Wann ist Leben lebenswert?

Ich sitze im Café der Spezialklinik.

Und ich warte…

Ich warte auf den Anruf der Chefärztin, die gerade mit ihren Kollegen meine Kleine operiert. Nur der Chefanästhesist hatte sich bereit erklärt, die Operation zu begleiten, geschuldet seiner langjährigen Berufserfahrung. Kein anderer Arzt sonst.

Angst…

Angst, ein Kind könnte unter den Händen wegsterben. Ich mache ihnen keinen Vorwurf. Ich kann ihre Gedankengänge nachvollziehen. Was mache ich nur, wenn dieser Chefarzt in Rente geht?

Warten…

Stundenlanges Warten…

Warten, während dein Kind gerade am offenen Brustkorb operiert wird. Die Chancen 50/50 stehend laut Ärzten, dass sie überlebt.

Wisst ihr, was alles nichtig wird in einem solchen Moment? Wie lächerlich manche Momente eines Lebens in diesem Moment wirken können?

Demut.

Ich schmecke weder den Kaffee, noch die Butterbrezel vor mir. „Essen Sie etwas, vergessen Sie sich nicht“, hatten die Ärzte gesagt, „Sie werden die Kraft noch brauchen“…

Wie soll ich etwas essen können, wenn ich jederzeit einen Anruf bekommen könnte, mein Kind hat es nicht geschafft.

Ihr Gendefekt ist sehr selten und relativ unbekannt und leider kaum erforscht. Die Ärzte kennen bisher nicht den Weg für dieses Krankheitsbild.

Zum Glück kann ich sie fühlen und trage sie in meinem Herzen…

Ob sie die OP dokumentieren dürfen, um Erfahrungswerte zu sammeln, wurde ich gefragt.

„Laborratte und Testobjekt für die Forschung“, kommt es mir zynisch in den Sinn.

„Diese Krankheitsbilder können nicht ausreichend erforscht werden, da 9 von 10 Frauen abtreiben bei der Diagnose Gendefekt und behindert“, so die Aussage eines jungen ambitionierten Arztes.

Ich willigte in die Dokumentation der OP ein. Warum ich einwilligte?

Weil die Erkenntnisse dieser OP vielleicht einmal einem anderen Kind helfen werden, um dass es leben darf.

Stunde um Stunde zieht sich das Warten hin.

Auf einmal spüre ich meine Kleine wieder, innerlich im Herzen, so als wäre sie gerade aufgewacht.

Sie hat es überstanden, Gott sei Dank, denke ich mir erleichtert. Wobei erleichtert ein zu lapidares Wort ist für dieses Gefühl…

Eine halbe Stunde später die Bestätigung durch die Chefärztin:

„Die OP verlief gut und sie ist wohlauf. Wenn alles gut abheilt, wird sie in drei Tagen keine Atemunterstütztung mehr brauchen.“

Sie kann dann alleine atmen, ohne Hilfe von Geräten und mit einer enormen Verbesserung der Lebensqualität.

Das war mein Antrieb für die Einwilligung zu einer OP, in der mein Kind nur 50% Überlebenschancen hat…

Ich stehe auf und gehe zum Ausgang.

Eine verschleierte Frau betritt das Café, auf dem Arm ein Kind, welches um den Kopf einen großen Verband trägt. Ihre Augen sind voller Sorge…

Ich kann sie gut verstehen und denke mir, dass Elternliebe universal ist, unabhängig jeglicher Herkunft oder Nationalität.

Wollen wir nicht alle das Beste für unsere Kinder?

Ich wandere durch zig Flure, passiere eine Vielzahl an Menschen. Jeder trägt hier sein Kreuz und leidet im Stillen. Diese Atmosphäre auf den Fluren einer Intensivstation…

„Die wirklich Kranken hörst du nicht jammern, sie tragen ihr Schicksal in der Stille“, denke ich mir…

Im Aufenthaltsraum sitzen zwei Teenies mit Mundschutz. Sie stehen lachend auf und biegen in die Onkologie-Abteilung ab.

Tja ihr Mundschutzverweigerer, unterhaltet euch doch mal mit diesen Mädchen, die ihr Leben lang einen Mundschutz aufgrund ihrer nicht intakten Immunabwehr tragen müssen.

Ich komme im Zimmer an, in dem meine Kleine mit einem anderen Mädchen zusammen liegt.

Ich setze mich an die Seite ihres Krankenbettes und nehme ihre Hand, warte geduldig auf ihr Aufwachen.

Jetzt kann es nur besser werden, flüstere ich ihr zu, dass ich sehr stolz auf sie bin.

Wenn ich sie umarmen will, soll ich einen Mundschutz tragen, zur Sicherheit. „Eine solch schwere OP schwächt das Immunsystem ungemein“, so die Ärzte.

Ich schaue zu dem anderen Mädchen im Zimmer, welches von zig Maschinen und einer Vielzahl a Schläuchen angeschlossen ist.

Ich hatte erfