unwissend, es nicht bereits in sich zu tragen. Die Fabel vom kleinen Vogel möchte meines Erachtens ermutigen zur Selbstannahme, zum Hören der eigenen Melodie und zum Erkennen der wahren und mentalen Schönheit. Sie erinnert mich an die Sehnsucht nach warmer Stille und dem Leuchten von Farben, jenseits vom hellen Schein der Sonne und dem Wirken der anderen. Eine Geschichte vom Wert der Leichtigkeit des Seins, die es in meinem Empfinden vermag, die Tragik des Lebens zu umarmen. Wenn der Leser das schöne Werk Björn Nonhoffs aus den Händen legt, aus dem Fenster blickt und einen Vogel sieht, dann steigt vielleicht friedvolles Wissen in ihm auf. Das Wissen um das Erstrahlen der eigenen Stärke. Ein unbezahlbarer Schatz, den ein jeder von uns im Herzen trägt. Danke für diese wundervollen Impressionen!

Mein Blogartikel: Die Macht der Seile

Die Macht der Seile

FSK 18

Seile sind wohl eines der bekanntesten Werkzeuge und nahezu Aushängeschild des BDSM, sowohl in vielen sozialen Netzwerken als auch in plakativen Darstellungen in den unterschiedlichsten Medien. Der gefesselte Körper wird zum Synonym für Submission und Unterwerfung, für Hingabe und Ergebenheit dem dominanten Part gegenüber.

Bei genauerer Betrachtung findet wohl kaum ein anderer Gegenstand innerhalb des Repertoires von Spielmitteln neben den positiven Assoziationen ebenso gleichsam viele negative.

Auf der Zeitreise in die geschichtliche Vergangenheit begegnet einem das Seil vielmals als bedrohliches Medium der Unterdrückung und Gewalt. Die Fesselung von Menschen stand dabei in keinerlei erbauendem Aspekt, sondern war stets mit einer Vielzahl an Qualen und Torturen verbunden. Das Seil machte Menschen wehrlos, um über deren Verbleib erbarmungslos Macht auszuüben, sie zu foltern oder festzusetzen. Nicht selten fanden einige dabei auch den Tod, sei es gerechtfertigter- oder ungerechtfertigterweise. Der Henker, der die Festigkeit des Seils vor der Hinrichtung prüft, die Verurteilten, die erhängt am Seil baumeln – neben den Geschichtsbüchern findet sich auch in zahllosen Filmen diese groteske Szenerie, welche wohl keinen so wirklich unberührt lässt.

Die gefesselten Hände können somit beim Betrachter derer ein Kaleidoskop an Empfindungen auslösen, die sehr facettenreich sein können. So können neben den an- und erregenden Gedanken auch Unsicherheiten und Bedenken in Bezug auf Seile im Raum stehen. Essentiell für ein harmonisches Miteinander scheint es, sich der Vielfalt an unterschiedlichsten Gefühlen bewusst zu sein, diese zuzulassen und nicht zu werten oder gar zu verdrängen. Ein Verdrängungsmechanismus dieser würde eine immer enger werdende Spirale der Verzweiflung erzeugen, aus welcher irgendwann kaum einer mehr unbeschadet entweichen kann.

Wie können nun Seile zu etwas sehr Erfüllendem werden, zu einem Mittel, welches im Guten erzittern und erglühen lässt?

 

Die Antwort darauf ist im Grunde simpel – durch Vertrauen.

 

Ansichten eines Doms:

„Vollständig bewegungslos verschnürt und ausgestellt…
Deine Brüste quellen anregend aus den Seilen, meine Finger streicheln kreisend deine Warzenhöfe, spielen gierig mit den Nippeln. Diese richten sich hart und steil auf. Meine Finger drücken und quetschen sie. Du spürst ein erregendes Pochen, ein Pulsieren und ein Gefühl der Hitze in deinen eng eingeschnürten Brüsten.

Nichts verdeckt den Blick auf die durch die Erregung leicht angeschwollen und zartrosafarbenen Lippen und die Spitzen der inneren und etwas dunkleren Schamlippen. Meine suchende Hand legt sich auf deine feuchten Schamlippen. Behutsam mit mal mehr, mal weniger Druck umkreise ich den Kitzler, ohne ihn jedoch zu berühren. Wie sehr sehnst du dich nach der nächsten Berührung…“

 

Nun wird kaum ein menschliches Gut oftmals so selbstverständlich eingefordert wie das Vertrauen. Sozusagen als eine Art Pfand wird dieses dem dominanten Part gereicht, um sich überhaupt auf jegliche Interaktionen im Rahmen der Submission wirklich und tief einzulassen. Nicht zu vergessen sei hier auch der Dom, welcher mindestens genauso viel Vertrauen in seine Sub benötigt, um diese fliegen lassen zu können.

So leicht und doch so schwer scheint es, wahrhaftiges Vertrauen in einen anderen Menschen zu finden. Gerade bei Ganzkörperfesselungen funktioniert ohne eine vertrauensvolle Basis nichts. Doch nicht nur im Vorfeld des Einsatzes von Seilen, auch währenddessen und auch im Nachhinein kann dieses Material intensive Empfindungen aufsteigen lassen. Angefangen von Panik, Tränen und Verzweiflung bis hin zu freudigen Gefühlsausbrüchen und grenzenloser Euphorie kann die ganze Bandbreite an Bewusstseinsebenen tangiert werden.

In solch besonderen Momenten sollten wohl beide Spielpartner sehr nah beieinander sein, um sich die ganze Zeit über in einer Session nicht zu verlieren, sich zu sehen und das gemeinsame Band der Verbindung nicht zu brechen.

Doch was macht den Reiz der Seile aus?

 

Dem Seil an sich als Mittel zum Zweck sollten sich alle Anwender stets sehr bewusst nähern. Die Hantierung mit Seilen bürgt eine große Verantwortung und das für beide Seiten. Druckstellen und Marken der Zeichnung sind oftmals erwünscht und lassen Sub und Dom erblühen in ihrer gegenseitigen Zuwendung und Wertschätzung, doch ein Abbinden und Abklemmen von Nervenbahnen gehören hier vermutlich weniger dazu. Damit ernsthafte Verletzungen ausbleiben, wäre es durchaus ratsam, einen Workshop oder eine ähnliche Weiterbildung in dieser Richtung vorzunehmen, um die lustvolle Fesselung eines Menschen gekonnt umsetzen zu können, gerade wenn zu Beginn ein wenig die Erfahrung fehlt. Auch eine Schulung über die unterschiedlichen Beschaffenheiten des Ausgangsmaterials des Seils kann äußerst hilfreich sein, bevor aktiv mit der Umsetzung begonnen wird.

Hierbei gibt es eine wunderschöne Philosophie, die sich wohl auf sehr viele Praktiken und auch Fetische übertragen lässt: Nicht der Kink findet den Menschen, sondern der Mensch den Kink.

So suchen sich viele Doms ihr Handwerkszeug passend für Sub und ihren Körper und vor allem ihrer Mentalität aus.

Soll es das schmale oder das breitere Seil sein?

Welches Material eignet sich am besten?

Spielt die Farbe dabei eine Rolle?

 

So sehen manche Doms ihre Sub und allmählich formt sich das Seil individuell zu der jeweiligen Person. Natürlich ist die Anwendung eines bereits vorhandenen Repertoires, welches auch bei wechselnden Subs zur Anwendung kommt, nicht verkehrt, da sich somit auch viel Erfahrungswert in der Anwendung anreichert. Wichtig sei hierbei immer, dass alle Beteiligten ihren eigenen für sich passenden Weg finden, sich selbst treu bleiben und eigene Eindrücke offen kommunizieren, dann kann alles Weitere in einem ausgeglichenen und befreienden Fluss folgen.

Ansichten eines Doms:

„Dein Haar riecht so gut… Deine Augen sind geschlossen und dein schöner Mund lächelt, als ich dir die Augen verbinde. Ein Seil fixiert schließlich deine Handgelenke, zwei weitere schnüren Unter- an Oberschenkel. Sicher ahnst du, dass das Seil hinter deinem Rücken gleich von mir straffgezogen wird.

Jetzt verspüre ich prickelnde Gänsehaut, als ich über dein Fleisch streichle, die weichen und sinnlichen Rundungen nachziehe und die Rückseiten deiner Schenkel striegele. Stimmvoll stöhnst du auf, als ich das Seil deiner gebundenen Hände straff durch Po und dein Geschlechtsteil ziehe.

Nun liegst du in all deiner Pracht vor mir… Ziemlich sicher wird es hinterher Abdrücke der Seilwicklungen geben, die dir keinen Bewegungsspielraum zulassen. Der Knoten im Seil, welcher auf deine empfindliche Perle drückt und bei der kleinsten Bewegung reibt, macht dir das Atmen schwer. Dieser erdrückt deine Perle beinahe und erlaubt kein Widerwort deinerseits. Fesseln müssen sein – Sie gehören zu dir. Sie binden dich, aber umfangen dich auch. So wehrlos du in ihnen erscheinst, so sehr findest du dich darin. Und in deiner Hingabe finde ich mich, gebunden an dich.

Es gefällt mir, Stück für Stück deines appetitlichen Körpers von oben bis unten zu betrachten. Ein perfektes Bild, verbunden mit deinem Duft.

Ich halte dein hübsches Bäckchen in der einen kräftigen Hand, kraule und knete es, während meine andere sich deinen Schopf krallt.

Mein Blick wird immer wieder abgelenkt von deinen sinnlichen Lippen. Deren geschmeidigen Bewegungen fesseln mich vollkommen. Wie sehr liebe ich es, wie du mich mit ihnen küsst und auch, diese zu beobachten. Jetzt kann ich dem intensiven Drang, mir ständig lüstern über die eigenen Lippen zu lecken, während ich deinen wunderschönen Körper mustere, kaum widerstehen.

Du bist meiner fresslustigen Attacke ausgeliefert, keine Chance! Deine Geilheit wird von mir fremdbestimmt, meine wundervolle Sub. Ich bin da, wo ich sein will…“

 

Nun ist die Grundlage geschaffen und das Seil wird zum Gegenstand der gemeinsamen Reise.

Welche Faszination geht davon aus?

Das Seil wird zum verlängerten Arm des dominanten Parts, die Berührung damit ist zeitgleich seine Berührung. Nicht irgendein Gegenstand nimmt Besitz von Subs Körper, nein, es ist und bleibt der Dom, der seine Sub mit den Seilen umarmt.

Seile transportieren sehr viel Sinnlichkeit; einerseits im taktilen und sensomotorischen Sinne, andererseits durch deren wundervolle Optik, welche sie hervorbringen.

Das Verschnüren zeichnet die Konturen des jeweiligen Körpers nach und umschließt Rundung um Rundung. Dadurch werden diese stark akzentuiert und in Szene gesetzt, weshalb diese visuelle Betonung sehr reizvoll sein kann.

Synonym für die Liebe zum Seil ist die pure und uneingeschränkte Hingabe an den jeweils anderen Menschen. Nur in diesem absoluten Vermögen, sich komplett und bedingungslos auf den anderen ein- und fallenlassen zu können, erschließt sich der volle Wert der Bondage.

Der geschenkte süße Schmerz des eher groben Materials auf weicher Haut lässt ungeahnte Wonnen aufsteigen und unendliche Lust aufkommen. Doch geben diese Verknotungen und Schnürungen gleichsam auch Halt und lassen das gesamte Empfinden sehr viel sensibler werden.

Das ist wohl eines der Paradoxen des Seils – Es nimmt alle Freiheit und schenkt dennoch vollkommenen Halt und absolute Sicherheit. Dieses Finden von Geborgenheit im Umschlossensein und die Einschränkung des eigenen Bewegungsspielraums bilden wohl einige der größten Reize der Fesselung mit Seilen aus, neben der geschenkten Hingabe und dem grenzenlosen
Urvertrauen in das Gegenüber.

So führt jeder weitere Knoten zu noch lauterem Stöhnen und zu noch stärkerer Ekstase, so dass die Seile zu einem sehr bedeutsamen Medium des Agierens in der Welt des BDSM werden.

Im Kleinen starten und alles in Ruhe und mit Bedacht angehen, um die Spiele mit dem Seil im Anschluss Stück für Stück zu steigern, dies könnte ein achtsamer Weg und der Beginn einer erfüllenden Reise in die Welt der Seile sein – und letztendlich zu sich selbst.                                                                     

Kurzgeschichte: Gastbeitrag: Die heimliche Vorführung

Ein Gastautor verwöhnt uns mit einer wundervollen, erotischen Kurzgeschichte! Vielen Dank dem Autor, der unerkannt bleiben möchte.

Viel Spaß beim Lesen! Bitte nur Erwachsene – FSK 18! Danke!

Eure Julia

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Hier beginnt der Gastbeitrag:

FSK 18

Klack! Das mechanische Geräusch des Zylinders im Schloss der Tür drang unnatürlich laut an ihr Ohr. Ihre Sinne waren geschärft. Ihre Knie zeigten nicht die geringsten Anzeichen von Standfestigkeit. Ihr Atem klang zittrig, voller Spannung. Klack! Sie hatte den Schlüssel ein weiteres Mal gedreht und merkte, wie die Tür ihren Widerstand aufgab. Leise schwang sie auf und gab den Blick in den dunklen Flur preis. 3 Türen, keine von ihnen geöffnet. Sie trat ein, vorsichtig, aber sicher, dass dies der Ort war. Der Ort, zu dem sie gerufen worden war!

Sie hatte noch kurz zuvor plötzlich unglaublichen Hunger bekommen. Also hatte sie sich aufgemacht zu dem kleinen griechischen Imbiss, zwei Straßen vom Büro entfernt. Sie ging schnell, hatte keinen Sinn für den an sich schönen Tag, sondern beeilte sich, schnell wieder im Büro zu sein. Mit dem in Aluminium eingewickelten Plastikteller lief sie zurück, schämte sich etwas für den Essensduft, den sie in dem engen Fahrstuhl verströmte. Sie schmunzelte vor sich hin, denn sie kannte das Gefühl, mit hungrigem Magen im Fahrstuhl dem quälenden Geruch anderer Leute Mahlzeiten ausgesetzt zu sein.

Nach einer Stippvisite in der Küche, um sich mit Besteck und einem Glas Wasser zu versorgen, eilte sie wieder an ihren Platz. Sie riss die Folie auf, stiess die Gabel in den Berg köstlich duftenden Fleisches und stopfte sich die ersten Bissen in den Mund. Sie schloss unwillkürlich leicht die Augen, genoss das Aroma – und verschluckte sich heftig, als sie die Augen wieder öffnete. An ihrem Bildschirm lehnte hochkant ein Kuvert. Ihr Name stand mit Schreibmaschine geschrieben auf der Seite. Es war nicht ihr richtiger Name. Es war ihr Spitzname! Nur er nannte sie so! Sie benutzten diesen Namen nicht in der Öffentlichkeit, außer ihnen kannte ihn keiner. Wie war er hier hineingekommen? Alle Türen zu diesem Gebäude waren gesichert, die Mitarbeiter waren angehalten, Fremde nicht hinein zu lassen. Aber im Grunde stellte sich die Frage nicht, denn das Kuvert war hier, wie auch immer es herkam.

Immer noch hustend griff sie nach dem Umschlag, riss ihn auf. Ein Schlüssel fiel heraus und landete auf dem Tisch. Es war ein Haustürschlüssel, nichts Besonderes. Es hing ein Etikett daran, so ein kleines blaues Plastikschildchen. Eine Adresse! Sie griff nach dem Umschlag, schaute nach, ob weitere Botschaften in ihm enthalten waren. Sie fand nichts! In diesem Moment klingelte ihr Telefon. Sie griff abwesend nach dem Hörer und erstarrte, als sie unmittelbar seine Stimme hörte. „Komm zu mir, heute Abend, nach der Arbeit! Mache keinen Umweg, du weißt, wo ich bin!“ Sie wollte antworten, Fragen stellen, Erklärungen haben, aber ihr gelang es nicht, einen einzigen Ton über ihre Lippen zu bringen. Sie saß da, den Hörer am Ohr, den Mund leicht geöffnet und starrte auf das Kuvert, dass zerrissen auf ihrem Tisch lag.

Unter einer der Türen drang schwaches, flackerndes Licht in den Flur. Wie ein Wegweiser zeigte der Schein auf dem Fussboden den Eingang. Aber wohin? Wohin würde sie dieser Eingang führen? Sie hatten schon häufiger Spiele gespielt, aber immer in gegenseitiger Absprache, das hier war neu. Er befahl und sie gehorchte! Sie ging auf die Tür zu, langsam mit stetig wachsender Nervosität. Noch bevor sie die Tür erreicht hatte, vernahm sie gedämpft, aber eindeutig seine Stimme. „Tritt ein!“ Sie drückte die Türklinke und stellte fest, dass die Tür nur angelehnt war. Weil sie damit nicht gerechnet hatte, stolperte sie fast in den Raum. Sie vernahm ein heiseres leises Lachen und blickte in Richtung der Herkunft. Bis auf die Wand mit der Tür waren die Grenzen des Raumes in der Dunkelheit nicht auszumachen. Sie sah ihn nicht, konnte nur ahnen, wo er sich befand und sprach in seine Richtung: „Was machst du? Was soll das?“ Es klang unsicher, viel unsicherer, als sie sich das vorgestellt hatte. Aus einer vollkommen anderen Richtung als erwartet kam die Antwort. Sie schleuderte herum. „Ich spiele! Mit dir! Weil du es willst!“

Mit diesem Versteckspiel nahm er ihr das letzte bisschen Vertrauen. Sie kam sich vor wie auf dem Schulhof, wenn man mal wieder den Älteren zu Nahe gekommen war. Sie umringten einen und schubsten einen herum. Nur war es diesmal nur einer und dem konnte sie nicht nah genug kommen. Immer wieder änderte er seinen Standort, und sie hatte keine Ahnung, wo er sich befand! Er schubste sie herum, ohne sie nur ein einziges Mal zu berühren. „Zieh dich aus!“ Wieder keine Ahnung, woher das kam, dennoch war die Aufforderung unmissverständlich. Und sie gehorchte! Sie knöpfte den Blazer auf, ließ ihn über ihre Schulter gleiten und einfach fallen. Ihre Hände griffen nach hinten, öffneten den Reißverschluss ihres Rockes. Sie ließ ihn zu Boden gleiten und stieg einfach hinaus. Als sie den BH öffnen wollte, nahm sie ihn hinter sich wahr. Er packte ihre Hände und drückte sie nach unten, legte sie seitlich an seinen Körper. Sie spürte seine Haut, er war nackt. Schnell und kaum merklich öffnete er ihren BH, ließ ihn fallen.

Er schob sie weiter in den Raum und sie musste feststellen, dass dieser deutlich größer war als vermutet. Plötzlich verlor sie den Kontakt zu ihm, drehte sich um – er war weg, verschluckt von der Dunkelheit. Sie stand da, allein vor dem Bett. Sie war verloren in dem großen Raum. „Aufs Bett!“ Sie erschrak, denn sie hatte nicht mit der Nähe seiner Stimme gerechnet. Die zwischenzeitlich gewonnene Stabilität ihrer Beine war wieder verflogen. Sie ging zum Bett, kletterte darauf. Es kam ihr riesig vor. Sie legte sich auf den Rücken und schloss die Augen, denn das Licht über dem Bett blendete. Sie kam sich vor wie auf einer Bühne. Und sie ahnte nicht, wie recht sie damit hatte! Ihr gegenüber, irgendwo am Fussende, leuchtete plötzlich eine kleine rote Lampe auf! Zuerst konnte sie damit nichts anfangen, dann erkannte sie es – es war eine Kamera. Sie lächelte in sich hinein! Da war also das Spiel! Das war das Überraschungsmoment!

„Den Slip! Zieh ihn aus!“ Sie reckte ihren Po in die Luft, ganz leicht und zog den Slip wie gewünscht langsam über ihre Beine nach unten. Sie wartete! Gleich würden bestimmt neue Befehle erfolgen. Ihr gefiel es, seine Befehle zu befolgen. Sie hatte wirklichen Gefallen daran gefunden. Aber es blieb still. Einzig das leise Surren der Kamera erfüllte den Raum. Sie setzte sich auf, schaute sich um. Dunkelheit! Bewegung? „Ich will sehen, wie du dich streichelst, dich verwöhnst, dich entspannst! Zeig es mir!“ Sie lässt sich wieder zurück fallen und greift sich unmittelbar zwischen die Beine. Ihre mittlerweile unermessliche Lust lässt ihr keine Wahl. Er biete ihr die Chance etwas von ihrer Lust abzubauen, sie greift zu. Ihr Finger gleitet zwischen ihre Lippen, sie ist bereits feucht, nein, nass! Sie massiert ihren empfindlichen Kitzler und genießt es. Ihr Stöhnen wird lauter, intensiver, sie will diesen Höhepunkt. Sie arbeitet direkt darauf zu, spürt wie die Lust zwischen ihren Beinen stärker und stärker pocht. „STOP!“ Sie sitzt sofort, schaut sich um, ihr ist schwindelig, und sie weiß nicht, ob das am schnellen Aufsetzen oder an dem herannahenden Orgasmus liegt. Enttäuscht spürt sie die Wellen, die ihn ankündigten, schwächer werden. Aus irgendeiner Richtung fliegt etwas auf ihr Bett. Es ist ein Dildo. Etwas unsicher schaut sie ihn an, traut sich nicht, ihn anzufassen. „Nimm ihn!“ Wird sie diesmal vollenden dürfen, was sie eben begann? Sie hofft….und greift zu!

Das Spiel beginnt von vorn! Eine Vorbereitung braucht sie nicht mehr, das Spielzeug gleitet schnell in sie hinein. Sie stimuliert sich, sie weiß ja schließlich, wie es am schnellsten geht. Ihre Hände sind geschickt, ihre Lust riesig! Noch ein kleines bisschen, nur noch ein kleines bisschen! „STOP!“ Nein, sie will nicht aufhören, will ihn jetzt! „HÖR AUF!“ Sie hält inne. Die Stimme lässt keinen Widerspruch zu! Sie stoppt sich, kann kaum Atmen in den Wellen der schwindenden Lust. Sie kann nicht mehr. Jede Berührung ist mittlerweile so intensiv, dass sie ihre Gier kaum noch zurückhalten kann. Sie will nicht mehr aufhören, sie will ihn jetzt, den erlösenden Orgasmus. Sie richtet sich auf, schaut sich um. Sie vermutete etwas zu sehen, doch bevor ihre Augen sich zu sehr an die Schwärze gewöhnt haben, schreitet er auf sie zu. Er kommt aus der Richtung, in der sie die Tür vermutet, steigt zu ihr auf das Bett und beginnt sofort, sie leidenschaftlich zu küssen. Sie wird von ihm und seiner Lust überrollt, lässt sich überrollen, genießt seine Direktheit, befolgt seinen Willen. Sie nimmt ihn auf, lässt ihn das Tempo bestimmen, fügt sich seinem Rhythmus. Sie kommt mehrfach auf dem Weg zu seinem Höhepunkt, der schließlich laut und stürmisch das Treiben ausklingen lässt.

Sie fallen zurück auf das Bett, genießen die Anwesenheit des anderen. Küsse, Berührungen, sie nickt kurz ein. Ein paar Atemzüge später erwacht sie, er sitzt auf einem Sessel vor dem Bett, betrachtet sie. „Danke! Du hast dir also gemerkt, dass ich mal ein Video von mir wollte!“ Sie lächelt ihn an, als sie dies ausspricht.

Er erwidert: „Ja!“

„Was hast du dir noch gemerkt?“, fragt sie gespannt.

Er steht auf, geht durch die Dunkelheit. Sie hört das Klacken eines Lichtschalters.

Sie blickt in vier fremde Augenpaare.

„Dass du mal Zuschauer haben wolltest!“

Mein Blogartikel: Kink sagen oder nicht?

Mit dieser Frage habe ich mich auseinandergesetzt und mich dahingehend reflektiert.

Falls Ihr mögt, viel Spaß beim Lesen.

Bitte nur Erwachsene, danke.

Eure Julia

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Sage ich meinem Partner meine/n Vorliebe/Kink/Fetisch oder lieber nicht?

FSK 18

Wichtig ist so finde ich zu vertrauen. Männer sind meiner Erfahrung nach in dieser Hinsicht sehr klar und pragmatisch. Wenn dir dein Partner sagt, er habe eine Vorliebe für eine bestimmte Haarfarbe oder einen bestimmten Frauentyp, du seist jedoch dennoch für ihn perfekt, so glaube ihm das bitte. Dann spricht er höchstwahrscheinlich die Wahrheit.

Vertrauen ist hierbei sehr wichtig, genauso wie die offene Kommunikation darüber. Auf keinen Fall sollten Selbstzweifel beim Gegenüber aufkommen, das ist leider oftmals der Anfang vom Ende. Sehe es immer als ein großes Geschenk an, wenn dir dein Partner eine sexuelle oder optische Vorliebe oder eine Fantasie präsentiert und dich an seinem Seelenleben teilhaben lässt. Wenn du unsicher bist, frage nochmal nach, inwiefern dieser Wunsch Einfluss auf ihn hat. Ist es eine Fantasie, die nicht weiter drängt? Oder ist es ein präsenter Fetisch, der nicht unterdrückt werden kann? In diesem Fall schenke ihm Entfaltungsfreiheit und glaube an eure Liebe.

Der Sinn von Liebe meint Freiheit schenken

Schenke deinem Partner die Sicherheit des Verstanden- und Angenommenseins und übe dich in Toleranz. Gestatte ihm Wege zu gehen, um inneren Frieden zu finden. Denn das ist meines Erachtens der Sinn von Liebe – Freiheit zu schenken, um dass dein Partner sein Glück finden kann.

Heimlichkeiten, Unausgesprochenes und Unterdrücktes wird auf kurz oder lang eure Beziehung vergiften und zerstören, das liegt oftmals in der Natur der Dinge.

Sagen oder nicht sagen?

An dieser Stelle sei noch eine weitere Überlegung erwähnt: Soll ich wirklich immer ehrlich sein? Soll ich meiner Partnerin/meinem Partner meinen Fetisch „beichten“? Soll ich ihr/ihm sagen, dass ich eigentlich Rothaarige bevorzuge, ob denn sie/er jedoch blond ist?

Als ich früher wie heute in der psychologischen Beratung tätig war, kam ich einmal mit einem Mann in das Gespräch, der eine Vorliebe für große Brüste hatte. Seine Partnerin hatte jedoch eher kleinere Brüste. Dennoch liebte er sie vollkommen, denn für ihn zählte das Gesamtbild. Doch immer wieder kam diese Vorliebe in ihm hoch und entwickelte sich zu einem Kink, der nahe an ein Fetisch reichte. Wenn er auch nur Frauen mit großen Brüsten sah, konnte er kaum an sich halten.

Dieses Unterdrücken führte dazu, dass er mittlerweile mit seiner Partnerin Erektionsprobleme im Liebesspiel bekam und heimlich Pornos konsumierte, um diesem Verlangen nachzugehen. Er dachte an Fremdgehen, doch sein schlechtes Gewissen seiner Partnerin gegenüber wuchs in das Unermessliche. Gleichsam wuchs die Begierde nach großen Brüsten immer mehr.

Was hätten Sie diesem Mann geraten, hätte er Sie um Rat gefragt?

Eine schwere Frage, nicht wahr?

Schwierig kann es auch werden, wenn sich Partner innerhalb einer Beziehung optisch sehr verändern oder sich sexuelle Wünsche auftun, die 10 Jahre zuvor beim Kennenlernen vielleicht noch nicht da waren oder noch im Inneren verborgen schlummerten.

Auch kann ich aus der Sicht der Frau sagen, dass es erstmal nicht schön ist, wenn dir dein Herzenspartner sagt, er stehe optisch auf einen ganz anderen Typ als man selbst ist oder er hat eine bestimmte sexuelle Vorliebe, die man nun gar nicht teilt und auch nicht ausprobieren möchte.

Ich denke, jeder von uns wird diese Frage sehr individuell beantworten. Und genau das ist das Gute daran. Vielleicht sollte nie der Mensch aus dem Blick verloren gehen, der hinter den Worten und Aussagen steht. Und vielleicht sollte einander vertraut werden, denn wo gesprochen wird, ist noch Liebe.

Ist dies nicht immer besser, als wenn das Sprechen versiegt?

Natürlich spreche ich hier aus meinem Herzen, meinen persönlichen Erfahrungen und Ansichten, die niemanden verletzen, angreifen oder triggern sollen. Dies ist mir an dieser Stelle wichtig zu erwähnen.

Und so halte ich mich persönlich an die Worte, die einst der Psychoanalytiker Friedrich Nietzsche fand (Zitat):

„Die dümmste Lüge ist die, mit der man sich selbst belügt.“

Gastbeitrag: Unanständige Gedanken mit einer attraktiven Sekretärin

Ein Gastautor, der unerkannt bleiben möchte, teilt seine erotischen Gedanken mit euch! Ein aufregendes Kopfkino mit einer attraktiven Büroangestellten und – vielleicht dir?
Vielen Dank dem Gastautor! Viel Spaß beim Lesen!
Nur für Erwachsene – FSK 18!

Eure Julia

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FSK 18
Beginn Gastartikel:

Lass dich nur nicht ablenken Süße….
Wenn ich in dein Büro komme und du mich nicht bemerkst. Ich von hinten an dich herantrete und du auf deinem Stuhl sitzt, lege ich meine Hände auf deine Schultern. Du zuckst zusammen, weil du damit nicht gerechnet hast.
Meine Hände wandern abwärts zu deinen Brüsten auf der Kleidung und liegen dort erstmal auf. Ich will deine Atmung spüren, während ich mit meinem Kopf seitlich deinen Nacken erreiche und zuerst nur Luft durch meine Nase puste, um deine Reaktion abzuwarten.
Meine Hände tun nichts, mein Mund allerdings öffnet sich, um deinen Nacken sanft zu küssen. Du legst deinen Kopf dafür zur Seite, weil es dir gefällt.
Ich spüre deine Erregung und beginne deine Bluse aufzuknöpfen. Knopf für Knopf. Deine Brüste durch deinen BH zu berühren.
Du raunst und wirst lauter, weil du es schön findest und mir zuflüsterst, dass du bereits schon ganz feucht bist. Du beugst dich eben nach vorn, um selbst den BH komplett zu öffnen und ihn von deinen Schultern zu streifen. Meine Zunge wandert zu deinem Ohr und beginnt an der Ohrmuschel zu knabbern und zu lecken, während meine Hände deine Brustwarzen zwirbeln und kneifen.
Du stöhnst auf, dass du mich willst. Ich drehe deinen Stuhl um, sodass du zu mir blickst. Da stehst du fix auf, streifst deinen engen Bleistiftrock herunter und setzt dich wieder. Ich spreize deine Beine und lass meinen Kopf dazwischen verschwinden, um deine heiße Mitte zu erforschen.
Meine Zunge arbeitet sich voran und verwöhnt dich, während meine Hände deine Schenkel sanft halten.
Du stöhnst und windest dich, weißt nicht, wo dir der Kopf steht. Presst meinen Kopf mit deinen Händen noch mehr in deinen Schritt.
Nicht mehr lange und dein Körper wird sich anspannen, während dein Orgasmus dir süße Befriedigung verspricht.

Photo by W R on Pexels.com -Symbolbild-

Gastbeitrag: Der Physiotherapeut und seine Patientinnen

Ein Physiotherapeut gibt persönliche Einblicke in sein Berufsbild. Spannend sind hierbei immer wieder die Begegnungen mit Kundinnen, die sich eigentlich eine Frau als Behandelnde wünschen. Wie erlebt er diese Situationen in seiner Arbeit? In seinem Gastbeitrag lässt er den Leser daran teilhaben. Vielen herzlichen Dank dem Gastautor für seine Erzählung!


Beginn Gastbeitrag:

Kurz zu mir: Ich bin männlicher Physiotherapeut und habe, seitdem ich den Job angefangen habe, immer wieder damit zu kämpfen, dass ich ein Mann bin und sich Frauen nicht gern von Männern behandeln lassen möchten. Dabei kommt es nicht immer auf das Alter an, sondern meist auf die Erfahrung, welche die Patientinnen gemacht haben. Ich habe sowohl jüngere als auch ältere Damen erlebt, die sich von mir oder generell von einem Mann nicht behandeln lassen wollten.

Bei dem Thema fallen mir allerdings auch zwei Beispiele ein, bei denen es genau anders war:


Die eine Patientin war etwa Mitte 30, hatte Brustkrebs mit brusterhaltender OP. Sie fragte ihren Mann, ob er damit ein Problem hat, wenn ich ihre Brust behandle mit manueller Lymphdrainage. Er hatte kein Problem damit. Die Patientin konnte sich gut auf mich einlassen, denn ich bin schließlich Profi und seriös in meinem Job. Sie hat einige Rezepte vorbei gebracht. Am Ende hat sie die Therapie nicht mehr benötigt, ein voller Erfolg.

Die andere Dame hätte in etwa meine Mutter sein können, in ihren späten 50ern. Diese Kundin hatte anfänglich ein Problem mit mir, da sie vorher bei einer Kollegin war und ich diese krankheitsbedingt vertreten habe.
Nach den ersten zwei Behandlungen hat sie allerdings alle Scheu verloren und war froh, bei mir zu sein. Auch sie hatte einen Brustkrebs, weshalb ihre axillaren Lymphknoten entfernt wurden und ihre linke Brust extrem anschwoll. Nach einigen Behandlungen konnte ich auch dieses Ödem in den Griff bekommen, weshalb sie nach ein paar Rezepten keine weitere Therapie mehr nötig hatte.

Die Fehlgeburt der fremden Frau

Ein Besuch im Hallenbad ist eine aufregende Sache. Nein, ich meine nicht das Schwimmvergnügen. Ich meine die Menschen, die dir in dieser Zeit in ihrer bunten Fülle begegnen.

Während dem Schwimmen befinde ich mich auf engem Raum mit anderen, die alle ihre persönliche Geschichte mit sich führen. Durch die Begrenzung des Beckens kommen wir uns mitunter nah. So können Gespräche entstehen, die einer Wundertüte gleichen. Lächelnd geschieht es meiner Erfahrung nach von ganz alleine. Ohne es zu wollen oder bewusst zu initiieren.

So betrieb ich meinen Sport, als ich unvermutet an eine Frau herantrieb. Da zeitgleich der Kurs des Schwimmsportvereins stattfand, wurde das Wasser von kraulenden Athleten aufgepeitscht. So kann es passieren, dass die Wellen einen in Richtungen tragen, die nicht immer freiwillig ausgesucht sind.:)

Die fremde Frau sah unauffällig aus, war um die sechzig Jahre, mit einer ruhigen Ausstrahlung versehen. Wir kamen ins Gespräch und auf den Schwimmkurs meines Kleinen. Erörterten die Didaktik einer solchen Aktivität und die besonderen Corona-Umstände, die derzeit herrschen. Da fragte sie mich, wie viele Kinder ich hätte. Wie immer antworte ich auf diese Frage mit: „Ich habe zwei Kinder. Meinen Jungen und mein Mädchen im Himmel.“

Die Frau wirkte überrascht und berührt gleichermaßen. Sie wäre Mitglied einer ehrenamtlichen Vereinigung, die mit beeinträchtigten Kindern Ausflüge unternimmt. Kinder habe sie selbst keine.

Während ich ihr mein Sternchen vorstellte, wurde die Frau zunehmend still. Da dies eine Reaktion ist, die mir die Menschen oftmals entgegenbringen, wenn ich ihnen von meiner Kleinen im Himmel erzähle, wunderte ich mich nicht darüber.

Als wir schon im Verabschieden waren, platzte es aus der fremden Frau heraus: „Ich habe auch ein Sternchen. Als ich noch sehr jung war, hatte ich eine Fehlgeburt. Der Vater des Kindes wollte nichts mehr von mir wissen, ich war ganz auf mich alleine gestellt. Vielleicht war es gut so, dass ich das Kind verlor. Von allen Seiten wurde auf mich eingeredet, ich solle das Kind abtreiben. Nun ja, vielleicht hat es das ja bemerkt und ging.“

Ob denn sie leise sprach, hallten ihre Worte in einer Eindringlichkeit, die mir im Herzen schmerzte. Wie es meine Art ist, entgegnete ich ungefiltert: „Sie wären eine tolle Mutter geworden. So viel Wärme geht von Ihnen aus. Dem Kind wäre es sehr gut gegangen bei Ihnen!“

Als die Worte gefallen waren, tat es mir sofort leid. Natürlich musste meine Rückmeldung sie im tiefsten Inneren berühren. An diese Konsequenz hatte ich mal wieder nicht gedacht. Ich sprach schlichtweg aus, was ich in diesem Moment dachte. Mist!

„Entschuldigen Sie bitte, es steht mir nicht zu, das zu sagen. Ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten.“

Die Frau verharrte still am Beckenrand, blickte gedankenverloren in die Ferne. Dann drehte sie sich zu mir mit einer solch gewaltigen Intensität in den Augen, dass ich vollkommen ergriffen war.

„Wissen Sie was? Sie sind der erste Mensch, dem ich nach über vierzig Jahren von meinem Sternchen erzähle. Können Sie sich das vorstellen? Ich kenne Sie seit zwanzig Minuten.“ Nach einer vielsagenden Pause fuhr sie fort: „Es wurde Zeit, dass ich darüber sprach. Ja, das wurde es. Ich bin froh, dass ich Sie heute hier getroffen habe. Sie blicken einem so ins Herz.“

Wir sprachen noch eine Weile miteinander, ließen unsere Sternchenkinder aufleben. Es war wunderschön.

Meine Kurzgeschichte: Laura

Liebe Leser!

Es ist eine verbotene Fantasie und heißer Stoff für ein aufregendes Kopfkino!

Begleitet die junge Studentin Laura, die wider Erwarten käuflich wird…

Die Kurzgeschichte ist nur für Erwachsene / FSK 18. Alle Personen und Handlungen sind frei von mir erfunden. Wenn Euch die Geschichte gefällt, empfehlt mich gerne weiter!

Liebe Grüße

Eure Julia

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Kurzgeschichte / FSK 18:

Laura

„Würdest du dich für hundert Euro mit mir treffen und Sex haben?“

Laura wollte eigentlich ihrem ersten spontanen Impuls folgen und die Nachricht von diesem Fremden löschen. „Unverschämtheit!“, dachte sie sich empört und ging im Geiste den äußerst knappen Wortwechsel durch, den sie mit dem 15 Jahre älteren Mann in dem Chat der Singlebörse gehabt hatte. Seit einigen Tagen hatte sie sich diese neue Dating-App heruntergeladen und sich ein ausführliches Profil angelegt, um nicht zu viele in die Leere laufende Aufmerksamkeiten zu bekommen. Als junge Frau mit gutem Aussehen wurde ihr Account regelrecht gestürmt und erfreute sich sehr großer Beliebtheit. Glücklicherweise beinhaltete die App auch einen Fetisch-Schwerpunkt, so dass sich Gleichgesinnte gezielt kennenlernen konnten. Laura hatte eine gewisse Vorliebe für aufregende Stoffe und Materialien. Sie liebte Wetlook-Dessous und Kleidungsstücke aus Latex, ferner auch Leder.

Dabei schrieben sie deutlich ältere oftmals verheiratete oder gebundene Männer an, die mit ihren Partnerinnen aus vielerlei Gründen keinen Geschlechtsverkehr mehr hatten. Jedoch auch Männer im gleichen Alter wie sie oder sogar noch jünger, die sich meist eine Beziehung wünschten. Einige kamen sehr schnell zur Sache und machten deutlich, dass sie Unverbindlichkeit suchten. Andere lehnten den schnellen Sex kategorisch ab und suchten eine aufrichtige Tiefe und wollten sie als Menschen erst einmal in Ruhe kennenlernen.

Da ihr die Flut an Mitteilungen schlichtweg zu viel wurde, hatte sie sehr viel gelöscht und auch stumm geschaltet. So war Laura dann doch vollkommen überrumpelt, als ihr dieser Mann nach einem Korb von ihr erneut schrieb. Viele meldeten sich dann einfach nicht mehr oder beschimpften sie sogar. Irgendwie setzte auf einmal ein angenehmes Kribbeln als Reaktion auf die Frage ein, welches sie nicht so wirklich deuten konnte. Auch ein drängendes Pochen machte sich zwischen ihren Beinen bemerkbar und förderte ihre Feuchtigkeit zutage. Vermutlich hatte sie zu lange keinen Sex gehabt.

Laura war grundsätzlich sehr wählerisch, was die Menschen anbelangte, die sie näher an sich heran und zum Teil ihres Lebens werden ließ. Diese Haltung war nicht aus Arroganz oder gar Überheblichkeit geboren, sondern basierte auf reinem Selbstschutz. Wenn Laura liebte, dann liebte sie wahrhaftig und ohne Halten. Dieser besondere Mensch durfte sich dann maßlos über ihre Liebe freuen, denn für diesen tat sie alles und opferte sich auf, um dass dieser ein sehr angenehmes Leben mit ihr führen durfte. Dabei stellte es für sie auch kein Problem dar zu verzichten, eigene Bedürfnisse hintenanzustellen oder diese Person in den Mittelpunkt zu heben, denn dann war diese in diesem Moment ihr vollkommener Dreh- und Angelpunkt.

Viele Männer nutzten diese umsorgende und großherzige Charaktereigenschaft von Laura leider oftmals rücksichtslos aus und zogen nur die eigenen Vorteile aus einer Beziehung mit ihr. So geriet sie in ihrer Vergangenheit leider immer wieder an Egoisten oder Narzissten, denen sie gefällig war und die sich durch ihre Schönheit und ihren Geist schmückten, jedoch kaum etwas ausreichend oder selbstlos zurückgaben. Immer wieder gab sie alles – immer wieder brach ihr dann ein Partner das Herz und immer wieder starb dann ein kleiner Teil ihres Selbstwertgefühls. Mit der Zeit war diese Spirale toxisch, denn Laura kam sich vermehrt hohl und unempfindsam vor und hatte Angst, irgendwann nicht mehr wirklich fähig sein zu können, vollen Herzens zu lieben.

Da das Alleinsein auf Dauer aber auch nicht ihrem Naturell entsprach und sie ernsthaft anfing, einen Menschen an ihrer Seite zu vermissen, reifte in ihr der Gedanke, wieder auf Partnersuche zu gehen. Wie es der Zufall im Leben manchmal dann will, las sie just in dem Moment von einer neu entwickelten Dating-App, die ihren Mitgliedern scheinbar so einiges zu bieten hatte. Also war sie spontan, überlegte diesmal nicht lange und wägte auch nicht zig Mal das Für und Wider ab und meldete sich kurzerhand an.

Binnen kürzester Zeit gingen die ersten Profilanfragen ein und gaben Laura ein freudiges Gefühl der Anerkennung und Wertschätzung in Bezug auf ihre Person. Ein paar Mal wurde sie von anderen Usern sogar gefragt, ob sie echt sei und kein Fake-Account, da ihre Bilder so gut aussehen würden wie bei einem professionellen Fotomodell. Diese Rückmeldungen taten ihr gut, denn obgleich Laura kein eingebildeter Mensch war, pflegte sie sich und ihren Körper, achtete auf ihre Ernährung und trieb regelmäßig Sport. Das Rauchen hatte sie zum Glück nie angefangen und der Konsum von Alkohol lag ihr mehr als fern.

So wirkte ihr Aussehen fast jugendlich und nicht nur einmal musste sie schon ihren Ausweis bei Alterskontrollen vorlegen. Laura studierte Betriebswirtschaftslehre und hatte zuvor ihr Abitur mit einem sehr guten Notenschnitt absolviert. Gedichte und Songtexte schreiben war ein großes Hobby ihrer gleich nach den abwechslungsreichen Fitnesskursen. Sie war also nicht nur attraktiv mit dem gewissen Etwas, sondern auch gebildet und studiert. Mit ihrer Intelligenz kamen leider auch nicht alle Männer klar, sahen sie doch in ihr mitunter das typische Blondchen mit Schmollmund und großem Busen, welches nichts im Kopf zu haben schien. Doch von dieser Sorte Mann hielt sie sich schon lange bewusst fern; zu wichtig war für Laura ihr eigenes Seelenwohl und zu oft hatte sie schon wegen solchen Egozentrikern, die eine Freude daran hatten sie klein zu halten, geweint.

Laura ging gedankenversunken auf die Toilette und erleichterte ihre Blase. Als sie sich mit dem Toilettenpapier abputzte, wunderte sie sich über ihre unglaubliche Nässe. Dieser unvermutete Zustand überraschte sie vollkommen, hatte sie doch gar kein erotisches Kopfkino gehabt oder sich selbst berührt. Dieses Pochen an ihrem Kitzler war urplötzlich wieder da und wie fremdgesteuert fing sie an, sich ihre Perle zwischen den Zeigefinger und Daumen zu nehmen und zu reiben.

Dabei stellte sie sich vor wie es wohl wäre, einem Mann zur Verfügung zu stehen, der sie gekauft hatte und der für gemeinsamen Sex bezahlte. In ihrer Phantasie zog sie sich ganz langsam vor diesem aus, schwang dabei ihre sinnlichen Hüften und lockte und reizte ihn damit gleichermaßen. Die Dessous, die dabei von ihrem heißen Körper glitten, waren aus dem glänzenden Material, welcher sich Wetlook nannte. Dieses umschloss ihre Kurven gekonnt, engte sie jedoch nicht wirklich ein. Eine bequeme und sexy Wäsche sozusagen, in welcher sich jede Frau sehr wohl und gleichsam gewollt fühlen konnte.

Laura hatte das aufregende Material erst kürzlich für sich entdeckt; seitdem trug sie es sehr gerne und auch mal auf einer Party oder gar in der Uni, also nicht ausschließlich nur in einem erotischen Zusammenhang. Ein besonders aufregender Favorit war dabei für sie ein Wetlook-Glanz-Kleidchen mit einem auf dem Rücken liegenden sexy Reißverschluss, süßen Rüschen am Rockteil und einem integrierten Slip. Darin fühlte sie sich äußerst begehrenswert und liebte das anschmiegsame Tragegefühl des glänzenden Materials mit seinem hohen Elasthan-Anteil.

Wie aufregend das war und wie begehrt sich Laura dadurch fühlte. Dann genoss sie es, dass sie ihre Beine vor dem Freier spreizte und er sie ausgiebig in Augenschein nahm. „Du wirst jetzt von mir rangenommen, Schlampe!“, entgegnete ihr der markant aussehende und ihr doch kaum bekannte Mann, als dieser sich genüsslich und bestimmend in Position brachte. Laura erfühlte sein steifes Glied kurz am Oberschenkel, da schob er ihr seinen harten Riemen schon in einem Satz tief in ihre Vagina ein. Kurz raubte ihr ein Gefühl zwischen Erregung und Schmerz den Atem, dann begleitete das Klatschen seiner Hüften an ihr weiches Fleisch ihr erfülltes Stöhnen.

Diesen aufregenden und ein wenig verbotenen Gedanken hing Laura nach und als sie sich gerade ausmalte, von dem dominanten Herrn hart und ausdauernd von hinten genommen zu werden, kam es ihr in einem heftigen und intensiven Orgasmus.

Noch die fantastischen Nachwehen auskostend und dennoch ein wenig ratlos und konstatiert vom eigenen Verhalten, begab sich Laura wieder vor ihren Laptop und las sich die Nachricht des abgewiesenen Mannes noch einmal durch – ein unmoralisches Angebot sozusagen. Ob denn sie masturbiert hatte, war diese Grundanspannung in ihrem Inneren immer noch da. Sollte sie es wagen?

„Um ehrlich zu sein, könnte ich das Geld gerade schon gut gebrauchen.“, ging es Laura durch den Kopf. Die Leasingraten für ihr kleines Auto drückten jeden Monat auf den Geldbeutel genauso wie die unverschämte Miete, bei der ihr vom Vermieter erst vor vier Tagen eine Erhöhung angekündigt wurde. Und neue Klamotten hatte sie sich seit langen Zeiten nicht mehr gegönnt, da sie sehr sparen musste, um über die Runden zu kommen. Hmmm…

„Ach was soll`s!“, rief Laura aus und schrieb dem Unbekannten zurück, dass sie es sich überlegen würde mit einer Zusammenkunft. Zudem bat sie ihn, ein Foto von sich zu schicken und fragte ihn, was er sich für hundert Euro so vorstellte, mit ihr machen zu wollen.

Binnen zwei Minuten erfolgte bereits seine Antwort: „Keine Sorge, ich bin kein Spinner oder Freak. Ich will keine abartigen Sachen mit dir machen. Du bist echt eine süße Maus und ich habe einfach spontan Bock auf dich. Zudem gefällt mir deine Vorliebe für außergewöhnliche Stoffe und Kleidungsstücke. Wenn ich dich zum Essen einladen würde, hätte ich das Geld auch ausgegeben und es wäre nicht sicher, ob wir im Bett landen würden. So ist es irgendwie einfacher und ehrlicher, finde ich. Lass uns kuscheln und dann sehen wir weiter, ok?“

Seine Worte wirkten sympathisch und Laura konnte im folgenden Wortwechsel Vertrauen zu ihm fassen. Sie hatte wohl auch ein wenig Angst, er könnte kein Gentleman sein oder ihr dann nach dem Sex das Geld nicht geben. Doch die Neugier es ausprobieren zu wollen war größer.

So stimmte Laura schließlich ein, dass sie sich bei ihr daheim für Sex treffen könnten. Dass sie damit ein großes Wagnis einging, in dem sie ihm ihre Adresse gab, war ihr zu dieser Zeit nicht wirklich bewusst. Schließlich war sie kein Profi und empfing das erste Mal einen Freier, der sie für Sex bezahlen würde.

So kam der Tag des erotischen Treffens. Laura duschte sich in aller Ruhe und sehr ausgiebig und genoss das wohlige Plätschern des warmen Wassers auf ihrer Schulter- und Rückenpartie. Wäre sie für sich gewesen und hätte keinen Besuch erwartet, hätte sie gerade liebend gerne Lust gehabt, sich den Strahl des Duschkopfes direkt auf ihre Perle zu richten und die erregenden Wonnen dabei voll und ganz zu genießen. Doch leider konnte das nun nicht sein, denn die Uhr tickte unaufhörlich und erinnerte sie daran, dass sie sich ein wenig beeilen musste. Schließlich wollte sie sich noch ein ansprechendes, wenn auch dezentes Make-up auflegen und sich attraktiv kleiden. So zog sie sich aufreizende rote Latex-Dessous an, welche sich eng und straff an ihre weiblichen Kurven schmiegten und darüber das aufregende schwarze Wetlook-Glanz-Kleidchen, welches sie wie ein anziehendes Dienstmädchen aussehen ließ. Laura fühlte sich rundum wohl in ihrem attraktiven Outfit und wartete im Anschluss an das Ankleiden gespannt auf ihren Gast. So machte sie im Anschluss dem Mann die Wohnungstür auf, mit dem sie geschrieben hatte und stellte fest, dass er ehrlich zu ihr gewesen war und aussah wie auf dem Bild, das er ihr zur Verfügung gestellt hatte. Irgendwie seltsam waren diese ersten Minuten des Kennenlernens.

Da Laura und er in ihrer Wohnung waren, fühlte sie sich jedoch ganz gut und fing an, sich vor ihm in noch etwas unsicheren, jedoch nicht minder lasziven Bewegungen auszuziehen. Die bewundernden Blicke des Mannes gaben ihr Recht, mit dem Wetlook-Glanz-Kleidchen eine gute Auswahl getroffen zu haben. Sein warmer und vor Begierde schimmernder Blick ruhte auf ihren sinnlichen Kurven, als sie im roten Latex-BH und -Slip vor ihm stand.

„Wie wunderschön du bist, Laura!“, rief er unverhohlen bewundernd aus und holte freundlich lächelnd und ohne Aufforderung ihrer den vereinbarten Geldbetrag aus seiner Jeans und gab ihn ihr. Mit etwas zitternden Händen nahm Laura diesen dankend entgegen und verstaute die Scheine unauffällig in einer Schublade.

Dabei fand sie es sehr rücksichtsvoll und einfühlsam von ihm, dass sie von ihm gefragt wurde, ob er sie anfassen durfte. Dieser Mann, der ihre Dienstleistung gekauft hatte, behandelte Laura die ganze Zeit über sehr respektvoll und zuvorkommend und bezog sie die ganze Zeit über in die sexuellen Handlungen mit ein. Dadurch konnte sie sich entspannen und fand auch eine gewisse Erregung dabei. Laura begann, ihn oral zu verwöhnen und fand beim Ablecken seiner Eichel, dass seine Lusttropfen wundervoll schmeckten. Auch sein männlich-herber Moschusduft im Intimbereich war ihr sehr angenehm und ehrlicherweise war sie sehr froh darum. Der Mann ließ Laura das Tempo des Blasens bestimmen, denn er wollte ihr durch plötzliches Einlenken keinen absichtlichen Würgereiz verursachen, da er sie dafür schlicht zu wenig kannte und sie nicht erschrecken wollte.

Auf einmal zog er sich ruckartig aus Lauras Mund zurück und quittierte ihren überraschten Gesichtsausdruck mit einem verständnisvollen Lächeln: „Weißt du Laura, für mich ist das alles genau so aufregend wie für dich. Wir hatten zwar sehr schön miteinander geschrieben, doch wusste ich letztendlich ja nicht, was mich hier bei dir erwartet. Oder auch besser gesagt wer. Dabei meine ich nicht dich selbst oder dein Aussehen, sondern eher, dass ein Mann auch in einen Hinterhalt gelockt werden kann, wenn er sich auf solche Dates einlässt. Schon so mancher wurde währenddessen überfallen und ausgeraubt und zwar von Männern, die sich irgendwo im Hintergrund versteckt hielten und eine gutaussehende Frau nur als Lockvogel fungierte. Ein wenig Herzklopfen habe ich noch immer, entschuldige. Du bist so wunderschön, ich möchte keinen Fehler machen, es soll trotz des Geldes auch schön für dich sein. Gerade wäre ich beinahe gekommen, doch ich weiß nicht, ob ich wegen meiner Nervosität ein zweites Mal ohne längere Pause könnte.“

Irgendwie rührte dieses Geständnis an Lauras Herz und spontan und ohne langes Nachdenken ergriff sie seine Hand und gab ihm einen Kuss darauf. Diese unvermutete Geste der Zärtlichkeit zog beide in ihren Bann, war sie doch aus freien Stücken und unaufgefordert gegeben. Zärtlichkeit ist immer ein in Freiwilligkeit gegebenes Geschenk an einen anderen Menschen und kann niemals erkauft werden. Dieser eindringliche und zugleich sehr menschliche Moment zwischen beiden brach das Eis vollends. Nicht nur Laura, sondern auch Tom, so hieß ihr Freier, wirkten nun viel lockerer miteinander und genossen zusehends ihr Miteinander. So legte sich Tom auf das Bett, während Laura auf ihn stieg und seinen prallen Harten in ihre nasse Scheide einführte. Pikanterweise hatte sie ihre roten Latex-Dessous noch immer an, denn auch Tom war Wäscheliebhaber und absoluter Latexfan. So präsentierte ihm Laura die Öffnung am roten Latexslip ouvert, durch welche sie Toms hartes Glied schob und in sich aufnahm. Tom genoss das Gefühl der zusätzlichen Reibung an seiner Peniswurzel sehr, welche ihm durch den Latexstoff an der Öffnung im Slip geboten wurde. Große, kantige Männerhände gruben Lauras üppigen Busen aus dem roten Latex-BH, umschlossen diesen gierig und rieben ihre rosigen Brustspitzen, bis Laura ihn immer heftiger ritt, bis sie beide beinahe zeitgleich zum Orgasmus kamen. Natürlich hatten sie ein Kondom benutzt, wie zuvor auch schon beim Oralverkehr. Zum Glück hatte Tom diese selbst mitgebracht, denn als Single und keinen Sex habend hatte Laura diese gar nicht im Haus gehabt und in ihrer Aufregung zuvor schlicht vergessen, welche zu besorgen.

Erschöpft lag nun Laura an Toms Seite und sinnierte gedanklich darüber nach, dass sie gerade sehr viel Spaß hatte und das Geld eigentlich sehr leicht verdient war. Dafür hätte sie in irgendeinem Restaurant lange kellnern müssen. Da spürte sie wie sich Tom ihr zuwandte und sie nonchalant anlächelte. Dabei entblößte er seine gepflegten Zähne und Laura dachte auf einmal, wie sie wohl reagiert hätte, wären die Zähne nicht so adrett gewesen.

„Hättest du Lust, dass wir das demnächst wiederholen? Wir können gerne ins Kino gehen, ich würde dich gerne einladen. Wenn es für dich in Ordnung ist, würde ich gerne mit dir dann einen Blowjob im Auto in der Tiefgarage und auch Analverkehr haben. Das dann bei dir daheim oder in einem Hotelzimmer in aller Ruhe. Ich gehe auch ganz behutsam vor, mache dir keine Sorgen. Solltest du irgendetwas brauchen an Hilfe oder Unterstützung, melde dich gerne bei mir, meine Nummert hast du ja. Ansonsten melde ich mich wieder bei dir, falls ich darf.“ Wie leicht das alles ging, damit hätte Laura nun wirklich nicht gerechnet.

Tom wollte eine Wiederholung des Ganzen. Das Schöne daran war, dass sie ihn nun kannte und alles beim nächsten Mal noch vertrauter wäre. Dennoch zögerte Laura ein wenig ihm gleich eine Zusage zu geben. So erbat sie sich Bedenkzeit, denn sie merkte schon, dass sie erstmal ein wenig zur Ruhe kommen und das aufregende Erlebnis heute verdauen musste, wenn sie wieder alleine war.

„Kein Ding Laura, auch für mich war das alles recht neu; ich mache solche Treffen sonst auch nicht jeden Tag. Du bist einfach so wundervoll und ehrlich zu mir. Gerade fühle ich mich eher wie dein Freund und nicht wie dein Freier. Richtig wohl fühle ich mich mit und bei dir. Deine Dessous vorhin waren übrigens sehr heiß und sexy. Ich werde morgen mal im Internet schauen und dir für das nächste Mal, sollte es stattfinden, ein Geschenk mit Wetlook- oder Latex-Wäsche mitbringen. Das sage ich dir, damit du dich bereits jetzt schon darauf freuen kannst. Du wirst es immer gut mit mir haben, das verspreche ich dir!“

Einerseits fühlte sich Laura sehr geschmeichelt, andererseits brauchte sie jetzt Zeit für sich. Das drängende Bedürfnis, das Erlebte verarbeiten zu wollen, stieg nun mit aller Kraft in ihr auf. So löste sich Laura als Erste aus der Umarmung und begann sich wieder anzuziehen. Ihre roten Latex-Dessous sahen einfach nur himmlisch und absolut verführerisch aus. Tom duschte noch und war die ganze Zeit über freudig aufgelegt.

Als er dann zirka 20 Minuten später die Türe hinter sich schloss, ließ sich Laura erleichtert auf das grüne Sofa fallen. Sie schloss mit einem Aufseufzen die Augen und grübelte über den fantastischen Sex nach, den sie gerade mit einem fast Fremden gehabt hatte. Ihre blonde Mähne nach hinten werfend, sinnierte sie aber auch über die Gefahr nach, in welche sie sich leichtfertig begeben hatte. Nein, sich bei ihr daheim zu verabreden, das ist wohl keine so gute Idee gewesen, das würde sie so nicht noch einmal umsetzen. Ihre Privatsphäre würde sie in Zukunft sehr viel besser wahren, dessen war sich Laura nun sicher. Sie hatte auch schon von gewissen Portalen gehört, die interessierte Frauen wie Laura suchten und zahlenden und seriösen Kunden vermittelten. Oder sollte sie diese Erfahrung als einmalig abhaken und nicht mehr wiederholen?

Laura entschied sich eindeutig für ein Weitermachen. Sie traf Tom wieder und verbrachte mit ihm noch einige tolle Dates. Irgendwann sprach er von Liebe, da beendete Laura schweren Herzens die Treffen mit ihm, denn sie wollte Tom nicht unnötig verletzen, da sie ihn wohl sehr mochte, jedoch nicht liebte. Dieses ließ die Leichtigkeit ihres Zusammenseins leider immer mehr schwinden. Dennoch erinnerte sie sich immer gerne an Tom zurück, schließlich war er ihr erster Kunde und stets ehrenvoll zu ihr gewesen.

Auch beschloss Laura ihr eigener Herr zu werden und meldete sich offiziell als Sexarbeiterin an, um sich nicht verletzbar zu machen und natürlich korrekt zu agieren. So wurde sie zu einem sehr begehrten Escortgirl, welches ein gewisses Ansehen erlang, gut gebucht wurde und stets zufriedene Gäste hatte.

Am Tag, als Laura ihr Studium erfolgreich absolvierte, klopfte ihr Herz vor Freude bis zum Hals. Dumm war sie mit ihrer blonden Haarpracht und ihrem süßen Aussehen nun wirklich nicht. Dumm war, wer dies ernsthaft glaubte.  

– Symbolbild –

Gastbeitrag: Wie das Liebesleben auffrischen, nachdem die Partner Eltern wurden?

Mein neuer Gastbeitrag ist von einem Mann verfasst, der andere Leser für ein ganz bestimmtes Thema sensibilisieren möchte: Wie geht ein Paar mit einer Sexflaute nach der Geburt des Kindes um? Aus seiner Sicht als Partner und Vater lässt er den Leser teilhaben an seinen persönlichen Empfindungen und Erlebnissen und möchte anderen Vätern und Männern Mut machen, an der Beziehung zu arbeiten und sich nicht aufzugeben. Vielen lieben Dank dem Autor!


Beginn Gastbeitrag:

Warum mache ich das?

Bevor ich meine Geschichte erzähle, wie ich zu dem kam, was ich jetzt mache und mir wichtig ist, möchte ich mich höflicherweise kurz vorstellen.

Ich bin Xander und 39 Jahre jung. Xander ist mein Autorenname auf meinem Blog. Wenn du wissen willst, wie ich richtig heiße, besuche meinen Blog. Vielleicht findest du dort meinen richtigen Namen. Ich bin glücklich verheiratet und habe einen Sohn. Und ja es stimmt, ich bin wirklich glücklich verheiratet. Warum? Weil ich meine Traumfrau geheiratet habe, ich immer noch Sex (mit meiner Frau) habe und täglich an meiner Beziehung mit meiner Frau arbeite. Natürlich liebe ich meinen Sohn auch über alles. 

Nun zu meiner Geschichte, die hoffentlich auch anderen Menschen Mut macht, ihre Beziehung wieder spannender und abwechslungsreicher zu gestalten.

Ich liebe Sex (Fängt schon gut an, oder?), der sich aber in den letzten Jahren verändert hat. Warum? Aufgrund unsere Sohnes. Kinder verändern das Leben in einer Partnerschaft. Aber auf der anderen Seite bereichern sie es ungemein. Dinge wie häufiger oder regelmäßiger Sex rücken in den Hintergrund.

Als meine Frau und ich noch keinen Nachwuchs hatten, hatten wir mehrmals in der Woche Sex. Wirklich abwechslungsreichen Sex. Das was uns gefiel oder wir ausprobieren wollten, haben wir gemacht. Von romantisch bis “dreckig” war alles dabei.

Aber wie bereits gesagt änderte sich das mit dem Tag, als mein Frau schwanger wurde. Unser Sohn ist ein absolutes Wunschkind. Wir haben lange dafür gebraucht. Obwohl wir oft miteinander geschlafen haben, hat es nicht funktionieren wollen. Bis zu diesem einen Tag, als wir die Nachricht erhielten, dass meine Frau schwanger war. Den Tag vergessen wir nie! Es war zufällig der Geburtstag meiner Schwester, als wie die Nachricht bekamen.

Von da an änderte sich unser Leben. Meine Frau nahm schnell und viel zu. Ihr Körper veränderte sich, was ja auch logisch bei einer Schwangerschaft ist. Aber die Erotik schwand dennoch. Sie hatte keine Anziehung mehr auf mich. Aber Fremdgehen kam nie für mich in Frage, nur um Sex zu haben. Wir hatten eben nur keinen Sex mehr. Das frustet mich natürlich. Hatte oft schlechte Laune. Und ich war unfair gegenüber meiner Frau. So ging es 9 Monate. Es gab auch gute Zeiten, obwohl die Schwangerschaft sehr anstrengend war.

Ich hatte die Hoffnung nach der Geburt, wenn sich der Alltag nach ein paar Wochen wieder eingependelt hat, dann wird es auch wieder mit dem Sex klappen. Aber Pustekuchen. Alles drehte sich nur um meinen Sohn, und abends war meine Frau so kaputt, dass sie keine Lust mehr hatte. Ich war weiterhin gefrustet. Da war bestimmt auch eine gute Portion Neid dabei. Das will ich gar nicht abstreiten. Ich überlegte, was ich tun kann. Komischerweise fiel mir das Einfachste nicht ein.

Miteinander reden!

Als ich sie eines Abends darauf ansprach, erklärte sie mir alles und ich sah alles mit anderen Augen. Jetzt verstand ich ihre Welt. Das Mama-sein. Eins der wichtigsten Aufgaben im Leben, wenn man es denn möchte. Genau wie das Papa-sein. Aber für Mamas ist es am Anfang schwerer und stressiger. So sind zumindest unsere Erfahrungen.

Nachdem weitere Wochen vergingen, der Alltag entspannter wurde und ich meine Frau besser verstand, schlich sich so langsam auch wieder die Zweisamkeit ein. Romantik und Zärtlichkeiten. Ein erster Schritt. 

Als unser Sohn ca. ein halbes Jahr alt war, fingen wir wieder an ein Paar zu sein. Nicht nur Mama und Papa, sondern wieder ein Paar. Wir nahmen uns bewusst Zeit für uns. Und das machen wir bis heute so. Klar, wir haben nicht mehr soviel Sex wie früher, aber wir haben wieder Sex. Wir verbringen Zeit miteinander. Und nehmen uns auch nur einfach mal in den Arm. Und auch die erotische Anziehungskraft, die meine Frau immer auf mich hatte, ist wieder zurück. Mehr denn je.

Ich bin davon überzeugt, dass es bei sehr vielen Paaren so ist, dass mit der Geburt ihres Kindes das Paar-sein aufhört. Leider.

Warum hat es bei uns funktioniert, wenn auch mit Anlaufschwierigkeiten?

Weil wir miteinander geredet haben. Oft. Was wir denken und was wir uns wünschen. Natürlich ging es dabei nicht nur um Sex. Aber es erleichtert das Miteinander. Es reinigt die Seele.

Und genau das habe ich mir jetzt durch meinen Blog zur Aufgabe gemacht. Ich möchte anderen Männern helfen, mit meinen Erfahrungen ihr Liebesleben wieder aufzufrischen. Denn jeder hat ein abwechslungsreiches und tolles Liebesleben verdient. Ich möchte Männern Mut machen, sich nicht zu verstecken oder es einfach so hinzunehmen.

Meine Kurzgeschichte: Anna und Karin

Lust auf einen heißen Trip an den See mit zwei tollen Frauen?

Dann habt gerne Spaß mit meiner lustvollen Kurzgeschichte nur für Erwachsene / FSK 18.

Viel Vergnügen beim Lesen! Die Personen und Inhalte meiner Geschichte sind frei erfunden.

Empfehlt mich und meine Geschichten gerne weiter, falls ihr mögt.

Eure Julia


FSK 18

Anna und Karin

Es war ein wunderschöner, lauer Sommerabend in einem ungewöhnlich warmen August. Den Zeitpunkt unseres Ausflugs hatten wir weise gewählt – es war die Zeit unmittelbar vor der eintretenden Dämmerung, wenn die Hitze des Tages etwas nachließ und Gnade schenkte, jedoch noch keine penetranten Stechmücken die Waden umschwirrten und zusetzten.

Karin und ich unternahmen gerade einen spontanen Trip zu einem nah gelegenen Baggersee, ausgerüstet mit einem prall gefüllten Picknickkorb voll mit allerlei Leckereien und ein paar Decken und einem Sonnenschirm. Da mit einem Hitzestich nun wirklich in keiner Weise zu spaßen ist, entschieden wir uns in dieser Hinsicht für die sichere Variante.

Zum Glück war Karin mit mir hier an diesem wundervollen Fleckchen Erde, denn sie hatte eine zupackende Art und eine praktisch veranlagte Ader, so dass im Nu der Sonnenschirm aufgespannt über uns thronte und angenehmen Schatten spendete. Auch bereiteten ihre flinken Finger in Windeseile ein zauberhaftes kleines Menü zu, welches sie kunstvoll auf einer kleinen karierten Decke ausbreitete. Ich möchte ihren Sinn für Ästhetik. Diesen vermuteten jedoch wenige hinter ihr, welche sie das erste Mal kennenlernten. Karin war mollig, hatte einen etwas kräftigen Oberkörper, jedoch wundervolle, milchig-weiße Brüste, die sich voll und schwer gegen ihr lila Shirt pressten. Dieses beeindruckende Attribut von Weiblichkeit strafte ihre etwas herbere Erscheinung und ihr eine Spur zu männlich wirkendes Gesicht, welches jedoch von blonden, fülligen Locken umrahmt wurde. Diese Haarfülle verlieh ihr etwas Besonderes.

Im Gegensatz zu ihrer weichen Figur war ich sehr zierlich gebaut mit sehr kleinen Brüsten und kaum weiblichen Kurven. So gerne hätte ich mehr Hintern oder vollere Oberschenkel besessen; fast schon knabenhaft wirkte ich von daher. Auch verfügte ich nicht über eine so schöne, lange Mähne wie Karin, denn ich hatte dunkelbraune Haare und einen kinnlangen Bob. Auf meine grün-blauen „Katzenaugen“ war ich dabei sehr stolz. Viele sagten mir, ich sehe dadurch unglaublich sexy und verführerisch aus, wie eine zarte Elfe.

Karin und ich hätten rein optisch nicht unterschiedlicher sein können, doch waren wir die besten Freundinnen und hatten keinerlei Geheimnisse voreinander. Sie wusste im Grunde um alle meine Männergeschichten und auch von allen meinen Fehltritten, denn ich vertraute immer sehr schnell, vielleicht auch zu schnell, was mich leider oft an die „falschen“ Männer gerieten ließ. Karin musste wohl meine Gedanken erraten haben, denn sie schenkte mir ein aufmunterndes Lächeln und reichte mir ein paar Trauben. Dabei zwinkerte sie mich an: „Ich habe dir schon immer gesagt, wenn du mal ein bisschen Ablenkung von all deinen Männergeschichten brauchst, wende dich an mich, ich kann dir da sehr weiterhelfen!“

Wie sie es wieder einmal schaffte, mich zum Erröten zu bringen. Ich spürte augenblicklich eine heiße Röte in mir aufsteigen, die nicht von der Sommersonne hervorgerufen wurde. Verlegen knabberte ich an meinen Trauben. Verstohlen blickte ich zu ihr auf und erinnerte mich an die Geschichten von ihren Abenteuern, an denen sie mich ab und zu teilhaben ließ. Ihre Geschichten waren auch mit Drama gespickt, auch sie hatte ab und an Beziehungsstress, doch der große Unterschied dabei war, dass Karin lesbisch war und Frauen als Partnerinnen und für ihr Sexualleben bevorzugte.

Irgendwie veränderte sich die Stimmung zwischen uns auf einmal merklich. Ich kann im Nachhinein gar nicht mehr genau sagen, was diese Veränderung hervorgerufen hatte, doch es lag mit einem Mal ein gewisses Prickeln und eine leicht erotische Anspannung in der Luft. Karin erkannte das scheinbar sofort. Beherzt wie sie war, stand sie auf einmal auf und zog ihre Jeans-Hotpants aus. Ich konnte gar nicht anders und starrte zu ihr hin. Ihr Hintern war üppig und doch akzentuiert, ein schöner Rubenskörper, der sehr ansprechend auf mich wirkte. Dieses Gefühl verwirrte mich auf einmal sehr. Was war denn nur los mit mir? Karin war eine Frau, kein Mann. Warum löste sie in mir diese eigenartigen Empfindungen aus? Doch was war das für ein Höschen, das sie trug? Schwarz und glänzend und wie eine zweite Haut schmiegte sich das Material an ihre Kurven. Karin schien meine Blicke zu genießen und blieb länger als nötig in ihrer stehenden Position, um mich in Ruhe an ihrem Anblick satt sehen zu lassen.

Auf einmal ging sie auf mich zu. Oh Gott, was hatte sie nur vor?

Sie blieb direkt vor mir stehen, beugte ihre Scham beinahe in mein Gesicht und fragte mich ganz locker, wie mir ihr neuer Slip gefiele. Von unten herauf musste ich sie mit großen Augen angeschaut haben, denn sie lächelte mir erneut aufbauend zu und sagte: „Das ist Latex, Anna. Dieses ist ein ganz besonderes Material. Es schmiegt sich an wie eine zweite Haut, lässt diese jedoch nicht atmen, so dass ich unter dem Latex schwitze.“

Wieder betrachtete ich den Venushügel von Karin, elegant und stilvoll verpackt, wie ich empfand. Latex… Ich hatte schon davon gehört und gelesen, doch habe ich das bisher eher in speziellen Clubs gesehen. „Du darfst mich gerne einmal da unten berühren Anna um herauszufinden, wie sich Latex anfühlt. Vielleicht gefällt es dir ja.“

Meine Neugier war in der Tat geweckt, sowohl dieses neuartige Material als auch Karin an sich zu erkunden. Ein leichter Schauder überkam mich, denn ich hatte gerade das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun. Sollte ich Karin wirklich dort anfassen?

Ich war ein wenig erleichtert, als sie mir diese Entscheidung scheinbar abzunehmen schien, meine Hand ergriff und auf ihre Scham legte. Dabei drückte sie sich gegen diese und stöhnte hörbar auf. Das konnte unmöglich sein, doch ich spürte, wie ich zwischen meinen Beinen feucht wurde und mich Erregung dabei überkam, Karin`s Venushügel sanft zu massieren. Da ich selbst eine Frau bin, wusste ich instinktiv, welche Stellen besonders empfindsam auf Berührung reagierten und lenkte meine Finger diesbezüglich. Meine Umgebung um mich herum nahm ich gar nicht mehr wahr, so sehr ließ ich mich fallen und genoss unser erotisches Verwöhnen.

Jeder Vorbeilaufende hätte uns zuschauen können!

Neben den stimulierenden und neuen Eindrücken gefiel mir die Beschaffenheit des Materials Latex sehr. Ihre Schamlippen zeichneten sich darunter ab, eine Spalte zog sich durch die vordere Hälfte. Dieses Samtige und Glatte noch hinzu – die Sinnlichkeit des Materials hielt mich ganz gefangen. Auch der eigene Geruch nach Gummi, vermischt mit Karin`s Moschus, wirkte sehr inspirierend auf mich. Das Stöhnen wurde immer lauter und Karin schaute währenddessen mit entrückt schimmernden, blau-grauen Augen auf mich herab. Auf einmal zog sie den schwarzen Latexslip ein wenig nach unten und legte dadurch ihre rasierte Scham fast gänzlich frei. Ihr lila Shirt zog sie ebenfalls aus, so dass sie nur noch spärlich bekleidet vor mir stand.

„Magst du mir einen oder zwei Finger einführen Anna? Ich habe so Lust auf dich, schöne Frau.“

Ein wenig zuckte ich zusammen, doch war so getragen von diesem faszinierenden und aufregenden Augenblick, dass ich ihren Vorschlag umsetzte und meinen Zeigefinger in sie einführte. Eine unglaubliche Nässe sowie weiche, warme Festigkeit umschloss meinen Finger und reagierte leicht zuckend, als ich einen weiteren zufügte und diese rhythmisch hin und her bewegte. Ihr Nektar hatte sich im Latexslip gesammelt und zeichnete sich weißlich-klar auf dem schwarzen Hintergrund ab. Es war ungewohnt, das Geschlechtsteil einer anderen Frau zu erforschen, doch fühlte sich gleichsam sehr natürlich und richtig an.

Inmitten dieser wundervollen Natur stöhnte Karin lauthals auf, zuckte ein paar Mal wellenartig und ergoss sich dann auf meine Finger. „Können das auch Frauen?“, dachte ich mir völlig überrascht und behielt meine Hand noch in dieser Stellung. Karin rieb sich noch ein wenig daran, dann rückte sie mit ihrem Becken nach hinten, zog den schwarzen Latexslip wieder hoch und kniete sich vor mich hin.

„Lecke deine Finger ab und schmecke mich, Anna! Schmecke, was du bei mir ausgelöst hast, werde dir deiner Weiblichkeit bewusst!“

Irgendwie fanden meine Finger wie von selbst in meinen Mund und setzten erneut Karin`s Anregungen um. Wie fremdartig und gleichsam erregend diese unanständige Geste war. Ich fühlte mich sehr verrucht und gleichzeitig vollkommen befreit und lebendig. Farin schien meine Emotionen genau zu erkennen, denn sie beugte sich nach vorne und begann mir mit kreisenden Bewegungen ihrer Hände die Brustspitzen zu massieren. Manchmal kniff sie auch leicht hinein und nahm diese schließlich in den Mund, um daran zaghaft zu saugen.

Heftige Gefühlswellen durchströmten mich und ließen mich erzittern; ich war froh zu sitzen. Karin drückte mich auf einmal leicht und dennoch bestimmt nach hinten, so dass ich ausgebreitet vor ihr lag. Beinahe hätte ich dabei das Essen umgestoßen. Die warme Abendsonne streichelte unser beider Körper und tauchte uns in ein warmes Licht, welches uns sanft scheinen ließ und perfekt die Stimmung des Moments einfing. Wie von Geisterhand war ich auf einmal ohne Rock und Slip. Karin musste in einem von mir unbemerkten Augenblick mein rosa Baumwollhöschen abgestreift haben. Sie hielt es an ihre Nase und roch genüsslich daran.

„Wie fein und lecker du riechst Anna, wie ein milder, süßer Pfirsich. Darf ich deinen Pfirsichsaft kosten?“

Völlig perplex ob dieser erotischen Eindrücke konnte ich ihr nicht antworten, denn ich fand gerade keine Worte mehr. Wie immer beherrschte sie die Situation meisterlich, drückte mir einfühlsam die Oberschenkel auseinander und legte meine Scham komplett frei. Instinktiv wollte ich die Beine wieder schließen, doch Karin befand sich schon dazwischen und bewunderte mich eingängig. Noch nie hatte mich jemand so intensiv zwischen den Beinen in Augenschein genommen. Heute war ich auch nicht rasiert, sondern trug Schambehaarung, anders als Karin, die komplett rasiert war.

„Ob sie meine Schambehaarung wohl störte?“, kam es mir in den Sinn.

Meine Sorge war jedoch unbegründet, denn ihr weiches Haar streifte die Innenseiten meiner Oberschenkel und ließ mich spontan erschaudern. Sogleich spürte ich ihre warme, feuchte Zunge auf meinen Schamlippen, die erst zärtlich darüberstrich, bis sie schließlich fordernder in mein weiches Fleisch eintauchte und gegen meine Öffnung stupste. Mein Gott, wie wahnsinnig heftig erregte mich dies. Instinktiv drückte ich ihren Kopf fester gegen meinen Schoß und genoss jede ihrer Zungenbewegungen, die gerade meine Liebesperle bearbeiteten. Immer eindringlicher wurde ihr Drängen, immer bestimmter ihr Lecken, gleich einer unausgesprochenen Reise in ein fernes Paradis.

Auf einmal sah ich kleine Sternchen vor meinen Augen, die Außenkulisse verschwamm vor meinem geistigen Auge, alle Gedanken waren auf einmal weit fort. Ich konnte mich komplett losgelöst fallen lassen und erlebte einen unglaublich intensiven Orgasmus, durch welchen mein gesamter Körper durchgeschüttelt wurde. So heftig hatte ich das noch nie mit einem Mann erlebt; was war nur mit mir los?

Ein wenig genierte ich mich, da ich beim Kommen gespürt hatte, wie ich meinen Nektar ausspritzte. Das musste doch direkt in Karin`s Gesicht gelandet sein. Doch es schien sie nicht wirklich zu beeinflussen, denn sie leckte mir in aller Ruhe all meinen Saft aus und reinigte mich so gründlich.

Als ich wieder einigermaßen zu Atem gekommen war, lag Karin schon neben mir und hielt mich eng umschlungen in ihren Armen. Ihren schwarzen Latexslip hatte sie noch immer an. Es fühlte sich gerade sehr richtig und sehr friedlich an, so als hätte dies schon lange passieren sollen.

„Magst du ihn einmal anziehen, meinen schwarzen Latexslip, Anna?“

Ihre Frage riss mich komplett aus meinen genussvollen Nachwehen. Bevor ich etwas erwidern konnte, war Karin schon dabei, sich ihren Latexslip auszuziehen und ihn mir über die Beine zu streifen. Es war ein sehr erhabenes und sehr geiles Gefühl, Latex das erste Mal auf der Haut zu spüren, und ich genoss diesen Moment sehr. Etwas von Karin`s Nässe war noch am Slip gewesen, doch das störte mich nicht. Im Gegenteil, es stimulierte mich auf eigenartige Art und Weise, da es sich so unerhört unanständig und versaut anfühlte. Obwohl Karin fülliger war als ich, schmiegte sich das Latexmaterial relativ eng an meine Kurven an. Sonst haderte ich mit meinen burschikosen Rundungen, schämte mich aufgrund meiner Zierlichkeit, doch dieser schwarze Latex auf meiner Haut gab mir gerade ein starkes Gefühl des Selbstbewusstseins und der Attraktivität! Ich fühlte mich auf einmal sehr weiblich und äußerst verführerisch, so als könnte ich jeden Mann und jede Frau dieser Welt verführen. Ein unvorstellbares Machtgefühl durchflutete mich.

„Karin, meinst du, wir könnten das das nächste Mal mit einem Mann zusammen machen? Also du, ich und einer meiner Freunde? Es war so schön… Und dabei noch von einem Mann verwöhnt zu werden und diesen zeitgleich in mir zu spüren, wäre das größte Glück!“

„Ach Schätzchen jederzeit, freut mich, dass es für dich so erfüllend war und es für dich ein gemeinsames nächstes Mal gibt.“ Dabei reichte sie uns beiden ein belegtes Brot und wir genossen unser Mahl in der abendlichen Stille der Natur.

Symbolbild

Gastbeitrag: „Was es mir bedeutet, Vater zu sein“

Manchmal lernen wir in den sozialen Netzwerken wundervolle Menschen kennen, die unser Leben auf angenehme Art und Weise bereichern.

Einer dieser Menschen ist für mich Freric, der auf Twitter einen Account unter dem Namen @freric1973 führt. Auch hat er einen eigenen Blog mit einer tollen, kostenfreien Webseite feetlove1973.de . Er freut sich bestimmt über Euren Besuch, falls Ihr mögt.

Freric möchte uns einen Einblick in sein Leben vor und nach seinem Vater-werden schenken. Vielen lieben Dank dem Gastautor für seinen Gastbeitrag. 💚

Hinweis: Der Gastbeitrag enthält Themen wie Alkoholsucht, schwere Kindheit und klinische Behandlung zum Kinderwunsch.

Bitte nur Erwachsene lesen – FSK 18. Danke!

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Hier beginnt der Gastbeitrag von Freric:

Mein Gastbeitrag für Julia:

Was es mir bedeutet, Vater zu sein“

Julia und ich haben uns über Twitter kennengelernt. In ihren Tweets erzählte sie über ihr verstorbenes Kind und erklärt, wie sie mit ihrer Trauer umgeht und diese verarbeitet. Darüber bin ich gestolpert und dementsprechend auch über ihren Blog. Für sie bin ich der Nordmann mit der tiefen Stimme. Auf Twitter eher unter @feetlove1973 bekannt. Mein Rufname ist Freric, bin 48 Jahre jung und schreibe bisweilen auch in einem eigenen Blog. Doch heute möchte ich Euch und Ihnen erzählen, was es mir in meinem Leben bedeutet, Vater zu sein.

Früher hatte ich nicht viel mit Kindern zu tun, außer dass ich selbst eines war und offen gestanden, auch noch heute bin. Da ich in einem Kinderheim groß wurde, war ich trotzdem immer mit anderen Kindern umgeben. Das lag in der Natur eines Kinderheimes. Natürlich kümmerte ich mich um die jüngeren Kinder und beschützte sie vor den älteren Kameraden. Das war auch bitter nötig, da viele Kinder aus allen möglichen sozialen Schichten dort zusammen leben mussten – ob sie wollten oder nicht. Das führte zu inneren Spannungen, welche sie extern äußerten… höflich gesagt.

Damals dachte ich in keiner Weise daran, mal selbst eigene Kinder zu bekommen. Dies änderte sich lange Zeit auch nicht. Ich lebte mein Leben ziemlich alleine und dies war auch okay für mich. Meine berufliche Situation auf See ließ auch keine festen Beziehungen an Land zu. 15 Jahre bin ich zur See gefahren, mit Kreuzfahrtschiffen auf allen Weltmeeren. Und dauernd unterwegs. Heimweh und Fernweh gaben sich die Klinke in die Hand. Und wenn jemand ständig „Weh“ hat, flüchtet er. Ich flüchtete mich in den Alkohol, wurde stark abhängig und konnte irgendwann den Job auf den Schiffen nicht mehr machen. Durch Entzug und langen Therapien, Umschulung und durch Wechsel in ein völlig anderes Umfeld gelang es mir bis heute trocken zu bleiben, klar denken zu können und mein Leben nüchtern zu meistern.

Und etwa zu diesem Zeitpunkt lernte ich meine jetzige Frau kennen und lieben. Wir planten und heirateten und auch der Kinderwunsch stand im Raum. Jedoch sollte sich dieser nicht so schnell erfüllen. Wir probierten und versuchten so ziemlich alles, was uns in die Finger kam. Doch trotzdem hatten wir keinen Erfolg. Nachdem wir uns weiter Gedanken gemacht hatten, entschlossen wir uns die Ärzte zu befragen. Meine Frau ab zum Frauenarzt und ich… zum Männerdoktor. Und dabei kam eben heraus, dass mein Sperma untersucht wurde und uns gesagt wurde, dass die Nichtschwangerschaft kein Wunder wäre bei der miserablen Qualität desselben.

Uffz. Auf natürlichem Weg ging also gar nichts. Nach einer Weile, auch bei mir musste dieses Ergebnis erst einmal sacken, machten wir einen Termin in der Kinderwunschklinik, sprachen mit der Krankenkasse, und so nahm dieses Kapitel seinen Lauf. Meine Frau nahm Hormone, Spritzen und hatte echt zu kämpfen. Ich dagegen hatte wohl die wenigste Arbeit. Als der Tag nun endlich gekommen war, machten wir uns auf den Weg. Ich konnte meinen Teil in einen Plastikbecher dazu geben. Ein kleiner rot angestrichener Raum, welcher mich wohl „in Stimmung“ bringen sollte, war dafür vorgesehen. Ein paar Pornoheftchen- und Filme lagen da auch rum – von „Dolly´s dicke Dinger“ bis „Der Gärtner, der durch die Hintertür kam“. Also nichts, was mich tatsächlich erheiterte. Romantik sah anders aus. Versprochen. Nun denn, die Probe wurde mir entrissen, labortechnisch bearbeitet und meine Frau mit dem Ergebnis künstlich befruchtet.

Welch herbe Enttäuschung für uns, dass es beim ersten Mal nicht geklappt hatte. Der zweite Versuch brachte uns Erleichterung, denn dieser hatte funktioniert, und meine Frau wurde schwanger. Das war schon ein kleines Wunder, hörten wir doch immer wieder, dass dies nicht immer der Normalfall ist. Als ich hörte, dass sie schwanger ist, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Tausend Fragen taten sich auf. Was essen Baby´s so? Wachsen die schnell? Zerbricht ein Baby nicht, wenn ich es festhalte? Mag es mich? Welche Tapete für das Zimmer? Welche und wie viele Kuscheltiere braucht ein Menschenkindlein? Wie hoch ist der Schnullerverbrauch im Durchschnitt? Da wir beide Ersteltern wurden hatten wir mehr Fragen als Antworten. Wir taten unser Bestes, renovierten die Bude, richteten ein Kinderzimmer ein, kauften die sinnigsten und unsinnigsten Sachen ein und freuten uns auf unser Wunschkind.

Und dann war sie endlich da, ich durfte bei der Geburt zugegen sein, wenngleich ich nach der Geburt unserer Tochter erst einmal weggeschickt wurde. Unsere Tochter hat alles gut überstanden und die Frau Mama auch. Und wir waren selig. Und ich hatte immer noch Angst, mehr denn je, dieses kleine Etwas Mensch könnte in meinen grobmotorischen Händen kaputtgehen.  Tat es nicht. Die Welt drehte sich weiter und mit jedem Tag mit diesem wunderbaren Menschenjungen zeigte sich mir den Sinn des Lebens. Nicht nur der Sinn meines Lebens, sondern generell DES Lebens.

Dieses Kind zeigt mir jeden Tag, wie einfach das Leben sein kann. Die Augen leuchten, nicht nur wenn es Schokolade gibt. Nein, auch wenn wir albern sind und miteinander spielen. Ihre Augen sind traurig, wenn Papa zur Arbeit oder Mama kurz mal weg muss. Lachen und Weinen liegen oft eng beieinander. Doch einmal in den Arm genommen, ist alles wieder gut.

Mein Kind, und es ist mir bewusst, dass nicht jedes Kind ein glückbehaftetes zu Hause hat, soll von mir eine Kindheit bekommen, welche es glücklich sein lässt. Ich habe es geschworen, als sie aus dem Schoß meiner Frau kam.

Selbst habe ich eine Kindheit gehabt, wie ich sie niemandem wünschen würde. Es war die Hölle auf Erden! Und diese Kindheit erspare ich meinem Kind auf jeden Fall. Geliebt zu werden ist für ein Kind kein Privileg, das es sich erst verdienen muss. Nein, es ist eine Selbstverständlichkeit! Ja, natürlich müssen Werte wie Ethik und Moral an das Kind vermittelt werden. Aber passiert dies nicht automatisch, wenn dem Kind diese vorgelebt werden? Ich denke schon. Kinder zeigen einem selbst, ohne dass sie es willentlich merken, wie man sich gibt.

Sie spiegeln das Verhalten der näheren sozialen Umgebung und ich hoffe, dass wir beide unser Großmöglichstes tun und natürlich vorleben, wie es hoffentlich „richtig“ ist. Und ja, wir machen auch Fehler, wer kann von sich behaupten, perfekt zu sein? Doch wenn die Grundrichtung vorhanden ist, kann schon sehr viel Gutes passieren. Unser Kind muss nicht perfekt sein, es darf einfach „sein“. Ein Kind, ein glückliches. Mich rührt es, wenn sie unsere Nähe sucht und wir immer für sie da sein können. Ein Leben lang. Das ist für mich Glück!

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Liebe Julia, mir ist bewusst, dass das Thema „Eltern sein“ zwei Seiten in Deinem Leben hat. Und da ich allenfalls nur erahnen kann, was Du durchgemacht hast, möchte ich Dir sagen, dass ich trotzdem mit Dir fühle. Auch wenn ich weiß, dass keine noch so gut gemeinten Worte Deinen Schmerz auch nur ansatzweise lindern könnten. Wir Menschen haben ein paar gute Eigenschaften. Eine davon ist das Mitgefühl. Und so kann ich mit Dir fühlen. Ich muss oft an Dich denken, wenn ich in die kleinen Augen meiner Tochter schauen darf. Und fühle mit Dir.

In diesem Sinne, fühle Dich herzlich umarmt.

Freric

Meine Kurzgeschichte: Nicole

Liebe Leser!

Manche von Euch warten schon sehnsüchtig darauf, nun ist es endlich so weit! Hier meine neue Kurzgeschichte für Euch!

Taucht ein in ein ganz besonderes Bewerbungsgespräch und lernt die hinreißende Nicole kennen! Alle handelnden Figuren meiner Geschichte als auch die Handlung selbst sind frei erfunden. Die Geschichte ist nur für Erwachsene – FSK 18! Danke.

Viel Spaß beim Lesen!

Eure Julia


FSK 18

Nicole

„Sag mal, wäre das nichts für dich, als Erotik-Chatterin zu arbeiten?“

Claudias warme Stimme riss Nicole augenblicklich aus ihren abschweifenden Gedanken. Sie hatte gerade ein junges Pärchen durch die Scheiben der kleinen Eisdiele beobachtet, welches Hand in Hand stehend in einer Seitengasse vor einem Juweliergeschäft die glitzernde Auslage betrachtete. Der blonde Mann lächelte versonnen seine brünette Partnerin an, als seine kantige Hand über ihre Wange strich.

„Nicole, ich habe dir eine Frage gestellt!“, beharrte Claudia, doch ihr liebevoller Blick strafte die Strenge ihrer Worte Lügen. Nicole wandte widerwillig den Blick von dem verliebt wirkenden Pärchen ab. Eine leichte Melancholie glomm in ihren grünen Augen nach, als sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf Claudia lenkte.

Diese sah erwartungsvoll zu ihr. „Ich soll als Erotik-Chatterin arbeiten, ist das dein Ernst?“, hakte Nicole mit hochgezogenen Augenbrauen zögerlich nach.

„Warum denn nicht? Das ist eine spannende Tätigkeit. Du kommst mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt, und es wird dir dabei garantiert nicht langweilig. Außerdem arbeite ich in einem klasse Team, in dem sich jeder auf den anderen verlassen kann. Ein Moderator hört nächste Woche aus privaten Gründen auf. Die Stelle wäre demnach neu zu besetzen. Dabei dachte ich spontan an dich Nicole!“ Claudia untermauerte ihre Aussage mit einem charmanten Lächeln, das ihre Schönheit und Eloquenz in besonderer Weise hervorhob.

Eine leichte Spur von Neid verdunkelte Nicoles Gedankengänge. Sofort schämte sie sich dafür, denn sie hatte Claudia vom ersten Tag an in ihr Herz geschlossen. Claudia war nicht nur optisch eine äußerst attraktive Frau; sie besaß auch viele wundervolle Charaktereigenschaften, die ihre ganze Person wie eine kleine Sonne erstrahlen ließen. Dennoch gestand sich Nicole zähneknirschend ein, dass sie Claudia nicht wirklich das Wasser reichen konnte, ginge es nach dem gängigen Schönheitsideal. Nicole würde zwar auch von sich behaupten, einen guten Charakter und ein aufrichtiges Herz ihr Eigen nennen zu können, doch wirklich gutaussehend fand sie sich nicht. Wenn sie durch die Straßen flanierte, drehten sich nur gelegentlich Männer nach ihr um. Ganz anders bei Claudia, die beim Betreten eines Raumes diesen fast gänzlich für sich einnahm.  

„Ich weiß nicht, Claudia. Das ist sehr nett von dir, dass du dabei an mich gedacht hast. Doch ich bin nicht so selbstbewusst wie du, eher das unscheinbare Mauerblümchen, das niemand sieht. Sollten so einen Job nicht eher mutige Frauen machen, die jeden Mann um den Finger wickeln können? Was soll ich den Kunden denn erzählen? Mir fällt da nichts Passendes ein, zumal ich nicht einmal ein aufregendes Sexleben, eine Beziehung oder eine Affäre habe. Claudia, ich bin nicht wirklich eine begehrenswerte Frau. Da soll ich Männer animieren können?“ Das Lachen, mit dem Nicole ihre Rede schloss, klang etwas hohl und ließ einen gewissen Zynismus mitschwingen.

Claudia quittierte es mit einer wegwerfenden Handbewegung und konterte mit einem „Ach papperlapapp“. Nachdem sie einen großen Schluck ihres Latte macchiatos getrunken hatte, strahlte sie Nicole mit ihren blauen Augen an: „Mache dich nicht schlecht Nicole! Du bist sehr viel attraktiver, als du denkst. Deine zurückhaltende und bedachte Art kann sehr erotisch wirken. Doch weil du nicht an dich glaubst, glauben andere Menschen auch nicht an dich. Für mich bist du die perfekte Besetzung für diese Stelle und ich denke, dass sie dir den Glauben an dich und deine Stärke zurückgeben wird.“ In einer eleganten Handbewegung stellte Claudia die langstielige Tasse ab und fuhr fort: „Deshalb, gerade weil ich an dich glaube und dieses als große Chance für dich erachte, habe ich unserem Chef Bescheid gegeben, dass du die Stelle gerne hättest. Heute Abend hast du ein Meeting-Date mit ihm. Dabei wird er dich in die Tätigkeit einweisen, und du kannst nächste Woche starten!“

Nicole verschluckte sich an dem Stück Apfelkuchen, das sie beim Zuhören gegessen hatte. Nachdem sie wieder zu Atem kam, blickte sie voller Entrüstung zu Claudia, die sie herausfordernd angrinste.

„Claudia, ich kann das wirklich nicht, ich bin nicht wie du, so sexy und selbstsicher. Ist das nicht auch unanständig, einen solchen Job auszuüben?“

Claudias Lächeln wurde noch strahlender und erhellte beinahe den gesamten Gastraum der Eisdiele. „Na klar ist der Job pikant, doch was kümmern uns die doofen Spießer? Außerdem sind die Doppelmoralisten unsere besten Kunden!“ Augenzwinkernd winkte Claudia dem Kellner zu und orderte die Rechnung. Dieser ließ beinahe das Tablett fallen, als er Claudias hübsche Erscheinung wahrnahm.

„Na toll, bei mir lässt der wohl nichts fallen!“, kommentierte Nicole selbstironisch die Reaktion des Angestellten. Claudia überhörte gekonnt Nicoles süffisante Äußerung und kramte fröhlich in ihrer türkisfarbenen Handtasche. „Du bist eingeladen, Süße!“ Mit einem breiten Lächeln, das ihre gepflegten weißen Zähne entblößte, ergänzte Claudia: „Tom, unser Chef, freut sich schon sehr darauf, dich kennenzulernen!“

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Was sollte sie nur anziehen? Tom war es bestimmt gewohnt, von schönen Frauen in stilvollen Kleidern umgeben zu sein. Claudia musste ihre Anspannung gespürt haben, denn sie bot sich an, mit ihr vor dem Treffen shoppen zu gehen. Eine Schnappatmung bekommend ließ sich Nicole von Claudia in einen Erotikshop ziehen und in eine Umkleide drängen, die bewusst abseits der Verkaufsräume lag. Dort musste sie auf Claudias Anweisungen hin aufregende Dessous und Kleider anprobieren. Schließlich hatte sich Nicole zu einem Kauf einer exklusiven Kombination überreden lassen, für die sich Nicole niemals alleine entschieden hätte. Nachdem ihr Claudia spielerisch mit einer Beendigung ihrer Freundschaft drohte, willigte sie schließlich lachend ein.

Nun umschmeichelte ein knöchellanges Wetlook-Kleid mit langen Ärmeln ihren kurvigen Körper und hob gekonnt ihre Vorzüge hervor. Zuvor hatte Nicole noch nie Wetlook getragen, doch sie empfand dieses anschmiegsame Material als sehr angenehm zu tragen und fühlte sich dadurch sehr weiblich und anziehend. Das schwarze Wetlook-Kleid erweckte in ihr ungekannte Gefühle von Selbstvertrauen und Erhabenheit, die durch die Latex-Dessous, die sie darunter trug, noch verstärkt wurden.

Oh ja – die Latex-Dessous! Da hatte Claudia auch ganz besondere Exemplare für sie entdeckt. Der BH schenkte ihr einen atemberaubenden Ausschnitt und das dazu passende Höschen betonte raffiniert ihre Hüften und Beine. Sie hatte schon von dem exquisiten Material gehört, sah diese spezielle Mode jedoch eher in dunklen Domina-Studios platziert. Dass auch eine ganz normale Frau wie sie Latex tragen konnte, gefiel ihr zunehmend. Sie fühlte sich damit herrlich unanständig und verrucht.

So aufreizend gekleidet hatte sich Nicole schon lange nicht mehr. Erstaunlicherweise fühlte sie sich nach einer anfänglichen Überwindung doch erstaunlich wohl. Insgeheim dankte sie Claudia, dass sie diese Empfindungen in ihr erkannt hatte und diesen zum Ausbruch verhalf durch ihre einfühlsame Beratung in Sachen Kleiderwahl.

Nervös blickte Nicole auf ihre kleine Uhr am Handgelenk. Nur noch ein paar Stunden, dann würde sie Tom gegenüberstehen. „Oh Gott!“, dachte sie und schluckte aufgeregt einen dicken Kloß herunter. „Hoffentlich werde ich ihm gefallen.“

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Sein angenehmes Parfum würde Nicole wohl nie wieder aus der Erinnerung entweichen. Der intensive Duft nach Moschus und Sandelholz umhüllte sie wie ein zartes Band, welches alle negativen und drückenden Gedanken der letzten Zeit fernhielt. Wie in einer wundervollen Blase saß Nicole gemeinsam mit Tom, dem Chef der Erotik-Hotline, an einem edlen Holztisch, welcher in seiner natürlichen Schlichtheit die Vertrautheit des Moments unterstrich.

Tom hatte sie von einem Fahrer abholen und in dieses heimelige Restaurant fahren lassen. Als der Wagen vorfuhr, sah sie Tom eindrucksvoll und von den schimmernden Lichtern des noblen Restaurants umrahmt am Eingang stehen.

Welch imposante Erscheinung er doch bot!

Nicole war sofort beeindruckt von diesem ihr noch unbekannten Mann und freute sich auf den gemeinsamen Abend, ob denn sie vor lauter Aufregung kaum ein Wort herausbrachte. Sie wäre ihm beinahe in die Arme gestolpert, als sich ihr leichter Seidenschal beim Aussteigen im Türrahmen der schwarzen Limousine verfing. Die ungewohnt hohen Pfennigabsätze ihrer High-Heels taten ihr übriges. Nicole war vollauf erleichtert gewesen, als Tom charmant lächelte und sie gekonnt in einer Drehung auffing, um sie dann galant in das stilvolle Restaurant zu führen.

Es war ein berauschendes Gefühl, als sie beide so über die Türschwelle schritten und alle Blicke auf sie gerichtet waren. Bisher drehte sich kaum jemand nach Nicole um. Um so mehr konnte sie mit dieser neuen und ungewohnten Situation kaum umgehen und blickte unsicher zu Tom auf, der einen ganzen Kopf größer als sie war und das trotz der High-Heels. Er hatte ihren Arm wie selbstverständlich in seine Armbeuge gelegt. Seine Körperwärme strahlte kraftvoll zu ihr und schenkte ein wohliges Gefühl des Getragen-seins, das sie veranlasste, ihm ihr Vertrauen zu schenken. Seine grauen Augen blickten sie liebevoll an, und sein spitzbübisches Grinsen verleitete auch sie, sich komplett losgelöst in die aufregend neue Situation zu begeben.

Galant zog Tom Nicoles Stuhl zurecht, als sie an dem romantisch eingedeckten Tisch Platz nahm. Tom setzte sich seitlich zu ihr und gab dem Kellner unauffällig einige geflüsterte Anweisungen, denen dieser umgehend nachkam. Eine stille Autorität begleitete diesen gutaussehenden Mann, die wohl nicht nur Nicole wahrnahm.

Dankbar, einige ruhige und unbeobachtete Momente für sich zu haben, folgte Nicole fasziniert Toms Fingern, die leise klackend auf die Armatur des Laptops auftippten. Den Laptop hatte er mitgebracht und vor ihnen aufgestellt.

Interessanterweise war Tom nicht Nicoles optischer Typ. Sein weißes Hemd spannte sich über seiner ausgeprägten Oberkörper- und Oberarmmuskulatur und ließ erahnen, welche Kraft sich hinter dieser verbarg. Nicole mochte zwar trainierte Männer, die Sport betrieben und auf ihren Körper achteten, doch zu viele Muskeln sollten es dann doch nicht sein. Normalerweise – vor dem Kennenlernen mit Tom.

Nun erwischte sie sich dabei, wie sie gebannt auf dessen lebendiges Spiel der Muskeln starrte und sogar eine leichte Erregung dabei verspürte. Auch war Tom älter als ihre bisherigen Partner. Sie schätzte ihn auf Ende Fünfzig, denn sein Haar war graumeliert und zu einem Zopf am Hinterkopf zusammengebunden. Es reichte ihm schätzungsweise bis auf die Schultern, und trotz seines Alters war es noch recht voll. Tom trug zudem einen Vollbart, der in einem geflochtenen Zopf mündete.

Nicole mochte ihre Männer bisher bartlos, störte sie sich doch an dem Kratzen und Kitzeln beim Küssen. Dann auch noch dieses Zöpfchen am Bart – Tom war eine Type, die einem nicht jeden Tag begegnete. Seine faszinierenden grauen Augen wirkten in keiner Weise kühl und unnahbar, wie es oft bei dieser Augenfarbe der Fall war. Ein kleines wildes Feuer loderte in diesen, ein Versprechen auf eine Leidenschaft, die sich Bahn brechen konnte und die seinem Blick eine attraktive Eindringlichkeit verlieh.

Nicoles errötete nervös. Um den Moment zu überspielen, nahm sie einen Schluck aus dem bauchigen Rotweinglas. Sie musste sich zusammenreißen und versuchen, nicht so intensiv auf diesen außergewöhnlichen Mann zu reagieren. Schließlich war dies hier ein Geschäftsessen und keine romantische Verabredung.

„Mich faszinieren errötende, rothaarige Schönheiten!“, murmelte Tom fast unmerklich und ohne Nicole anzusehen, doch seine liebevoll-neckenden Worte verfehlten ihre Wirkung nicht und trafen Nicole mitten ins Herz – und an anderer Stelle zwischen ihren Beinen. Diesem berauschenden Gefühl wollte sie jetzt nicht bewusst nachgehen.

Dass Tom sie schön nannte, war Nicole Balsam für ihre Seele. Um so mehr, da sie instinktiv spürte, dass es Tom ernsthaft meinte. Sie selbst hätte sich nie als schön bezeichnet. Claudia vielleicht mit ihrem blonden aparten Bob und ihrer athletischen Figur, die kein Gramm Fett zu viel hatte.

Doch sie mit ihren zehn Kilo zu viel auf den Rippen, mit ihrem vollen Busen und ihrem etwas zu prallen Hintern und strammen Schenkeln. Nicole würde wohl kaum dem gängigen Schönheitsideal entsprachen, sie sollte schön sein?

Dann noch ihre roten Haare, die sie oft mit einer brünetten Tönung abmilderte, damit sie sich nicht wie ein Kobold vorkam. Sie war weder besonders groß noch mit auffälligen Tattoos oder Piercings versehen. Nicole empfand sich als gewöhnlich, vielleicht höchstens als hübsch.

Toms angenehme Stimme riss Nicole aus ihren bewegten Gedanken, als er begann, ihr die organisatorischen und technischen Abläufe des Chat-Programms zu erklären. Das Gute daran war, dass sie dieses im Grunde überall aufrufen und damit arbeiten konnte. So war sie nicht an einen bestimmten Arbeitsort gebunden und musste keine Fahrtwege in Kauf nehmen. Auch versuchte Tom ihr die Nervosität vor dem erotischen Schreiben mit den Männern zu nehmen, in dem er ihr die Stammkunden und deren Anliegen vorstellte. Auch zeigte er Wege der Kommunikation auf, die sie auch in kniffligen Situationen anwenden und mit denen sie sich aus diesen manövrieren konnte.

Nach diesem Einführungsgespräch in den Tätigkeitsbereich einer Erotik-Chatterin fühlte sich Nicole wesentlich entspannter und sich der Aufgabe durchaus gewachsen. Ihre nagenden Selbstzweifel schienen an diesem Abend weit fort. Dies war der Verdienst dieses ungewöhnlichen Mannes, der immer wieder unauffällig ihren Unterarm streifte. Auch beugte sich Tom wiederholt zu ihr und verringerte somit unaufhörlich den Abstand zwischen ihnen.

Nachdem Nicole keine Fragen mehr hatte, genossen beide ein wundervoll abgeschmecktes Lammragout und frisch zubereitete Bandnudeln, welche die kulinarische Spezialität des gut besuchten Restaurants darstellten. Während sich Nicole und Tom angeregt über alle möglichen Themen unterhielten, berührten sich ihre Knie und Ellenbogen wieder und wieder, und Toms Blick suchte immer wieder Nicoles Augen. Auch fiel ihr auf, wie Tom in scheinbar ungesehenen Momenten zu ihr hinsah. Nicole empfand seine Blicke wie ein sanftes Streicheln und ließ sich nicht anmerken, wie sehr sie diese genoss.

Die Luft zwischen ihnen schien allmählich dünner zu werden. Ein leises, starkes Gefühl verschaffte sich zunehmend Gehör. Nicole konnte es nicht benennen, doch es sorgte dafür, dass ihr Puls anstieg. Fast schon berauschend war es, als Tom die Rechnung beglich und Nicoles Arm wie selbstverständlich in seine Armbeuge legte und sie nach draußen führte.

Scheinbar hatte Tom den Fahrer der schwarzen Limousine zwischenzeitlich kontaktiert, denn dieser wartete schon vor dem kleinen Restaurant, um seine Gäste nach Hause zu fahren.

„Macht es dir etwas aus, wenn ich dich nach Hause begleite?“, fragte Tom unvermittelt. Ein Anflug von Unsicherheit verdunkelte seine grauen Augen und zeigte seine Furcht vor einem Korb.

„Was antworte ich ihm nur?“, dachte Nicole panisch. Toms direkte Frage brachte sie gänzlich aus dem Konzept, zumal sie um ihre besondere Latex-Unterwäsche wusste. Bestimmt wollte er höflich sein und sie einfach ganz gentlemanlike nach Hause begleiten.

Doch wenn es doch zu mehr kommen und sie Zärtlichkeiten austauschen würden, was dann?

Diese Vorstellung löste einen wohligen Schauer in ihr aus. Ein tiefer Seufzer entfuhr ihr, als sie Tom klopfenden Herzens ein Küsschen auf die Wange gab. Sie wollte diesen einmaligen Moment nicht verstreichen lassen. Zu lange war sie das stille Mauerblümchen gewesen. Ein Prickeln rann ihr den Rücken herunter. Ja, sie wollte endlich vom Leben kosten und nicht nur existieren! So fasste sie all ihren Mut zusammen und setzte sich mit ihm auf die Rücksitze der Limousine. Eine dunkle Scheibe trennte Gast- und Fahrerraum und schenkte beiden Parteien Privatsphäre.

Auf einmal setzte eine erwartungsvolle Stille ein. Im Nachhinein hätte Nicole nicht rekonstruieren können, wie es dazu kam, doch sie spürte plötzlich Toms weiche Lippen auf den ihren und seine feuchte Zunge in ihre Mundhöhle eindringen. Er stieß diese behutsam in sie und unterstrich sein Begehren mit seinen Händen, die zärtlich ihre Oberschenkel hinaufstrichen. Dabei schob er sanft den Wetlook-Rock hinauf und entblößte ihre leicht zitternden Beine. Nicole stöhnte in seinen drängenden Kuss und erwiderte diesen mit einer Inbrunst, die sie von sich so nicht kannte.

Was machte dieser faszinierende Mann nur mit ihr?

Der Kuss wurde zunehmend leidenschaftlicher und Toms Hände frecher. Nicole spürte einen kühlen Lufthauch an ihren Schenkeln, als Tom diese mit leichter Führung öffnete und seine Finger vor ihrem Latex-Höschen positionierte. Mit kreisenden Bewegungen begann er, diese gegen Nicoles Mitte zu drücken und durch den Latex-Stoff ihren Kitzler zu stimulieren. Diese intime und zugleich sehr achtsame Geste berührte Nicole zutiefst, und sie spreizte instinktiv ihre Beine noch ein wenig weiter und bäumte sich Toms starkem Körper entgegen.

Die Limousine führte kurz darauf eine starke Linkskurve aus, so dass Tom versehentlich ganz auf Nicole rutschte. Die drängenden Finger machten einer festen Beule Platz, die sich reibend gegen Nicoles Unterleib presste. Lautes Stöhnen erfüllte den Innenraum des Fahrzeugs, als der wunderschöne Latex-BH zum Vorschein kam und zwei volle milchige Wölbungen präsentierte. Tom grinste breit und murmelte an ihre Lippen: „Du kleines Luder! Dass du auf Latex stehst, hätte ich nicht gedacht.“ Nicole wollte entrüstet antworten, doch Tom umschloss lustvoll saugend eine ihrer Brustspitzen und brachte sie so zum wohligen Schweigen.

Nicole konnte nicht mehr klar denken; starke Emotionen bäumten sich in ihr auf.

Sie spürte ihre Vagina schon schmerzhaft pochen und griff mit ihren Händen beherzt an Toms Pobacken, um ihn noch näher an sich drücken zu können. Ob denn Toms Hose und Nicoles Latex-Höschen einen Haut-an-Haut-Kontakt verhinderten, konnte der Moment nicht inniger sein. 

Da hörte Nicole Toms tiefe Stimme an ihrem Ohr: „Meine Schöne, komm für mich!“

Nicole konnte nicht mehr an sich halten und verlor jegliche Selbstkontrolle. Mit einem lauten Aufschrei hob sie ein letztes Mal ihre Hüften an. Dann fühlte Nicole einen unglaublich intensiven Orgasmus über sich hinwegbrechen, der sie in zuckenden Wellen davontrug. Eine solche Heftigkeit hatte sie noch nie zuvor mit einem Mann erlebt. Auch wusste sie nicht, dass sie überhaupt zu solch einer großen Begierde fähig war.

Was machte dieser Mann nur mit ihr! Nicole erkannte sich selbst kaum wieder und atmete schwer ein und aus, um wieder Herr ihrer Sinne zu werden.

Toms verschmitztes Grinsen und sein Blick Richtung Hose holten Nicole sanft in die Wirklichkeit zurück. Ein großer dunkler Fleck breitete sich auf Toms Hose genau in seiner Schritthöhe aus und zeugte davon, dass auch er gerade einen großartigen Orgasmus gehabt hatte. Verlegen schlug Nicole ihre Augen nieder, überkamen sie doch Schuldgefühle, dieses nicht bemerkt zu haben.

„Entschuldige Tom, es ist so lange her, dass ich mit einem Mann beisammen war. Ich habe deinen Orgasmus gar nicht bemerkt. Hätte ich mich anders verhalten sollen?“

„Nicht doch, du hast dich genau richtig verhalten. Du warst authentisch, hast nicht über dein Handeln nachgedacht und mir vertrauensvoll deine Hingabe dargeboten. Dafür möchte ich dir von Herzen danken. Und zu deiner Latex-Unterwäsche kann ich nur staunend sagen: Wow!“

Um seinen bewundernden Worten Ausdruck zu verleihen, küsste Tom Nicole lange auf die Stirn und strich ihr eine seidene, rote Haarsträhne aus dem Gesicht.

„Außerdem befinden wir uns wohl in einer ganz ähnlichen Situation.“ Mit erhobenen Augenbrauen glitt sein Blick zwischen ihre noch immer leicht geöffneten Beine auf ihr Latex-Höschen, an dessen Seiten ihr Nektar hervorquoll. Selbst an den Innenseiten ihrer Schenkel befand er sich und transportierte einen unvergleichlich süßen Duft. Tom beugte sich vor und nahm genussvoll ein paar tiefe Atemzüge, bevor er anzüglich grinste.

Dies gefiel Nicole so sehr, dass sie spontan ihren Slip auszog und ihm diesen feierlich reichte. Tom war davon vollkommen überrascht und konnte Nicole nur mit großen Augen anstaunen.  

„Ich könnte mir vorstellen, mein Geschenk gefällt dir. Behalte mein Höschen und trage es mit dir, dann kannst du meinen Duft überall genießen.“ Hatte das Nicole gerade wirklich gesagt? So als würde sie neben sich stehen, wartete sie gespannt auf Toms Reaktion.

„Meine Güte, du kannst wirklich meine Gedanken lesen! In der Tat liebe ich den Duft von Frauen und deinen ganz besonders. Sehr gerne nehme ich dein himmlisch-köstliches Geschenk an und werde deinen geilen Latex-Slip wie einen Schatz aufbewahren. Wenn ich an dich denke, werde ich deine Lust inhalieren und voller Sehnsucht auf unsere nächste Begegnung hoffen.“

Voller Inbrunst drückte er den außergewöhnlichen Stoff gegen seine Nase und leckte kurz über Nicoles Nässe, die noch am Slip heftete. Tom stöhnte auf und schien für einen kurzen Moment der Gegenwart entrückt.

„Wie fantastisch du bist, genauso wie dein Geschmack.“

Just in diesem Moment, als Nicole vor freudiger Erregung erneut errötete, hielt das schwarze Gefährt an. Kurze Zeit später öffnete der Fahrer die Tür auf Nicoles Seite, denn sie waren an ihrem Zuhause angekommen.

Auf einmal ergriff Tom Nicoles Hand und hielt diese fest umschlossen, als er sie um ein Wiedersehen bat. Spielerisch koket zögerte sie kurz, dann hauchte sie ihm ein erlösendes „Sehr gerne“ mit einer Kusshand entgegen, welches seine markanten Gesichtszüge freudvoll erstrahlen ließ.

Sie tauschten noch einen heißen Kuss, dann stieg Nicole aus und vernahm dabei Toms poetische Worte: „Was bist du nur für ein berückender Mensch!“

Eine kleine Ewigkeit verfingen sich ihre Blicke, graue in grüne Tiefen. Da äußerte Nicole auf einmal keck: „Wenn dir Latex so gut gefällt, kannst du dich ganz besonders auf ein Wiedersehen freuen. In meinem Kleiderschrank hängt ein neues Latex-Minikleid mit aufregenden Reißverschlüssen an ganz besonderen Stellen. Noch fand ich keine Gelegenheit es auszuführen.“ Ohne Toms Antwort abzuwarten, schloss Nicole geschwind die Tür. Sie erhaschte noch einen Blick in seine erstaunt blitzenden Augen, da setzte der Wagen schon an und war alsbald aus Nicoles Sichtfeld entschwunden.

Eine ganze Weile stand Nicole einfach nur da, gefangen in ihrer bewegten Gedankenwelt. War das gerade alles sie, die das erleben durfte?

Bald würde die einbrechende Dämmerung die Nacht verabschieden und den Tag einläuten. Kaum hatte sie Gelegenheit gehabt sich zu sammeln, da vibrierte auch schon ihr Handy. Sie nahm es neugierig zur Hand und rief das Display auf. Tom hatte ihr geschrieben. Er bedankte sich für den wundervollen Abend und ihr entzückendes Geschenk. Und er schrieb, dass er sich auf ihr baldiges Wiedersehen sehr freute und noch nie eine solch bezaubernde Frau kennengelernt hatte.

Ein verführerisches Grinsen umspielte Nicoles rosafarbene Lippen, als sie Tom sogleich antworten wollte. Just in dem Augenblick, als sie ansetzen wollte, erhielt sie eine weitere Nachricht. Im Eifer des erotischen Gefechts hatte sie ganz vergessen, dass ihre Schicht im Erotikchat soeben begonnen hatte.

Die erste Nachricht eines Kunden hatte sie soeben erreicht. Darin war zu lesen: „Ich sitze hier auf dem Stuhl und warte gespannt, wie du aus der Dusche kommst.“

Nicoles aufkommendes, selbstbewusstes Lächeln verlieh ihr auf einmal einen ganz besonderen Glanz. Nicht einmal ein Höschen trug sie gerade. Ihr Leben schien wohl recht interessant zu werden…

Meine Kurzgeschichte: Mein Verehrer, der Boxer

Sie waren geradezu magisch, diese Freitagabende im Hallenbad. Bis 22 Uhr war immer geöffnet. Draußen lag alles im kompletten Dunkel, umso eindringlicher reflektierten die Glasscheiben das Geschehen in der Schwimmhalle. Das Wasser wurde oftmals stimmungsvoll beleuchtet, die Deckenbeleuchtung gedimmt. Da keine Vereine mehr trainierten, gab es keine abgetrennte Bahnen mehr, die Schwimmer konnten frei im Becken ihre Bahnen ziehen. Freitagabend waren oftmals die gleichen Schwimmer anwesend, die Stammkunden – so wie ich zu diesen zählte.

Wie immer nahm ich mir vor, zumindest eine halbe Stunde durchzuziehen. Freitags fiel mir das immer schwer, denn oftmals war ich etwas müde von der Woche. An diesem Abend trug ich einen roten Triangel-Bikini mit weißen Tüpfelchen und Rüschenvolant an Oberteil und Höschen.

Ich hatte schon ungefähr die Hälfte hinter mir, da fiel mir ein Mann am anderen Ende des Beckens auf, der gerade eine Schwimmpause einlegte und mich eindringlich betrachtete. Ich schaute kurz in seine Richtung, konnte sein Gesicht jedoch nicht deutlich erkennen, da er sich im schummrigen Licht befand.

Mir fiel sein Oberkörper auf. Und Oberarme, die ihn am Beckenrand hielten. Meine Herren, war dieser Mann stark. Muskelbepackte Arme liefen in einen Brustkorb über, der definierter nicht hätte sein können. Der Mann fuhr sich mit einer riesigen Hand durch sein blondes kurzes Haar, bevor er sich zu voller Größe aufrichtete, auftauchte und seinen Körper bis zum Bauchnabel freilegte.

Dann fuhr er sich mit dieser Riesenhand über seine glatte Brust und schaute mich die ganze Zeit über an. Ein blaues Schimmern ließ mich nicht mehr los. Ich reagierte auf ihn und spürte leichte Erregung in mir aufsteigen. Verlegen senkte ich meinen Blick und schwamm wieder los.

Der Mann tat es mir gleich und durchpflügte das Wasser. Es war erkennbar, dass er seinen Körper trainierte und gut im Griff hatte, auch mental. Er schwamm konzentriert, ausdauernd und zielführend. Während den kurzen Drehungen am Beckenrand bemerkte ich im Blickwinkel, dass seine Augen immer wieder auf mir ruhten. Irgendwie schien sich der Abstand zwischen uns zu verringern, obwohl ich meine Position nicht verändert hatte.

Und so kam es, dass er auf einmal direkt in der Bahn neben mir schwamm. Er erreichte vor mir den Beckenrand. Als er sich erhob, erhaschte ich einen Blick auf seinen mächtigen Rücken.

Nun zog er die Schwimmbrille ab, die er aufgrund des Kraulens getragen hatte. Schwungvoll drehte er sich auf einmal zu mir um und sah mir zu, wie ich die letzten Meter zurücklegte, bis ich den Rand des Beckens erreicht hatte. Er drehte sich synchron mit mir, beide schauten wir eine Weile nach vorne und sahen uns in unserem Spiegelbild im Fenster vor uns.

Unvermittelt wandte er sich plötzlich zu mir und sagte mit tiefer Stimme: „Hallo.“

Ich drehte mich zu ihm und blickte in ein solch blaufunkelndes Augenpaar, wie ich es noch nicht erlebt hatte.

Ein helles, klares Blau mit Schatten von Grau. Ein Drei-Tage-Bart mit leicht rotblonder Note schmückte sein Gesicht, seine Wimpern und Augenbrauen standen hingegen im dunkleren Kontrast zu seiner hellblonden Haarfarbe. Er lächelte mich offen und liebevoll an und zeigte dabei seine schönen und gepflegten Zähne.

Ich konnte gar nicht anders, als sein Lächeln zu erwidern. „Hallo.“, antwortete ich.

„Ich heiße Waldemar.“

Anstatt ihm zu antworten, musterte ich ihn unauffällig.

„Wie heißt Du?“, hakte er nach.

„Julia.“

„Julia – ein schöner Name. Es freut mich dich kennenzulernen.“

Dabei kam er einen Schritt auf mich zu. Eine Bugwelle erreichte mich, als er mir seine Hand zur Begrüßung reichte.

Mein Gott waren das Pranken! Riesige Handteller, dicke Finger und ein kräftiger Händedruck. Meine eigene Hand verschwand in diesem Händedruck komplett.

Mir gefiel dieses höfliche Auftreten. Damit ehrte er mich auf eine ganz urtümliche Art und Weise. Sein Blick glitt unauffällig über meinen Körper, als er wieder etwas zurückwich.

„Du bist immer freitags hier, nicht wahr? Ich sehe dich schon länger und habe mein Training so gelegt, dich hier anzutreffen.“

Interessant, wie man doch gesehen wird. Er war mir bisher nicht bewusst aufgefallen.

„Was trainierst du denn?“

„Ich bin Boxer. Krafttraining gehört auch dazu. Am Schluss gehe ich dann immer schwimmen für die Kondition.“

„Das ist nicht zu übersehen“, äußerte ich spontan ohne nachzudenken. „Eigentlich bist du gar nicht mein Typ, das sind mir fast zu viele Muskeln.“

Verwegen grinste er mich an: „Dafür bist du genau mein Typ. Bist du Single? Da schwimmt manchmal ein Mann mit dir“.

„Das ist vermutlich Rouven, den du meinst. Wir treffen uns als auch hier. Er geht ebenfalls regelmäßig schwimmen. Ich bin aber nicht mit ihm zusammen. Rouven kommt gerade aus einer Beziehung und will erstmal keine Freundin.“

Waldemar musste auf einmal lachen. „Quatsch. Ich habe euch beobachtet. Er will was von dir. Nur ein dummer Mann will dich nicht.“

Er sagte es sehr bestimmt und eindringlich und als ich ihm widersprach, meinte er:

„Julia, du wirst immer gewollt sein. Ich sehe es in deinem Gang, du hast Stil. Dein Lachen ist herzlich und dein Herz ist ehrlich. Das sehe ich alles. Das wirst du auch als alte Frau noch haben!“

Ich war seltsam berührt von seinen Worten. Waldemar sprach mit mir, als würden wir uns schon Jahre kennen. Es war eine Intimität zwischen uns spürbar, die nichts mit Sexualität zu tun hatte. Im anschließenden Gespräch erzählte er mir, dass er Inhaber und Chef einer Firma war, die Personenschutz anbietet. Daher sein wacher Blick für seine Umgebung, kam es mir in Gedanken.

Ich hatte spontan ein Gefühl des absoluten Vertrauens. Instinktiv wusste ich, dass dieser Mann immer gut zu mir sein würde und immer aufrichtig und loyal. Seine Augen waren grundehrlich, seine Absichten spürbar rein. Optisch sah er aus wie der geborene Checker, doch spürte ich Güte von ihm ausgehen und ein riesengroßes Herz in seiner Brust wohnen. Seine scharfe Wahrnehmung hatte nichts mit Kontrollwahn zu tun. Dieser Mann sorgte sich um mich und mein Wohlergehen. Und das nach dieser kurzen Zeit…

Gastbeitrag: Meine Kindheit, die keine war

Ich möchte euch an dieser Stelle einen ganz besonderen Mann vorstellen. Wir kamen über ein soziales Netzwerk in Kontakt, als er von meiner Webseite und der Möglichkeit der Gastbeiträge erfuhr. Ich schrieb über Erziehung, wir kamen in das Gespräch und ich fragte ihn spontan, ob er etwas aus seiner Kindheit erzählen möchte. Er meinte, er hätte etwas zu erzählen.

Doch lest selbst…

Danke für dein Vertrauen in mich und im Namen aller, dass du deine Lebensgeschichte mit uns teilst. Es würde den Verfasser dieses Gastbeitrags freuen, nicht Sensationsgier zu stillen, sondern anderen eine Bereicherung zu sein und Mut zu machen.

Danke für deinen Mut, Gastautor ! 💙

Triggerwarnung: Den Leser erwarten Erzählungen von Gewalt, sexuellem Missbrauch und Drogenmissbrauch. Sensible oder betroffene Menschen sollten bitte mit Bedacht lesen.

FSK 18 – nur für Erwachsene.

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„Meine erste frühkindliche Erinnerung ist der Schlag mitten in das Gesicht. Ein Schlag, der mein Aussehen auch für immer verändern sollte. Das Nasenbein war zertrümmert und wurde auch nicht behandelt.

Ich war ungefähr 4,5 Jahre alt und sollte den langjährigen Freund meiner Mutter die „Pöhler“ (Fußballschuhe) säubern und einfetten. Das gelang mir wohl nicht zur vollsten Zufriedenheit, was sich dann so mit einem Schlag äußerte.

Das war nicht das erste Mal und auch nicht das letzte Mal. Er war nicht mein Vater und hatte trotzdem einen sehr starken Einfluss auf mich und meine Erziehung gehabt. Er hatte den Weg geebnet, wie meine Mutter ihre Kinder erzieht, mit wenig Empathie, viel Schläge und das man immer das Gefühl hatte, das man an allem Schuld ist.

Ich kann mit Fug und Recht sagen, dass es mehr auf die Fresse als zu essen gab. Das Jugendamt schaltete sich ein, änderte aber nichts an der Situation, da ich hier nicht offen reden konnte, da Mutter immer dabei saß in den Gesprächen oder mir auch nicht geglaubt wurde. Und hatte ich doch mal was erwähnt, dann gab es zur Belohnung im Anschluss Schläge.

Aufgrund meiner Unterernährung bin ich 2 Jahre hintereinander in einer Kinderklinik für 6 Wochen gelandet. Hier sollte ich zunehmen und war in der Regel das einzige Kind, was nicht auf Diät war. Was das bedeutete war abzusehen. Ich bekam zu jeder Sondermahlzeit von den anderen Kids Dresche…

Ich war immer ein Störfaktor, egal wo… Kindergarten, Schule, Sportverein und erst recht Zuhause. Viele Sommer lang Stubenarrest in einem kargen Zimmer, was kein Kinderzimmer war. Dort war ein altes Sofa mit frotteeähnlichem Bezug in dunkelgrün, welches nach kaltem Zigarettenrauch und Urin stank. Ein Fliesentisch mit 46 Kacheln, Nussholzfunier, ein dunkelbrauner Teppich mit Zigarettenlöchern um dem Tisch und ein Sofa drumherum. Zudem ein kleiner, eintüriger Kleiderschrank, jede Menge Rotkreuzsäcke, aus denen ich meine Kleidung raussuchen konnte. Diese wechselten dann auch monatlich. Ein alter Kohleoffen, beigefarbene Tapeten aus den 70-ern, wobei ich denke, dass die noch älter und vom Vormieter waren. Eigentlich weiß, aber durch Tonnen von Zigaretten und dem Kohleofen ihre Farbe verändert hatten.

Das erlernte Verhalten gegenüber anderen zeigte sich schon im Kindergarten, wo ich das von Zuhause Erlernte schnell umsetzte und dort alsbald rausflog. Das machte die Situation nicht besser. Auch in der Schule änderte ich mein Verhalten nicht, weil ich ja nur das umsetzen konnte, was ich im Umgang mit Menschen gelernt hatte. Ich flog darauf mehrfach für teilweise Monate aus der Schule. Einmal wurde ich versetzt, nur weil meine Mutter versprach, das wir aus der Stadt ziehen.

So mit 14 war es dann soweit, das ich freiwillig ins Heim ging, da mir damals schon klar war, Knast oder Tod, das ist nicht das was ich wollte, aber das war auch nur ein Traum. Aber darauf lief es hin. Opa, Onkel, Cousins und nähere Bekannte waren alle im Knast und dazu Alkoholiker. Das waren meine Vorbilder, ich lernte und lebte das Gesetzt der Straße.

Das war aber im Zusammenspiel mit den Heranwachsenden im Heim auch nicht die richtige Sprache. Und so wanderte ich dort auch von Gruppe zu Gruppe und später im „Betreuten Wohnen“ wurde ich dann mit 17 Jahren mir endlich alleine überlassen.

Vielleicht noch einmal ein bisschen zurück, da dies auch dazu gehört.

So mit 12-13 Jahren „durfte“ ich bei der Schwester meiner Oma übernachten. Die hatten ältere Kinder: Eine Tochter so um die 17-18 Jahre und einen erwachsenen Sohn schon 22-23 Jahre.
Hier erlebte ich eine andere Art, die mich für die nächsten Jahre prägte. Erst wurde ich von der Tochter, welche in meinen Augen damals ein wunderschöne und für mich schon erwachsene Frau verführt. Sie hatte mir eingeredet, dass Männer Versager sind, wenn sie die Frauen nicht zu einem Orgasmus bringen. Vorher darf man nicht aufhören. So brachte sie mir viele Techniken bei oder zumeist das, was ihr gefiel. Ihr älterer Bruder platze dann einmal herein. Anstatt sich zu echauffieren, zog er sich aus legte sich zu uns. Er hatte aber kein Interesse an seiner Schwester, sondern nur an mir. Was mir anfänglich in meiner frühpubertären Unbedarftheit gefallen hatte, änderte sich schnell zu einem Martyrium. Dies war ein sonderbarer Sommer, der sich für lange Jahre als einen Schatten auf meine sexuellen Interessen und Handlungen legte.

War ich bei Frauen im Sexuellen geradezu mit großem Eifer bei der Sache, war mein Interesse an Männern rein dominanter Natur. Bei Frauen hatte ich immer alles darum getan, das es ihnen gefiel. Die Frauen hatten oftmals mehrfach einen Orgasmus. Ich fühlte mich danach als ganzer Mann.

Allerdings war meist schnell mein Interesse auch an der Frau verloren, vor allem bei schnelle Bekanntschaften. Wenn die Frau sich schnell auf’s Bett einließ, war sie genauso schnell wieder weg.

Bei Männern war das schon eine etwas extremere Geschichte. Ich suchte mir Männerbekanntschaften aus der einschlägigen Szene und aus Portalen. Hier gab es keine Körperlichkeit und Nähe und niemals Küsse, sondern pure Dominanz!

Wenn klar war, dass was passiert, lief es immer gleich ab: Unterdrückung des Gegenübers. Harter Sex und danach Anziehen und Gehen, egal in welcher Situation. Die Männer waren ein Stück warmes Fleisch, welches ich benutzt habe. Keine Namen, kein „Wie war es, wie geht’s dir?“.

Das ging so bis ich 30 wurde. Ich war zu dem Zeitpunkt Handwerker, da dies der einzigste Beruf war, der mir möglich war zu erlernen mit meinem Hauptschulabschluss der 9. Klasse.

Ich hatte keine festen Freunde, weil ich einfach jeden würdelos behandelte oder jede Frau von meinen Künsten im Bett überzeugen wollte, egal wessen Frau oder Freundin das gerade war.

Besonders wenn ich getrunken hatte, waren schneller Sex oder Fäuste die Devise. Auch war das Klientel mit dem ich „befreundet“ war ebenso simpel gestrickt wie ich. Die einzige Schnittmenge waren dann auch nur Fußball, Frauen, Feiern und Fäuste. Ein Leben auf der Überholspur. Je mehr Feinde ich mir machte, desto besser fühlte ich mich. War es doch das, was ich von Zuhause erlernt hatte. Das war ich. Ein Ich, das aber auch jahrelang Weihnachten und Feiertage allgemein alleine verbrachte und mit Drogen und mit hartem Alkohol Sorgen runterspülte. Ich wartete bis abends die Clubs aufmachten, um mich dort weiter zu produzieren und zu betäuben. Ob mit Drogen, Alkohol, Sex oder Gewalt war letztendlich egal…

Ich wurde dann so mit 30 krank, der Rücken. Ich konnte meinen Job nicht mehr ausführen und fiel in ein Loch. Alleine, keine Hilfe, keinen Zuspruch, dafür viel Zeit, um mich zu reflektieren.

Die Erkenntnis war dann für mich, dass ich immer alles auf meine Vergangenheit geschoben hatte. Ich habe meine Erziehung als Ausrede genutzt, selbst vor mir selbst. Es war nie so, das ich mich wohl gefühlt hatte in meiner Haut und in meinem Verhalten. Dadurch, dass ich mehr betäubt als mit klarem Kopf durch die Welt ging und mir ein Umfeld des verlogenen Zuspruchs gezimmert habe, hatte ich auch nicht die Kraft, Motivation und Ambitionen, um mich zu verändern. Mein Umfeld zu ändern. Ein anderes Leben zu führen. Ein Leben, womit ich mich wohl fühlte und mir nüchtern in den Spiegel schauen konnte.


So saß ich da vor den Trümmern meines Lebenswerks. Nichts was ich in eine neue Zukunft mitnehmen konnte.

Geld weg, Umfeld weg, Job weg, meine Identität weg.

Ich habe immer Ärger angezogen. Ein Blick reichte um mich selbst zu bestätigen. „Aus dir wird nie was!“ ist einer der Sprüche, die mich geprägt haben und an die ich immer geglaubt hatte. Nie gelernt mit Problemen umzugehen, immer weggelaufen und verdrängt und das Gute im Leben verscheucht.

Heute mit 45 bin ich froh, dass ich in meiner aggressiven Zeit scheinbar niemanden – meines Wissens – nachhaltig geschädigt habe, da alles immer in beidseitigem Einvernehmen stattfand. Das macht es nicht besser, aber ich bin heute demütig, dass ich aufrecht gehen kann, ein echten Freundeskreis habe, ein neues berufliches Umfeld gefunden habe, als Mensch gewachsen bin, finanziell zwar nicht ausgesorgt, aber dass es mir im Verhältnis gut geht und ich meine Schulden abbezahlte, was mir persönlich extrem wichtig war.

Wenn das ein Teil meines Canosa-Gangs ist, so gehe ich den gerne, denn vieles kann ich nicht wieder gut machen.

Eine Insolvenz kam für mich nie in Frage. Meine Teams auf der Arbeit gehen mit mir durch’s Feuer, weil ich es schaffe, die richtige und ehrliche Ansprache für jeden einzelnen zu finden. Meine Vorgesetzten sind froh mich zu haben, da mir persönlich nicht das Finanzielle im Vordergrund steht, sondern der Zuspruch und die Anerkennung meine Seele streichelt.

Klar dass diese das auch gerne ausnutzen, aber mich stört das nicht, da ich immer im Sinne der Company und auch im Sinne meiner Mitarbeiter handle.


Meine Freunde stehen zu mir.

Sie schätzen an mir die Ehrlichkeit und Empathie und wissen, dass sie für mich meine Familie sind. Und das seit beinahe 15 Jahren und das wird auch bis zum Ende gehen.

Ich habe eine Frau gefunden, die mein Totem ist. Sex ist kein Vergleich mehr zu früher und hat keinerlei Wichtigkeit mehr für mich. Keine Ahnung, ob das am Alter liegt oder ich mit mir damit im Reinen bin. Und trotzdem lieben wir uns und sind seit 6 Jahren verheiratet.

Heute sehe ich mich nicht mehr so, dass ich aus schlechten Elternhaus komme und es ja so super schwer hatte.

Ich habe mich da raus gekämpft und viele in meinem Umfeld sehen mir das auch nicht mehr an. Ich habe auch mit meinem Elternhaus Frieden geschaffen. Heute lebe ich so, wie es für mich will. Meine Dämonen habe ich im Griff und lasse mich davon nicht mehr beeinflussen. Ich bin stark und gewillt anderen Menschen nur Gutes zu tun, egal in welcher Situation – meine Hand ist immer griff- und hilfsbereit!

Gerade weil ich aus einem schlechten Elternhaus komme, möchte ich ein Pfad sein für diejenigen, die sich noch nicht erkannt haben, aber auch ihr Leben ändern wollen!“

Mein Blogartikel: Das Strafbuch

Welche Bedeutung kommt dem Strafbuch im BDSM zu? Ist das nicht eine verstaubte Angelegenheit? Oder kann darin ein ganz besonderer Reiz liegen?

Ich habe mir Gedanken zum Erziehungsmittel „Strafbuch“ gemacht. Falls Ihr mögt, viel Spaß beim Lesen.

Bitte nur Erwachsene, vielen Dank!

Eure Julia

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FSK 18

Ein Strafbuch als Mittel der Erziehung ist ein wenig verkannt. Oftmals wird dieses belächelt und genießt eher weniger Ansehen in seiner Verwendung. Ein Grund dafür könnte sein, dass dieses ein eher subtileres Mittel der Disziplinierung darstellt und nur innerhalb eines absoluten Vertrauensverhältnisses seine wirkliche Kraft entfalten kann. Warum dieses, fragt Ihr Euch?

Nun, es ist ganz einfach: Die Handhabung eines Strafbuchs erfordert eine unabdingbare Ehrlichkeit und Gewissenhaftigkeit des devoten Parts und stellt somit eine unglaublich große Respektbekundung an den dominanten Part dar. Ein Strafbuch erfordert auch eine gewisse Eigenständigkeit als auch Kreativität des Subs. In diesen Momenten agiert Dom nicht unmittelbar, sondern überträgt eine gewisse Selbstständigkeit an Sub. Ein Strafbuch macht insofern auch nur Sinn, wenn dieses Sub ernst nimmt und entsprechend würdigt. Dabei steht nicht das „Nach-Lust-und-Laune“-Prinzip im Vordergrund, sondern dass das wahrhaftige Geschehen dokumentiert wird. Der devote Part steht dabei in der Pflicht, eigene Empfindungen und Bedürfnisse sehr differenziert wahrzunehmen und sich selbst gegenüber absolut aufrichtig sein. Gerade in solchen Momenten des Interagierens zeigt sich, ob Sub wirklich Achtung vor Dom hat, denn dieser sollte alles festhalten und sich diesen Prozessen der Erziehung ernsthaft stellen. Nur so können diese sehr wichtigen und oft unbewusst ablaufenden Meilensteine der Disziplinierung ihre volle Wirksamkeit entfalten.

Ein Strafbuch soll auch nicht unbedingt Spaß machen und Freude schenken. Es soll durch das Niederschreiben ein Bewusstwerden implizieren über Gewesenes und über das Empfangen von daraus resultierenden Konsequenzen. Anstatt Strafbuch kann es auch Reflektions- oder Findungsbuch genannt werden, denn letztendlich ist das Erleben des Aufschreibens und nochmaligen Durchlesens und des Vortragens dieser Niederschriften vor Dom ein sehr klares Herangehen und Aufzeigen von persönlichen Strukturen und Denkmustern, die es in der Erziehung aufzuzeigen und anzugehen gilt. Nimmt Sub das Strafbuch ernst, nimmt sie auch ihren Dom ernst und vor allem die eigene Submission. Dieser wiederrum vertraut in Sub, um dass Sub ehrlich aufschreibt und kein Schauspiel darstellt, welches Dom`s Verhalten im schlechtesten Fall manipulieren soll.

Manipulieren? Ja, genau das. Steht Sub auf Schläge, könnte dieser doch Vergehen erfinden, um in den Genuss derer zu kommen. Oder Sub empfängt diese lieber nicht und verschweigt deswegen Vergehen gegen zuvor vereinbarte Regeln. Auch dies stellt eine ernstzunehmende Beeinflussung der Erziehungsmaßnahmen dar und beleidigt Dom und ehrt letzten Endes weder Dom noch Sub.

Von daher stellt ein Strafbuch auch immer einen Gradmesser für die wirkliche Substanz und Ernsthaftigkeit ein jeder submissiven Verbindung dar. Macht Euch dies bitte vor Anwendung dieses Disziplinierungsmittels bewusst. Ob von allen Beteiligten oder von einzelnen gewünscht, ein Strafbuch kann Zeiten der Trennung sehr interessant und anregend gestalten und bereichernd überbrücken. Sei es nun innerhalb einer Übergangsphase zwischen zwei Treffen oder im Rahmen einer Online-Erziehung, ein Strafbuch kann ein äußerst reizvolles Mittel der Erziehung und Formung darstellen.

Ein Tipp für Euch:

Bitte verzichtet dabei jedoch auf die Handhabung von Beweismitteln wie zum Beispiel den gerne angewandten Beweisbildern. Warum? Beweismedien sollen dem Namen nach etwas beweisen, also sicherstellen. So oder so sind Beweisvorgänge immer Misstrauensvoten an den anderen gerichtet nach dem Motto: „Zeige mir, dass du es gemacht hast!“ Sub wird es von sich aus wollen und genießen, Dom mit seinen Mitteln zu erfreuen und Doms Vertrauen mehrfach auf seine ureigene Art und Weise wertzuschätzen. Dies liegt in der submissiven Natur eines jeden Subs. Je weniger Dom einfordert, desto mehr bekommt dieser aus freien Stücken von Sub. Einfach mal ausprobieren und neue Wege gehen!

Vom Leben und Sterben eines Kindes, Teil 3

Den ganzen Tag über hatte ich ein ungutes Gefühl im Magen, mochte nichts essen, Angst schwirrte unaufhörlich in meinem Kopf herum. Angst, das eigene Kind zu verlieren. Vergangene Nacht hatte ich den Notarzt gerufen, da meine Kleine nur noch flach atmete und ihre Sättigungswerte sehr schlecht waren, begleitet von sehr hohem Fieber (siehe: “Vom Leben und Sterben eines Kindes, Teil 2”). “Ich weiß nicht, ob sie den Transport in das Krankenhaus überlebt”, hatte mir der Notarzt noch gesagt. Es hatte geklappt, nachdem das Ärzteteam vor dem Haus im Krankenwagen 15 Minuten lang brauchte, um sie soweit zu stabilisieren, dass die Fahrt starten konnte.

Ihr Vater war mit ihr im Krankenhaus; ich war zu Hause und versorgte den Kleinen, gerade war er erst vor zwei Wochen geboren. Er trank gut und mein Milchfluss noch nicht voll da, so konnte ich noch keine Vorräte an Muttermilch ansammeln. Somit brauchte er meine Anwesenheit, und ich konnte nicht bei ihr im Krankenhaus sein. Ich führte an diesem Tag Arztgespräche, erst mit dem diensthabenden Arzt, dann mit dem Oberarzt der Kinderintensivstation. Er machte mich darauf aufmerksam, dass sie nicht wüssten, ob die Kleine überleben würde, da ihre Lungentätigkeit weiter abnahm und ihr Fieber nicht sank. Irgendwann sprach dann der Chefarzt mit mir, erklärte mir die Vorgänge von Herzaktivität und Lungenfunktion. Ich hatte fast drei Jahre immer wieder Aufenthalte auf Intensivstationen hinter mir, ich wusste, was diese Dynamik bedeutete.

Einmal klingelte eine Nachbarin. Was denn bei uns los sei, der Krankenwagen sei vergangene Nacht vor unserem Haus gestanden. Ich konnte das Gespräch schnell abwimmeln. Keine Kraft für das gerade. Es klingelte noch ein paar Mal an der Tür, ich machte jedoch nicht mehr auf. Es war mir zu viel, ich brauchte mein bisschen Kraft für mich.

Mein Kleiner gab mir Halt und Trost. Diesen kleinen, warmen Körper zu spüren, in seine Augen zu sehen… Immer mal wieder musste ich weinen. Einfach so, konnte mich nicht beherrschen. Tröstende, wissende Augen schauten mich dann aus diesem jungen Gesicht an. So klein, verstand er vermeintlich schon alles.

Immer wieder führte ich auch Telefonate mit ihrem Vater. Er war müde, verzweifelt, traurig, erschöpft, überfordert vom Entscheidungen fällen, vom Zusehen müssen, was alles an medizinischen Behandlungen an ihr gemacht wurden. “Die Ärzte holen ständig Blut, geben dies und jenes Medikament, fragen immer, was sie im Notfall tun sollen, wie weit sie reanimieren sollen. Unsere Kleine ist nicht mehr aufgewacht. Sie scheint zu schlafen. Ich weiß nicht, ob sie überlebt…” Ich habe ihn in diesem Moment bewundert, wie er all das schaffte, wie er die ganze Zeit an der Seite seiner Tochter stand, seit 24 Stunden durchgehend wach.

Der Anruf

Abends legte ich mich mit meinem Kleinen hin. Er hatte gerade getrunken, ich legte derweil das Handy in Reichweite, falls ein Anruf kommen sollte. Ich hatte es wohl geahnt, der Anruf kam nachts um halb eins. Ihr Vater war am Apparat, unter Tränen brach seine Stimme: “Komm schnell in´s Krankenhaus. Sie sagen, sie wird bald sterben…”

Es ist seltsam, ein solcher Moment. Was geht da in einem vor? Eine merkwürdige Ruhe erfüllte mich. Ich musste auch nicht weinen. Irgendwie agierte ich wie ferngesteuert und rief Verwandtschaft an. Ich pumpte noch schnell Milch ab, damit der Kleine etwas hatte, sollte er später aufwachen. “Beeile dich”, sagte meine Verwandte, “dass du dich noch verabschieden kannst von ihr.” Der Kleine schlief friedlich, als ich mitten in der Nacht das Haus verließ, mich in das Auto setzte und in das Krankenhaus fuhr. Mein Unterbauch schmerzte noch beim Fahren, der Kaiserschnitt lag erst zwei Wochen zurück. Eigenartige Gefühle waren meine Wegbegleiter. Als ich so fuhr, sah ich in Gedanken eine Kerzenflamme, die immer schwächer wurde. Ich spürte, dass sie bald sterben würde. “Schatz, bitte halte durch, Mama ist gleich da”, flüsterte ich ihr in Gedanken zu.

Ich erreichte das Krankenhaus und fand aufgrund der Uhrzeit sofort einen Parkplatz. Etwas hinkend lief ich zum Eingang, die Narbe schmerzte am Bauch beim Gehen. Die Gänge waren menschenleer. Ich erreichte die Intensivstation, ein buntes Schild mit spielenden, lachenden Kindern zeigte auf die Eingangsklingel. Ich klingelte, meldete mich namentlich an, die großen Schwingtüren öffneten sich automatisch. Sofort umgab mich der vertraute Geruch von Krankenstation und Medizin. Eine Schwester saß am Tresen. Ihr Blick sprach Bände. Mitleid… Eine andere Schwester kam auf mich zu, ich kannte sie bereits von früheren Aufenthalten. Sie begleitete mich zur Isolierstation, auf die alle Patienten mit hohem Fieber kamen. Bevor ich das Krankenzimmer betrat, atmete ich einmal tief durch…

Meine Kleine

Das Kinderbett nahm den Raum fast gesamt ein. Um das Bettchen herum standen zig Apparate, Maschinen blinkten und summten, ab und an ein Piepsen. Monitore erleuchteten das fahle Licht. Ihr Vater stand neben dem Bett, eine andere Schwester war an ihr zugange. Es war ein altvertrauter Anblick, der sich mir da bot. Ich kam näher zum Bettchen, begrüßte die Anwesenden. Ihr Vater hatte eine tiefe Traurigkeit im Blick, unendlicher Schmerz zeichnete sich darin ab. Die Krankenschwester versuchte locker zu sein, lächelte mich an. Ihre Augen straften ihre Fröhlichkeit. Mitleid sprach aus ihnen sowie die Gewissheit, was kommen würde. “Ich kann nicht mehr, ich bin seit 24 Stunden wach”, sagte mir ihr Vater. “Lege dich ein wenig hin, ich bin jetzt da.” Die Schwester neben mir kommentierte lachend: “Vorhin war er mal eingenickt, wir mussten ihn dreimal ansprechen, bis er aufwachte.” “Haben Sie schon einmal 24 Stunden durchgehend am Krankenbett ihres sterbenden Kindes gewacht?” fragte ich die Schwester. Ihr Lachen erstarb daraufhin, sie entschuldigte sich. Sie erklärte mir, dass sie der Kleinen gerade ungefähr 10 Medikamente zeitgleich gaben, bei einem zeigte sie starke Nebenwirkungen, das mussten sie absetzen, da ihre Hände blau anliefen. Ich sah hinab auf die Hände meiner Kleinen: Eine Hand war fast schwarz, die andere blau. “Wieviel musstest du erleiden mein Schatz”, dachte ich mir. Stattdessen fragte ich die Schwester: “Geht das wieder weg an ihren Händen?” “Ja, das geht wieder weg”, meinte sie daraufhin. Wir wussten in diesem Moment beide, dass das keine Rolle mehr spielte. Ich bat die Schwester, ob sie mich mit meiner Kleinen alleine lassen könnte. Sie bejahte und verließ daraufhin den Raum. Ich war mit ihr alleine. Ihr Vater lag ein wenig entfernt auf einer Pritsche, er war sofort eingeschlafen vor lauter Erschöpfung.

Gedankenversunken schaute ich auf meine Süße herab. Ihre Haut war nicht mehr grau, sondern erstaunlicherweise ganz rosig. Zig Kabel liefen zu und von ihrem kleinen Körper weg, ein Tubus steckte in einem ihrer Nasenlöcher. Sie atmetet bereits nicht mehr selbstständig, eine Maschine erledigte dies stattdessen. “Hätte ich nur keinen Notarzt mehr gerufen”, dachte ich mir, als ich sie so sah, mit ihren dunklen Händen, den blauen Flecken vom Blut abnehmen, all die Schläuche. Ich beugte mich zu ihr herunter, legte meine Wange an ihre Stirn. Die einzige Stelle in ihrem hübschen Gesicht, die noch frei lag. “Schatz, du musst jetzt kämpfen. Wir lieben dich so sehr. Dein kleiner Bruder wartet daheim auf dich.” Nach einer kurzen Pause sprach ich weiter: “Wenn es nicht mehr geht, wenn du nicht mehr kannst, dann ist es in Ordnung Schatz, dann darfst du gehen.”

Ihre schwarze Hand mit den blaurot unterlaufenen Fingernägeln lag in meiner Hand, ich lauschte dem mechanischen Brummen der Beatmungsmaschine, roch sie noch einmal, wobei ihr eigentlicher ureigener Geruch bereits verflogen war. Auf einmal zuckte ihr linkes Bein. Ich richtete mich auf. Ihr Brustkorb zog sich daraufhin unnatürlich stark nach innen ein, zuckte zweimal. Ich blickte auf den Monitor, der ihre Vitalwerte anzeigte. Der Wert des Pulses begann sich auf einmal in steten Schritten zu senken: 125, 118, 108, 102…

Das Sterben

Ich rief zu ihrem Vater: “Wach bitte schnell auf… Sie stirbt…” . Sofort war er hellwach und eilte an das Krankenbett. Ich sah auf sie hinab und meinte zu sehen, wie ihr Gesicht leblos wurde. “Deine Seele geht gerade”, dachte ich mir. 88, 82, 78… Der Monitor, der die Vitalfunktionen aufzeichnete, fing in diesem Moment an, gelben Alarm zu schlagen. 74, 68, 62… Der Alarm verschärfte sich um eine Stufe nach oben, roter Alarm. 58, 52, 48… “Komm gut im Himmel an”, sagte ich zu ihr… Ihr Vater nahm meine Hand, wir sahen uns in die Augen, teilten den Schmerz des Moments…

Zwei Schwestern und eine Ärztin betraten auf einmal hastig den Raum. Die Ärztin sagte: “Es tut mir leid, ihr Kind stirbt gerade. Wollen sie es in den Arm nehmen?” Auf einmal kamen mir die Tränen, ich nickte. Eine Schwester schaltete den Monitor ab, der Wert des Pulses stand mittlerweile bei null. Als sie damals zwei Wochen alt war, hatte ich das schon einmal erlebt, diese Monitoranzeige bei null. Da hatte sie einen Herzinfarkt gehabt, konnte jedoch reanimiert werden und fing sich wieder…

Eilig entfernte die andere Schwester alle Schläuche und legte mir die Kleine in meine Arme. Ihr Vater wollte mir den Vortritt lassen. “Es tut mir so leid. Sie war ein so liebes Kind”, meinte noch die Ärztin, der wir schon bei früheren Aufenthalten begegnet waren. “Notieren Sie Todeszeitpunkt 4.35 Uhr”, hörte ich sie noch ihren Kollegen zurufen.

“Gehen Sie jetzt bitte”, brachte ich noch hervor. So lag meine wunderschöne Kleine in meinen Armen. Vielmehr ihr Körper, denn ihre Seele war schon entflogen. Absurderweise hob und sank sich ihr Brustkorb noch immer, die Schwestern hatten vergessen, die Beatmungsmaschine abzustellen. Es störte mich, dieses Heben und Senken. Eine Schwester kam erneut, stellte daraufhin die Maschine ab und schnitt den Schlauch zum Intubieren durch, dessen Gewicht ihr Gesicht auf die rechte Seite zog. Ich blickte in ihr Antlitz, sah, wie ihre Hautfarbe immer weißer wurde, genauso wie ihr Zahnfleisch und ihre Zunge. Ihr Lippen verfärbten sich langsam bläulich. Nach und nach erkaltete sie. Ich wollte ihr so gerne von meiner Körperwärme abgeben…

Nach einer Weile gab ich sie ihrem Vater. Ich hatte sie ungefähr eine Stunde gehalten, ihre Arme waren mittlerweile steif geworden. Auf meinen Pullover war Flüssigkeit gelaufen, die aus ihrer Bauchsonde austrat. Die ganze Zeit über hatte ich das Gefühl, sie blickte bereits von oben auf uns herab. Irgendwann kam wieder eine Schwester und fragte, ob wir dabei sein möchten, wenn sie sie waschen und anziehen, um sie vorzubereiten für die Leichenschau. Ihr Vater blieb an ihrer Seite und half beim Waschen, während ich das Krankenzimmer verließ. Ich musste zurück nach Hause, die Verwandten hatten angerufen, der Kleine sei aufgewacht und hatte schon den Vorrat leergetrunken.

Das Danach

Ich lief den Flur entlang, vorbei an den Stationsräumen, sah die besorgten Eltern an den Bettchen ihrer Liebsten wachen. Vorbei an dem Empfangstresen, die Schwester zu mir: “Fahren Sie bitte vorsichtig.” Schlenderte durch den langen Flur, der hinweg von der Intensivstation führte bis hin zu einem offenen Bereich. Noch waren die Flure leer, bald würde der alltägliche Trubel einsetzen. Wie war ich diese Krankenhäuser leid. Und doch hatten wir sie gebraucht; ohne ärztliche Behandlung wäre die Kleine spätestens nach der Geburt verstorben, wäre sie überhaupt lebend auf die Welt gekommen. Ich verließ das Krankenhaus und holte vor dem Eingang ein paar Mal tief Luft. Diese schlechte und stickige Luft in den Krankenhäusern hatte ich immer gehasst. Am Auto angekommen, stieg ich ein und saß erst einmal nur da. Eine Kehrmaschine reinigte derweil den Gehsteig, gerade wurden der angrenzenden Apotheke Waren geliefert. Ein Taxi hielt und ließ eine ältere Person aussteigen. Der Verkehr auf den Straßen nahm an Fahrt auf, bald würde der Berufsverkehr richtig anrollen. Irgendwie fühlte sich all das surreal an. Gerade endete ein junges Leben, doch die Welt erlaubte sich einfach weiter zu machen, als sei nichts gewesen. Ich schrieb noch eine Nachricht an einen lieben Menschen, schrieb, dass meine Kleine gerade verstorben war. Komisch, diese Worte zu schreiben…

Dann startete ich den Motor, bog in die belebte Straße ein und machte mich auf den Heimweg. Komisch, ihren Körper dort in diesem Gebäude liegen zu wissen, nicht hier bei mir, auf dem Heimweg…

Irgendwie agierte ich wie ferngesteuert. An die Heimfahrt kann ich mich ansonsten nicht erinnern, der Körper fuhr wohl Automatismen ab. Daheim angekommen öffneten mir die Verwandten die Haustür. Sie nahmen mich in den Arm, ein kurzes Gespräch. Der Kleine sei wieder eingeschlafen. Ich bat daraufhin meine Verwandten, mich alleine zu lassen. Sie waren verständnisvoll und gingen. Zunächst lief ich die Treppe in den ersten Stock hinauf und schaute vorsichtig durch den Türspalt des Kinderzimmers. Der Kleine schlief tief und fest. Daraufhin ging ich in das Bad, zog mich aus, duschte. Als ich mich abtrocknete, erreichte mich die Nachricht des lieben Menschen, dem ich zuvor geschrieben hatte. Ich begann zu weinen, nahm die Wäsche vom Boden, zögerte jedoch einen Moment, bevor ich diese in die Waschmaschine tat. Ihre Körpersäfte waren darauf, irgendwie fühlte es sich so endgültig an, diese zu waschen, die Spuren von ihr zu löschen.

Dann ging ich in die Küche und setzte mich an den Küchentisch. Dort lag die Tageszeitung. Mir fiel auf, dass ihr Todestag eine Schnapszahl war. “Du musst etwas essen und trinken”, sagte ich zu mir selbst. Keinerlei Appetit begleitete mich, mein Mund war seltsam trocken. Doch ich war gezwungen zu essen, ansonsten würde mir die Milch wegbleiben, da ich voll stillte. Meinem Kleinen zuliebe aß ich ein paar Cornflakes, ein Brot hätte ich nicht schlucken können. Beinahe hätte ich mich daraufhin übergeben, doch ich konnte mich soweit konzentrieren und sammeln, dass ich den Impuls unterbinden konnte. Ich ging wieder nach oben, zu meinem Schlafzimmer und setzte mich auf das Bett. Vor mir stand ihr Kinderbett, mit ihrem Lieblingskuscheltier und ihrer Lieblingsdecke. Auf der linken Seite im Regal bewahrte ich ihre Pflegeartikel auf. Alles war griffbereit: die frische Kleidung, ihre Windeln, die Cremes. Der Hausmonitor, der zu Hause ihre Vitalwerte aufzeichnete, hing treu am Regal und wartete darauf, angestellt zu werden. Ich hatte das Gefühl, gleich kommt jemand mit ihr auf dem Arm in das Zimmer und gibt sie mir wieder, um dass ich mich um sie kümmern kann. Ansonsten war mein Kopf leer, ließ mich auf das Kinderbett starren.

Nach einer Weile ließ ich mich nach hinten fallen, zog meine Beine an und schloss die Augen. Kurz musste ich eingedöst sein, da hörte ich auch schon meinen Kleinen nach mir rufen. Sofort war ich wach und ging zu ihm in sein Kinderzimmer, nahm ihn auf meine Arme, setzte mich und legte ihn an meine Brust an. Er trank eifrig und kraftvoll, zufrieden seine wachen Augen. Während ich ihn stillte, liefen mir die Tränen über meine Wangen. Als er fertig war, setzte ich ihn vor mich auf meine Beine und bemerkte, dass er mich fragend ansah.

Ich sagte zu ihm: “Mein Schatz, Mama ist sehr traurig, aber nicht wegen dir. Du bist so ein liebes Kind. Vergangene Nacht, als du geschlafen hast, ist deine liebe Schwester von uns gegangen. Sie ist jetzt im Himmel. Schau, da oben…” und zeigte Richtung Zimmerdecke.

Wann ist Leben lebenswert? Auf Leben und Tod

Ich sitze im Café der Spezialklinik und warte.

Warte auf den Anruf der Chefärztin, die gerade mit ihren Kollegen meine Kleine operiert. Nur der Chefanästhesist hatte sich bereit erklärt, die Operation zu begleiten, geschuldet seiner langjährigen Berufserfahrung, kein anderer Arzt sonst.

Angst.

Angst, ein Kind könnte unter den Händen wegsterben. Ich mache ihnen keinen Vorwurf und kann ihre Gedankengänge nachvollziehen. Was mache ich nur, wenn dieser Chefarzt in Rente geht?

Warten – stundenlanges Warten.

Warten, während dein Kind gerade am offenen Brustkorb operiert wird. Die Chancen 50/50 stehend laut Ärzten, dass sie überleben wird.

Wisst ihr, was alles nichtig wird in einem solchen Moment? Wie lächerlich manche Momente eines Lebens in diesem Moment wirken können?

Demut.

Ich schmecke weder den Kaffee noch die Butterbrezel vor mir. „Essen Sie etwas, vergessen Sie sich nicht“, hatten die Ärzte gesagt, „Sie werden die Kraft noch brauchen.“

Wie soll ich etwas essen können, wenn ich jederzeit einen Anruf bekommen könnte, mein Kind hat es nicht geschafft?

Ihr Gendefekt ist sehr selten und relativ unbekannt und leider kaum erforscht. Die Ärzte kennen bisher nicht den Weg für dieses Krankheitsbild. Zum Glück kann ich sie fühlen und trage sie in meinem Herzen.

Ob sie die OP dokumentieren dürfen, um Erfahrungswerte zu sammeln, wurde ich gefragt. „Versuchskaninchen und Testobjekt für die Forschung.“, kommt es mir zynisch in den Sinn.

„Diese Krankheitsbilder können nicht ausreichend erforscht werden, da 9 von 10 Frauen bei der Diagnose Gendefekt und behindert abtreiben.“, so die Aussage eines jungen, ambitionierten Arztes.

In die Dokumentation der OP willigte ich schließlich ein. Warum ich einwilligte? Weil die Erkenntnisse dieser OP vielleicht einmal einem anderen Kind helfen werden, um dass es leben darf.

Stunde um Stunde zieht sich das Warten hin.

Auf einmal spüre ich meine Kleine wieder, innerlich im Herzen, so als wäre sie gerade aufgewacht.

Sie hat es überstanden, Gott sei Dank, denke ich mir erleichtert. Wobei erleichtert ein zu lapidares Wort ist für dieses Gefühl. Eine halbe Stunde später die Bestätigung durch die Chefärztin:

„Die OP verlief gut und sie ist wohlauf. Wenn alles gut abheilt, wird sie in drei Tagen keine Atemunterstütztung mehr brauchen.“ Sie kann dann alleine atmen, ohne Hilfe von Geräten und mit einer enormen Verbesserung der Lebensqualität.

Das war mein Antrieb für die Einwilligung zu einer OP, in der mein Kind nur 50% Überlebenschancen hat.

Ich stehe auf und gehe zum Ausgang. Eine verschleierte Frau betritt das Café, auf dem Arm ein Kind, welches um den Kopf einen großen Verband trägt. Die Augen der Frau sind voller Sorge. Ich kann sie gut verstehen und denke mir, dass Elternliebe universal ist, unabhängig jeglicher Herkunft oder Nationalität.

Wollen wir nicht alle das beste für unsere Kinder?

Zig Flure durchquere ich und passiere eine Vielzahl von Menschen. Jeder trägt hier sein Kreuz und leidet im Stillen. Diese Atmosphäre auf den Fluren einer Intensivstation…

„Die wirklich Kranken hörst du nicht jammern, sie tragen ihr Schicksal in der Stille.“, denke ich mir.

Im Aufenthaltsraum sitzen zwei Teenies mit einem Mundschutz tragend. Sie stehen lachend auf und biegen in die Onkologie-Abteilung ab.

Ihr Mundschutzverweigerer, unterhaltet euch doch mal mit diesen Mädchen, die ihr Leben lang einen Mundschutz aufgrund ihrer nicht intakten Immunabwehr tragen müssen.

Ich komme im Zimmer an, in dem meine Kleine mit einem anderen Mädchen zusammen liegt und setze mich an die Seite ihres Krankenbettes, nehme ihre Hand und warte geduldig auf ihr Aufwachen. Jetzt kann es nur besser werden, flüstere ich ihr zu und dass ich sehr stolz auf sie bin.

Wenn ich sie umarmen will, soll ich einen Mundschutz tragen, zur Sicherheit. „Eine solch schwere OP schwächt das Immunsystem ungemein.“, so die Ärzte.

Ich schaue zu dem anderen Mädchen im Zimmer, welches von zig Maschinen umgeben und an einer Vielzahl von Schläuchen angeschlossen ist.

Ein wenig hatte ich vernommen, dass das Mädchen im Koma liegt und sein Gehirn abgestorben ist. Maschinen erhalten bei ihr das Leben, kontrollieren Atmung, Nahrung und Körpertemperatur. Sie ist dadurch ein Intensivstpflegefall.

Wann ist Leben lebenswert?

Eine ethische Frage….

Eine grausame Frage…

Für Diejenigen, die vor die Entscheidung gestellt werden, Maschinen anzulassen oder abzustellen.

Das Mädchen schaut unentwegt zur Decke. Sie wird ausschließlich fremdbewegt und günstig gelagert wegen ihren Wunden. Zudem wird der Schleim regelmäßig abgesaugt.

Hätte es das Mädchen so gewollt?

Oder hätte es lieber sterben wollen?

Ich wurde auch gefragt, falls eine lebensbedrohliche Situation eintritt, wie weit sollen die Ärzte die lebenserhaltenden Maßnahmen fortführen?

Welche Entscheidungen wir im Laufe unseres Lebens treffen müssen – Ich möchte einfach mal wieder nur entscheiden müssen, was ich zu Mittag essen darf.

Die moderne Medizin ist Fluch und Segen. Ohne sie wäre meine Kleine nicht lebend zur Welt gekommen…

„Unter den Kranken ist meine Kleine noch fit“, sagen die Ärzte.

Welch Erkenntnis einer furchtbaren Superlative…

Da sehe ich die Mutter des anderen Kindes sitzen, ganz versteckt hinter dem Krankenbett. Gestern wurde sie in die Pflege eingewiesen, denn sie möchte ihre Kleine mit nach Hause nehmen.

„Respekt und Achtung für diese Entscheidung“, denke ich mir.

Ich gehe zu ihr hin, irgendwie ist es mir ein Bedürfnis. Herzlich begrüße ich sie, als sie sich gerade unauffällig einige stille Tränen aus den Augen wischt. „Ihre Kleine ist wunderschön, so tolle dunkle Haare.“, sage ich ihr liebevoll und ernst gemeint. Ich meinte es so, sie war ein süßes Mädchen, zumindest das was ich von ihr hinter den Schläuchen erkennen konnte.

„Danke sehr, das sagen nicht mehr viele, seit sie hier ist. Wie geht es ihrer Kleinen, sie hatte doch heute OP, oder?“

„Zum Glück verlief alles so wie geplant laut Ärzten. Nachher erfahre ich mehr.“

„Seien Sie froh, Sie können nichts dafür, dass Ihr Mädchen dort liegen muss!“, sagt sie völlig unvermittelt.

„Wie meinen sie das?“

„Sie sagten doch, sie hat einen angeborenen Gendefekt. Unsere Kleine wurde gesund geboren. Sie war gerade am Laufen lernen. Mein Mann, jetzt Ex-Mann, konnte sie nicht beruhigen. Sie hat immer so viel geweint. Nur bei mir hat sie damit aufgehört. Ich hätte die beiden niemals alleine lassen sollen. Mein Ex schüttelte sie dann. Dadurch fiel sie ins Koma, weil ihr Gehirn starb.“

Oh Gott, da war sie wieder, diese grausame Sperlative.

Ich war sprachlos. Wie musste sie sich fühlen? Von Schuldgefühlen zerfressen, sich selbst die schlimmsten Vorwürfe machend?

Was sagt man einem Menschen in einer solchen Situation? Wirkt nicht jedes Wort hohl?

Ich streichle ihren Arm auf und ab, rein intuitiv und ohne lange nachzudenken. Eine ganze Weile stehen wir stumm beieinander, umgeben von Maschinen, die ständig Alarme abgeben, unsere Kinder von Herzen liebend.

„Wissen Sie, sie kriegt noch viel mit. Man kann es kaum glauben, aber auf ihre eigene Art und Weise spricht sie mit mir. Sie ist da. Ich spüre sie. Wie soll ich da den Ärzten sagen, stellt die Maschinen ab?“

Wann ist Leben lebenswert?

Ich vermag diese Frage nicht zu beantworten – vermögt ihr es?

„Sie schaffen das. Bitte glauben Sie an sich.“

„Haben Sie keine Angst etwas falsch zu machen und verantwortlich für ein Unglück sein zu können? Sie legen ihr die Sonde alleine,wie schaffen Sie das?“

Mir steigen Tränen in den Augen.

„Wie ich das schaffe? Wie es wohl alle Eltern schaffen, die ihre kranken Kinder pflegen: Ich will sie bewahren vor noch mehr Leid. Wenn die Ärzte die Sonde legen, bekommt sie immer Nasenbluten. Bei mir bekommt sie das nicht. Aber glauben Sie mir, es bricht mir jedes Mal das Herz, wenn sie dabei weint.“

Nun streichelt sie mir den Arm. Ein wortloses Verstehen zweier Mütter vereint im selben Schicksal. Ich schaue sie an und äußere:

„Sie können es. Die Kraft dafür liegt tief in Ihnen, in Ihrem Herzen. Vertrauen Sie auf Ihren Mutterinstinkt und Ihre mütterliche Intuition. Kein Arzt vermag dies zu ersetzen. Lassen Sie sich dies niemals absprechen. Ihr Kind braucht diesen Instinkt. Er kann ausschlaggebend sein über Leben und Tod.“

„Danke…“, kaum hörbar geflüstert, war ihre Antwort.

Die Chefärztin betritt auf einmal den Raum. Ich atme tief ein und aus und versuche meinen Herzschlag zu beruhigen. Hoffentlich waren die Strapazen dieser OP für meine Kleine nicht umsonst, denke ich mir, während ich die Ärztin begrüße.

Symbolbild

Gastartikel: Das erste Mal bei einer Escort-Dame

Den folgenden Gastbeitrag reichte mir ein junger Mann ein, der die Menschen daran teilhaben lassen möchte, wie er sein erstes Mal Sex mit 18 Jahren mit einer Escort-Dame erlebte.

Damit möchte er nicht die Sensationsgier der Leute stillen, sondern Mut machen, zu seinen Gefühlen zu stehen und das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Mut wird oftmals belohnt! Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle dem Autor des Gastartikels, der gerne anonym bleiben möchte.

Alle handelnden Personen in der Erzählung sind mindestens 18 Jahre alt. Bitte nur Erwachsene lesen, danke!

Liebe Grüße

Eure Julia

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FSK 18

Gastartikel:

Meine Geschichte handelt von meinem ersten Mal im doppelten Sinne. Es war meine erste sexuelle Erfahrung und dazu noch im Escort-Bereich. Angefangen hat es, als meine damalige Freundin und ich uns getrennt haben. Zu diesem Zeitpunkt war ich 18, und aufgrund verschiedener Dinge kam es bis dahin leider nicht zum ersten Mal.

Also fing ich an im Internet nach Anzeigen zu schauen, weil ich nun endlich diese Erfahrung machen wollte. Habe lange überlegt, ob ich diese Erfahrung wirklich so sammeln möchte, was ich im Nachhinein überhaupt nicht bereue.

Zurück zum eigentlichen Thema. Nach längerer Suche bin ich fündig geworden. Ich erklärte ihr die Situation, und sie zeigte großes Verständnis. Ein paar Nachrichten später war es klar, dass ich mit dieser Frau mein erstes Mal haben möchte, und so machten wir ein Treffen aus. Vor lauter Aufregung hab ich das erste Treffen in den Sand gesetzt und dachte schon, das wars. Aber nein, sie gab mir eine zweite Chance, die ich diesmal warnahm.

Kurz vor dem Klingeln bei ihr.

Vor der Haustüre angekommen wollte ich vor Nervosität schon wieder gehen, doch ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und klingelte. Eine liebevolle Stimme bat mich herauf zu kommen. Oben angekommen öffnete sie mir die Tür, und was soll ich sagen? Einfach ein Traum. Lange, dunkelbraune Haare, ein super süßes Gesicht, dazu eine üppige Oberweite und einen Po, der prall und knackig wie ein Apfel war.

Ich betrat die Wohnung und nahm auf der Couch im Wohnzimmer Platz. Total nervös und mit beginnender Erektion saß ich nun da, und sie setzte sich neben mich. Wir unterhielten uns, sie fragte mich noch einmal, ob ich mein erstes Mal wirklich so möchte und ich dürfte mich nicht verlieben. Fasziniert von ihrem Körper war ich wie benommen, und sie bemerkte schnell meine Schwellung in der Hose. Also fragte sie, ob ich bereit wäre und wo es mir am liebsten wäre.

Ich entschied mich für das Schlafzimmer.

Zuerst ging es ins Bad frisch machen. Langsam befreite sie mich von meinen Klamotten, küsste meinen Körper, bis ich nur noch in meiner Unterhose vor ihr stand. Als sie plötzlich mit ihrer Hand nach meinem Penis griff, stellten sich mir alle Haare auf. Sie zog meine Unterhose aus,  und so stand ich wie von Gott geschaffen vor ihr. Mein Penis platzte schon fast vor Geilheit, und ich hoffte nicht allzu schnell zu kommen. 

Aus dem Nichts fing sie an, ihn in den Mund zu nehmen und mit ihrer Zunge zu bearbeiten. Im Gespräch vorhin meinte sie zwar, dass sie gerne bläst, aber hey ich dachte nicht, dass es so geil wird.

Es war unbeschreiblich! Sie wusste genau, was ein Mann braucht.

So standen wir im Badezimmer, und sie bearbeitete abwechselnd mit ihrer Hand und Zunge meinen Penis. Auch meine Eier kamen nicht zu kurz. Es war einfach wunderschön. Nach einer Weile merkte sie, dass ich es nicht mehr lange halten würde, und so zog sie mich an meinem Schwanz ins Schlafzimmer, wo ich sie endlich näher betrachten konnte.

Sie zeigte auf ihren Po mit der Aufforderung, ihren Slip auszuziehen.

Ich weiß noch, wie sie meinte: „Nicht dass es dir gleich kommt“. Ich griff mit meinen Händen nach ihrem Arsch und zog ihren Slip herunter.  Ich knetete ihre Arschbacken und gab ihr Küsse. Als sie sich aufs Bett legte und ihr Oberteil freimachte, erstrahlte sie in ihrer ganzen Schönheit. Unbeholfen stand ich da, und sie zeigte auf ihre Vagina. Ich fragte verlegen, ob ich sie fingern, bzw. lecken dürfte.

Sie erwiderte mit der Antwort: „Sehr gerne“, und so begann ich meinen Finger langsam in ihre Muschi zu schieben. Sie zeigte mir, wie ich am besten Hand anlege. Nach kurzer Zeit vergrub ich mein Gesicht zwischen ihren Schenkel und begann sie zu lecken.

Es war ein unbeschreibliches Gefühl. So schön warm und weich.

Ich weiß nicht, ob es mir eingebildet habe, aber ich glaube, sie war trotz meiner Unerfahrenheit erregt und begann schwerer zu atmen. Nach einer gefühlten Ewigkeit nahm sie meinen Kopf und fragte, ob ich nun bereit wäre. Ich antwortete in Trance: „Klar“. Sie griff in ihrer Kommode nach einem Kondom, dass sie mir überzog. 

So lag ich nun auf ihrem Bett und war kurz davor, meine Jungfräulichkeit zu verlieren.

Als sie sich dann langsam näherte und meinen Penis vor ihrer Vagina platzierte, wusste ich mir nicht zu helfen. Dieser Anblick war zu schön. Wie sie auf mir saß und mich verträumt anschaute. Sie merkte meine Aufregung und flüsterte mir nur ins Ohr: „Keine Sorge, versuch nur nicht direkt zu kommen“. Leichter gesagt als getan bei meiner Geilheit.

Und dann war es soweit: Sie senkte ihr Becken herab, und mein steifer Schwanz drang in ihre Vagina ein.

Es war eine totale Reizüberflutung. Noch nie überkamen mich solche Gefühle. So warm, weich und schön. Sie bewegte sich auf und ab, während ich völlig unbeholfen da lag. Ich versuchte, mich mit ihr im Rhythmus zu bewegen, was leider nicht direkt so funktionierte. Aber das war nicht schlimm, denn meine Prinzessin wusste ja, dass ich in dem Moment das erste Mal mit einer Frau Sex hatte und übernahm die Führung. 

Es war einfach nur geil.

Durch die Spiegel konnte ich schön sehen wie sie auf mir ritt, langsam und sicher dem Orgasmus entgegen.  Mir fiel es sichtlich schwer nicht zu kommen, und so kündigte ich an, dass es gleich so weit wäre. Völlig unbeirrt erhöhte sie das Tempo, und ich griff zusätzlich nach ihrem Busen.

Plötzlich überkam es mich und ich spritzte drei bis vier starke Male in den Gummi. Sie blieb auf mir sitzen und küsste mich, bis mein Kleiner schlaff war. Wir lagen in ihrem Bett und kuschelten noch eine Weile, während ich es einfach genoss, mit ihr nackt da zu liegen. Nach einer gefühten Ewigkeit fragte sie, ob ich nochmal könnte und bereit wäre für eine zweite Runde. „Natürlich, nichts lieber!“, antwortete ich. So führte sie mich mit halber Erektion ins Bad zum Frischmachen. Danach ging es direkt wieder ins Schlafzimmer, wo sie ihn mit einem traumhaften Blowjob zum Stehen brachte wie eine Eins. Also Gummi drauf, und ich konnte es kaum erwarten, dieses geile Gefühl wieder zu erleben. Dieses Mal legte sie sich mit halb gespreizten Beinen aufs Bett und deutete darauf, dass ich zu ihr kommen sollte.

Total hilflos legte ich mich über sie, und sie platzierte meinen Penis vor ihrer Vagina.

Als ich schließlich in sie eindrang, versuchte ich die typischen Bewegungen zu machen, was leider nicht direkt funktionierte. Sie half mir mit einem Tipp und dann lief es. Es war einfach unbeschreiblich, wie ich das erste Mal mit einer Frau in der Missionar-Stellung Sex hatte. Ich rammelte drauf los, und ein paar gefühlte Sekunden später füllte sich wieder das Gummi. Wie gerne hätte ich in der Stellung Stunden auf ihr ihr liegen bleiben können, doch bevor mein Penis schlaff wurde, bat sie mich ihn rauszuholen, dass nicht noch etwas passiert. So lagen wir dann noch ein paar Minuten im Bett, wo wir redeten und kuschelten.

Gastartikel: Meine traumatische Geburt / CN: Gewalterfahrung im Kreissaal

Einen sehr bewegenden und aufwühlenden Gastartikel reichte mir @StupsiSchnut (Twitter-Account) ein. @StupsiSchnut nehme ich in meinem Empfinden als eine wundervolle und empathische Frau wahr, gespickt mit einem großen Herzen und einem liebenswürdigen und stilvollen Auftreten. Authentisch und mit allen Facetten ihres Seins lässt sie die Menschen auf ihrem Twitter-Account an ihrem Leben teilhaben, ungeschminkt und wahrhaftig. Besucht sie gerne auf ihrem Account, und Eure Zeit ist sinnvoll genommen.

@StupsiSchnut nimmt in ihrem Gastartikel den Leser mit in den Kreissaal, in welchem sie eine wohl traumatische Geburt erleben musste. Von Herzen danke für das Teilhaben lassen an diesen äußerst intimen Momenten und an diesen unschönen Gefühlen neben all dem Glück, Mutter geworden zu sein.

Zudem möchte @StupsiSchnut anderen Frauen Mut machen, über ihre gemachten Gewalterfahrungen während der Geburt zu sprechen und sich nicht dafür schämen zu müssen, sollten diese geschehen sein.

Ein Appell und Aufzeigen eines Misstandes, der so nicht hätte passieren dürfen, wie ich finde. Und doch höre und lese ich in den Medien und in Gesprächen, dass dieser immer wieder passiert.

Vielen lieben Dank @StupsiSchnut!

Hinweis: Der Gastartikel schildert Gewalterfahrungen bei der Geburt. Schwangere sollten ein Lesen gut abwägen.

Natürlich gibt es auch sehr wundervolle Geburtserfahrungen, und nicht jede Geburt geht mit schlimmen Erfahrungen einher.

Liebe Grüße

Eure Julia

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Gastartikel:

Nun reißen Sie sich mal zusammen!

Im Februar 2018 war es endlich soweit – mein lang ersehntes Kind sollte geboren werden. Gewissenhaft las ich Bücher, hatte zig Gespräche mit meiner Hebamme (die natürlich auch ganz gezielt ausgesucht wurde), die gepackte Tasche stand vorschriftsmäßig im Flur. Gebetsmühlenartig hätte ich den Ablauf einer Entbindung nach Lehrbuch herunterbeten können; hatte ich mir jedoch jeden Schritt gut eingeprägt und lauschte aufmerksam auf das kleinste Zeichen meines Körpers.

Doch es kam nichts. Kein Ziehen in den Bändern. Kein Absenken des Bauches. Nichtmal sporadische Verhärtungen der Bauchdecke wollten sich um den Termin herum einstellen!

Eines Nachts wurde ich dann doch davon wach, wie ein dünnes Rinnsal meine Beine entlang lief. Hmm. Ein Blasensprung wäre doch schwallartiges Wasser? Und von Wehen keine Spur. Zur Sicherheit doch lieber ins Krankenhaus, schließlich ist es mein erstes Kind, und ich war wahnsinnig unsicher, ob der unaufhaltsame Prozess der Geburt bereits begonnen hatte.

Im Krankenhaus gähnende Leere, zum Glück. Hektische Betriebsamkeit wäre meiner Nervosität sicher nicht zugutegekommen. Spärliche Beleuchtung versuchte den Flur zur Entbindungsstation zu erhellen, der Weg war mir noch vom Anmeldegespräche bekannt. Klingeln am Kreissaal.

Die Nachthebamme öffnet uns (der Vater des Kindes, zu der Zeit noch mein Ehemann, begleitete mich). Ein Blick, der mich schnell von oben bis unten taxierte; schließlich am Bauch hängen blieb.

„Was wollen Sie hier? Kann sich ja wohl kaum um eine Entbindung handeln, ihr Bauch ist viel zu klein. 7. Monat? 8.?“ Nachdem geklärt war, dass ich mich aufgrund des errechneten Termins und des abgängigen Wassers wohl doch zu Recht hier befände, durfte ich in dem einzigen freien Zimmer auf dem Bett Platz nehmen.

„Aber nicht zu gemütlich machen! Wir haben heute im Laufe des Tages noch geplante Kaiserschnitte. Bis dahin sind Sie entweder fertig oder Sie müssen dann auf Station wechseln. Irgendeinen Platz gibt’s schon. Und wenn’s noch gar nicht so richtig losgeht, tut’s auch mal der Flur für `ne Stunde, nech?“, sprach sie und lies uns verdutzt mit der Anweisung, wenn möglich zu schlafen und nur zu klingeln, wenn ich Wehen bekäme, allein.

Einige Stunden später, morgens gegen fünf, als das Gewimmel des frühen Tages im Krankenhaus die Atmosphäre durchdrang, musste ich in die kochend heiße Wanne steigen. „Wir wollen schließlich, dass es mal losgeht, `ne?“ Und zu meinem Mann gerichtet: „Ach und wenn ihr bisschen schwummerig wird, das ist normal! 15 Minuten sitzen lassen, dann raushelfen.“

Gesagt, getan, bereitwillig zurück auf´s Bett, um die Bemühungen meines Körpers im Nachgang zu kontrollieren. Eine Ärztin huschte in den Raum, stellte sich kurz vor. Mit einer raschen Bewegung waren die Handschuhe über den Fingern und ebendiese in mir. Zur Hebamme: „Gebärmutterhals steht noch fast 2 cm. So schnell wird das hier nix. Bewegung macht vielleicht was. Ich komme in ein paar Stunden wieder.“

Ich lief. Ich lief und lief und lief und lief. Immer wieder meine Kreise um die Station. Treppen rauf, Treppen runter. Wiederholung.

Endlich scharfer Schmerz, ein brennendes Ziehen im Bauchraum, das bis in den Rücken ausstrahlte. Aha – das waren also diese Wehen. Dank der Infos vorher wusste ich, ich solle laufen, bis der Schmerz so stark würde, dass entweder die Knie von selbst nachgeben würden oder keine andere Option als ein Rückzug in das Kreissaalzimmer für mich vorstellbar wäre. Auch hier, ich hielt mich an den Rat der Hebammen. Lief weiter. Hielt alle paar Minuten an, abstützen am Geländer des Treppenhauses.

Atmen. Laufen. Abstützen. Atmen. Laufen. Abstützen.

Bis es nicht mehr ging. Man gewährte mir Einlass in das ersehnte Zimmer, Pause auf dem Bett. Die Wehen rauschten durch meinen Körper. In den Nebenzimmern Schreie. Erst die Frauen, dann die Babys. Seit meinem Aufenthalt drei Geburten, und alle kamen nach mir in den Kreissaal.

Untersuchung. Mittlerweile früher Vormittag.

Aufmunterndes Tätscheln meines Schenkels. „Na, schon zwei Zentimeter offen! Geht doch. Aber wollen doch mal sehen, ob wir da nicht noch was machen können… Wehentropf wäre ok?“ Ich traute mich, vorsichtig zu erfragen, was mich dann erwarten würde. Ob es nicht auch natürlich weitergehen würde. „Bis morgen können wir Sie hier aber nicht liegen lassen! Wir hängen mal ran und schauen, ob in den nächsten Stunden die Öffnung besser und schneller klappt. Ist ja auch für Sie dann angenehmer.“

CTG war prima, Wehen vorhanden, aber der Körper weigerte sich nunmal hartnäckig, sich kooperativ zu zeigen und das Gewebe erweichen zu lassen.

Die Chemie tat schnell ihre Wirkung. Die Wehen kamen schneller, heftiger. Ich spare mir an dieser Stelle die Beschreibung des Schmerzes, der mich innerlich zerreißen wollte. Ich atmete mich in Trance. Jede Wehe, die heran rollte, visualisierte ich als Welle; tauchte in ihr ein, erklomm den Wellenberg und lies mich ins Tal hinabziehen. Pause. Nächste Welle.

Zwei Stunden später. Nächste Untersuchung. Unzufriedenes Stirnrunzeln der Ärztin zwischen meinen Beinen. „Das reicht nicht. Hier ist ja kaum etwas passiert. Höher dosieren.“

Mitleidiger Blick der Hebamme, welche mit der Tagesschicht betraut war. Die ersten aufmunternden, lieben Worte. Zum ersten Mal wurde auch mein Mann anders als wie die sich im Raum befindliche Stehlampe angesehen. Beruhigende Worte auch an ihn.

Ich klammerte mich an mein Bild der Wehen-Welle, atmete, atmete, atmete. Keine Pausen mehr. Welle, Welle, Welle. Mein Gesichtsfeld wurde eng und dunkel. Ich bestand nur noch aus gleißendem Schmerz. Und mein Körper, der Verräter, kooperierte noch immer nicht genügend. Die nächsten Schreie aus den Nebenzimmern. Kinder vier und fünf des Tages.

Mittlerweile seit 15 Stunden in der Klinik. Seit 8 Stunden Wehen. 5 cm offen.

Ich weiß noch, wie ich nach der Ärztin rief: „PDA, bitte, jetzt, ich kann nicht mehr!“ Noch nie habe ich mich für mein Versagen so sehr geschämt. Die natürlichste Sache der Welt – und bei mir geht nichts, der Körper verkrampft, verschließt sich, verhärtet. Kein Wehentropf vermochte das Gewebe geschmeidig werden zu lassen.

„Mit einer PDA spüren Sie dann die Wehen nicht mehr so stark, nur noch als Druck im Körper. Wollen Sie das?“ Zu diesem Zeitpunkt hätte sie mir auch mit einem rostigen Messer den Bauch längs aufschneiden können, es wäre mir egal gewesen, solange es nur meinem Kind gut geht und der Schmerz endlich vorbei ist.

Ihr Kind würde es so schaffen, aber wenn Sie natürlich schon zu schwach sind…“

Die PDA brachte endlich die kurzzeitige Atempause. Jede Wehe nur noch ein Druck im Bauch. Aber ihre Ausläufer zogen sich… Seit diesem Tag weiß ich, was die Redewendung durch „Mark und Bein“ wirklich bedeutet. Rückenschmerzen, als ob die Wirbel bersten wollten, gelähmte Muskulatur, in der ich mich selbst als Fremdkörper fühlte. Jede Stunde einen Zentimeter.

Auftritt Spätschicht-Hebamme. „Ja das muss wehtun, sonst passiert ja auch nichts! Und andere haben das auch geschafft, dann kriegen Sie das ja wohl auch hin! Hören Sie, drüben schon wieder eins. Sie dürfen sich nun mal nicht so anstellen, meine Güte!“

Weitere Stunden vergehen.

10 cm.

Endlich.

Positionswechsel. Verordnet natürlich.  

Ich spüre meine Beine kaum, den Bauch gar nicht, nur brüllenden Schmerz im Rücken. Vierfüßlerstand. Ich sacke zusammen.

„Festhalten! Da oben am Kopfende! Sie müssen schon mitmachen!“ Ein Paar Hände, das mich grob zusammenschiebt und auf dem Bett ausrichtet. „Pressen!“ „Doch nicht sooo!“ „Nach unten!“ „Wenn Ihr Kopf rot wird, machen Sie es falsch. Und der ist rot!“ „Das müssen Sie doch merken!“ „Naja, vielleicht ja wirklich nicht. Sie wollten schließlich eine PDA. Schade.“

Atmen. Schmerzen. Atmen.

Hilflosigkeit. Noch nie habe ich mich so gedemütigt, nackt und allein gelassen gefühlt. So ausgestellt, von Menschen verachtet, die in meinen Eingeweiden herumwühlen und deren Untauglichkeit laut bescheinigen.

Es scheint etwas zu passieren, die Ärztin wird konsultiert. „Sie schafft es nicht allein. Offen ist, Kind liegt noch zu weit oben. Keine Kraft mehr und pressen kann sie wohl nicht richtig. Zumindest bis jetzt nicht.“

Wieder Finger, die sich tastend in mir bewegen. Ich spüre sie nicht, sehe nur die Bewegung. „Schneiden werden wir nicht, es ist nur noch ein kleines Stück. Glocke.“ Durch den Schmerz und die Erschöpfung nahm ich alles nur noch wie durch einen zähen, dickflüssigen Nebel wahr.

Tropfenweise sickerte die Erkenntnis in meine Gedanken, dass ich gleich mein Kind in den Armen halten werde. Was dazu nötig war, verstand ich nicht.

Eine zweite Ärztin, die Oberärztin, kam. Rollte irgendein schlankes, hohes Gerät ins Zimmer, der Schmerznebel nahm mir die Sicht. Positionierte sich zwischen meinen Beinen. Die Hebamme recht neben mir, ihre Hände umgriffen grob meine Arme, zerrten mich in eine halbsitzende Position, das nutzlose Stück Fleisch, das ich in dem Moment war.

Ärztin eins links neben mir. Alle reden durcheinander, aber nicht mit mir. Irgendwas Kaltes an meiner Scham. Irgendwas pikst. Warum fühle ich das überhaupt? Wehen. Atmen. Die Saugglocke. Ich soll pressen.

Ärztin eins legt ihren Arm um mich, doch nicht, um mich zu stützen. Ihr anderer Arm schnellt auf meinen Bauch, ihre Unterarmknochen bearbeiten drückend und schiebend meine Haut, gefühlt in dem Versuch, meine Organe neu zu ordnen. Es reicht nicht. Wieder Gebrüll. Pressen, Atmen, Schieben, Drücken, Schmerz.

Ein Schrei.

Mein kleiner, gesunder Junge wurde geboren.

Nach 21 Stunden Wehen.

„Nun freuen Sie sich doch mal, wir haben es geschafft.“

Ja, WIR hatten es geschafft. Nicht ich. Nicht mein Körper.

ICH war schwach. ICH habe versagt. ICH konnte für mein Kind nicht stark sein. ICH wusste nicht, was mit mir gemacht wird. Welche Schritte wann und warum nötig waren. Was ICH vielleicht doch hätte tun können.

Mein Kind wurde untersucht, vermessen, gesäubert und in ein kleines Rollbettchen gelegt.

Ein nasser Waschlappen klatschte mir zwischen die Beine.

„Nun machen Sie sich mal schnell sauber, dann können Sie rüber auf die Station. Schade, dass das nötig war mit der Glocke zum Schluss jetzt. Aber Sie haben ja nicht geschrien, so wie die anderen Mütter, dann wissen wir ja auch nicht, ob sie wirklich Schmerzen haben. Manchmal muss man sich eben auch mal zusammenreißen! Bestimmt wäre es auch noch so gegangen eine Weile. Aber gut, ist jetzt durch. Und er ja zum Glück ganz fit. Alles Gute dann.“

Ich brauchte mehrere Monate therapeutische Begleitung, um die Schuldgefühle, die in Zusammenhang mit der Geburt standen, aufzuarbeiten.

Durch das Kristellern erlitt mein Kind eine Stauchung der Brustwirbelsäule und eine Zerrung des Zwerchfells. Letzteres wurde mit Geduld und Magnesium behandelt, ersteres durch Osteopathie und Physiotherapie.

Die Schuldgefühle, diese Folgen durch mein Unvermögen verursacht und meinem Kind geschadet zu haben, blieben bis heute.

Am 25.11. jeden Jahres ist der „Roses Revolution Day“ – eine Aktion gegen Gewalt in der Geburtshilfe.

Jedes Jahr an diesem Datum lege ich vor diesem Kreissaal eine rosafarbene Rose nieder. Irgendwann vielleicht auch mal mit Zeilen wie diesen. Weil Gewalt in der Geburtshilfe keinen Platz haben darf.  

Zwiegespräch mit einem Kind über den Tod

Der Spielplatz ist gut besucht, als ich mit meinem Kleinen dort eintreffe. Gerade spielen wir an einem Spielgerät, da kommt ein kleiner Junge auf uns zu, ungefähr 7 Jahre alt.

Ich stelle ihm meinen Kleinen vor, da entsteht auf einmal ein wunderschönes Gespräch, wie ich es zumindest deklarieren würde.

Doch lest selbst und bildet Euch eine eigene Meinung.

Eure Julia

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Der Junge: „Hast du noch andere Kinder?“

Ich: „Ich habe noch ein Mädchen im Himmel.“

Der Junge: „Ist das schon gestorben?“

Ich: „Ja, mein Mädchen ist leider schon gestorben. Sie wurde krank geboren.“

Der Junge: „Das Kind von Petra ist auch im Bauch gestorben.“

Seine Mutter kommt hinzu, wir begrüßen uns und kennen uns ein wenig. Sie hat die Aussage ihres Sohnes gehört und weiß um mein Sternenkind.

Die Mutter: „Ja, da war Petra sehr traurig.“

Ich: „Manchmal sterben Kinder schon im Bauch, das kann passieren. Es wäre bestimmt gerne auf die Welt gekommen und hätte diese kennengelernt. Doch leider geschieht so etwas. Manchmal sterben Babys, manchmal alte Menschen.“

Die Mutter stimmt mir zu, der Junge blickt nachdenklich zu mir.

Der Junge: „Ist dein Mädchen jetzt ein Stern?“

Ich: „Ja, das ist sie. Vielleicht sind die vielen Sterne am Himmel alles Kinder, die schon gegangen sind.“

Der Junge: „Die schauen uns jetzt beim Spielen zu. Schade, dass sie nicht mitspielen können. „

Ich: „Weißt du, ich glaube, im Himmel spielen alle Kinder, die gestorben sind, miteinander. Wir sehen sie zwar nicht mehr, aber sie haben dort wo sie jetzt sind ganz bestimmt viel Spaß zusammen.“

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Symbolbild

Gastartikel: Die Zeit nach meinem Escort-Besuch

Der Gastautor, der anonym bleiben möchte und uns an seinem ersten Mal mit 18 Jahren mit einer Escort-Dame teilhaben ließ, verfasste einen Brief für alle Leser.

In diesem Brief möchte er uns schildern, wie es in seinem Leben nach dem intensiven Erlebnis seiner Entjungferung weiterging.

Vielen lieben Dank dem Gastautor für seinen Brief und seine Zeit.

Bitte nur Erwachsene lesen, danke.

Liebe Grüße, Julia

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FSK 18

Der Brief des Gastautors:

Ohje, ich hab jetzt nicht mit so Reaktionen gerechnet im positiven Sinne. Danke sehr!


Kurzum, die Vorteile meiner Entjungferung mit einer Escort-Dame waren offensichtlich. Weiter ging es eigentlich ganz ehrlich gesagt nur mit einer kurzen Zeit und einer längeren Beziehung, wo der Sex einfach Katastrophe war, weil was soll ich sagen? In meinem Alter sind die meisten entweder total geil oder was ich eigentlich gar nicht gesucht habe. Das, was ich gesucht habe, hat darin geendet, dass sich die Mädchen erst selbst finden mussten. Charakter aus Gold, aber dadurch das sie einfach verklemmt waren und nicht ansatzweise wussten, was sie wollten und nicht zu ihrem Körper standen, endete es in „guten“ Freundschaften.

Ich bin auch nicht krampfhaft auf der Suche, weshalb da nicht so viel bei raus kam. Was auch besser ist, weil entweder ergänzt es sich und passt oder eben nicht. Aber ja, sexuell ist es in meinem Alter schwer, weil umgekehrt bringt es mir auch nichts, wenn ich das Mädchen liebe, man sich Zukunft vorstellt, und sie wollen nur Sex oder Materielles.

Im Bereich Pay Sex hab ich es ein paar Mal danach wieder probiert, aber das ist halt wirklich nur für den schnellen Druckabbau. Klar, bei meinem Escortgirl und mir war es auch Geld gegen Sex, aber ehrlich? Kann man halt nicht miteinander vergleichen.

Wenn ich mit Kollegen im Laufhaus, Bordell, etc. war ist es einfach komisch, weil alles nach dem Eieruhr-Prinzip funktioniert. Für die einen ist es was, für die anderen eben nicht. Aber im Endeffekt ist es auch nicht schlimm, weil hey, ich bin zwar irgendwo ein Mann mit Trieb, aber nicht um jeden Preis muss ich mir sowas geben. Und der Scheiß war einfach oder ist bis heute, dass ich bedingt durch den Tod meiner Mutter schwer klar komme mit allem.

Sie ist jetzt seit fast 4 Jahren tot, und trotzdem vergeht kein Tag, wo ich nicht auf dem Friedhof bin und an sie denke. Gehört jetzt auch nicht hier her, aber das Gesamte macht es eben schwer. Auch durch Selbstständigkeit usw. habe ich gar nicht die Zeit und Lust, so auf die Suche zu gehen. Wie gesagt, wenn der Druck zu groß wird, geht’s halt schnell wohin, aber genauso schnell hat man die Begegnung wieder vergessen.


Und das können Sie mir jetzt glauben oder nicht, aber es ist gut so wie es ist, weil meistens scheitert es bei Menschen daran, dass sie Dinge erzwingen wollen, egal ob die große Liebe, Wohlstand oder sonst etwas. Sobald man etwas erzwingt, wird des nichts.

Und zuletzt hab ich die Arschkarte gezogen, dass bei mir das Beste zuerst kam und nicht zum Schluss, wie man sagt. Dachte damals auch, wenn es gut läuft, bin ich nach dem Treffen mit der Escort-Dame einfach keine Jungfrau mehr und alles ist gut. Mann ich konnte damals doch nicht wissen, dass mit ihr gleich das Beste kommt.

Klar wird noch viel passieren, aber sie hat halt die Messlatte zu hoch gelegt, und ich meine es in jeder Hinsicht.

Ob vom Wesen, Charakter oder Sex, wenn ich es vergleiche und das sollte ich nicht, wird es glaube ich schwer, so jemanden zu finden. War einfach alles zu schön, und ich weiß nicht, ob es am naiven Alter lag oder weil es das erste Mal war. Ich weiß nur, dass es super war. Und bevor ich hier einen Liebesbrief schreibe, muss ich mich selbst bremsen. Habe ja schon gesagt, sie hat alles richtig gemacht. Und ob wir uns je wieder sehen, überlasse ich ihr natürlich. Klar gäbe es nichts Schöneres, wie wenn wir einfach zusammen Sex hätten und sie mir Sachen zeigt, wo sie in meinem Alter dafür einfach nicht offen sind, aber es muss eben nichts sein.


Ich sag immer, Gott gibt und Gott nimmt, und alles was ich bekomme, nehme ich dankend an und hinterfrage nicht, was er für mich auf meinem Weg bereit hält.

Es gibt auch Menschen, die nicht allein sein können und immer einen Partner brauchen, aber ich habe meine Familie und ein paar sehr gute Freunde. Ich mag es nicht nicht zu wissen, woran man bei Menschen ist. Heutzutage ist es alles schwierig geworden, egal ob mit der Ehrlichkeit oder sonst was.

Katastrophe mit mir, Sie merken es ja selbst.

Auf jeden Fall schön, dass es so eine Resonanz auf den Beitrag gab!

Mein Essay: Ethik von Mensch zu Mensch

Mein neuer Artikel ist verfasst – diesmal ein ganz anderer, als ihr es bisher vermutlich von mir gewohnt seid. Doch ich habe viele Facetten und diese Form der Erörterungen sind ebenso ein Teil von mir als Mensch und Autorin.

In dieser wissenschaftlich angelehnten Ausarbeitung geht es inhaltlich um die Ethik des Helfens, erörtert an aktuellen und zeitlosen Beispielen aus der sozialen Arbeit.

Nun wünsche ich viel Spaß beim Lesen.

Bleibt mir gerne treu!

Liebe Grüße!

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Einleitung:

In diesem vorliegenden Artikel soll es um die Erörterung der Thematik „Die soziale Arbeit und deren ethische Hintergründe“ gehen. Was ist Ethik und was beinhaltet diese?

 „Philosophische Disziplin oder einzelne Lehre, die das sittliche Verhalten des Menschen zum Gegenstand hat; Sittenlehre, Moralphilosophie“ „Gesamtheit sittlicher Normen und Maximen, die einer (verantwortungsbewussten) Einstellung zugrunde liegen“

(Duden/Herkunftsdefinition/©Bibliographisches Institut GmbH, 2020)

Die soziale Arbeit zeigt sich in einem vielfältigen und von helfenden Situationen geprägten Kontext, auf welchen dieser Artikel einen umfangreichen Blick richten möchte. Nicht alle, doch einige hoch aktuelle als auch zeitlose Situationen und Fragestellungen aus der sozialen Arbeit möchte diese Ausarbeitung zum Anlass nehmen, um verschiedene Sichtweisen zu erörtern und zur individuellen Innenschau einzuladen.

Thema:

„Die soziale Arbeit und deren ethische Hintergründe“

Es kann ein verstörender und aufrüttelnder Anblick inmitten eines wohlstrukturierten und wohltemperierten Alltags sein: Der sichtlich angetrunkene, in schmuddeliger Erscheinung wirkende Mann, in gebeugter Haltung und mit sich Selbstgespräche führend, stehend am Eingang eines Lebensmittelgeschäfts, den vorbeigehenden Passanten zur Schau gestellt. Was löst eine solche Situation innerhalb des sozialen Gefüges im Betrachter aus? Welche moralischen Vorstellungen und Erwartungshaltungen impliziert dieser bewegende Moment bei allen Beteiligten? Eine spontane Ablehnung könnte spürbar werden, auch eine Diffamierung des Bedürftigen könnte geschehen. Wieder andere Betroffene verspüren das innere Bedürfnis, helfen zu wollen, scheinbar sozial verantwortungsvoll zu interagieren. Schon der Psychoanalytiker Sigmund Freud erkannte den Zusammenhang von Situationen und dem Auslösen von unbewussten innerlichen Prozessen, der Determiniertheit aller sozialen Prozesse, welche der Motivator der Handlungen darstellt.

Der Einkaufsladen ist erreicht, der vermeintlich Bedürftige hinter sich gelassen. An der Obsttheke fällt der Blick auf eine Person, die keine Mund-Nasen-Bedeckung trägt. Inmitten der gegenwärtigen Corona-Pandemie ein seltener und zugleich unzulässiger Anblick. Darf dies sein? Um den Menschen bildet sich auf einmal eine hitzige Traube, er wird zur Zielscheibe der Diskriminierung anderer. Ihm werden Attribute zugeteilt und Absichten unterstellt. Kaum zu Wort kommend, artikuliert und gestikuliert er händeringend um Absolution seines Nicht-Tragens eines Mundschutzes. Es geht um die Frage dieser Tage: Wann enden die Freiheit und das Recht auf Selbstbestimmung zum Wohle der Allgemeinheit und der Unversehrtheit jedes Einzelnen? Wo sich moralische Werte und gesellschaftliche Normen scheiden, erließ die Politik Gesetze und Verordnungen, welche ein soziales Miteinander in der Krise regeln und strukturieren sollen. Der Schutz und die Gesundheit deklarieren das Doktrin, welches zum Gradmesser einer jeden sozialen Interaktion wird und persönliche Lebenseinstellungen und Existenzen überschattet.

Zwei Herren in Uniform betreten das Szenario, der Marktleiter hat die Polizei hinzugerufen. Was ist, wenn eine Situation innerhalb der sozialen Interaktion schwerwiegend außer Kontrolle gerät? Wer vermag eine toxische Anreihung von Ereignissen im Sinne aller Beteiligten immer richtig zu deuten? Der Polizei obliegt als finales Mittel der Deeskalation der „finale Rettungsschuss“:

„Ein Schuss, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit tödlich wirken wird, ist nur zulässig, wenn er das einzige Mittel zur Abwehr einer unmittelbar bevorstehenden Lebensgefahr oder der unmittelbar bevorstehenden Gefahr einer schwerwiegenden Verletzung der körperlichen Unversehrtheit ist.“

(Art. 66 Abs. 2 Satz 2 Bay PAG)

Dem klügsten Menschen vermag es wohl nicht immer gelingen, binnen Sekunden das Todesurteil über einen anderen Menschen gewissenhaft auszusprechen, zu richten über Leben und Tod, einen hochgeschaukelten Moment dementsprechend auszuwerten. Die Alternative wäre eine Eskalation ohne das Einwirken ein jeder solcher Menschen. Den größten Respekt den Involvierten, die bereit sind, diese Bürde der Verantwortung zu schultern, die oft ein Leben lang die Konsequenzen eines „finalen Rettungsschusses“ verarbeiten.

Der Einkauf wird fortgesetzt, von der Obst- und Gemüseabteilung in Richtung Kühlregal. Eine verschleierte Frau passiert den Weg, freundlich blitzen ihre warmen, dunklen Augen unter den Stoffen hervor. Die Frage, die aktueller ist denn je, steht im Raum: Was geschieht mit Menschen mit Migrationshintergrund, gegen die aufenthaltsbeendende Urteile rechtsstaatlich ausgesprochen wurden? Eine Option stellt der faktische Schutz des Kirchenasyls dar. Dabei wird unterschieden zwischen einem offenen, stillen oder verdeckten Asyl. Die rechtswissenschaftlich umstrittenste Maßnahme bildet das verdeckte Asyl, bei dem keine Behörde hinzugezogen wird. Menschen, die ein anderes Land aufsuchen, in dieses flüchten, ihre Heimat und Wurzeln hinter sich lassen, haben oftmals schwerwiegende Gründe dafür und werden häufig durch drastische, unzumutbare Umstände dazu gezwungen. Die schlimmsten Traumata flankieren zu häufig ihren Lebensweg. Die Kirche sieht sich in sozialer Verantwortung gegenüber diesen Menschen, lebt und gibt Nächstenliebe und gewährt den Schutzsuchenden Unterschlupf, wie es die theologischen Lehren preisen. Ist dies richtig oder impliziert dies nicht ein Veto in Bezug auf das Vertrauen haben in die Urteilskraft des Staates?

Zwei Meter weiter am Kühlregal, Richtung den Joghurts. Lieber den Erdbeer- oder lieber den Vanillejoghurt? Da dringen Gesprächsphrasen an die Ohren und lassen einen zum unfreiwilligen Lauscher werden: Eine junge Frau mit Kleinkind klagt einer älteren Frau ihr Leid, keine Wohnung finden zu können. Gerade sei sie ihrem schlagenden, alkoholkranken Partner entkommen, geflüchtet in eine Mutter/Vater-Kind Einrichtung, und nun widerfahren ihr Vorurteile en masse. Dies sei für sie schlimm, jede ablehnende Reaktion von Seiten der Vermieter, ohne sie und ihre persönlichen Umstände näher zu kennen, wie eine weitere Ohrfeige. Sie fühle sich, als würde sie ein Stigma tragen, wohnungssuchend aus einer sozialen Notunterkunft kommend.

„Aufenthalte im Frauenhaus werden häufig über Leistungsansprüche aus dem Sozialgesetzbuch finanziert. Weil EU-Bürger_innen in vielen Fällen nicht leistungsberechtigt sind, müssten sie Unterkunft und Beratung selbst finanzieren – und kommen deshalb oft gar nicht in den Schutzunterkünften an.“

(Aktuelles, Bewohnerinnenstatistik, Pressemeldungen, 2019, ©Frauenhauskoordinierung)

Ist es vertretbar, einer leitgeprüften Person weiteres Leid in Form von Diskriminierung bei der Wohnungssuche zu vermitteln? Steht ein Urteil zu, ohne in den direkten Dialog gegangen zu sein, geleitet von gesellschaftlichen Konventionen? Oder wird zu viel Aufhebens um eine vermeintliche Selbstverständlichkeit gemacht, künftige Mieter auf Herz und Nieren zu prüfen?

Da rennen auf einmal zwei Jungs den Einkaufsflur entlang und eine Frau mittleren Alters hinterhereilend, bemüht die Buben zu bändigen. Wie es wohl ist, wenn die Kinder viel Unruhe in sich verspüren und Mühe haben, dem Lernstoff und Schulalltag konzentriert und geflissentlich zu folgen? Die Schulsozialarbeit kann hier Antworten und Hilfestellung geben. Sie meint professionelle, sozial-orientierte Arbeit für und mit den Lernenden und Arbeitenden einer Schule. Laut den „Leitlinien für Schulsozialarbeit“ des Kooperationsverbunds Schulsozialverband beruht die Schulsozialarbeit immer auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Sie kann und sollte nicht erzwungen oder gar machtvoll missbraucht werden. Ein Hilfsangebot in dieser Hinsicht kann für alle Beteiligten eine wunderschöne und produktive Bereicherung darstellen. Und sie vermag ebenso unter Druck zu setzen, Hilfsangebote annehmen zu müssen, um nicht sozial benachteiligt zu werden. Wie steht es hier um die Menschen mit Migrationshintergrund: Wird die Schulsozialarbeit auferlegt als Voraussetzung einer guten und gewollten Integration? Haben diese Menschen eine Wahl, die Hilfe anzunehmen oder auszuschlagen?

Nun noch schnell zu den Zeitschriften, um sich über das aktuelle Zeitgeschehen zu informieren. Ist es ethisch vertretbar, unser Land am Hindukusch zu verteidigen? Die Frage kommt auf, nachdem die Entscheidung darüber im Raum steht, mit bewaffneten Drohnen die Bundeswehr vor Ort aufzurüsten. Die Befürworter argumentieren, die Drohnen dienen ausschließlich zum Schutz der Soldaten und Soldatinnen vor Ort. Ob diese Maßnahme sinnhaft und dem Völkerrecht entsprechend ist und zugleich der ethischen Überprüfung standhält, wird durch dieses Argument gleich ausgeklammert. Und so bleibt die Fragestellung erhalten: Schützt das Einsetzen bewaffneter Drohnen Leben oder nimmt es Leben?

Schnell zur nächsten Zeitung greifen, doch auch da ziert ein gehaltvolles Thema das Titelblatt: „Wie steht es um die Menschenrechte für Flüchtlinge in Gewährswohnungen, für Menschen ohne Aufenthaltstitel?“ In Deutschland ist es anerkannten Asylbewerbern erlaubt, für sich Wohnraum anzumieten. Nicht anerkannte Asylbewerber haben keine Wahl, sie kommen in Gewährswohnungen unter. Dadurch findet in gewisser Weise eine Klassifizierung der Asylsuchenden statt; die eine Gruppe erfährt das Recht auf Selbstbestimmtheit und Autonomie, die andere Gruppe kann nicht frei wählen, eine Unterkunft wird bereitgestellt. Hauptsache Unterkunft, könnte man meinen. Doch ist es wirklich so einfach, wie es dem Anschein nach aussieht? Greift diese Regelung nicht in die Würde eines jeden ein, der ein Land aufsuchte, welches das Recht auf Würde im Grundgesetz verankert hat? Aus einem anderen Blickwinkel heraus betrachtet könnte diese Einteilung auch als ein Medium der Strukturierung gesehen werden. Die Abläufe haben in sich eine gewisse Ordnung, es sollen nicht einfach Menschen abtauchen und unter dem Radar verschwinden.

Aufgewühlt und etwas dumpf wird sich in die Schlange im Kassenbereich angestellt. All diese Gedankengänge, all diese sozialen und menschlichen Gefüge und Situationen. Eine undefinierbare Stimmung steigt auf. Wie steht es um unsere Selbstbestimmung? Hat nicht ein jeder Mensch das Recht, nach seiner Fasson, seinem Gutdünken im legalen Rahmen zu leben und sich nach persönlichen Vorlieben und Vorstellungen zu entfalten? Solange sich an Gesetze gehalten wird, sollte der Staat nicht äußerst vorsichtig mit einem Zugriff auf Leben agieren? Und gilt dies nicht auch für andere Personen, die meinen zu wissen, wie ein Leben gelebt werden soll? Es ist Teil des Verständnisses der Selbstbestimmung, frei wählen zu dürfen, wen ich von außen in mein Leben eintreten lasse, wer bleiben darf und wer wieder gehen soll, wer Macht über meine Entscheidungsfreiheit erlangt oder wer diesen Einfluss auf mich niemals haben wird. Im Sinne der Menschenrechte ist das Selbstbestimmungsrecht ein wesentlicher Eckpfeiler unserer Autonomie. Wann ist eine Einmischung von außen legitim? Wann endet der freie Wille zugunsten dem Wohle der Gemeinschaft?

Wie sieht es erst damit aus, wenn Menschen mit Abhängigkeiten und psychischen Störungen Machtausübung in einem Zwangskontext erleben müssen? Der abgeschlossene kleine Mikrokosmos einer Klinikwelt lässt nicht immer einen Blick von außen nach innen und von innen nach außen zu. Das Vertrauen zwischen Patienten und behandelndem Arzt sollte dabei unabdingbar gegeben sein, um Fehlentwicklungen von beiden Seiten zu vermeiden. Gegenüber Menschen mit psychischen Auffälligkeiten und Beeinträchtigungen kann mitunter sehr leicht, oftmals auch im besten Gewissen und Wissen, Macht und Zwang ausgeübt werden. Sie sind das schwächste Glied in einer Reihe und nicht immer Herr ihrer Sinne aufgrund verschiedener Psychopharmaka. In einem solch intensiven Gefüge hat das verantwortungsvolle Handeln eines jeden oberste Priorität. Ein Mangel an Personal kann sich nachteilig auf die Verpflegung und das Therapieren dieser Menschen auswirken.

Schluss:

Der Einkaufsladen wird verlassen, zurück im Auto drehen sich die Gedanken im Kreis. Die Frage kommt in den Sinn: „Wann ist Hilfe helfend und wann nicht?“ Hilfe geben zu wollen, als Geschenk und Frage darbietend. Dem Betrachter zeigt sich oftmals eine Momentaufnahme, die zu schnellen Entscheidungen zwingt. Hilfe geben zu wollen kann egoistische und profilierende Motivationsgründe haben. Hilfe zu geben kann von eigenen Problemen ablenken und ein Gefühl der inneren Zufriedenheit schenken. Hilfe zu geben kann auch völlig unbedarft und selbstlos geschehen. Es sollte immer in Erwägung gezogen werden, die Hilfestellung wie eine Einladung zu offerieren, welche angenommen oder abgelehnt werden kann. Nur selbstbestimmt kann Hilfe angenommen werden und sich das Machtgefüge zwischen Helfer und Geholfenem nicht verschieben. Hilfe kann als Himmel empfunden werden. Hilfe kann als Hölle empfunden werden. Dazwischen, gibt es da etwas?

Literaturverzeichnis:

● Duden/Herkunftsdefinition/©Bibliographisches Institut GmbH, 2020

            ● Universität Heidelberg/Bereich allgemeine und theoretische Psychologie

  „Freuds Psychoanalyse – Eine Einführung“, Stuttgart: Kohlhammer,

   Köhler, T., 1995

● „Der finale Rettungsschuss – Polizeirechtliche Vorschriften und deren     

  Verfassungsmäßigkeit“, Manuel Holder, 14.12.2006

● Polizeiaufgabengesetz Bayern/PAG

● Ausarbeitung/wissenschaftliche Dienste/©2018 Deutscher Bundestag

● Neundorf, „Kirchenasyl – Verfassungsrechtliche Aspekte und

  ausgewählte administrative Handlungsmöglichkeiten“, ZAR 2011, 259 f.

● Verein Frauenkoordinierung/Bewohnerinnenstatistik 2019

            ● Kooperationsverbund Schulsozialarbeit, Januar 2015

● Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für internationale   

   Politik und Sicherheit, „Zur Ethik militärischer Gewalt“, Berlin,

   Peter Rudolf, März 2014, S. 6

● Politik/Wolfgang Lieb/17.12.2020

            ● Universität Oldenburg, Lexikon, 21.08.2020

● „Psychisch kranke Straftäter: Epidemiologie und aktuelle Praxis“,

  Springer, Norbert Leygraf

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BDSM-Poesie: Liebesbrief einer Sub

FSK 18

Und so schrieb eine glückliche Sub ihrem geliebten Herrn:

„Oh ja – Mein Geist pulsiert, sie erregen mich wahnsinnig.
Meine Mitte pocht stumm und leicht schmerzend für Ihren Herrn…
Sie sehnt Euch Herr.
Eure Essenz ruft mich…
Eure Narben sehnen meine Küsse und zarten Berührung meiner Finger.
Ich begehre diese Eure Narben.
Sie zeigen mir, dass Ihr lebt und überwunden habt – Eure wahre Stärke…
Dann erst kommt die Peitsche.
Die nichts wäre, schlapp und kraftlos, ohne die Kraft Ihres Ausführenden und Herrn.
Mein Herr…
Wie schön Ihr seid.“

Narben, die vom Leben erzählen – meine Kaiserschnittnarbe

Vor der Zeit meiner Schwangerschaften machte ich mir nie wirklich darüber Gedanken – über die Körperregion zwischen Bauchnabel und Schambereich. Eher über die Stelle oberhalb meines Bauchnabels, da ich dort bereits eine Narbe trug. Als Kleinkind hatte ich ein Geldstück verschluckt, da ich dieses mit Schokoladen-Spielgeld verwechselte. Dem aufmerksamen Blick meiner Mutter entging dies zum Glück nicht, denn es geschah während dem Einkaufen. Als ich mich dann im Anschluss begann zu übergeben und damit nicht mehr aufhörte, brachten mich meine Eltern ins Krankenhaus. Nach der Diagnose wurde mir die Münze wieder entfernt, welche sich in einer inneren Gewebefalte verfangen hatte und somit vom Körper nicht ausgeschieden werden konnte. Deshalb der immer wiederkehrende Würgereiz, mit welchem sich mein Körper letztendlich befreien wollte.

Zu dieser Zeit wurden die Operationen an Kleinkindern noch nicht endoskopisch oder über den Weg durch die Speiseröhre durchgeführt, und die Ärzte wollten damals kein unnötiges Risiko eingehen, denn die Stelle, an welcher sich die Münze verzwackt hatte, war wohl scheinbar recht ungünstig für mich. So schnitten die Ärzte meinen Bauch auf und entfernten das verschluckte Geldstück. Erinnern kann ich mich nur noch daran, dass ich fürchterlich weinen musste, da meine Eltern nicht bleiben durften. Seinerzeit gab es keine Elternbetten auf Stationen, und die Eltern und Bezugspersonen der kleinen Patienten wurden nach Hause geschickt. Diese traumatische Trennung führte dazu, dass ich lange Zeit im Umgang mit Ärzten Probleme hatte, wirklich Vertrauen fassen zu können. Ein weißer Kittel löste lange Zeit unvermitteltes Unwohlsein in mir aus und das vollkommen unabhängig des Arztes, der diesen trug oder des medizinischen Vorgangs. Heutzutage agieren beispielsweise viele Ärzte in Untersuchungen mit Kindern ohne weißen Kittel, sondern in gewöhnlicher Kleidung, um den Kindern keine Ängste zu bereiten. Mittlerweile geht es bei mir mit meiner Phobie jedoch wieder und ich konnte mein Kindheitstrauma dahingehend aufarbeiten.Ein Teil dieser Aufarbeitung war das Friedenschließen mit der Narbe, die nach dieser Operation zurückblieb.

Narben sind Zeitzeugen und erinnern ein Leben lang an Ereignisse, Unfälle oder (überstandene) Krankheiten.

Mein Weg in dieser Hinsicht war dieser, mir ein Bauchnabelpiercing verpassen zu lassen, welches auf diese Körperstelle hinweist und zugleich diese hervorhebt und betont. Ich weiß noch, dass mich die freundliche Piercerin mehrmals fragte, ob ich mir über die Tatsache im Klaren sein würde, dass das Piercing den Blick auf diese Narbe lenkt.

So machte ich aus der Not eine Tugend und trug stolz meine Bauchnarbe zur Schau, funkelnd unterstützt durch einen schimmernden Stein im Nabelpiercing. Später gesellte sich noch ein zweites Bauchnabelpiercing hinzu, so dass ich ober- und unterhalb des Nabels Schmuck trug. Dann kamen meine Schwangerschaften und meine Fehlgeburt dazwischen, so dass es mir ein Bauchnabelpiercing einbüßte und sich eine Kaiserschnittnarbe hinzugesellte. Eigentlich wurde ein Kaiserschnitt zweimal bei mir vorgenommen, doch ich hatte großes Glück an eine sehr fähige Gynäkologin zu gelangen, welche den zweiten Schnitt exakt in der bereits vorhandenen Naht durchführte und sehr gekonnt diesen erneut vernähte. Im Nachhinein bin ich ihr für ihre Voraussicht sehr dankbar, dass sie nicht einen unabhängigen Schnitt setzte, sondern sich des ersten bediente, um ein kosmetisch gutes Ergebnis zu erzielen.

Solche Gedanken wurden mir jedoch erst im Nachhinein bewusst. Zur Zeit der Schwangerschaften war mir mein Aussehen im Grunde dahingehend völlig egal, als dass das Wohl des Kindes immer an erster Stelle stand. Ob ich dafür eine Narbe in Kauf nahm, war mir vollkommen und gänzlich unwichtig.

Nun befinde ich mich derzeit in der Zeit der körperlichen Regeneration, wie ich es ausdrücken würde. Mein Sohn ist mittlerweile abgestillt. Diesen Prozess der Ablösung von der Brust leitete er Stück für Stück selbst ein, als er zunehmend größer wurde. Über seine Bedürfnisse hinweg hätte ich niemals entschieden abzustillen, so lange es mir gesundheitlich möglich gewesen wäre. So war der Lauf der Dinge, und allmählich beruhigt sich mein Körper in Bezug auf seine hormonelle Lage wieder. Schwangerschafts- und Stillhormone sind sehr mächtig und führen allerlei physische und psychische Symptome mit sich. Einige davon sind schön, viele davon sind es leider allerdings weniger, zumindest rückblickend aus meiner Erfahrungswelt betrachtet.

Wenn sich nun alles wieder eingespielt, beruhigt und eingependelt hat, wird eines ein Leben lang bleiben: meine Kaiserschnittnarbe.

Noch als alte Frau werde ich vor einem Spiegel diese anblicken können und daran erinnert werden, dass ich einst Leben schenkte. Auch wenn ein Kaiserschnitt heutzutage oftmals schnell angeboten wird, um alle Risiken für Mutter und Kind auszuschließen und der Mutter Schmerzen zu ersparen, so ist er nicht zuletzt verantwortlich dafür, dass viele Kinder gesund zur Welt kommen dürfen. Noch vor fünfzig Jahren wären diese Kinder vermutlich während den Wehen verstorben oder unwiderruflich durch zum Beispiel Sauerstoffmangel während der Geburt geschädigt worden. Eine Querlage oder eine Nabelschnur, in welcher sich das Kind verfangen hat, können eine normale Geburt unmöglich machen und schlimme Konsequenzen nach sich ziehen.

Insofern ist der Kaiserschnitt aus der modernen pränatalen Medizin nicht mehr wegzudenken und überwiegend als Segen und Lebensretter für Mutter und Kind zu betrachten. Was bleibt ist eine Narbe. Manchmal zieht diese auch Unempfindlichkeiten und Taubheitsgefühle innerhalb der Körperregion nach sich, wie es bei mir danach auch einige Zeit der Fall war. Doch glücklicherweise vergingen diese dumpfen taktilen Unempfindlichkeiten wieder, und nun ist es von diesem Aspekt her wieder wie zuvor. Obwohl – nicht ganz.

Die Narbe teilt Weichgewebe an einer Stelle, an welcher nicht alle Frauen sehr schlank sind. Somit hebt sich das Unterhautfett ober- und unterhalb der Narbe hervor, was optisch etwas unschön wirken kann, zumindest durch meine Augen in Bezug auf meine Narbe betrachtet, nicht im Generellen gemeint. Doch es ist nun einmal so und es führt meiner Meinung nach wohl kein Weg daran vorbei, sich auch mit diesem Zeitzeugen zu akklimatisieren und Frieden zu schließen. Denn wäre diese Narbe nicht, hätte ich ganz bestimmt niemals meine Tochter lebend in meinen Armen halten können und vielleicht auch nicht meinen Sohn.

Bei meinem Sohn war die Geburt offen, doch da bereits ein krankes Kind da und er laut Ultraschall groß und bereits überfällig war, rieten die Ärzte zu einem Kaiserschnitt, um das Risiko für das Kind minimal zu halten. Einen Tag vor dem geplanten Kaiserschnitt setzten bei mir die Wehen ein, und mein Sohn erblickte während diesen per Kaiserschnitt das Licht der Welt.

Schon seit längerem fällt mir auf, dass ich auf den wenigsten Fashion- und Aktbildern Kaiserschnittnarben sehe. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich ein Modell in Unterwäsche, Bikini oder Akt sah, welches eine solche Narbe trug. Da dieser Eingriff jedoch sehr oft durchgeführt wird und ich mir nicht vorstellen kann, dass so viele Frauen keinen Kaiserschnitt hatten, liegt bei mir die Vermutung nahe, dass eine vielleicht vorhandene Narbe der Bildbearbeitung zum Opfer fiel und wegretouchiert wurde.

Wie erlebt Ihr das? Mögt Ihr mir Eure Meinung zu diesem Thema sagen?

Ich würde gerne vielen Frauen das Gefühl nehmen können, ihre Kaiserschnittnarbe verstecken oder als Makel betrachten zu müssen. Vielleicht auch – das wäre mein größter Wunsch – mit dieser ein Stück weit Frieden zu schließen, wie ich es gerade bei mir selbst tue. Von daher würde ich mich über eine rege Beteiligung und viele Rückmeldungen sehr freuen und hoffe damit viele Frauen erreichen und ansprechen zu können.

Wer möchte, schreibe mich bitte direkt auf meiner Webseite an. 

In meiner Rubrik „Gastbeiträge lieber Menschen“ würde ich gerne Eure Erfahrungen, Ansichten und Meinungen diesbezüglich veröffentlichen. Dies kann vollkommen anonym, teilanonym oder mit Klarnamen erfolgen, ganz wie Ihr es wünscht. Die möglichen Bilder Eurer Beiträge müssen dabei bitte von Euch persönlich stammen oder mit der Herkunft derer gekennzeichnet sein. Das Urheberrecht über Eure Texte bleibt dabei weiterhin Euch selbst behalten, auch nach einer Veröffentlichung auf meiner Webseite.

Nun würde ich mich über Euer Echo hinsichtlich meiner Gedanken und ins Leben gerufenen Aktion wahnsinnig freuen!

Denn ganz ehrlich:

Darf eine Kaiserschnittnarbe denn nicht gezeigt werden? Lebensretter sind doch keine Makel!

Eure Julia

Der Todestag meines Sternchens – ein schrecklich schöner Tag…

Und so schrieb ich einem guten Freund, der mich nach meinem Befinden fragte:

Wie schön und einfühlsam Deine Worte sind.
Es geht mir gut, sei unbesorgt. Ich vollbringe mein geliebtes Tagwerk und meine wundervolle Arbeit. Mein kleiner Schatz schenkt mir Tag für Tag sein Lachen.
Erinnerungen kommen hoch an einen geliebten Menschen, diese sind weder gut noch schlecht. Mir ist es möglich, diese herauslassen zu können durch mein Schreiben.
Dieses war mir von Anfang an ein gutes Ventil und es schafft meinem Sternchen ein bleibendes Denkmal ihres Seins auf Erden.
Neulich wurde ihr Grab bestellt.
Den Grabstein entwarf ich selbst.
Er wurde wunderschön und sehr individuell, wie ich finde. In diesem lebt sie weiter…
Ein würdiges Grab für ein würdiges Kind.

Ich möchte keinen meiner Freunde in dieser Zeit ihres Todestages zur Seite stellen… Nein.
Meine Freunde sind ein wichtiger Teil meines Lebens und darum bin ich froh und darüber freue ich mich.
Nein – Du musst nicht gehen. Bleibe bitte, Du störst nicht.

Wenn es einmal passt, werde ich mit Dir zum Grab meiner Tochter gehen, sie Dir vorstellen.
An ihrem Grab sollen die Menschen nicht weinen, das hätte sie nicht gewollt.
Es ist ein fröhlicher Grabstein – Ein lachender Engel sitzt darauf und lacht den Besucher freudig an.
Auf einem Füßchen des Engels sitzt ein Schmetterling. Diesen wählte ich für mein zweites Sternchen.
Ein Kind, mit dem ich nach ihr schwanger war, bevor mein Junge kam – Ich erlitt eine Fehlgeburt.
Damals war ich damit überfordert und ließ es in einem Massengrab bestatten, ein Fehler.
Deswegen nahm ich nun diesen Anlass wahr und setzte auch diesem Kind ein Denkmal – deswegen der kleine Schmetterling.
Neben dem Engel ist ein Herz aus Glas platziert…
Auf dem Grabstein eine Sonnenblume…
Denn sie strahlte immer und schenkte Wärme durch ihr Lachen…

So entwarf ich diesen Grabstein, der sie repräsentiert. Eine Steinmetzin und ein Glaskünstler setzten meine Ideen um.
Die Menschen sollen davor stehen und lachen, das hätte sie gewollt, darüber hätte sie sich gefreut.

Es ist eine leichte und friedvolle Grabstätte, wie sie zu Lebzeiten nun einmal war.
Und das andere Sternchen mit dabei…
Da ich das Geschlecht des Kindes nicht wusste, taufte ich es in Gedanken Joy – Freude.
So können die beiden gemeinsam im Himmel spielen, was ihnen zu Lebzeiten nicht möglich war.

Gerne finde ich mich in Deine Umarmung des Trostes ein.
Halte mich gerne ein Weilchen…

Danke, dass Du mir zur Seite stehst und da bist.
Bleibe, Du gehörst doch dazu – zu meinem Leben.

In liebevollem Gedenken…

Gastbeitrag: Ich lebe meinen Albtraum

Wie sieht es in der Gefühlswelt eines Mannes in Bezug auf Partner- und Vaterschaft aus? Was kann er empfinden, wenn es zu einer Trennung kommt? Was geschieht mit den gemeinsamen Kindern?

Einen berührenden und sicherlich für viele Menschen bereichernden Einblick in seine persönliche Lebenswelt und seine reflektierten Ansichten als Mann und Vater gewährt uns netterweise @DrHalbzeitvater (Account-Name auf Twitter). Ein in meinem Empfinden großartiger Mensch, der Herz, Verstand und Seele zeigt.

Vielen lieben Dank an @DrHalbzeitvater für das Teilhaben lassen an seinem Kosmos und das Schreiben dieser Zeilen.

Gastbeitrag:

Ich lebe meinen Albtraum

Von einem, der auszog, um Vater zu bleiben

Sehr, sehr lange habe ich weder heiraten noch ein Familie gründen wollen. Auf der einen Seite, weil ich mich nicht festlegen wollte. Auf der anderen Seite, weil ich eine sehr traditionelle Sicht auf eine Familiengründung hatte und habe: Wenn, dann ist das wirklich „für immer“. Wenn ich das mache, dann muss ich für meine Familie – die Kinder und die Ehefrau – da sein. Für immer. Das ist eine große Verantwortung und zudem war Beständigkeit noch nie so meins. Ich habe Jobs gewechselt, Städte und Frauen. Immer dieselbe? Immer für die anderen da sein, meine Freiheit einschränken? Nein!

Daher trennte ich mich von der Frau, mit der ich schon einige Jahre zusammengelebt hatte. Weil sie eine Familie gründen wollte und ich … nun ja – siehe oben. Neuer Job, neue Stadt, sie in der „alten“ Stadt zurückgelassen. Weil sie eine Familie gründen wollte und ich nicht.

Aber nach nicht einmal einem Jahr hatte ich es verstanden: Sie war es! Mir ihr wollte ich mich tatsächlich festlegen und beständig werden und Verantwortung übernehmen. Und dann natürlich auch her mit den Kindern, denn Kinder mochte (und mag) ich gern und ich konnte schon immer ganz gut mit Kindern umgehen. Also: Neuer Job, alte Stadt und los – die Frau zurückerobern. Ich hatte einen Traum! Eine Familie. Mit ihr. Und zwei süßen Kindern – am besten erst ein Mädchen, dann ein Junge!

Es zeigte sich allerdings: Eine Frau, die man einmal im Regen hat stehen lassen, wieder von sich zu überzeugen – das ist gar nicht mal so einfach. Aber letztlich hatte ich es geschafft. Und dann ging es recht schnell: Tolle Hochzeit, tolle Flitterwochen, kaum zuhause tolle Nachrichten: Sie ist schwanger! Dann kam der tolle Junge … und zwei Jahre später gesellte sich das tolle Mädchen dazu.

Ich lebte meinen Traum!

Nun kam bei meiner Frau der Wunsch auf, in ihre Heimatstadt zurückzuziehen zu ihrer Familie, zu ihren alten Freunden. Unterstützung und Heimat. Konnte ich gut verstehen. War zwar nicht optimal für mich, aber ich konnte es verstehen. Also: Neue alte Stadt, neuer Job… Ich lebte weiter meinen Traum.

Und dann kam der Schlag. Wie aus dem Nichts, dafür umso härter. Sie hatte sich – zumindest kurzzeitig – in einen anderen verliebt, jedenfalls aber irgendwie von mir entliebt. Ich habe alles versucht, was mir einfiel (inklusive einer Paartherapie) – keine Chance, sie wollte die Trennung.

Nun begann mein Albtraum.

Ihr erinnert Euch an die einleitenden Worte? Mein Zögern, nicht Festlegen, keine Verantwortung? Ich hatte das alles überwunden, um mich dann dem Traum der Familie zuzuwenden. Für immer. Der absolute Horror für mich? Dass diese Familie zerbricht. Nicht nur, dass mich die Frau, die ich liebte, nicht mehr wollte. Das war schlimm genug, das tat schon furchtbar weh. Dazu angeschlagenes Selbstbewusstsein, dies das. Nein – die Familie, der Traum… kaputt! Ich war völlig am Boden, ganz tief unten.

Mein Albtraum. Schlimmer, als ich es jemals hätte albträumen können. Nie hätte ich das erwartet, nie! Das Letzte, womit ich gerechnet hätte.

Dennoch galt es, wenigstens das Wichtigste zu retten und zu schützen: die Kinder. Wenigstens für die kann ich für immer da sein. Also bin ich ausgezogen. Obwohl ich das nicht wollte. Und welcher Vollidiot sucht sich schon eine Wohnung in Sichtweite (sic!) der Frau, die ihn gerade verlassen hat? Na, ich. Weil es dann für die Kinder ganz easy ist. Wer läuft jeden Morgen dort vorbei, holt die Kinder und bringt sie zum Kindergarten und zur Schule? Na, ich. Weil die Kinder mich dann jeden Tag sehen und ich für sie ganz normal bin, der Papa halt. Wer hat die Kinder jedes Wochenende bei sich? Na, ich. Weil sie das von Anfang an so wollten. Und ich auch.

Seither bin ich die halbe Zeit allein (und arbeite). Und den anderen Teil verbringe ich mit meinen Kindern, ohne die Frau und Mutter. Ich lebe meinen Albtraum.

Am Wochenende essen wir zusammen – Zuhause oder gern auch draußen. Wir lesen, spielen, basteln zusammen – Zuhause oder draußen. Wir treffen Freunde – die der Kinder und meine, häufig beides. Wir schlafen zusammen in einem Zimmer, seit Corona sogar in einem Bett, aber das ist ein anderes Thema. Wir gehen ins Kino, ins Museum, in den Zoo und erleben Abenteuer zusammen. Wir lachen (viel), weinen (wenig) und streiten uns.

Wir machen alles zusammen, aber ohne die Frau und Mutter.

Wir fahren zusammen in Urlaub und zur Oma. Der Große hat bei mir aufgehört, Windeln zu tragen. Die Kleine hat bei mir aufgehört, Schnuller zu benutzen. Beide haben bei mir Fahrradfahren gelernt. Die Kleine Inliner-Laufen. Wir machen Schulaufgaben. Wir machen alles zusammen, aber ohne die Frau und Mutter.

Am Montagmorgen bringe ich sie dann in Kindergarten und Schule. Danach gehen sie wieder zu Mama. Aber ich bin bald wieder da – am Dienstagmorgen, am Mittwochmorgen… Ich denke, das System ist klar.

Vor etwa zweieinhalb Jahren bin ich ausgezogen. Ich lebe meinen Albtraum.

Aber mittlerweile beginnt es mir zu gefallen. Der Wechsel aus Zeit für mich (okay – das ist wenig, da ich viel arbeite) und Zeit mit den Kindern gefällt mir. Die Tatsache, dass ich mich mit der Ex-Frau zwar (natürlich!) hinsichtlich der Kinder abstimme, aber mein eigenes Leben so leben kann, wie ich will, gefällt mir. Meine neue Wohnung gefällt mir. Dass ich jetzt seit zweieinhalb Jahren ohne eine Frau an meiner Seite bin – tant pis! Ich habe sowieso keine Zeit dazu. Mir fehlt nichts. Vielleicht ändert sich das mal, aber im Moment ist es okay so.

Ich lebe meinen Albtraum. Aber er beginnt mir zu gefallen.

(Autor: @DrHalbzeitvater)

Symbolbild

Tierrettung in letzter Minute

Der junge Mann war vielleicht 19 oder 20 Jahre alt. Behände tänzelte er am Ufer auf und ab, dann glitt er geschwind in das Wasser, um dem starken Zug an seiner Angelrute zu folgen.

Aufmerksam betrachtete ich vom Wasser aus das Geschehen. Es war ein heißer Sommertag und ich frönte meiner Passion für das Schwimmen. Den Großteil meiner Runde hatte ich schon zurückgelegt, da fiel mir der Angler auf. Eine ganze Menge an Repertoire befand sich um eine Bank drapiert um seinen Platz herum; er schien zu wissen, was er da machte. Bisher hatte ich mich noch nicht wirklich mit dem Angelsport auseinandergesetzt, denn im Grunde mieden sich Angler und Schwimmer gegenseitig.

Als Schwimmer musste ich stets auf die ausgelegten und treibenden Köder im Wasser achten, die nahezu unsichtbar verborgen waren und welche bei Kontakt zu empfindlichen Verletzungen führen konnten. Insofern hielt ich immer gebührend Abstand zu Anglern, wenn diese zeitgleich am Baggersee zugegen waren.

Ein ziemlich großer Fisch musste da in das Netz gegangen sein. Das Tier schien zu kämpfen, denn die Leine spannte sich stark und kleine Wasserwellen schwappten zu mir herüber. Mitleid mit diesem stieg unvermittelt in mir auf, hatte es doch keine Chance mehr, seinem traurigen Schicksal zu entkommen.

Vorsichtig näherte sich der junge Mann dem sich windenden Treiben vor ihm. Langsam hob er den mitgeführten Käscher in das Wasser und bewegte sich mit seinem Fang in überlegten Bewegungen Richtung Uferböschung zurück. Gerade wollte ich umdrehen und mich vom Geschehen abwenden, da geschah etwas, das ich so nicht für möglich gehalten hätte.

Mit bedachten Handlungen entfernte der Angler den Widerhaken aus dem Maul des stattlichen, orange-bräunlich schimmernden Fisches, trug diesen auf den Armen und immer mit Wasser benetzt zur Seemitte zurück und setzte diesen wieder in die Freiheit. Beinahe meinte ich das erleichterte Aufstöhnen des Tieres zu vernehmen, noch einmal dem sicheren Tod entronnen zu sein.

Diese Vorgehensweise überraschte mich gänzlich, hätte ich doch erwartet, der junge Mann postete seinen Angelerfolg in den sozialen Netzwerken, nachdem er sich ausgiebig über das Jagdergebnis gefreut hätte. Doch nichts von alledem passierte, der stolze Fisch war wieder seiner natürlichen Umgebung zugeführt worden.

Mich plagte die Neugier und wie ich einmal so bin, dachte ich nicht lange darüber nach, sondern machte mich auf den Weg hin zum Angler. Dieser war gerade damit beschäftigt, Utensilien zu verstauen und sich vermutlich neu aufzustellen. In den Augenwinkeln musste der Mann mich scheinbar bemerkt haben, denn er wirkte auf einmal ein wenig nervös und fahrig.

Als ich das Ufer erreicht hatte, hielt ich inne und wartete geduldig, bis er sich zu mir umdrehte, denn ich wollte ihn weder erschrecken noch in seiner Tätigkeit stören.

Nachdem wir uns dann begrüßt hatten, fragte ich ihn direkt, warum er so wie eben agiert hatte. Er gab mir bereitwillig Auskunft und erklärte mir, dass es Vorschrift war, nur Tiere behalten zu dürfen, die ein gewisses Körpermaß nicht überschritten. Das gerade war ein Muttertier, dieses durfte auf keinen Fall mitgenommen werden und musste immer wieder ausgesetzt werden. Somit waren die Angler verpflichtet, bei einem vermuteten großen Fang an der Rute umsichtig vorzugehen, um das Tier nicht unnötig in Gefahr zu bringen. Diese Achtung vor der Natur und den Lebewesen an sich sei ihnen wichtig und essentiell für die Sichtweise eines Menschen, der Angelsport betrieb.

Diese Informationen waren vollkommen neu für mich. Vielleicht fehlte mir dieser Bereich der Allgemeinbildung schlichtweg, doch ich fand es gut, dass sich wenn geangelt wurde nicht einfach rücksichtslos und ohne Sinn und Verstand an der Natur bedient wurde.

„Tragen die Fische keine Wunden im Maul davon?“, hakte ich noch beim Angler nach.

„Diese haben eine Art Hornhaut im Maulareal. Wenn ich als Angler vorsichtig den Widerhaken entferne und ruhig mit dem Tier umgehe, dürfte es ohne Wunden vonstatten gehen.“

Ich bedankte mich bei ihm für seine gegebenen Informationen und den kleinen Einblick, den er mir in den Angelsport schenkte. Manchmal ist es sinnvoll, mit den Menschen das Gespräch zu suchen und nachzufragen, waren meine Gedanken, als ich mich wieder schwimmend entfernte. Wie sich mir die Situation rein als Betrachter dargestellt hatte, hätte ich diese nämlich völlig anders eingeschätzt.

Meine Vermarktung

Es ist schon sonderbar…

Da schreibst du völlig unbedarft einige Zeilen. Aus den Zeilen werden Geschichten und so reiht sich auf einmal nach und nach eine weitere Geschichte an. Auf einmal haltest du eine Sammlung deiner persönlichsten Gedanken in deinen Händen, ohne je bewusst beabsichtigt zu haben, diese zu haben.

Genau so entstanden meine ersten Werke. Ich hatte nie bewusst diesen Entschluss gefasst, es ergab sich sozusagen aus dem Moment heraus.

Schon immer habe ich gerne geschrieben, die Wörter und die Sprache waren für mich seit jeher ein Ausdrucksmittel, Gefühle und Erlebtes zu verarbeiten und mit anderen zu teilen. Meinen Physiklehrer konnte ich zum Verzweifeln bringen, meinen Deutschlehrer hingegen verstand ich auf Anhieb.

Als meine Kleine verstarb, hatte ich auf einmal wieder mehr Zeit für mich. Etwas, das ich über eine lange Zeit durch die Vollzeitpflege, die ich gerne machte, kaum hatte. Ich spürte mich wieder viel bewusster. Nicht nur die Mutter in mir, sondern auch die Frau. Und ich spürte, dass ich einen Weg für mich finden musste, um all die schweren Emotionen zu verarbeiten: Trauer, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht. An die Verarbeitung derer schlossen sich die angenehmen Gefühle an: Freude, Seligkeit, Begeisterungsfähigkeit, Hoffnung. Bei diesem persönlichen Prozess der Aufarbeitung von Tragik konnte mir kein Mensch von außen helfen, weder ein Familienmitglied, noch Freunde, noch ein Therapeut.

Ob denn ich wundervolle und helfende Gespräche mit meinen Lieben führen durfte, musste ich den wesentlichen Kern von allem mit mir selbst innerlich austragen. Diese Traueraufarbeitung konnte mir kein Nahestehender abnehmen. Daraus entsprang innerlich immer mehr der Drang, Wege der Verarbeitung zu finden, die mir dabei halfen.

Zunächst einmal wurde ich mir meiner wieder viel bewusster. Es ist seltsam, denn ich war fast drei Jahre lang nicht mehr richtig bei mir selbst. Ich lebte für meine Kleine und ihre Pflege. Das war gut so, genauso wählte ich es für uns, so sollte es sein. Dies war mir eine große Herzensangelegenheit. Und doch gab es auch Zeiten, in denen ich schlicht funktionierte, in denen Angst um ihr Leben und Sorge um ihr Wohl alles überschatteten. Anderes gerät dadurch in diesen Momenten vollkommen in den Hintergrund.

Ich weiß noch, wie ich mich das erste Mal wieder ausgiebig schminkte. In aller Ruhe, einfach im Moment verweilend. Oder als ich das erste Mal beim Friseur saß, ohne die Angst zu haben, hoffentlich passiert daheim nichts Schlimmes und der Babysitter möge alles im Griff haben. Oder als ich das erste Mal wieder bewusst shoppen ging, ohne Zeitdruck und entspannt bummelnd. Ich weiß noch, dass ich mir dabei einen Lederrock aussuchte. Dieser ist trendy und erinnerte mich an eine andere Welt, eine Welt, die lange verschollen war: Frau sein, Frausein leben… Dieser Kauf des Lederrocks war eher symbolisch für mich. Schon immer gab mir das Tragen von Ledermode das Gefühl von Freiheit, Unabhängigkeit, Weiblichkeit und Selbstbewusstsein. In etwa ist es vergleichbar mit dem Anlegen einer „Uniform“. Kleidung hat nun einmal eine große Wirkung auf unser Wohlbefinden.

Nach einiger Zeit, in welcher ich mich wieder nach und nach bewusster wahrnahm und spürte, kam dieser Drang in mir auf – der Drang zu schreiben. Beinahe war es so, als hätte es diese Zeit mit meiner Kleinen gebraucht, mich wieder zum Wesentlichen des Lebens hinzuführen, so paradox dies möglicherweise klingen mag. Irgendwie leben wir doch oftmals unser Leben, bis auf einmal etwas Großes geschieht und das Leben uns ein Stoppschild vor Augen hält und uns zur Innenschau zwingt.

Wenn ich bei meiner Kleinen am Grab stehe und mit ihr spreche, gibt sie mir Antworten auf meine Fragen. Dann spricht sie zu mir:

„Mama, du warst immer für mich da, ich danke dir. Jetzt sei nicht mehr traurig, es geht mir im Himmel gut. Wir sehen uns doch irgendwann wieder. Lebe dein Leben, auch für mich. Ich konnte es nicht, wie ich wollte, denn ich war krank. Aber du bist gesund, du hast die Möglichkeiten, deinen Traum zu leben. Warte nicht zu lange damit. Denke an dich und vertraue in dich. Ich schaue dir von oben zu und begleite dich auf deinen Wegen.“

Und so war auf einmal alles im Fluss und ging seinen Gang. Mein gesamtes Leben, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, tat sich vor mir auf. Auf einmal spürte ich ohne lange zu überlegen instinktiv, was zu tun war. Ich war in der Pflicht, Verantwortung für mich zu übernehmen und meinen Traum zu leben. Und mein Traum war und ist es unter anderem zu schreiben.

Dabei ließ ich mein bisheriges Leben Revue passieren: Erlebnisse, Begegnungen, Erfahrungen. So fing ich an zu schreiben, durchlebte dadurch die Begegnungen erneut, erlebte vor meinem geistigen Auge die Menschen dieser wieder und spürte wiederholt die damit verbundenen Emotionen. Schlicht gesagt, ich spürte das Erwachen und das Pulsieren des Lebens. Wie es so meine Art ist, war die durchdachte und gelenkte Vorgehensweise bei mir in dieser Hinsicht weniger der Fall, denn bewusst tat ich nichts. So entstanden Schriften meinerseits, fernab des Mainstreams, aus spontanen und besonderen Moment geboren und unschuldig in ihrer Gesinnung.

Nach der Erstellung dieser begegnete mir manchmal, dass es mitunter im Denken der Menschen entweder das Schwarze oder das Weiße gibt.

Wo bleibt das Grau?

Zum Beispiel geht es doch nicht, unterhaltsame Kurzgeschichten zu verfassen und gleichsam auch die Geschichte des verstorbenen Kindes aufzuarbeiten. Solch ein gesellschaftlicher Tonus begegnete und begegnet mir immer wieder. Konventionen und das Korsett der Norm sind sehr präsent im Denken der Leute, dieses gegenseitige Kategorisieren und Einordnen. Fast schon macht es Spaß, nicht die Norm zu bedienen und den Konventionen zu entsprechen, obwohl ich dies nicht bewusst initiiere oder herbeiführe.

So verfasste ich meine persönlichsten Gedanken in der Gesinnung, weitere Gedanken folgen zu lassen, denn es ist mir ein Anliegen zu zeigen, dass eine Frau viele Facetten hat. Oftmals wird ihr ein Korsett auferlegt und ihr eine Facette zugeteilt, die sie dann auch bitte zu erfüllen hat! So verlangen es die gebräuchlichen Werte, welche es zu erfüllen und zu bedienen gilt, um mit dem Strom zu schwimmen und nicht aufzufallen. Auf diese Weise lebst du dein Leben für andere und niemals für dich. Wenn mich eines mein Sternchen lehrte, dann dass unsere geschenkte Zeit auf Erden endlich ist und mitunter schnell zu Ende gehen kann. Konventionen einzuhalten, das ist nun einmal nicht immer das Wahre.

Dann steht sie also immer wieder und mit jeder neuen Niederschrift an, die Vermarktung meines persönlichen Gedankenguts. Es ist schwer zu beschreiben, was das mit einem macht. Einerseits kann es schwer fallen, das persönliche Gedankengut unwiderruflich herzugeben, andererseits möchtest du den Spirit deiner Gedanken weiterreichen. Du möchtest eine Sinnhaftigkeit in die Welt tragen und das geht nur durch Vermarktung.

So sammelte und sammle ich gerade die unterschiedlichsten Erfahrungen, die allesamt spannend sind und mich bereichern, jedoch auch aufwühlen und nahe gehen. Einen Auftragstext zu verfassen mit klaren Vorgaben und darüber ein Feedback zu erhalten ist etwas ganz Anderes, als über dein eigenes Gedankengut eines zu erhalten. Dieser Prozess ist unglaublich spannend und ich danke jedem, der sich Lebenszeit und Muse nimmt, in meine Zeilen einzutauchen und mit mir ein Stück meines Lebensweges zu gehen.

Im besten Fall nimmt sich derjenige beim Lesen meiner Gedanken und Geschichten etwas für sich daraus mit. Dieses wäre für mich das größte Kompliment, denn dann gab mein Wirken auch anderen Menschen etwas Licht und Glück! Genau diese Erfahrung möchte ich dabei als Autorin nicht mehr missen!

Wenn ich von den Erlebnissen und Erfahrungen mit meiner Kleinen schreibe, tue ich das als sehr bewussten Vorgang, denn ich möchte ihr etwas Bleibendes schenken und ihr Wirken und ihre damit verbundene Bereicherung für die Welt teilen und sie damit ehren.

So bleiben Zeilen, welche die Zeiten überdauern…

Wenn ihr kleiner Bruder einmal groß genug ist und vielleicht von seiner Schwester lesen möchte, kann er diese durch das Lesen in Ruhe kennenlernen und ihr somit im besten Fall nahe sein ❤!

Das ist mein Uranliegen, mein Herzblut und meine Intuition in Bezug auf das Verfassen meiner Texte zu ihr und nicht zuletzt meine Aufgabe als Mutter.

Und wisst Ihr was? Auch wenn es mitunter schmerzt, freue ich mich sehr darauf!

Baggersee und Polizeieinsatz

Seit zwei Jahren habe ich angefangen, Kaltwasser-Schwimmen zu praktizieren. Im Grunde war dies kein sehr bewusster Vorgang, denn ich schwamm nach den Sommermonaten schlicht einfach weiter. So begann die Jahreszeit Herbst und mit ihr die kühleren Zeiten. Da sich mein Körper nach und nach an die allmähliche Absenkung der Wassertemperatur durch das nahezu tägliche Schwimmen gewöhnte, konnte ich noch lange dieses ausführen, natürlich zeitlich angepasst, bevor ich mit dem eintreffenden Winter und dem damit verbundenen Schnee und Eis aufhörte. Nach einer Pause fing ich dann in den frühen Frühlingsmonaten wieder an. Interessanterweise stellte sich mein Körper recht schnell auf die rauen Gegebenheiten ein, so dass ich meiner Leidenschaft ungehindert frönen konnte.

Ein sehr angenehmer Nebeneffekt der unwirscheren Außentemperatur waren die wegbleibenden Menschen. Immer mehr brach im Spätsommer der Besucherstrom ab, bis ich schließlich alleine meine Runden im See drehte. Dieses Einssein mit der Natur und der Flora und Fauna war für mich neben der sportlichen Betätigung die Entspannungs- und Wohlfühloase schlechthin. Die Einsamkeit jagte mir keine Angst ein, im Gegenteil, denn das schlimmste Tier war ja fort, nämlich der Mensch. So tauchte ich ein in das ursprüngliche Treiben um mich herum und wurde ein Teil dessen. Vollmond um Vollmond passierte, bis zum heutigen Tage.

Es war mittlerweile ein warmer Tag, der die Menschen an den See lockte. Schon als ich den Parkplatz anfuhr, konnte ich mir einen ersten Überblick über die mögliche Anzahl der Badegäste machen. Da schluckte ich das erste Mal und fand es fast schon schade, dass es Tag um Tag wärmer wurde. Nach dem Parken betrat ich das Gelände des Badesees. Der Anblick an Menschen erschlug mich beinahe. Viele lagen am Rande und sonnten sich, andere grillten an einer Stelle oder angelten. Ein paar Einzelne wagten sich in das Wasser, dass noch frisch war. Der Geräuschpegel war enorm und ließ mich beinahe zurückweichen, doch meine Lust am Schwimmen war größer.

So fand ich mich an einem Plätzchen ein, welches ganz lauschig war und zum Verweilen einlud. Ich blickte zum Nest der zwei Stockenten, welches gut geschützt in einem Gestrüpp verborgen war und welches ich seit einigen Tagen beobachtet hatte. Leider war es wohl nicht gut genug versteckt, denn einige Kinder versuchten dieses mit Steinen zu bewerfen, doch einige Erwachsene hielten die Kinder zum Glück zurück. „Ihr lieben Enten, tut mir das für euch leid, dass ihr nun vermutlich keine Ruhe mehr habt“, sagte ich leise in Gedanken vor mich hin. Noch während ich zum Wasser hinunter ging, hörte ich den lautstarken Streit in einiger Entfernung.

„Na komm doch! Ich hab` keine Angst vor dir!“, „Du H….sohn!“, „F… dich doch!“

Ein wenig erschrocken über die heftigen Kraftausdrücke folgte ich diesen akustisch und erblickte ein Pärchen und einen älteren Mann, der gerade von beiden weglief. Ich entledigte mich meiner Kleidung, den blauen Bikini trug ich darunter. Genüsslich glitt ich in den See und zog kontinuierlich meine Bahnen, bevor ich am Schluss noch auf dem Rücken schwamm. Als ich die Kälte des Wassers spürte, verließ ich dieses und trocknete mich am Ufer zügig ab und zog mich wieder an. Währenddessen hörte ich die Frau des Pärchens ihrem Pendant sagen, dass sie Angst habe, zum Auto zurückzukehren. Der Mann beruhigte sie und gemeinsam verließen sie den See.

Kurz darauf folgte ich ihnen, da ich gemütlich den Trampelpfad zum Ausgang entlangschlenderte, bis ich mein Auto erreichte. Als ich die Beifahrertür öffnete, um meine Badesachen zu verstauen, kam mir eine betriebsame Frau entgegen, die Richtung Pärchen lief, welches an ihrem Auto zu warten schien.

„Der Typ will abhauen! Da hinten ist er raus!“, rief die Frau aufgebracht.

Ich setzte mich in mein Auto und sah beim Herausscheren, dass das Pärchen weiterhin an seinem Auto verharrte. Da ich keine Notlage feststellen konnte, fuhr ich vorsichtig los und Richtung Hauptstraße den Feldweg entlang. Beim Näherkommen bemerkte ich den Streifenwagen der Polizei, welcher den Blinker setzte und in den Feldweg abbog. Um dass mich dieser gut passieren konnte, fuhr ich an den Wegesrand und wartete. Der Polizeibeamte der den Einsatzwagen steuerte, winkte mir freundlich grüßend zu, dann war die Streife schon an mir durchgefahren Richtung Baggersee den Weg, den ich gerade hinter mich gebracht hatte.

Aufmerksam auf den Verkehr achtend fuhr ich in die Hauptstraße ein und sinnierte über das gerade Erlebte nach. Soviel stand fest: Die Badesaison hatte wieder begonnen und mit ihr trafen viele unterschiedliche Menschen zusammen…

Gastbeitrag: Zielsetzungen beim Sport

Alex Plum ist begeisteter Sportler und hat seine Passion diesbezüglich zum Beruf gemacht. In diesem Gastbeitrag möchte er darüber erzählen, wofür sein Herz brennt und wie wichtig es ist, sich eigene Ziele zu setzen.

Vielen lieben Dank Alex Plum für die Bereitstellung dieses Gastbeitrags! 😊

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Mein Vater hat immer gesagt: “Von nix kommt nix!” Ich denke diesen Spruch haben viele von ihren Eltern gehört, oder? Und haben wir ihn beherzigt? Der eine ja, der andere nein.

Natürlich gibt es auch immer wieder diese Ausnahme-Menschen, die einfach nichts machen müssen. Denen alles in den Schoß fällt. Aber darauf will ich nicht hinaus.

Hallo, mein Name ist Alex und meine Liebe gehört meiner Familie und meinen Leidenschaften, dem Sport und BBQ! Ich hatte das große Glück, mein Hobby zum Beruf zu machen. Nach ca. 16 Jahren Leistungssport, war es für mich an der Zeit, in’s Berufsleben einzutreten. Was lag da näher als eine Berufskarriere im Sport einzuschlagen. Also habe Fitnessökonomie studiert mit dem Schwerpunkt Ernährung. Mein Berufsalltag spielte sich überwiegend in Fitnessstudios oder Sportvereinen ab. Dort betreute ich Mannschaften und Einzelpersonen, die mit ihren Problemen zu mir kamen. 

Der eine wollte mehr Muskeln, der andere hatte Rückenprobleme, eine junge attraktive Frau wollte noch attraktiver werden und ihre letzten 2 Kilo verlieren und so weiter und so weiter. Es gab einige Herausforderungen für mich. Und wie ich nunmal so bin, wurden diese Menschen von mir ganzheitlich beraten. Von A bis Z. Oftmals gibt es nur einen Trainingsplan und dann heißt es: “ Hier mach mal und in 12 Wochen schauen wir weiter.” Nicht mit mir.

Gesagt, getan – Kunde glücklich. Natürlich sprach ich die Leute immer wieder an und erkundigte mich nach ihren Fortschritten. Und da sah ich es schon in ihren Augen: Das was sie mir erzählten, stimmte nicht mit dem überein, was die Realität war.

Was war los?

Menschen kommen zu mir, um ein gesundheitliches oder ästhetisches Problem zu lösen. Der Gedanke der Menschen: „Ach, ich geh mal ins Fitnessstudio, dann lass ich mal beraten und dann mach ich das mal!”

Die Realität: Der Mensch muss für seine Ziele etwas tun! Wenn ich ein Problem lösen will, muss ich das ändern, was ich bisher getan habe. Das ist doch logisch oder? Leider ist das der Punkt, an dem die meisten dran scheitern und ihre Ziele deshalb nicht erreichen.

Ich habe irgendwann aufgegeben mit diesen Menschen zu diskutieren. Wenn sie nicht wollen, dann kann ich noch soviel auf sie einreden, sie werden sich nicht ändern.

Wenn eine hübsche Frau meint, sie müsse noch 5 Kilo abnehmen, dann  habe ich sie gelassen und sie einfach trainieren lassen.

Wenn ein Mann zu mir kam und wollte unter 100 Kilo wiegen, weil ihm seine momentanen  126 Kilo zu viel sind, dann sagte ich ihm: “Okay, können wir gerne in Angriff nehmen, aber plane dafür mal 2 Jahre ein.” Schon sank seine Motivation und ich wusste genau, der wird niemals unter 100 Kilo kommen.

Und so gibt es noch viele Geschichten, die ich erzählen könnte.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich findes es super, wenn Menschen nicht stehen bleiben und etwas ändern wollen. Aber dann sollen sie auch bitte der Realität ins Auge sehen. Was man Monate oder Jahre lang versäumt hat, holt man nicht in 6 Wochen wieder auf, nur weil ich Sport mache (oder was anderes ändere).

Was will ich damit sagen?

Wenn ihr euch ein Ziel setzt, egal wo und egal für was, dann müsst ihr was ändern und höchstwahrscheinlich eure Komfortzone verlassen.

Denn: Von NIX kommt NIX

Verliert euer Ziel nicht aus dem Blick. Manchmal läuft es eben nicht so, wie man es sich vorstellt. Aber das heißt nicht, dass man sein Ziel nicht erreicht. Es gibt genug Mentoren, die einem helfen können. Ich meine wirklich helfen und ein wahres Interesse daran haben, das jemand sein Ziel erreicht.

Genau das habe ich als Fitnesstrainer und Personaltrainer immer versucht. Den Menschen zu helfen, ihre sportlichen, ästhetischen oder gesundheitlichen Problem zu lösen.

Leider hatten es viele als Spaß angesehen und waren nicht wirklich motiviert, ihr Ziel zu erreichen. Dann war es zu anstrengend, dann dort ein Wehwehchen und da.

Ausrede über Ausrede!

Ziele sind dazu da, um erreicht zu werden. Nutzt das und gebt niemals auf! Und ja, man muss seine Komfortzone verlassen, um Ziele zu erreichen.

Zu diesem Thema habe ich zwei Bücher geschrieben. Einmal speziell für den Mann und einmal speziell für die Frau. Einfach zur besseren Unterstützung bei sportlichen oder ästhetischen Zielen.

Vielen Dank für euer offenes Ohr!“

Gastbeitrag: Erlebnisse eines Mannes mit der Inanspruchnahme eines Escort-Service

Spannende Erlebnisse schildert hier ein Mann, der andere an seinen besonderen Erlebnissen teilhaben lassen möchte. Nicht um die mögliche Sensationsgier der Leute zu stillen, sondern um anderen eine Bereicherung zu sein. Vielen Dank dem Verfasser für diesen offenen Einblick…

Es werden hier keine sexuellen Praktiken dargestellt oder etwas empfohlen, dennoch sollten den Gastbeitrag bitte nur Erwachsene (FSK 18) lesen. Danke.


FSK 18

Beginn Gastbeitrag:

„Ich will die Geschichte erzählen wie es dazu kam, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben ernsthaft darüber nachgedacht habe, eine Escort-Dame zu engagieren.

Zu mir: Ich bin ein Mann Mitte 40, der in einer sexlosen Ehe lebt. In der Langeweile rund um die Weihnachtsfeiertage habe ich zur Ablenkung die Spielerei mit Twitter angefangen. Dort bin ich dann erstmal ziellos umhergewandert, und habe Accounts gesucht, die interessante oder lustige Inhalte teilen. Sehr zufällig bin ich dabei auf einen Spendenaufruf gestoßen und habe mich beteiligt. Mit einer der Organisatorinnen dieser Spendenaktion kam ich dann in’s Gespräch und wir führten eine Fachdiskussion über Themen, mit denen ich mich beruflich beschäftige.

Da das Tippen am Handy meistenteils für mich ein nerviges Geschäft ist, ist diese Diskussion zügig in ein Telefongespräch überführt worden.

Vicky (Anmerkung: Name geändert) stellte sich als intelligente und angenehme Gesprächspartnerin heraus. Erst zu diesem Zeitpunkt habe ich ihren Account besucht und verstanden, dass sie als Escort-Dame arbeitet.

In der Folge habe ich dann das „Privileg“ genossen, noch ein wenig mit Vicky zu telefonieren, bis es dann zu dem leidigen Thema „Geld“ kam.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht weiter darüber nachgedacht, fand aber die Stimme und den Intellekt ihrer durchaus angenehm und hatte nicht wirklich Langeweile und ein wenig Weihnachtsgeld zu verbrennen. Also haben wir uns auf einen angemessenen Preis für weitere, nicht sexuelle Telefonate geeinigt.

Über die nächsten Tage entwickelte sich von meiner Seite aus ein Vertrauensverhältnis und, ich gebe es zu, auch das Gefühl von Verliebtheit. In der Retrospektive ist Vicky mit der Situation relativ fair umgegangen: Ohne mir Hoffnungen zu machen, hat sie die Aufmerksamkeit sanft, aber bestimmt auf die Realitäten der Situation gelenkt (Kunde-Dienstleister-Verhältnis). Was mich faszinierte war definitiv ihr Geschäftsmotto („Die Zeit ist gekauft, das Interesse ist echt“) und der wache Geist hinter der sanften Stimme.

So kam es, dass ich anfing zu rationalisieren, dass es besser und einfacher wäre, mit einer professionellen Anbieterin Sex zu kaufen, als eine Affäre mit einer Frau zu beginnen. Ich kam zu dem Entschluss, dass ein Treffen und eine Nacht mit Vicky, von der ich zu diesem Zeitpunkt zwar einige Bilder gesehen hatte, aber noch nie das Gesicht, eine Option wäre.

An diesem Punkt sei erwähnt, dass bei Frauen für mich vor allem zwei Dinge wirklich wichtig sind: Zum Einen ein wacher Verstand und zum Anderen ein (für mich) hübsches Gesicht. Ich teilte ihr diese Überlegungen mit und erhielt ohne jede Diskussion 2 Bilder, die mir verrieten, dass all meine K.o.-Kriterien mit Leichtigkeit erfüllt waren.

Hier sei kurz erwähnt, dass ich mir Vicky nicht ausgesucht hätte, wenn es nur um Ihr Profil gegangen wäre. Falsche Haarfarbe, vielleicht etwas zu alt (jaja, ich weiß, alte Männer und junge Dinger 😉), Einschränkungen der möglichen Sexualpraktiken. Aber nichts davon spielte eine Rolle, den mir war die persönliche Beziehung, die ich zu diesem Zeitpunkt aufgebaut hatte, wichtiger als der eventuell mögliche Analsex oder die roten, blauen oder grünen Haare in welchem Schnitt auch immer. Ich wollte jemanden, dem ich Vertrauen schenken konnte; einen echten Menschen und nicht nur einen willigen Körper.

Und so einigten wir uns auf ein Date nach Corona oder zumindest zu einer Zeit, zu der Corona keine große Rolle mehr spielen sollte. Und wir wollten weiter miteinander telefonieren. Doch es kam anders.

Eines schönen Morgens, wir telefonierten wie üblich, sprachen über dies und das, überraschte Vicky mich. Sie wechselte mitten im Gespräch zügig und unvermittelt das Thema vom Kopf in Richtung Unterleib. Eine sehr unvorhergesehene und angenehme Überraschung. Ich bin bis heute davon überzeugt, dass diese Aktion eher ihrer spontanen Lust entsprang als geplant war. Bis zum heutigen Tag, sollte es bei dieser einen sexuellen Begegnung bleiben. Es war das erste Mal für mich, Telefonsex zu haben. Und bis heute weiß ich nicht, wie ich dieses Erlebnis bewerten soll.

Sie zu hören war sehr erregend, aber zugleich war ich sehr reserviert und um Kontrolle bemüht, so dass ich mir beim Genuss vielleicht auch selbst etwas im Weg gestanden bin. Ich werde diesem Rätsel wohl nicht mehr auf den Grund gehen können, jedenfalls nicht mit Vicky.

Ihr fragt, warum, wo doch alles so gut läuft? Ganz einfach, weil es nicht mehr so gut weiterlief. Es kam zu erheblichen Verwerfungen in meine Wahrnehmung. Missverständnisse der Wahrnehmung, dass Vicky kein Interesse mehr an der Erfüllung unserer Abmachungen hätte. Dazu, ich gebe es unumwunden zu, kam noch das Gefühl, als Mensch und Gesprächspartner nicht mehr interessant zu sein. Mein persönliches Kryptonit, ich kann schlecht damit umgehen, dass Menschen, denen ich Bedeutung für mein Leben beimesse, dieses Gefühl nicht erwidern. Dabei geht es nicht darum, dass ich mir viel Aufmerksamkeit von der Welt wünsche oder allgemein hohe Ansprüche an meine Umwelt habe.

Meinen reflektiven Selbstwert ziehe ich aus der Beziehung zu ausgewählten Menschen und ich habe den Fehler (nicht sicher, ob es ein Fehler war oder einfach nur eine schmerzhafte Lernerfahrung) gemacht, Vicky in diesen erlauchten Kreis aufzunehmen. Nun, jedenfalls war ich sehr kurz davor, aus dem Gefühl heraus, dass unsere Vereinbarung entweder nicht eingehalten wurde oder aber, falls die Einhaltung so aussah wie es aussah meinen Bedürfnissen nicht gerecht wurde, die ganze Sache zu beenden. Warum auch eine Verbindung aufrechterhalten, die mir kein Vergnügen bereitet und dann auch noch dafür bezahlen?

Nun, ich tat also was ich lange nicht mehr gemacht habe und was schon immer sehr gut NICHT geklappt hat: Ich habe geschmollt, mich totgestellt und auf eine Reaktion gewartet.

Wie ein vernünftiger Mensch erwartet hätte, ist eben nichts passiert. Also habe ich mit genau derselben Sturheit, die auch einem Felsklotz eigen ist, genau mehr von dem getan, was zuerst schon keinen Erfolg zeigte. Über diese Übung verbesserte sich meine Laune natürlich täglich etwas mehr und wer hier den Sarkasmus nicht erkennt, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Das Ganze endete in einem höflichen Telefonat, in dem der Telefon-Service aufgekündigt wurde. Einige der Missverständnisse konnten ausgeräumt werden und ganz die professionelle Dienstleiterin, erklärte Vicky, dass zumindest ein Teil der Schuld für unsere verschiedenen Erwartungshaltungen bei ihr zu verorten wäre. Ob das jetzt ernsthaftes Anerkenntnis von Schuld oder Beschwichtigung war, es hat funktioniert. Sie konnte zumindest den Löwenanteil unserer Vereinbarung, ihren Besuch bei mir retten.

Aber auch hier konnte und wollte ich Änderungen durchsetzen: Corona, die Inzidenzen und ich wurden uns leider nicht einig, ich hatte keine Lust mehr, zu warten bis in Deutschland wieder alles Mögliche erlaubt wurde und habe nach einem früheren Termin gefragt. Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, hier von irgendwelchen illegalen Aktivitäten zu sprechen, ein Wohnsitz im Ausland ist doch manchmal von Vorteil, denn andere Länder andere Regeln. Auch haben wir vereinbart, dabei Masken zu tragen. Scheinbar war das nicht mal im Ansatz ein Problem für die junge Dame und so wurden wir uns recht schnell einig.

In der Folge entspannte sich die Situation merklich. Kein Vertrag bedeutet ja auch, dass keine Abmachungen gebrochen oder nicht eingehalten werden können. Mein Aufmerksamkeit-Defizit-Problem war einigermaßen unter Kontrolle, und ansonsten hatte ich so viel mit meinem Job und meinen Hobbies zu tun, dass ich tatsächlich tagelang gar nicht an Vicky dachte.

Bis mir dreieinhalb Wochen vor unserem Date plötzlich klar wurde, dass es langsam aber sicher ernst wurde. Das Bahnticket war schon zugestellt und im Prinzip war der Zeitpunkt, die Reißleine zu ziehen und abzusagen, schon so gut wie überschritten. Mir viel nichts Besseres ein, als Vicky eine Textnachricht zu schicken: „Hallo Vicky, kennst Du kalte Füße? Die kriege ich grade.“ Zu meiner Überraschung erhielt ich nahezu sofort eine Antwort, und in Folge wurde meine Nervosität in einem sehr freundlichen Telefonat zumindest so weit kuriert, dass ich dem Treffen jetzt positiv entgegensehe.

Man könnte sagen, ich freue mich schon sehr. Wir werden sehen, was dann passiert. Ich verspreche, zu berichten.“

Gastbeitrag: Wegwerfartikel Mensch

Weitere wundervolle Gedanken von @hspmauli, sehr lesenswert und menschlich gehaltvoll.

Vielen lieben Dank dem Autor für das Teilen seiner Gedanken…

Wegwerfartikel Mensch

„Wegwerfgesellschaft wurden wir genannt,
das ist uns noch aus den 70-ern und 80-ern bekannt.

Doch waren es nur Gegenstände,
von denen man sich schnell trennte.

So musste weichen das Alte dem Neuen,
und wir warfen das Alte weg, ohne es zu bereuen.

Es wurden damals aber nur Gegenstände ersetzt
und man hat niemanden damit verletzt.

Aber unser Wohlstand heutzutage vielen Menschen es erlaubt,
die ihres Verstandes und Herzens wurden beraubt.

Gegenstände und Menschen gleich zu setzen
und sie wegzuwerfen und sie zu ersetzen.

Der Mensch ist leider zum Wegwerfartikel mutiert,
von dem man sich trennt ganz einfach, schnell, offen und ungeniert.

Wenn andere nicht den eigenen Vorstellungen und Ansprüchen entsprechen,
begeht man schnell ein körperliches und seelisches Verbrechen.

Denn man entledigt sich sehr schnell eines anderen Menschen,
anstatt für die zwischenmenschliche Beziehungen zu kämpfen.

Ich kann zwar mit den Augen nicht sehen,
aber mit dem Herzen jeden verstehen.

Darum wünschte ich mir, das Menschen bald wieder menschlich sind
und nicht mehr auf dem Herzen blind.“

© hspmauli

Gastbeitrag: Abendgedanken

Herzlichen Dank an @hspmauli für dieses Geschenk dieser wundervollen Poesie…

Nachtgedanke

„Wenn mich so viele Dinge in der Seele bewegen
kann ich mich nicht einfach so schlafen legen.

Denn meine Gedanken lassen mir dann keine Ruh
weil sie sich drehen in meinem Kopfe immer zu.

Weil du durchlebst all diese Gedanken die du denkst,
auch wenn das Ereignis für diese Gedanken ist vergangen schön längst.

Trotzdem all die Eindrücke vom Tage oftmals Nachts sehr lange nachklingen
und mich dabei um den Schlafe bringen.

Aber das gehört zu meinem Leben und belastet mich nicht sehr,
weil ich weiß, dass ich denke und fühle sehr viel mehr.

Ich treffe immer wieder Menschen, bei denen ich fühle oft viel Schmerz
und das geht mir sehr nah an mein Herz.

Möchte immer gerne jedem helfen wo ich kann,
weil ich all die Herzen schreien hören kann.

Ja, das viele Denken und Fühlen bestimmt mein Leben
und ich würde es für kein Geld der Welt hergeben.

Oder sogar eintauschen gegen das Augenlicht?
Niemals, denn sonst wäre ich nicht ganz Ich.

Und selbst wenn ich dafür könnte wieder sehen,
da bin ich lieber blind und kann die Menschen verstehen.

Und sehen für immer nur mit Verstand und meinem Herzen,
ob die Menschen um mich herum bedrücken vielleicht seelische Schmerzen.“
© hspmauli

Gastbeitrag zum Thema: Blind und hochsensibel

Der Gastautor @hspmauli (Twitter-Account-Name) nimmt uns im folgenden wissenschaftlichen und sogleich sehr spannenden Artikel mit auf eine Reise der besonderen Art. Öffnen Sie Ihr Herz für diesen wundervollen Menschen!

Ein herzliches Dankeschön an @hspmauli für diese interessanten Zeilen…

Blind und Hochsensibel:

„Gibt es Unterschiede zwischen sehenden und blinden Hochsensiblen ?

In welchen Bereichen gibt es denn Unterschiede ?

Nun gibt es aktuell leider noch keine wissenschaftlichen Studien zum Thema „Blind und Hochsensibel“. Trotz alledem gibt es meiner
Meinung nach eine Vielzahl an Unterschieden zwischen sehenden und blinden Hochsensiblen.

Die Unterschiede finden sich im sensorischen, emotionalen als auch im kognitiven Bereich.
Da dieses Thema sehr umfangreich ist, werde ich einen wesentlichen Unterschied aus dem sensorischen Bereich beschreiben, der wohl jedem zuerst einfällt, wenn er das Wort Blind liest oder hört.


Es geht um das SEHEN, also um das Visuelle und dessen Einfluss auf den Menschen.
Bevor ich auf den Unterschied im Bereich der Hochsensiblität eingehe, wollte ich noch einen Unterschied ansprechen, der generell alle sehenden und blinden Menschen betrifft und der
auf wissenschafllichen Studien beruht und dadurch auch belegt ist.


Es ist wohl den wenigsten Menschen bekannt, dass das Sehzentrum (Sehrinde) im Gehirn, das normalerweise für das Sehen zuständig ist, bei einem blinden Menschen nicht nutzlos ist, sondern anders gentuzt wird.
Es wird bei anderen sensorischen Wahrnehmungen wie dem Hören oder Tasten aktiviert .

Nun bestätigt sogar eine Studie, dass es auch bei höheren kognitiven Leistungen wie z.B. der Sprachverarbeitung genutzt wird.
Während z.B. die normale Sprechgeschwindigkeit bei ca. 5 Silben/Sekunde liegt, können Blinde lernen, beschleunigte synthetische Sprachäußerungen bis zu einer Rate von über 20 Silben/Sekunde zu verstehen.
So viel zum generellen Unterschied zwischen allen Sehenden und den
blinden Menschen.


Nun werde ich versuchen den Unterschied zwischen sehenden und blinden hochsensiblen Menschen
aus meiner Sicht zu erläutern.


Da der Sinn Sehen ca. 70 Prozent aller Sinneswahrnungen einnimmt, ist es von daher auch nicht verwunderlich,
dass das Sehen auch einen sehr großen Einfluss auf hochsensible Menschen hat.
Größtenteils im emotionalen und kognitiven Bereich, aber auch einen kleineren Teil im sensorischen Bereich.


Was ist bei blinden Hochsensiblen nun anders?


Davon mal ab gesehen, dass ein blinder Hochsensibler nicht unter einer visuellen Reizüberflutung leiden kann, so unterliegt er auch nicht dem Einfluss des Visuellen was den Geschmack, den Geruch, das Ertasten (Berührung), die Gedanken und die Gefühle angeht.


Auch Meinungen, Ansichten und die dadurch getroffenen Entscheidungen und Handlungen beruhen oft auf dem, was man sieht oder gesehen hat.


Von all dem bleiben Blinde unberührt.
Blinde nehmen daher ihre Umwelt und Menschen realer, bewusster und intensiver wahr.


Sie nehmen mehr wahr auf der emotionalen Ebene.


Fakt ist auch, dass Menschen niemals ganz unbbeinflussbar sind und das jeder
Mensch anders ist in seiner Beeinflussbarkeit.

Trotz alle dem werden viele
dieser Beinflussungen über das Sehen angetoßen oder ausgelöst.
Das Sehen stößt Gedanken an, die wiederum Gefühle auslösen können und daraus können Entscheidungen und Handlungen enspringen.
Es ist ein Zusammenspiel der sensorischen, emotionalen und kognitiven Bereiche, die in einem Ablauf stehen, deren Ursprung das Sehen ist.


Dessen ist der blinde Hochsensible nicht ausgesetzt, daher ist er vorurteilsfreier und
weniger beeinflussbar in seinen Gedanken, Gefühlen und Emotionen.


Woher ich das alles weiß?


Weil ich nicht immer blind war, sondern erblindet bin. Ich habe von daher auch einige Jahre mit der Beeinflussung des Visuellen gelebt und weiß, wie es beeinflussen kann.

Nun hab ich einen klareren und unverfälschteren Blick auf das Leben und ihre Menschen, denn ich sehe was IST und nicht was zu SEIN scheint.
Blind zu sein ist keine Last, sondern es zeigt dir die Welt aus einer ganz anderen Perspektive.

Es zeigt dir so manches, das du sehend niemals gesehen hättest…'“

Gastbeitrag zum Thema: Freundschaft und Barrieren (Sehend-Blind)

Auf Twitter lernte ich schon viele wundervolle Menschen kennen, worüber ich sehr dankbar bin. Einer von ihnen ist @hspmauli. Er geht sehr offen mit seiner körperlichen Beeinträchtigung des Blind-Seins um und hat ein paar persönliche und bewegende Worte dazu poetisch als Reim verfasst.

An dieser Stelle vielen herzlichen Dank für das Teilhaben lassen!

Freundschaft und Barrieren

(sehend-blind)

„Wir waren alle mal ein Kind,
ob sehend oder blind.

Wir sind alle herangewachsen
und wurden dann erwachsen.

Ob sehend oder blind,
wir haben alle zusammen gespielt als Kind.

Als Erwachsener nun
sich große Gräben zwischen uns auftun.

Ich bin blind und du bist es nicht.
Bin ich nun anders, weil ich seh‘ kein Licht?

Warum hast du nun Angst vor mir,
obwohl ich früher stand so nahe dir?

Warum hast du Berührungsängste nun
oder hast du Angst mir weh zu tun?

Warum stellst du mir denn keine Fragen, wenn dich doch so viele Fragen plagen?

Denkst du nun was die Gesellschaft denkt oder wirst du nur von deinem Herzen gelenkt?

Verbindest du Blindheit mit Mitleid nun
und denkst ich kann gar nichts mehr tun?

Denkst du Blindheit könnte ansteckend sein oder warum lässt du mich jetzt allein?

Wir waren doch Freunde als Kind,
nun bist du in deinem Herzen blind.

Hast du nun auch eine Barriere im Kopf
und wirfst alle Menschen in einen Topf?

Aber Barrieren gibt es doch wirklich nur im Kopf, denn das Herz wirft nie alle in einen Topf.

Nun öffne wieder dein Herz und lass es sprechen, dann alle die Barrieren zwischen uns wieder brechen.

Denn Barrieren sind nur von Erwachsenen gemacht,
über die jedes kleine Kind wohl lacht.

Lass uns wieder Freunde sein,
als wären wir wieder klein.“

© hspmauli

Dies ist ein Symbolbild.

Gastbeitrag: Vermeintliches Kennen in sozialen Netzwerken und der Außenwirkung dessen

Tagtäglich lerne ich mitunter sehr sympathische Menschen kennen mit interessanten Geschichten und Lebensläufen. Einige von ihnen erweisen mir die Ehre und lassen mich an sehr persönlichen Einsichten ihrer teilhaben. Einer von diesen Menschen ist ein Mann in den Vierzigern, der diesen Gastbeitrag zum Thema: „Vermeintliches Kennen in sozialen Netzwerken und der Außenwirkung dessen“ verfasste. Vielen Dank dem Autor für das Teilhaben lassen an diesen sehr emotionalen Gedanken:

„Bist Du echt oder ein Chamäleon?
In vielen sozialen Netzwerken gibt man viel von sich preis. Doch wie hoch ist dieser Preis wirklich?

Ich spreche einfach von mir selbst. Ich mag soziale Medien und den digitalen sozialen Austausch mit Schulkollegen, Bekannten und Freunden. So begann das früher. Das ist die virtuelle Welt.

In der realen Welt ist dem nicht so. Sehr früh wurde ich gehänselt, war wohl zu klein und zu dürr und habe Spitznamen bekommen, die ich nicht mochte. Kinder können gemein und grausam sein.

Diese Erlebnisse trägt man mit sich, egal wie gut das Elternhaus ist. In der Pubertät ging das dann so weiter. Irgendwann kam der Wendepunkt mit den Fragen: „Wer bin ich? Wer will ich sein?“

Ich begann Ich zu werden und holte das Tiefste aus mir raus. Meine Devise wurde: Nie wieder understanding!

So lernte ich, meine Meinung zu sagen. Ich zeigte allen, wer ich wirklich bin. Meine Mutter wollte nicht, dass ich zur Bundeswehr gehe. Dennoch ging ich.

Der Jüngelsken war nicht mehr!

So habe ich viel gesehen, auch sehr viel Unschönes. Sowas erdet wieder und dies ist auch verdammt gut so. Die sozialen Netzwerken werden mehr, werden persönlicher und individueller. So wirst du zu einem sogenannten Account, beinhaltend eine Ava und eine Biographie; es entsteht ein Scheinbild ob gewollt oder nicht gewollt. Dieses Scheinbild ist subjektiv.

Ich sehe mich als Chamäleon: Ein Til Eulenspiegel, der den Leuten den Spiegel vorhält. Bitte versteht mich nicht falsch. Ich bin ein harmonischer Mensch, aber ab und zu reitet mich der Teufel. Da kann ich dann nicht anders. Dieses wird mir dann oft als Arroganz, Überheblichkeit oder „Arschlochverhalten“ ausgelegt und gedeutet. Ich möchte zum Denken anregen und spiele mit Gedanken, Einstellungen und profanem Denken.

Es liegt in der Natur der Sache gefallen zu wollen, da spreche ich mich nicht frei von. Manches schmückt man aus, manches nicht. Manche Menschen erschaffen ein virtuelles, digitales Ich. Das ist ok. Ich kenne Menschen, die ein komplett anderes Ich haben als in der normalen Welt. Sowas kann gefährlich enden, wenn sich die Realität vermischt mit der digitalen Welt. Eine Abhängigkeit und eine Sucht nach Bestätigung, ein „Ich“ so wie ich sein will, aber wohl niemals sein werde.

Vorsicht!

Wenn man sich seiner bewusst ist, lass die digitale Welt eine Bühne sein und wir sind die Zuschauer. Manche dieser Zuschauer durchschauen die Scharade, andere nicht.

Ich verbleibe mit einer Verbeugung. Der Vorhang schliesst sich und aus dem Lautsprecher ertönt: „Wir lesen und sehen uns im Internet!“

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.“

Mein Blogartikel: Ist ein Fetisch eine psychische Erkrankung?

In meinem neuen Blogartikel geht es um die Entstehung eines Fetischs aus wissenschaftlicher Sicht.

Ist ein Fetisch Zeichen einer psychischen Erkrankung?

Auf diese und weitere Fragen gehe ich in diesem Blogartikel ein.

Den Blogartikel könnt ihr kostenfrei lesen.

Vielen Dank! ❤ Viel Spaß beim Lesen!

Liebe Grüße

Julia

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FSK 18

Die Entstehung eines Fetischs

Manchmal wissen die Menschen um ihre besonderen Bedürfnisse, manchmal auch nicht und die Suche verläuft unbewusst – gemeint ist der Fetisch, das Verlangen nach einer ganz speziellen Sache, einem Objekt, einem Material, einer Besonderheit, einem bestimmten körperlichen Attribut. Die unterschiedlichsten und intensivsten Emotionen gehen mit einem Fetisch einher. Die Skala reicht dabei von wunderschönen und erfüllenden Gefühlen bis hin zu beklemmenden und unschönen Empfindungen. In der Regel entspricht ein Fetisch nicht den gängigen gesellschaftlichen Konventionen, so dass allein diese Tatsache schon allerlei Konfliktpotenzial in sich birgt. Dabei sind manche Fetische im allgemeinen Verständnis tolerierter, andere hingegen genießen einen eher schlechten Ruf. So ist naheliegend, dass über persönliches Fetischempfinden recht selten offen und frei gesprochen wird und viele Menschen verborgene Leidenschaften als festes und sicheres Geheimnis oft ein Leben lang mit sich herumführen.

Wie entwickelt sich ein Fetisch?

Der Psychoanalytiker Sigmund Freud hatte wohl seine helle Freude daran, dafür so allerlei Theorien darzulegen, denn lange Zeit galt Fetisch ähnlich wie Homosexualität als Krankheit, die es zu therapieren galt. Wenn wir in der Geschichte zurückblicken, liegt die Auffassung nahe, dass mit dem Bewusstwerden eines Fetischs sehr viel Scham und vermutlich auch Ekel vor sich selbst einhergingen. Die Geheimhaltung diente letztendlich dazu, weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können und schlimmstenfalls nicht verhaftet und in eine psychiatrische Klinik weggesperrt zu werden. Das klingt fürchterlich, war jedoch rückblickend lange Zeit Realität für die Menschen.

Nicht nur zur damaligen Zeit beschäftigten sich Forscher und Wissenschaftler bis hin zu Ärzten und Psychiatern mit der Frage, wie eigentlich ein Fetisch entsteht.

Wieso betrifft es manche Menschen und andere wiederrum nicht?

Wieso können Füße oder ein bestimmtes Material so großen Einfluss auf unser Sexualleben gewinnen?

Dabei wird als Fetisch eine Form des sexuellen Verlangens verstanden, bei der ein bestimmtes Material, Kleidungsstück, Gegenstand, Körperteil, etc… Anlass zu äußerster Erregung und nur durch diese Gegebenheiten wirkliche Befriedigung erfahren werden kann. Bei sehr starker Ausprägung kann nur noch Sexualität durch den Fetisch erlebt und empfunden werden. Bei abgeschwächten Erscheinungen kann auch ohne den Fetisch Sexualität praktiziert werden, jedoch meist mit weniger intensivem Empfinden.

Auch gibt es Formen des Fetischs, die in einen Suchtbereich münden und dadurch so viel Raum im Alltag einnehmen, dass ein normales und unabhängiges Leben nicht mehr möglich ist. Wie bei jeder anderen Sucht sollte in diesem Fall professionelle Hilfe aufgesucht werden.

Wie kommt es zum Fetisch?

Zunächst einmal sind wir alles Individuen, die unterschiedlich sind und unterschiedliche sexuelle Vorlieben haben. Kein Mensch gleicht hier haargenau dem anderen. Dabei spiegelt diese Individualität auch verschiedene erotische Fantasien und Vorlieben wider. Dennoch befassten sich Experten und Forscher mit genau diesem Thema der Analyse und kamen zu erstaunlichen Ergebnissen.

Dabei wurde auch auf die Frage eingegangen, ob bei Menschen mit Fetischempfinden eine psychische Erkrankung vorliegt und vielleicht ausschlaggebend sein kann, warum manche Fesseln, Erniedrigung, Windeln für Erwachsene oder Latex aufregend finden und in die Sexualität einbinden.

In diesem Zusammenhang ging es auch um die Tatsache, dass ein Fetisch oft Gegenstände oder Körperteile betrifft, denen normalerweise kein erotisches Attribut anhängt. Dabei meint es zum Beispiel verschiedene Materialien wie Leder oder Nylon, Körperteile wie Hände, Füße oder Haare oder Objekte wie Autos. Die Studien beschäftigten sich auch mit der Frage, warum sich bei manchen Menschen eine Vorliebe für einen bestimmten Lebensstil herausbildet, welcher ein Ausleben von Dominanz und Unterwerfung, Bondage, Rollenspiele und Sadomasochismus (BDSM) ermöglicht. Dabei gibt es alternative erotische Lebensformen und Fetische in einer großen Vielzahl an Formen, die von allgemeiner bis hin zu extremer Erscheinung reichen.

Ist eine psychische Erkrankung Ursache für die Bildung eines Fetischs?

Sind Menschen, die einen besonders starken Fetisch haben oder mit besonders schwerem Fetischempfinden psychisch krank?

Die Forschungen kamen zu folgendem Ergebnis:  

Einige Menschen eben dieser Kategorie können möglicherweise psychisch krank sein oder ein Trauma erlebt haben. Psychische Erkrankungen sind aber ganz klar und entschieden kein Prädiktor für die Entstehung von Fetischen.

Bei all den paraphilen Störungen oder Angelegenheiten sexuellen Interesses, bei denen es nicht um übliche und der Norm entsprechende Verhaltensweisen und Attribute geht, bleibt die Frage im Raum bestehen, wie sich ein solches Fetischverhalten entwickeln oder was dies für einen Lebensstil bedeuten kann.

Viele dieser Fragen und Theorien hierzu sind nach wie vor offen und nicht klar definiert oder beantwortet. Im Allgemeinen muss hier festgehalten werden, dass dies individuell zu beobachten gilt und sich nicht zu verallgemeinerten Thesen verleitet werden lassen kann.

Außergewöhnliche sexuelle oder kreative Fantasien zu haben und deren Umsetzung zu suchen, macht einen Betroffenen noch lange nicht zu einem psychisch kranken Menschen. Dies würde den Menschen großes Unrecht tun und ausschließlich Vorurteile und Intoleranz nähren. Denn genau damit haben Begeisterte von Fetisch und BDSM in der Gesellschaft zu kämpfen und sehen sich vielmals mit Ausgrenzung, Beleidigung und Diskriminierung konfrontiert. Gerade auch Unwissenheit und vorgefertigte Meinungen führen zu dieser Diskrepanz und zu dieser inakzeptablen und unschönen Haltung.

Die meisten Menschen, die einen Fetisch haben und diesen pflegen und als eine wichtige persönliche Facette annehmen, sind psychisch vollkommen gesund und stehen oftmals mitten im Leben. In jeder sexuellen Auslebungsform wird es prozentual ein paar Ausnahmen geben. Dies findet sich dann jedoch auch in gleicher Häufung in nicht ungewöhnlich gelebten Sexualitäten, also auch außerhalb von Fetisch und BDSM. Nun also zu der Ursprungsfrage:

Wann entsteht ein Fetisch?

In vielen Fällen bildet sich ein Fetisch in der Pubertät aus, manchmal auch schon im Kindheitsalter. Dies sind jedoch sehr unbewusste Vorgänge, die die Betroffenen zu dieser Zeit nicht klar erkennen, verbalisieren oder gar akzeptieren können. Da die Pubertät an sich eine sehr ereignisreiche Zeit mit vielen verschiedenen und aufregenden Eindrücken ist, sich die Charakterbildung ausreift und meist gegen bestehende Umstände rebelliert wird, ist die Zeit des Erwachsenwerdens keine bewusst reflektierte Zeit.

Sexuelle Fantasien sind in dieser Zeit alle noch sehr neu und unbekannt, da wird dabei eher selten akzeptiert, dass zum Beispiel ein bestimmtes Objekt oder ein spezifisches Material erregt. Das gesamte Spektrum ist hierbei sehr unterschiedlich. Von daher könnten Fetische ein Element unserer individuellen Vielfalt in Bezug auf sexuelles Interesse und Erregung sein. Ähnlich wie beim Essen verhält es sich hierbei auch mit dem Herausbilden unterschiedlicher Geschmäcker und Vorlieben.

Nicht auszuschließen und wahrscheinlich anzunehmen ist von daher auch, dass sich ein Fetisch erst im Erwachsenenalter bilden kann, so wie sich unsere Geschmäcker im Laufe des Lebens auch stetig verändern und in andere Richtungen entwickeln können.

Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass sich ein Fetisch frühestens in der Zeit der Pubertät ausbildet. Genauso gut kann er aber auch erst im Erwachsenenalter entstehen und sich entwickeln. Ein Fetisch ist also in den meisten Fällen eine ganz normale Sache, nicht ungewöhnlich und auf keinen Fall ein Symptom oder ein Einhergehen mit einer psychischen Erkrankung.

Macht euch frei von diesen Gedanken, gebt dem Gerede der Leute nicht so viel Wichtigkeit und lebt euer Leben nach eurer Fasson, denn ihr habt nur das eine!

Tragische Neuigkeiten

Ich lese Zeitung…

… Ein 14-jähriger Junge soll einen gleichartigen Jungen ermordet haben. Angenommenes Tatmotiv: Eifersucht.

… Der Nachschub an Impfdosen steht bereit. Wie lange schützt die Impfung? Welcher Wirkstoff greift bei Mutationen? Wird das Virus nach einer Impfung nicht mehr weitergegeben?

… Ein 55-jähriger Deutscher soll sensibles Wissen des Bundestags an den russischen Geheimdienst weitergegeben haben.

… Helfen negative Schnelltests aus dem Lockdown?

… Eine chinesische Frau soll von ihrem Ex-Mann eine Wiedergutmachung für die erbrachte Hausarbeit erhalten.

… Gegen einen Hassredner soll ein Haftbefehl vorliegen. Doch wo hält er sich nur auf?

… Die Neuinfektionen scheinen rückläufig zu sein.

… Welcher Bewertungsmaßstab gilt bei einer Geiselnahme? Der verurteilte Täter lässt Revision einlegen.

… Ist der Abbau von Personal ein richtiges oder falsches Signal?

… Ein Bundestrainer soll seine ihm anvertrauten Schützlinge sexuell angegangen haben.

… Ein Musiker produziert nun, anstatt live aufzutreten.

… Wie erleben Betroffene alltäglichen Rassismus?

… Eine Firma spendet eine große Summe an ehrenamtlich und karitativ tätige Einrichtungen.

… Das Straßennetz soll für Fahrradfahrer sicherer werden.

… Eine historische Persönlichkeit wurde unehelich geboren.

… Aus Kostengründen wird die geplante Verpflanzung einer Grünanlage auf unbestimmte Zeit vertagt.

… Die Gebühren steigen an.

… Ein nie gekannter Stand an Besitzern von Aktien stürmt den Markt.

… Eine stadtbekannte Person verstirbt, bevor das gemeinnützige Lebenswerk vollendet war.

Ich lege die Zeitung beiseite und vollbringe mein Tagwerk.

Habe ich Corona?

Es flog an mich heran wie aus heiterem Himmel.

Vor einigen Tagen fühlte ich mich urplötzlich schlecht und hatte ein Krankheitsgefühl sowie rasende Kopfschmerzen und einen Druck auf dem Brustkorb, dazu Gliederschmerzen und eine verstopfte Nase. Alles war trocken ohne Sekret, kein Husten und kein Schnupfen. Gerade die heftigen Kopfschmerzen kannte ich so nicht. Sonst war ich auch schon sehr lange nicht mehr krank gewesen.

Eine diffuse Angst überkam mich: Habe ich etwa Corona? Habe ich es vielleicht irgendwo aufgeschnappt? Dabei habe ich stets aufgepasst und alle Regeln des Abstands eingehalten als auch den Mundschutz getragen.

Oh Gott, bitte nicht…

Eine noch stärkere Angst als die erste kam hinzu: Die Angst um meinen Sohn, denn ich hatte es erlebt, hautnah, das Sterben einer kollabierenden Lunge.

Bitte nicht…

Sich nicht verrückt machen und ruhig bleiben, das war nun die Devise, an die ich mich halten sollte.

Werde ich jetzt sterben?

Ruhig bleiben und die Gedanken sammeln und tief durchatmen, um sich zu beruhigen. Dies lernte ich in den Zeiten, als meine Kleine auf Leben und Tod lag, als sie operiert wurde.

Ich aß ein paar Stunden später zu Abend, es gab Käsebrot mit Apfel, alles wie immer. Dann gönnte ich mir einen süßen Joghurt als Nachtisch und: verdammt! Ich schmeckte die Süße der Nachspeise nicht, denn mein Mund fühlte sich wie betäubt an. „Bitte nicht, bitte nicht schon wieder Krankheit, Leid und Tod!“, ging es mir durch den Sinn. „Reiße dich zusammen und bleibe ruhig!“, war das nächste Gedankengut. Panisch und um mich selbst zu überzeugen, dass ich mich nur hatte irren können, aß ich einen kurzen Moment später ein wenig Schokolade, obwohl ich mich zu diesem Zeitpunkt lieber hätte übergeben wollen. Dies brachte mir eine gewisse Erlösung, denn ich konnte die Süße schmecken und das in vollem Umfang.

Ruhig bleiben, immer ruhig bleiben.

Am nächsten Morgen rief ich beim Vertretungsarzt an, da mein Hausarzt in Ferien war. So fragte ich die Sprechstundenhilfe direkt und mit weichen Knien nach einem Corona-Test. „Haben Sie denn Beschwerden? Wissen Sie, die Tests sind knapp und nur aus der bloßen Angst heraus. ..“, vernahm ich die Stimme der älteren Dame am anderen Ende der Leitung.

„Ich habe bereits ein Kind an Krankheit verloren. Falls ich Corona haben sollte, möchte ich es wissen, dann kann ich mich dementsprechend behandeln lassen und meinen Kleinen schützen. Es ist mir nicht wegen mir, sondern dringlich wegen meinem Sohn. Falls es zu einer Notsituation kommt, wissen die Ärzte im Krankenhaus dann schneller zu reagieren, wenn der Feind bekannt ist…“, antwortete ich ihr sehr ruhig und dennoch bestimmt. Sich von Sprechstunden nicht abwimmeln lassen und Ärzte für sich einfordern, das hatte ich zu genüge in der Vergangenheit gelernt. Das hatte die Mitarbeiterin wohl überzeugt, denn sie sagte mir: „Kommen Sie nach der Sprechstunde. Wir müssen Sie isoliert behandeln, das ist immer Vorschriftsmaßnahme. Wenn Sie vor der Praxis stehen, rufen Sie bitte an, dann hole ich Sie an der Tür ab…“

Ablenken… Ablenken. Immer wieder…

Ich legte den Hörer auf und schaute gen Himmel: „Bitte Schatz, hilf deinem Bruder…“, flüsterte ich mein Gebetsmantra.

Endlich war es Mittag und der Test-Termin stand an. Vor der Arztpraxis tätigte ich wie vereinbart das Telefonat und meldete damit meine Ankunft an. Nachdem ich an der Eingangstüre empfangen wurde, wies mich die Sprechstundenhilfe in ein Behandlungszimmer mit den deutlichen Worten, ich solle mich nicht hinsetzen und solle auch nicht die Jacke ablegen. Kurz darauf betrat der Vertretungsarzt das Zimmer. Er war spezialisiert auf Lungenkrankheiten, wie er mir in einer kurzen Begrüßung erzählte. Ansonsten war es sehr ungewohnt, so steril behandelt zu werden. Der Arzt hielt die ganze Zeit über größtmöglichen Abstand zu mir und gab mir Anweisungen, die ich ausführen sollte, jedoch nicht sprechen dabei. „Fragen können Sie nach dem Testen stellen.“, meinte er sehr bestimmt.

Mit einem Nicken signalisierte ich meine Zustimmung und dass ich seine Anweisungen verstanden hatte. So hob ich die Arme und am Rücken wurde meine Lunge abgehört. Dann erfolgte die Durchführung des Tests, ein langes Stäbchen wurde mir in Mund und Nasenlöcher eingeführt, um eine Sekretprobe zu entnehmen. Der Arzt lobt mich und meinte beruhigend, dass er keine untypischen Geräusche bei meiner Atmung in der Lunge vernehmen konnte. Meine Lunge sei frei und er glaubte nicht, dass ich Corona haben könnte. Doch natürlich müsse das Testergebnis abgewartet werden.

Nun folgte das wohl Notwendige, wenn auch das, was mich am meisten aufwühlte: Der Arzt informierte mich über alle Notfallnummern, sowohl für mich als auch für meinen Kleinen. Zudem wurde ich darüber informiert, dass die Auswertung des Tests ein paar Tage dauern kann. Ich sollte mich bis dahin gesund ernähren und viel schlafen sowie viel trinken und vor allem keine Angst haben. Angst fördere stets die Entstehung von Krankheit, bei mir und dem Kleinen, der natürlich meine Angst spüren würde. Die prägnanten Aussagen des erfahrenen Arztes machten Eindruck und wirkten durchweg überzeugend auf mich.

„Ein wirklich sympathischer und kompetenter Arzt.“, dachte ich mir. Sehr orientiert am Menschen, authentisch und trotz professioneller Distanz gleichsam nah. Dennoch war es ein komisches Gefühl, die ganze Zeit über wie ein Geächteter behandelt worden zu sein. Die Bedenken in den Augen der Menschen, wenn es nicht sicher ist, ob man Corona hat, die ich lesen konnte. Mir wurde angeordnet, nirgends hinzugehen, bis das Testergebnis feststand und ich sollte zudem stets den Mundschutz tragen wegen dem Kleinen, auch Zuhause.

Als ich wieder im Auto saß, dachte ich mir, dass wenn ich Corona haben sollte, könnte es mein Kleiner schon längst haben. Diese vermeintliche Gewissheit verursachte mir ein unangenehmes Ziehen in der Magengegend. Durch ruhiges und bewusstes Atmen versuchte ich diesem bedrohlichen Gefühl Herr zu werden.

Nun begann das Warten…

Verdammt, wie hasste ich dieses. Gefühle von früher kamen währenddessen in mir hoch. Warten, immer musste ich warten auf die Nachricht, ob das Kind den Eingriff und auch sonst überlebt hatte…

Ruhig bleiben und einfach weiter atmen.

Die Angst, noch ein Kind verlieren zu können, wieder an eine Krankheit, sie schlich sich in alle Glieder. Dieses seelische Gift, welches dir den Verstand rauben kann, wenn du diesem nicht Einhalt gebieten kannst…

Die Tage vergingen und mittlerweile ging es mir gesundheitlich deutlich besser. Ich hatte nur noch ein wenig Schnupfen und ab und an leichte Schluckbeschwerden. Auch schmecke ich alles und hatte auch kein Fieber mehr. Zum Glück ging es auch meinem Kleinen gut, die ganze Zeit über hatte er keinen Infekt gehabt.

Zwei Tage später klingelte endlich das Telefon, als ich auf dem Display die Nummer des Arztes angezeigt bekam. Panik stieg urplötzlich in mir auf und mein Herz pochte wie wild. Kaum konnte ich sprechen und erschrak selbst über meine heisere Stimme. Für einen Moment schloss ich meine Augen, atmete tief durch und nahm das Telefonat an.

Der nette Arzt am anderen Ende der Leitung bat mich, meine Daten zu bestätigen: mein Geburtsdatum und meine Adresse. Diese Vorgehensweise sei immer Vorschrift vor Nennung des Testergebnisses, um Verwechslungen auszuschließen und Diskretion zu wahren. Kaum ein Wort brachte ich heraus und meine Hände zittern, als ich mit ihm mit belegter Stimmfarbe die Daten abglich.

So war ich zutiefst dankbar, als ich seine folgenden ruhigen Worte vernahm: „Ihr Testergebnis ist negativ. Unauffälliger Befund. Zusammen mit meiner klinischen Untersuchung ist eine Corona-Infektion mit größter Wahrscheinlichkeit auszuschließen.“

Mir fielen in diesem Moment tausend Steine vom Herzen und ich konnte gar nicht sprechen vor lauter Erleichterung. Der Arzt schob noch freundlich hinterher: „Ich freue mich für Sie. Machen Sie sich bitte keine Sorgen mehr. Sie haben kein Corona.“

Im Anschluss ging ich zu meinem Kleinen hoch, der gerade aufgewacht war. Vermutlich hatte er meine intensiven Emotionen gespürt, denn er begrüßte mich mit einem strahlenden Lächeln, welches mir sofort zu Herzen ging. Später am Wickeltisch beugte ich mich zu ihm und sprach zu ihm mit Tränen in den Augen:

„Schatz, deine Schwester hat uns geholfen. Mama hat kein Corona.“

Das erste Weihnachtsfest ohne mein Sternchen

Das erste Weihnachtsfest ohne meine Kleine. Dabei musste ich viel an sie denken, immer wieder, und stellte ihre Taufkerze zu uns auf den Tisch, um dass sie bei uns sein konnte.

Es sind vor allem die kleinen Momente, in denen ich an mein Sternchen denke. Ein plötzlich auftauchendes Spielzeug, ein Strampler von früher, das eine Bilderbuch, das sie immer so mochte, das eine Kinderlied, das sie immer so mochte…

Immer mal wieder kommen mir dann die Tränen; so müssen sie doch fließen, um den Schmerz zulassen zu können, sonst könnte dieser toxisch werden. Die Zeit heilt gewissermaßen, in der Tat, doch eine Wunde wird immer bleiben. Zwar mit Schorf überzogen, doch nie ganz geschlossen.

Viele Erinnerungen kamen mir wieder in den Sinn…

Musste sie doch ihr erstes Weihnachtsfest auf der Intensivstation verbringen, einmal sogar auf Leben und Tod.

In diesen Tagen habe ich mich entschlossen, all ihr Wirken zu ihren Ehren niederzuschreiben. Mir ist es ein Bedürfnis, dass etwas von ihr bleibt.

An dieser Stelle möchte ich euch danke für eure tolle Unterstützung in Form von lieben Worten und Gesten sagen, ihr seid wundervoll, jeder von euch! ❤

Wie es der Zufall so will, traf ich die Tage die ehemalige Babysitterin meiner Kleinen. Dann geschah dies:

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Gerade gehe ich die Straße entlang, welche mich vom Friedhof wegträgt, da höre ich ihre Stimme. Die Stimme der jungen Frau, die einst Babysitter bei meiner Kleinen war. Viele hatten Angst, meine Kleine in meiner Abwesenheit zu betreuen. Ich konnte sie alle verstehen und habe niemandem einen Vorwurf deswegen gemacht. Da stand sie wieder vor mir und sah aus wie ein Engel mit ihren blonden feinen Locken und ihrem unsicheren Lächeln. Eine junge Frau, die bisher das Glück hatte, noch kein Leid erfahren zu müssen. So fragte sie mich aufgeregt:
„Wie geht es Ihnen? Ich habe davon gehört.“

„Es ist nicht schön“, antwortete ich ihr direkt.


„Waren Sie gerade bei ihr?“, fragte mich die Babysitterin.
„Ich gehe nahezu täglich zu ihr zum Grab, ja. Weißt Du, wo ihr Grab ist, möchtest Du auch mal hin?“
Der ehemalige Babysitter wurde rot, trotz der frühen Dunkelheit konnte ich es deutlich erkennen.
„Alles gut. Du hast angefangen zu studieren, wie geht es Dir?“

Sie erzählte mir von ihrem anspruchsvollen Studium, dass sie froh sei, ein paar Tage durchatmen zu können. Lange blickte ich ihr in ihre strahlend blauen Augen. So jung und das Leben steht vor ihr mit all seinen Möglichkeiten, denke ich mir.
„Du kannst Dir auf deine Schulter klopfen, ein solches Studium ist sehr anstrengend. Lobe Dich selbst einmal, das hast Du verdient.

Sie lächelte verlegen…


„Ich wünsche Dir, dass Du nie Leid in Deinem Leben erfahren musst. Das wünsche ich Dir von ganzem Herzen. Ich habe angefangen zu schreiben. Es war schon immer mein Traum gewesen, die Worte schon immer ein wichtiges Medium zum Ausdruck. Mit meiner Kleinen fand ich durch die Vollzeitpflege schlichtweg nicht die Zeit dafür. Jetzt wird es Zeit…“
„Wie schön, das finde ich klasse! Darf ich die Arbeiten lesen? Ich vermisse sie sehr. Ich fühle mich ihr dann wieder nah.“


Tränen kommen mir. Das ist es, denke ich mir, meine Kleine wird in meinen Werken weiterleben. Sie ist gestorben, doch ihr guter Geist ist bei uns – nicht nur bei mir. Vielen Menschen schenkte sie von ihrer Fröhlichkeit, so wie dieser jungen Frau hier vor mir.
„Gehe sie ruhig besuchen. Sie merkt, wenn Du bei ihr bist. Sie freut sich bestimmt, Dich wieder einmal zu sehen. Sie mochte Dich immer sehr.“


Wir verabschiedeten uns. Als sie sich abwandte zum Gehen, sah ich ihre Tränen…

Dunkle, verborgene Geheimnisse

Habt ihr auch diesen einen abgeschlossenen Schrank in euren Gedanken?

Diesen einen Schrank, der irgendwo in der hintersten Ecke eures Bewusstseins steht, verstaubt und kaum genutzt?

Ab und zu besucht ihr mal diesen Schrank. Ihr fahrt dann mit den Händen über die schönen Holzkonturen, atmet die etwas muffige Luft ein, genießt für einen kurzen Moment die Stille um euch herum. Doch Vorsicht, bloß nicht den Schrank öffnen, oder? Wie auch, wo der Schlüssel zum Schloss doch irgendwann auf dem Weg eures Lebens abhanden kam.

Dieser Schrank führt ein verkümmertes Dasein. Und doch ruft er sich immer wieder in euer Gedächtnis zurück, mal stiller und mal lauter. Aber was ist denn nun in diesem wunderlichen Schrank? Was wurde darin weggesperrt, doch wohl nicht gänzlich entsorgt?

Was verbirgt sich hinter dessen Türen, was nicht hinaus darf?

Nun, darin verborgen ruhen unsere Träume. Unsere Träume, die wir gedanklich irgendwann einmal in unserem Leben erweckten, die geboren wurden aus Liebe, Zuversicht und dem Glauben an sich und die anderen.

Diese wundervollen und lebendigen Träume, die so mächtig werden können, so vereinnahmend scheinen können.

Diese Träume, die uns einst strahlen und lachen ließen, welche die Kraft des Lebens durch unsere Pulsadern fließen ließen.

Diese machtvolle Injektion an Pioniergeist, Visionen und der allumfassenden Zuversicht, dass sich genau dieser eine Weg vor uns auftut, den es zu beschreiten gilt. Oh Gott, schnell noch ein Schloss anbringen an der Tür des Schrankes. Noch mehr Verschluss und Abriegelung zur Sicherheit, so bleiben die Träume schön verwahrt und in Schach gehalten. Denn kurz war diese große, ausfüllende Energie spürbar, kurz begehrte das Träumen auf, kurz fand es Gehör.

Schnell wieder weg von diesem Schrank, schnell wieder zurück in das sicher geglaubte Leben.

Ein Leben, welches in geordneten Bahnen läuft, welches ohne viel Aufregung bequem vor sich hin plätschert. Das ist doch schließlich das Leben, für welches ihr euch entschieden habt! Das ist doch das Leben, welches euch glücklich macht. Zumindest ein bisschen glücklich macht, das muss immerhin reichen. Das ist eure Komfortzone, diese Wege geht ihr seit Jahren immer wieder auf und ab.

Diese Wege sind bewährt und an deren Wert ist nicht zu rütteln, oder?

Also still, ihr aufschäumenden Träume in diesem einen Schrank in eurem Kopf! Lasst in Ruhe, es ist keine Zeit, um sich mit euch auseinanderzusetzen! Mist, da vorne ist ein Verkehrsschild. Darauf steht, der Lebensweg geht irgendwann zu Ende, doch ein paar Jahre verbleiben noch zu verweilen. Uff, dann ist es ja zum Glück nicht so dringlich, dann bleibe ich einfach auf diesem gewohnten Weg, bis er eben endet. So soll es sein und so ist es gut!

Auf einmal siehst du in Gedanken wieder diesen Schrank vor dir, diesen Schrank voller ungelebter Träume.

Mmmmhhhh…

Vielleicht diesen Schrank doch noch einmal wieder öffnen?

Diesen meinen Schrank habe ich wieder geöffnet und fand meine Passion für das Schreiben als Medium meines Ausdrucks wieder. Ich habe begonnen, einen neuen und unbekannten Weg zu beschreiten. Der Ausgang dieses Weges ist im Grunde nicht wichtig. Wesentlich ist das Beschreiten dieses Weges, nämlich meinen Traum zu leben. Dem Ruf meines Herzens folge ich nun, denn wenn ich eines schmerzlich lernen musste, dann dass wir alle endlich sind und nur ein geschenktes Leben haben.

Findet euren Weg und nutzt eure Lebenszeit. Hört ihr? Euer Schrank ruft euch…

Der Besuch ihres Grabes

Ich bin bei meiner Kleinen auf dem Friedhof, mein kleiner Großer ist dabei.

Wir entdecken einen wunderschönen Christbaum auf einer Anhöhe auf dem Gelände des Friedhofs. Gemeinsam gehen wir hin, um ihn uns genauer anzuschauen. Es ist schon dunkel, obwohl es noch gar nicht spät ist. Umso mehr leuchtet uns der Baum den Weg.


„Siehst du Schatz, wie der Stern über dem Stall von Bethlehem den Weg wies, so zeigt uns das Strahlen des Christbaums den Weg“, meinte ich zu meinem Sohn.


Wir hatten die Anhöhe gerade erreicht und waren ein wenig außer Atem. Wunderschön leuchtet der Baum inmitten der Dunkelheit. Als wir beim Christbaum ankommen, halten wir inne und genießen die Stille.


„Hat den der liebe Gott hingestellt Mama, um den Menschen eine Freude zu machen? Alle Menschen sind doch gerade traurig wegen der Corona-Krankheit.“


„Ach Schatz, das ist eine gute Frage. Ich vermute, der Herr Pfarrer hat ihn zusammen mit Freunden aufgestellt und so schön geschmückt. Er wollte dem lieben Gott bestimmt Arbeit abnehmen, wo doch gerade überall so viele Christbäume stehen. Aber ich glaube, es geschah im Sinne des Herrn.“


Eine Weile standen wir still beisammen. Dann überkam es mich und spontan begann ich Weihnachtslieder zu singen. Irgendwie gab mir das Singen Trost und Zuversicht.

Mein Sohn stimmte mit ein so gut er konnte und so hallen unsere Stimmen in der Dunkelheit.


Auf einmal hörten wir zwei weitere Stimmen im Gesang. Erschrocken fuhr ich herum und sah in gewisser Entfernung zwei Menschen stehen, ein Mann und eine Frau.


„Entschuldigen Sie, stört es Sie, wenn wir mitsingen? Wir halten sicheren Abstand wegen der Schutzmaßnahmen, keine Sorge. Es hat gerade gut getan zu singen.“


„Natürlich können Sie mitsingen, Sie stören nicht, danke dass Sie fragen und auch Abstand halten. Das dachten wir gerade auch, dass es uns gut tut.“


„Sie sind doch die Frau, die ihr Kind verloren hat? Oh je, ich bin indiskret, entschuldigen Sie.“


„Alles gut, ja das bin ich. Unsere Kleine singt die ganze Zeit mit, denn sie steht im Geiste an unserer Seite. Haben Sie nur keine Berührungsängste.“


„Wissen Sie, ich frage deshalb, weil ich Ihr Leid kenne. Ich habe auch ein Kind verloren. Die Geburt ging seinerzeit zu lange und die Medizin war noch nicht so gut wie heute.“


Ich lächle und frage: „Weitersingen?“

Die Frau lächelt mich wissend an, sind wir doch zwei Verbündete im Leid.

Sie schaute dem Mann neben ihr lange in die Augen, eine reife Liebe zeigte gerade ihr Gesicht.

Der Mann legte eine Hand auf ihre Schulter und küsste sie auf die Wange. Ich freute mich für deren beider Glück. Dann wandten sich beide wieder uns zu.

„Sehr gerne, lassen Sie uns fortfahren!“

Vom Leben und Sterben eines Kindes, Teil 2

Heute Nacht schläft sie aber lange, denke ich mir auf einmal.

Ich pumpe gerade Milch ab, um endlich einmal Vorräte anzusammeln und den Milchfluss anzuregen.

Er gedeiht wundervoll und trinkt tüchtig, alle Vorräte hat er zeitnah aufgebraucht.

So beende ich mein Abpumpen, weil mich auf einmal eine innere Unruhe erfasst, begleitet von einem schweren Gefühl, dass mir fast die Luft zum Atmen nimmt.

Eine Stimme sagt in meinen Gedanken: „Der Tod wird kommen“.

Ich verdränge das Gefühl augenblicklich, mache mich auf den Weg zum Zimmer, in dem meine Kleine schläft. Halte noch an der Tür zum Zimmer meines Kleinen und schaue einmal vorsichtig hinein.

Er schläft friedlich mit ruhiger Atmung. Etwas das ich bis heute nicht ablegen kann, auf seine Atmung im Schlaf zu achten.

Die Ärzte sagten immer, die gefährlichen Situationen geschehen im Stillen…

Ich gehe weiter in’s Zimmer meiner Tochter. Ein drückendes Gefühl begleitet mich. Die Schwere, wenn der Tod anklopft…

Ich kenne dieses Gefühl zu gut, träume ich doch oftmals den Tod von Nahestehenden. Ihren Tod hatte ich nicht geträumt, alles wird gut, denke ich mir…

„Nein“, vernehme ich das Flüstern. Ich verdränge es vehement und betrete den Raum, mach Licht.

Ich höre sie nicht atmen.

Komisch, denke ich mir, die letzten Tage hatte sie schwer geschnarcht, und auch so atmete sie nie lautlos.

„Gesunde Kinder hören sie nicht im Schlaf, Schnarchen ist ein Zeichen von Schleimverlegung“, meinten die Ärzte immer.

Ich sehe sie an. Sie ist ganz grau im Gesicht und atmet sehr flach.

Ich bekomme eine Gänsehaut und Angst durchfährt meinen Körper. Mein Herz klopft auf einmal schneller. Irgendetwas stimmt nicht, spüre ich instinktiv.

Der Kinderarzt war erst am Nachmittag da. Ich hatte ihn gerufen, da mir ihre Atmung nicht gefiel und ihr Sättigungswert niedrig war. Ich hatte ihn dreimal gefragt, ob sie Antibiotikum brauchen würde.

„Nein“, hatte dieser gesagt, „inhalieren sie mit dem Medikament. Ihre Bronchien sind etwas zu. Wenn es in zwei Tagen nicht besser ist, geben wir Antibiotika“.

Sie sollte diese Frist nicht mehr erleben…

Ich schaue auf den Monitor, an dem sie immer beim Schlafen angeschlossen ist. Mein elektronischer Babysitter, nannte ich ihn immer. Irgendwann musste ich auch mal schlafen…

Die Werte sind gerade an der Grenze zum Alarm und schlechter als am Nachmittag. Oh Gott, bitte nicht! Angst… immer größere Angst…

Ich nehme sie hoch auf meine Arme, versuche sie aufzuwecken.

„Wenn sie schlecht atmet, wecken sie sie auf“, meinten die Ärzte immer.

Beim Anheben merke ich, dass sie glüht. Oh Gott, wo kommt auf einmal dieses Fieber her?

Fieber bedeutet für einen herzkranken Menschen immer Lebensgefahr. Ein gesundes Kind hält Fieber drei Tage unbedenklich aus, ein krankes Kind einen Tag.

Panik erfasst mich. Ich versuche ruhig zu bleiben, Panik hilft ihr nicht.

Sie hängt schlaff in meinen Armen, wacht nicht auf.

Ich lege sie auf das Bett. Sie hat die Augen halb geöffnet, reagiert jedoch nicht auf meine Ansprache. Ich bekomme sie nicht mehr wach.

„Bitte Schatz, du musst aufwachen, bitte, sonst stirbst du, bitte.“

„Bitte Herr, lasse sie nicht sterben. Nimm mich bitte, nicht sie.“, bete ich.

Ich rufe ihren Vater herbei. Dann setze ich einen Notruf ab und rufe einen Krankenwagen.

Der Mensch am anderen Ende fragt mich, ob ich wirklich einen Arzt brauche. Ich sage ihm: „Ja , sofort, meine Tochter atmet immer schlechter und ist bewusstlos“.

Der Monitor beginnt Alarm abzugeben. Ein schrilles Piepsen. Es kriecht mir durch Mark und Bein.

Ihre Werte sinken unaufhörlich. Ich stelle ihren Sauerstoff höher und noch höher, bis zur höchsten Stufe und stabilisiere ihre Körperlage. „Bitte wach auf Schatz!“

Sie wacht nicht auf.

Ihr Gesicht grau, ihr Körper marmoriert, ein Zeichen von Sauerstoffmangel im Blut. Ich hatte es oft gesehen auf der Intensivstation, erst wurden die Kinder grau – und dann weiß.

Die Rettungssanitäter treffen zuerst ein. Zwei junge Männer betreten den Raum. Sie erkennen sofort, dass die Lage ernst ist. Den Ausdruck in ihren Blicken werde ich nie vergessen. „Das arme, sterbende Kind“, sagen die Blicke.

„Meine Tochter erstickt gerade, bitte helfen sie ihr.“

Der Notarzt trifft ein. Der gleiche Blick. Er stellt ihre Bewusstlosigkeit fest.

„Wir versuchen sie ins Krankenhaus zu bringen, ich weiß aber nicht, ob sie die Fahrt überlebt, da bin ich ehrlich mit Ihnen. Wollen Sie sie in den Krankenwagen tragen?“

Ich will instinktiv aufstehen, liegt sie doch in meinen Armen. Da spüre ich ein scharfes Stechen. „Ich hatte vor zwei Wochen einen Kaiserschnitt“, sage ich wie in Trance.

Der Notarzt nickt und nimmt sie auf seine Arme. „Gehen Sie mit?“, fragte er mich.

„Ich kann nicht, ein Säugling ist noch im Haus. Ihr Vater begleitet sie.“

Sie brachten meine Tochter aus dem Haus und mussten sie 15 Minuten stabilisieren, bevor sie die Fahrt ins Krankenhaus antreten konnten.

Ich schließe die Haustür und gehe wie betäubt in die Küche. Auf einmal breche ich zusammen und weine heftig.

„Bitte nicht, bitte lasse sie nicht sterben!“, rufe ich immer wieder gen Himmel.

Nach einer Weile gehe ich nach oben und schaue in das Kinderzimmer meines Sohnes. Er hat von dem ganzen Drama nichts mitbekommen und schläft weiterhin friedlich. Der Morgen graut bereits, es wird allmählich hell.

Wie ferngesteuert lege ich mich etwas hin. Eine halbe Stunde später erwacht mein Sohn und macht sich bemerkbar.

Ich stehe auf, streife im Vorbeigehen das Bett meiner Tochter.

Ihr Kopfabdruck ist noch im Kissen sichtbar. Die Decke verwuschelt, ihr Lieblingskuscheltier sitzt brav im Eck ihres Bettes.

Ich gehe zu meinem Sohn und nehme ihn aus seinem Bettchen. Lachend quakend begrüßt er mich, nichtsahnend des vergangenen Geschehens. Wir gehen in das Kinderzimmer seiner Schwester zurück, da ich ihn dort stillen möchte.

Beim Vorbeigehen schaut er in das Kinderbett seiner Schwester.

Es durchfährt mich ein heftiger Schmerz, so intensiv wie noch nie zuvor erfahren.

„Schatz, deine Schwester musste in’s Krankenhaus. Es geht ihr nicht gut…“

Der Geächtete der Gesellschaft

Gerade verlasse ich das Geschäft, da höre ich ihn schon, bevor ich ihn sehe:

Einen Mann Anfang Vierzig, hagere Erscheinung, strähniges Haar, das Gesamtbild ungepflegt.

Noch auffallender als sein Äußeres sind seine Äußerungen, vielmehr die Lautstärke derer.

Er spricht mit sich selbst, ab und an unterbricht er seinen Monolog mit Ansprachen von vorbeilaufenden Passanten.

Ich erkenne den Mann: Er ist auch bekannt als der Dorftrottel.

Irgendwann in seinem Leben ging etwas schief, und er konnte dieses Schiefgehen wohl nicht verarbeiten.

Er begann zu trinken. Erst Bier, dann Wein, dann folgte der Schnaps. Seine Eltern starben, als er gerade volljährig war.

Er hat einen jüngeren Bruder, der einem Beruf nachgeht. Er selbst hatte Maschinenbau studiert. Eine Frau und Kinder hatte er nicht. Ein sanierungsbedürftiges Häuschen mitten im Ortskern ist sein Eigen, geerbt von den Eltern.

Woher ich das alles weiß, ohne je ein Wort mit ihm gesprochen zu haben?

Vom Dorfgespräch, vom Dorftratsch, von der Weitergabe der Vita eines Menschen durch Klatsch.

Die Leute scheinen alles über diesen Mann zu wissen…

Und doch weiß niemand etwas über dich, nicht wahr?

Wie schnell die Gesellschaft ein Urteil über einen anderen Menschen fällt, wie gnadenlos sich Menschen über andere Menschen als deren Richter aufspielen…

Während ich die Einkäufe im Wagen verstaue, spricht der Mann Passanten an. Freundlich, nicht wüst, doch merklich verwirrt.

Er ist stark alkoholisiert, denke ich mir. Jeder seiner Ansprachen ein Hilferuf nach gesehen werden, nach wahrgenommen werden.

Nicht als Abschaum der Gesellschaft, nicht als Alkoholiker, nicht als gestrandeter Versager, der sein Leben nicht auf die Reihe kriegt.

Gesehen werden als Mensch wie du und ich, ohne Urteil und Vorurteil, ohne falsche Anteilnahme, sondern mit aufrichtigem Interesse an der eigenen Person.

Was hat dich zu einem Schatten deiner selbst werden lassen?

Was verletzte dich so dermaßen, dass du nur die Flucht in die Sinnesbetäubung sahst?

Ein anderer Mann winkt ihn mit abfälliger Handgeste ab, Frauen schauen an ihm durch, ein paar Jugendliche lachen ihn aus.

Keiner behandelt ihn als gleichwertigen Mensch. Jeder nimmt sich das Recht heraus, sich über ihn zu erheben.

„Du bist Abschaum am Rande der Gesellschaft!“, scheint jede dieser Reaktionen zu sagen.

Weil er ein offensichtliches Alkoholproblem hat?

Weil er zu laut spricht?

Weil er überhaupt andere Menschen anspricht?

Keinem tritt er zu nahe, keinen Menschen beleidigt er. Der „Dorftrottel“ behandelt sein Gegenüber mit Achtung und Respekt und zeigt mehr Würde im Verhalten als jeder dieser Passanten.

Der „Dorftrottel“ ist ein Mahnmal für die Menschen. Er ist vermeintliches Synonym für Schwäche und Brechen am Leben und seiner Tragik.

Er erinnert unbewusst an all die unschönen Seiten unseres Seins, unfreiwillig hält er uns einen Spiegel vor.

Keiner spricht mit ihm, nur schnell vorbei an diesem Menschen. Er wendet sich daraufhin einem Hund zu, der im Auto auf seine Besitzer wartet.

Die Tragik dieser Reaktion versetzt mir einen Stich in den Magen. Dieser Mensch, der vermutlich dem Alkohol erliegen könnte, wenn sein Körper den übermäßigen Konsum irgendwann quittiert.

Oder schafft er doch noch die Kurve?

Ein Gefühl überkommt mich, dass er selbst nicht mehr daran glaubt, an sich selbst.

Ein Schicksal wie viele andere Schicksale auch.

Wer vermag ihm die Hand zu reichen?

Wer weiß, vielleicht möchte er diese annehmen…

Vom Leben und Sterben eines Kindes, Teil 1

Es gab einen Moment, da kam ich an meine persönlichen Grenzen. Da merkte ich, das schaffe ich psychisch nicht.

Es war der Moment, als du dein Kind in den Vorbereitungsraum für eine Operation begleitest. Diese letzten Minuten, bevor dein Kind hinter Türen verschwindet und du nicht weißt, ob du es wieder lebend sehen wirst.

Diesen Moment konnte ich für sie nicht stark sein, denn ich wollte nicht, dass sie Mama weinen sieht, bevor sie von all den fremden Gesichtern des OP-Teams umgeben ist.

Ich war heilfroh, dass es ihren Vater gab. Er war genauso mitgenommen wie ich, doch er schaffte es, diesen Moment so fröhlich zu gestalten, wie sie es verdiente.

Das war stets sein Part. Die Ärzte meldeten mir später immer zurück, wie liebevoll er mit seiner Tochter redete und umging und dass das gar nicht selbstverständlich sei.

Meistens würden die Mütter bleiben, mit Ausnahme ein paar weniger Väter. Das „Kreuz“ ein krankes Kind zu schultern wäre eine Bestandsprobe eines jeden, meinten sie.

Ich war wieder schwanger und der Geburtstermin rückte immer näher. Mit meinem Engel redete ich viel, erklärte ihr die neuen Umstände, dass es Veränderungen geben wird, dass ich sie dennoch genauso lieben würde wie vorher, dass sie dann einen Spielkameraden hätte, sie, die große Schwester.

Die letzten vier Wochen vor der Geburt wurden anstrengend. Ich war schnell erschöpft und kämpfte mit Rückenschmerzen.

„Heben Sie die Kleine nicht mehr hoch, sonst kann das eine Frühgeburt auslösen.“, mahnte mich mein Frauenarzt.

Also passte ich auf, denn ich trug Verantwortung für beide, obwohl es mir sehr schwerfiel, das Spielen mit ihr einschränken zu müssen.

Manchmal schaute sie mich lange an, in den kindlichen Augen fast schon den weisen Ausdruck eines Erwachsenen.

Ich war überfällig. Als ich die 42. Woche begann, schickte mich mein Frauenarzt zur Kontrolle ins Krankenhaus, da war der Ultraschall genauer.

„Gehen Sie kein Risiko ein, die Versorgung des Babys durch die Plazenta wird generell nach der 40. Woche immer unzureichender.“, riet er.

So ließ ich einen Kaiserschnitt-Termin vereinbaren, denn ich wollte nicht schuld sein an einem vermeidbaren Unglück.

Einen Tag vor dem Kaiserschnitt-Termin entschied sich mein Junge, sich auf den Weg zu machen.

Für einige Tage hatte ich eine Betreuung für meinen Engel organisiert mit professionellen Pflegekräften, doch wohl war mir dabei nicht, sie so lange aus meiner Fürsorge zu geben. Unter starkem Wehenschmerz schaffte ich noch mit Mühe sie zu versorgen, bis die Pflegekraft eintraf.

Im Krankenhaus offenbarte man mir, dass der Muttermund sich bisher 3 Zentimeter geöffnet hatte. Auf der Toilette bemerkte ich grünes Fruchtwasser. Das heißt, das Baby hatte Stress. Die Wehen kamen in zu kurzen Abständen.

Es war zu erwarten, dass er groß werden würde laut Ultraschall. So entschied ich mich gemeinsam mit dem Vater für einen Kaiserschnitt und wollte kein Risiko mehr eingehen.

„Wenn er stecken bleibt, können wir auch mit Kaiserschnitt nichts mehr tun.“, meinten die Ärzte. Durch einen Geburtsfehler sollte er keinen Schaden nehmen…

Ich dachte die ganze Zeit auf dem OP-Tisch, bitte lass alles gut werden…

Der erste kraftvolle Schrei…

Er ist gesund, wusste ich sofort. Kranke Kinder schreien nicht mehr kraftvoll, sie wimmern, weil ihnen die Kraft und die Luft zum Schreien fehlt.

Die Ärzte sagten immer, bei den wirklich gefährlichen Situationen hört man die Kinder nicht mehr.

Ein süßer Junge, 4.1 kg, erblickte das Licht der Welt. Er ist doppelt so schwer wie seine Schwester bei der Geburt, kam es mir in den Sinn…

4-5 Tage ist die empfohlene Aufenthaltsdauer bei einem Kaiserschnitt im Krankenhaus. Der Kleine trank ohne Probleme, er entwickelte sich völlig unauffällig und prächtig. Alle Schwestern hatten sich schon in ihn verliebt.

Doch trotz meinem Mutterglück spürte ich zeitgleich, dass meine Kleine nach mir rief.

Ich ließ die Schmerzmittel fast weg, so dass ich mich spüren konnte und unterschrieb etwas und entließ uns selbst nach 3 Tagen. Der Kinderarzt und der Frauenarzt hatten nach einer Abschlussuntersuchung unser beider ihr OK gegeben.

Daheim angekommen stellte ich die beiden Geschwister einander vor. Sie hatten gleich einen innigen Draht zueinander.

Alles wäre gut gegangen, sie war nur stiller als sonst, meinten die Pflegerinnen.

Ich begrüßte meinen Engel ausgiebig. Sie war weniger überschwenglich mir gegenüber.

Erst nach zwei Tagen schaute sie mir wieder richtig in die Augen, denn ich spürte, sie war verärgert mit mir, dass ich solange nicht da war.

Ein paar Tage voller Glück und Freude vergingen. Beide Geschwister zusammen zu erleben war wundervoll für alle Beteiligten.

Es sollte die letzte gemeinsame Zeit der beiden bleiben…

Gedanken einer Sternchen-Mama

Nun stehe ich wieder an deinem Grab mein Engel, wie Tag um Tag und egal bei welchem Wetter.

Es ist mir ein inneres Bedürfnis, einmal am Tag nach dir zu sehen und zu schauen, ob es dir gut geht.

Jetzt, wo der liebe Gott auf dich aufpasst und ich meine Fürsorge um dich in seine Hände legen musste.

Bitte gebe ihr ausreichend zu trinken, sage ich ihm manchmal, weil du doch immer viel trinken musstest.

Musstest, weil es Teil deiner Pflege war, weil die Flüssigkeit deinen Schleim in den Atemwegen locker hielt.

„Müssen“ musstest du so viel in deinem kurzen Leben, mein Engel.

Viele Schmerzen, Operationen, Aufenthalte auf Intensivstationen musstest du hinnehmen.

Und tatest dies wie eine Kämpferin und hast uns dennoch immer wieder alles verziehen.

Die Ärzte sagten immer, dass du nicht viel mitbekommen würdest, dass deine Wahrnehmung beeinträchtigt sei und sie nicht wüssten, was du alles realisierst.

Viel nur mir dieser Widerspruch auf?

Dein Gendefekt, verbunden mit einer Behinderung, wurde zum Stigma, als würdest du einen durchsichtigen Stempel auf der Stirn tragen.

„Totgeweiht“ sagt dieses Stigma.

Uns allen widerfährt dieses Schicksal. Du hattest das Kreuz zu tragen, dass die Ärzte bei dir täglich darauf warteten.

Wie ein Mantra sagten sie, du könntest jederzeit aufhören zu atmen oder dein Herz aufhören zu schlagen.

Du hast den Ärzten in Gedanken dann immer den Mittelfinger gezeigt…

Nie wolltest du Mützen tragen.

Lange kam ich nicht dahinter, warum du dich gegen das Anziehen von Mützen gewehrt hast.

Dann wurde es mir klar…

Der Beatmungsschlauch hing die ersten drei Lebensmonate an einer Kappe befestigt.

Ich hätte an deiner Stelle auch keine Lust mehr auf Mützen gehabt…

Bei Männern mit Brillen im Familien- und Bekanntenkreis hast du angefangen zu weinen, obwohl sie lieb zu dir waren.

Warum nur, fragte ich mich…

Welcher Arzt mit Brille musste an dir eine unangenehme Behandlung vorgenommen haben, welche dir so dermaßen zusetzte, dass du dir dies gemerkt hast und mit einer Brille in Verbindung gesetzt hast.

Aber sie kriegt doch nichts mit, sagten sie immer…

Menschen mit Beeinträchtigung sind ein solch menschlicher Zugewinn, eine solch wertvolle Bereicherung, dass sie ohne Diskussionen in unsere gesellschaftliche Mitte gehören.

Habt keine Angst vor Diagnosen mit Behinderung in Bezug auf eure Kinder, freut euch um das Glück, sie bei euch zu wissen…

So stehe ich an deinem Grabe…

Und denke mir so oft, wenn es gegangen wäre, hätte ich dir sofort dieses Kreuz abgenommen und deine Krankheit getragen.

Sofort.

Doch es ging nicht, warum dieses Unglück auch geschehen musste.

Ich hoffe, ich konnte dir zumindest einen Teil deines Leids abnehmen und ihn mit Freude füllen…

Du hast mir gezeigt, wie wertvoll das Leben ist.

Du, der Mensch mit Behinderung, der Mensch jenseits aller Norm, hast die Essenz des Lebens sofort verstanden.

Du hast uns Erwachsenen an die Hand genommen, geduldig und verzeihend und hast unsere Dunkelheit mit deinem kostbaren Licht erhellt.

Du, der Mensch mit Beeinträchtigung, hast wohl so manches Mal gedacht, wie begriffstutzig die Großen doch sind und die Botschaft des Lebens nicht verstehen.

Am Tage deines Versterbens starb ein Teil von mir mit. Er liegt bei dir, damit du nicht so alleine bist mein Engel.

Eine Wunde bleibt lebenslang, denn ein Teil deiner ging…

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Liebe Mamas und Papas von Sternenkindern!

Nehmt diese Wunde in eurem Herzen wahr. Weint, trauert, schreit, zweifelt, leidet…

All diese Emotionen müssen nach außen kommen, sonst vergiftet ihr euch nach und nach im Innern und das hätte euer Sternchen nicht gewollt.

Erst nach dem Durchleben des Abschieds seid ihr wieder offen und bereit für das Leben mit all seinen Wundern.

Achtet auf euch, tut euch Gutes, lebt, lebt, lebt – für euer Sternchenkind.

Eine Wunde, die äußerlich blutet, würdet ihr doch auch kompromisslos versorgen…

Unglück geschieht nun einmal

Wer kennt es nicht….

Gedanken über Gedanken füllen den Geist, lassen den Kopf schwer werden.

Zig Möglichkeiten werden im Geiste gesponnen, wie sich ein Sachverhalt darstellen könnte.

Alle Seiten wägt man ab. Die analytische Herangehensweise an Fragen, die beschäftigen, die zusetzen, die sich immer wieder einbohren, die sich nicht verdrängen lassen.

Ein weiser Mann sagte einmal:

„Sehe ich die Zeichen richtig? Oder sehe ich die Zeichen so, wie ich sie gerne sehen möchte, wie es mir gefallen könnte?“

Diese Frage alleine zu beantworten scheint wohl schier unmöglich.

Das ureigene Denken ist immer subjektiv, beeinflusst durch Emotionen, Erfahrungen, Wünsche und Sehnsüchte.

Wer vermag sich davon freizumachen?

Helfen kann jedoch, sich aus sich selbst zurück zu nehmen, sich übertragenerweise neben sich zu stellen und das Gedankenkarussell so im besten Fall zu stoppen und zu reflektieren.

Nur in der Ruhe und in einem besinnlichen und offenen Zustand haben wir die Möglichkeit zu wachsen, zu wachsen an Erkenntnissen des Miteinbezugs anderer Sichtweisen.

Am besten gelingt dies, wenn eine Interaktion besteht und ein Austausch angestrebt wird.

Das Gegenüber kann gefragt werden:

„Habe ich das so richtig aufgefasst? Dies ist meine Interpretation. Liege ich damit richtig oder verkenne ich dich?“

Doch was ist, wenn es keine Kommunikationsebene mehr gibt? Wenn Schweigen herrscht, wo Worte hallen sollten?

Ganz einfach: Dann ist es de Fakto der Ist-Zustand, den man akzeptieren muss.

Wenn ein Gegenüber auf eine Gesprächsbereitschaft und auf Fragen nicht eingeht oder nicht eingehen möchte, hat es dafür seine Gründe. Auch wenn dies im Grunde für beide Parteien schädlich sein kann, Beziehungen zerstören und Gefühle verletzen kann, so bleibt es das Recht eines Jeden, zu sprechen – oder zu schweigen.

Akzeptanz kann Schlüssel sein zum Glück – Akzeptanz lässt einen abschließen mit Vergangenem.

Und nur durch einen Abschluss können Wunden heilen und kann Neues beginnen.

Doch manchmal geht das Schicksal seine eigenen Wege und unvermittelt sieht man sich mit Antworten auf Fragen konfrontiert, die entweder bewusst oder unbewusst in einem lagen.

So erfährt man auf einmal eine unschöne Wahrheit.

Eine Wahrheit, die man nicht hat kommen sehen.

Eine Wahrheit, die verwirrt und schockiert.

Eine Wahrheit, die am eigenen Urteilsvermögen zweifeln lässt.

Da steht sie nun im Raum, diese bittere Wahrheit und basierend auf einem Fakt, der vermutlich wenig Deutungsweisen offen lässt.

Wie geht man mit solch einschneidenden Erlebnissen um?

Die Frage nach dem Warum ist schwierig und oftmals nicht zielführend.

Warum geschieht Unglück?

Warum geschehen emotionale Verletzungen?

Eine nähere Reflektion eigener Verhaltensweisen ist wichtig zur persönlichen Weiterentwicklung.

Dann gibt es wiederum diese Dinge, die geschehen ohne unser Zutun.

Unglück geschieht manchmal einfach, so schrecklich es klingen mag.

Genauso wie das Glück, denn dies ist die andere Seite der Medaille. Das Eine bedingt das Andere.

Ohne Unglück wüsste man nicht das Glück schätzen. Ohne Tränen nicht das Lachen.

Alles ist Teil des Kreislaufs des Lebens.

Manche Dinge sollen geschehen. Wir haben darauf keinen Einfluss.

Sie sollen uns erkennen lassen – sehen lassen an was man ist und wie der eigene Weg weiter geht. Welche Lektionen des Lebens man noch lernen muss.

Im Grunde „schenkt“ das Schicksal diese unschönen Wahrheiten.

Oft erkennt man es erst im Nachhinein.

Nichts geschieht ohne Grund…

Diese Klarheit bringt Frieden und lässt den Geist zur Ruhe kommen und sich wieder finden.

Keine offenen Fragen mehr.

Vertrauen auf Bestimmung.

Vertrauen haben in das Leben.

Und der Kreis schließt sich – zum Guten.

Diagnose Gendefekt – natürlich abtreiben! Oder? Die Geschichte eines Engels

Ich möchte euch teilhaben lassen…

Teilhaben lassen am Dasein eines ganz besonderen Menschen…

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Es war eine wundervolle Schwangerschaft, völlig unkompliziert und ohne Probleme. Die Kleine in mir war sehr lieb, kaum bis wenig Schwangerschaftsbeschwerden hatte ich. Bis zum Beginn des letzten Drittels der Schwangerschaft…

Der Frauenarzt wurde zunehmend beunruhigter, da das Kind in mir nicht altersentsprechend wuchs. Es war für die jeweiligen Schwangerschaftswochen schlicht zu klein und nahm zu wenig zu.

Ich erinnere mich noch gut an die Normlinie des Wachstums, die mir immer wieder gezeigt wurde. Die Diskrepanz meines Kindes zu der Linie wurde zunehmend immer größer…

Dann traten auf einmal Ungereimtheiten beim Herz-CTG auf.

Der Arzt riet mir zum Kaiserschnitt zwei Wochen vor errechnetem Geburtstermin zum Wohle des Kindes, um eine mögliche Schwangerschaftsvergiftung zu verhüten. Die Untersuchungsergebnisse wurden immer beunruhigender…

Was fühlt man in diesem Moment?

Angst um dein Kind und dessen Gesundheit. Einfach nur Angst. Ich hatte die pränatalen Möglichkeiten der Diagnostik nicht wollen. Das Baby wurde geholt. Ich hielt mir die ganze Nacht zuvor den Bauch und redete mit ihm, redete ihm gut zu und beruhigte es.

Dann hörte ich während dem Kaiserschnitt-Eingriff den ersten Schrei eines wundervollen neuen Lebens.

Von Anfang an liebte ich sie und jetzt noch mehr. Sie war ein absolutes Wunschkind gewesen.

Mit diesen Auffälligkeiten hätte ich sie bis zum Einsetzen der Wehen legal abtreiben können.

Ein behindertes Kind kann nicht zugemutet werden, wäre die Begründung gewesen. Sehr oft wurde ich direkt und indirekt in meiner Schwangerschaft von den Ärzten darauf hingewiesen. Keinen, der sich dafür entscheidet, möchte ich verurteilen, doch eine Abtreibung kam für mich nie in Frage. Nie. Ich hatte von ihrer Zeugung an Verantwortung für sie übernommen und mit jedem Tag wuchs meine Mutterliebe in das Unendliche. Niemals hätte ich in ihre Tötung bewusst einwilligen können.

Kaum ein Arzt zeigte für meine Entscheidung Verständnis.

Mein Baby wurde mir nicht gebracht, stattdessen spürte ich ein emsiges Treiben um mich herum. „Wo ist meine Tochter?“, fragte ich die Anästhesie, während sie mich zunähten. Ausweichende Antworten. In mir stieg ein Gefühl auf, ein intensiver Schmerz, eine unheilvolle Vorahnung. Ich wurde in ein Zimmer verlegt.

Die Hebamme fragte mich überrascht, ob ich von der Behinderung meines Kindes wusste während meiner Schwangerschaft – ob ich mich bewusst für das Kind entschieden hätte.

Ich schaute sie völlig perplex an, noch völlig geschafft vom Kaiserschnitt und von der Sorge um mein Kind. Die Hebamme wurde daraufhin rot und hatte es plötzlich sehr eilig, das Zimmer wieder zu verlassen. „Ein Arzt kommt gleich zu Ihnen.“, rief sie mir über ihre Schulter noch zu. Dann war ich allein.

Nach einigen Stunden des Wartens, ohne mein Baby, kam endlich der Arzt.

Er sagte, dass meine Tochter nicht alleine atmen könne und mit einer Sonde ernährt werden müsse. Und dass ihr Herzschlag ungewöhnlich ist…

Wie fühlt man sich in einem solchen Moment?

Wenn der Boden unter einem aufgeht und du fällst und fällst und fällst… Der Arzt fragte: „Wollten Sie das Kind trotzdem?“ Ich konnte es allmählich nicht mehr hören. Warum brauchte sie eine solche Daseinsberechtigung? Weil sie nicht gesund ist?

Mir war nicht mehr nach Diskutieren mit diesem blasierten Arzt. Von daher antwortete ich ihm knapp: „Ich liebe mein Baby. Bringen Sie mich bitte zu ihr.“

Umgehend wurde ich im Krankenbett auf die Kinderintensivstation gerollt. Alle Augen waren auf mich gerichtet.

Mitleid in den Blicken.

Ein Stationsarzt begrüßte mich unsicher. „Ja, also“ stotterte er. „Ihr Kind hat….“ Er zählte mir alle möglichen Unzulänglichkeiten auf.

Ich hörte ihn nicht mehr, sondern erblickte vor mir mein Baby in einem Glaskasten liegen, angeschlossen an zig Kabeln, beatmet, mit Sonde, das ständige Piepen und Agieren von Maschinen in den Ohren. Kaum etwas sah ich von ihrem kleinen Köpfchen, soviel war an ihr angebracht.

Und soll ich euch etwas sagen?

Ich sah gerade das wundervollste, schönste Wesen, das ich je gesehen hatte.

Ein tiefes, reines Gefühl von Mutterliebe für mein Mädchen durchflutete mich. Sofort wusste ich, dass ich sie vor allem Unheil bewahren würde und immer lieben, so wie sie ist. Für mich war sie in ihrer Nicht-Perfektion perfekt.

Mein Mädchen wurde mit einem Gendefekt und seltenen Herzfehler geboren. Sie war aufgrund dessen behindert.

Und sie war das liebste, unschuldigste und wunderbarste Wesen, das ich je kennenlernen durfte.

Ich war stolz, ihre Mutter sein zu dürfen.

Die folgende Zeit war geprägt von Operationen, Kummer, Sorgen, zig Arztterminen.

Und gefüllt mit tiefer von Herzen kommender Liebe, viel Lachen und wunderschönen gemeinsamen Erlebnissen. So viel Dankbarkeit spiegelte sie zurück, dass sie sein durfte, so viel Freude schenkte sie allen, die ihren Weg ein Stück begleiten durften.

Ein Engel wurde geschenkt.

Ich übernahm ihre Pflege, holte sie nach einer medizinischen Schulung nach Hause und lernte, wie man Vitalfunktionen überwacht, Sonden legt, Medikamente verabreicht. Eine Intensivkrankenschwester sagte mir einmal, dass sie in fremder Obhut keine vier Wochen überlebt hätte, denn Elternliebe sei nicht zu ersetzen. Wenn kranke Kinder fühlen, sie sind angenommen, das würde sehr viel ausmachen, ergänzte sie.

Und ich lernte das erste Mal in meinem Leben die Bedeutung von Demut. Die Freude an den kleinen Dingen des Lebens. Schlichtweg gesagt, die Essenz des Lebens. Irgendwie war dies ihr Auftrag auf Erden dies weiterzutragen an all die unwissenden Erwachsenen, die sie umgaben.

Meine Kleine lehrte alle Menschen in ihrem Umfeld, was Leben wirklich ausmacht – und was nicht.

Vieles wird auf einmal nichtig. All das Streben nach materiellen Werten und das Streiten über Sinnloses…

Mir wurde durch sie bewusst, was Leben bedeutet – und was wirklichen Wert hat.

Immer wieder musste ich Ärzten ihr Dasein erklären. Immer wieder wurde ich überrascht gefragt, warum ich nicht abgetrieben hatte, als sich im letzten Drittel der Schwangerschaft die Schwierigkeiten abzeichneten. Ich hätte doch bis zum Schluss noch können, ohne rechtliche Konsequenzen. Eine Spritze, Tabletten, das Kind hätte doch keine Schmerzen gehabt, es hätte das Sterben nicht bemerkt, wurde mir so mitgeteilt.

Ich möchte mit meiner persönlichen Einstellung und meinen Erfahrungen keinem Betroffenen zu nahe treten. Ein behindertes, krankes Kind zu haben ist definitiv nicht einfach, das möchte ich nicht schön reden.

  • Du musst bereit sein, fast dein komplettes Leben diesem einen Wesen zu opfern, um die Pflege auf dich nehmen zu können.
  • Du musst psychisch gefestigt sein, denn es wird dir alle Kraft abverlangen.
  • Du musst dich darauf einstellen, oftmals überzeugen zu müssen und für dein Kind einzustehen, zu kämpfen für dessen Rechte, welche für ein gesundes Kind selbstverständlich sind. Bei einem Kind mit Gendefekt darf zum Beispiel von Seiten der Klinik eine Operation abgelehnt werden, auch wenn diese Entscheidung den Tod für das Kind bedeuten würde. Bei einem gesunden Kind sieht das ganz anders aus.
  • Du musst Ärzte für dich gewinnen, damit sie den Mut finden und es wagen, dein Kind zu operieren, damit es leben darf.
  • Du wirst immer Sorgen haben und oft Kummer.
  • Andere Menschen werden deine Entscheidung mitunter nicht gut heißen. Damit musst du lernen umgehen zu können.

Du wirst leiden, wie du noch nie gelitten hast…

Es ist wahrlich keine leichte Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung zu sein, ob das Kind nun gesund ist oder krank. Doch ich hätte es nicht können, niemals. Ich wollte nicht über Leben und Tod meines Kindes entscheiden, nur weil es das Los hatte, behindert zu sein.

Meine Verantwortung für dieses Leben begann mit der Schwangerschaft und endete mit ihrem Tod.

Sie durfte fast 3 Jahre bei mir bleiben, ehe ihr Herz aufhörte zu schlagen und sie friedlich einschlief.

Dieser süße Engel wurde wieder in den Himmel gerufen; er war mir nur geliehen.

Ich möchte keinen einzigen dieser Tage mit meiner Kleinen missen, keinen einzigen. Dankbar und froh bin ich, ihre Mutter gewesen sein zu dürfen. Sie hat mich teilhaben lassen an ihrer Lebensfreude und an ihrer ureigenen Sicht auf die Dinge.

Ihr Dasein war mir eine unendliche Bereicherung.

Und sie schien so dankbar, dass sie auf Erden sein durfte, wie jedes gesunde Kind auch. Man sagte mir nach ihrer Geburt, sie würde nicht älter als 2 Wochen werden. Sie wurde fast 3 Jahre alt. Natürlich kommt es immer auf individuelle Lebensumstände und auf das konkrete Krankheitsbild an.

Ich möchte aus ganzem Herzen keinem Menschen zu nahe treten oder gar urteilen über getroffene Entscheidungen. Das liegt mir mehr als fern und stünde mir auch nicht zu. Mein Anliegen, warum ich euch an diesem Kapitel meines Lebens teilhaben lasse, ist folgendes:

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Liebe Eltern!

Lasst euch keine Angst machen und vertraut bei Entscheidungen immer auf euer Bauchgefühl. Lasst euch Zeit mit der Entscheidung und euch nicht überreden oder überrumpeln, auch nicht von Familienmitgliedern oder Partnern oder anderen Menschen in eurem Leben. Ihr alleine wisst, was zu tun ist. In euch steckt diese Wahrheit und diese Erkenntnis, denn ihr wisst am besten, was gut für euer Kind ist…

Glaubt an euch.

Diese Entscheidung wird euch ein Leben lang beschäftigen. Trefft sie von daher in Ruhe und nach reiflicher Überlegung.

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Wenn ich heute als zum Schwimmen an den Baggersee fahre und plötzlich die Wolkendecke an einem verhangenen Tag aufbricht…

Wenn ich dann den See betrete und ein Lichtstrahl zwischen den Wolken hindurchscheint…

Dann schaue ich immer Richtung Himmel und sage schmunzelnd: „Danke mein geliebter Engel…“

Und ich meine sie antworten zu hören: „Mama, so lange warst du für mich da. Jetzt hast du wieder mehr Zeit für dich. Wir sehen uns irgendwann wieder…“

Und ich lächle ihr zu: „Ja Schatz…“

Poesie der Zuversicht

Wenn dich das Schicksal drückt…

Du nicht mehr weißt, was dich erquickt…

Deine Gedanken fahren im Karussell…

Dein Herzschlag schlägt schnell um schnell…

Das Hadern zieht dir alle Kraft…

Der Alltag lastet mit aller Macht…

Fragen nach dem Warum…

Schwirren dir im Kopf herum…

In diesem Raum ohne Fenster…

Jagen dich quälende Gespenster…

Der Schlüssel, der die Türe öffnet…

Lautet Annahme, die das Hadern schröpfet…

Akzeptiere, was dir vorgesehen…

Sehe die Fügung nicht als Versehen…

Und wenn es noch so furchtbar wähnt…

Deine Freude und dein Glücke zähmt…

So lehret uns stets das Leben…

Wege zu gehen und zu nehmen…

Blicke hinauf zum Horizont…

Auch dir ist das Gute bald wieder hold.

Der zurückhaltende Mann! Gut oder schlecht?

Der zurückhaltende Mann! Der zurückhaltende Mann?

Welche Frau kennt dies nicht:

Liebevoll und verständnisvoll habt ihr miteinander geschrieben, ein wundervolles Date miteinander verbracht, vielleicht ein Kuss zum Abschied ausgetauscht? Und dann meldet er sich auf einmal nicht mehr oder nur ab und an und einsilbig. Er wirkt auf einmal zurückhaltend, du erreichst ihn irgendwie kaum noch.

Als Frau verstehst du auf einmal die Welt nicht mehr.

Habe ich ihn verärgert? Fand er mich doch nicht passend für sich? Hat er mich insgeheim doch unattraktiv gefunden? Dabei hattest du so ein gutes Gefühl! Das Kopfkino läuft auf Hochtouren und meist mit weniger schönen Gedanken. Du hast das Bedürfnis, mit ihm darüber zu reden und ihn auf deine Fragen anzusprechen, möchtest Position in Bezug auf dich von ihm. Doch er sucht seit dem Date keinen Kontakt mehr zu dir oder nur sporadisch.

So eine Situation auszuhalten ist für viele Frauen schwer. Die Gedanken kreisen unaufhörlich, die innere Unsicherheit gewinnt an Macht und Selbstzweifel können lauter werden.

Jede Frau geht mit einer solchen Situation anders um und natürlich gibt es unterschiedliche Beweggründe eines Mannes, sich von einer Frau zu distanzieren.

Jeder Mensch ist individuell und das ist zum Glück so.

Nun habe ich mich mit Männern ausgetauscht, bin meinen Fragen nachgegangen und habe bei ihnen offen diesbezüglich nachgefragt. Dabei erkannte ich, dass es oftmals einen gemeinsamen Nenner gab, unabhängig von diversen Beweggründen:

Der Mann zog sich zurück, um Klarheit über seine Gefühle in Bezug auf diese Frau zu erlangen. Er brauchte den Rückzug, um die Emotionen, die in ihm tobten, einzuordnen und zu verarbeiten. Gerade wenn mit der Frau intensive Gefühle einhergingen, brauchte er Zeit für sich und erstmal keine Kommunikation mit ihr.

Natürlich soll dies kein allumfassend gültiges Raster für alle Männer sein. Dies möchte ich damit auf keinen Fall aussagen und Verallgemeinerung entspräche auch nicht meiner Weltanschauung. Auch muss sich nicht jede Frau mit der Zurückhaltung eines Mannes, sollte diese eintreten, schwertun.

Dies bildete jedoch den Konsens unserer Gespräche und dieser Konsens löste in mir viel aus. Daraufhin reflektierte ich mein Denken und erkannte, dass ich einige sehr starre Denkmuster verinnerlicht hatte, bewusste und unbewusste. Diese waren geprägt von der Kindheit und Erziehung, von gesellschaftlichen Konventionen und persönlichen Erfahrungen.

Zum Beispiel: Er meldet sich nicht, also ist er nicht interessiert an mir. Oder er ist vielleicht ein eher schüchterner Mensch. Oder er meldet sich nicht, weil ihn irgendetwas an mir stört. Oder, oder, oder… Ich habe daraufhin meinen Blickwinkel geändert und habe mir vorgenommen, möglichst unvoreingenommen in eine solche Situation zu gehen.

Denn ein Mann hat es sehr schwer, wenn ich Schlussfolgerungen auf ihn übertrage, diese dann für Wahrheiten halte und welche er dann erst durch sein Verhalten revidieren „muss“. Revidieren mit einem „richtigen“ Verhalten in meinem Empfinden und nicht dem „falschen“ Verhalten eines Rückzugs (das alte Denkmuster).

Richtig und Falsch – diese Wertvorstellungen sind fest verankert in unseren Köpfen. Es ist Balsam für die Seele und das Herz, seine eigenen Denkweisen zu überprüfen und wieder tief durchzuatmen nach dem Verlassen dieses Korsetts.

Er ist auf einmal zurückhaltend. Ich akzeptiere dies. Wenn er bereit ist, wird er sich melden und das Gespräch mit mir suchen. Oder er meldet sich nicht mehr. Ich gebe ihm die Möglichkeit, selbst zu wählen und frei zu entscheiden. Damit möchte ich meine Wertschätzung ihm gegenüber ausdrücken und sein Bedürfnis nach Ruhe anerkennen und achten.

Zurückhaltung ist nicht schlecht – Zurückhaltung ist nicht gut…

Zurückhaltung ist.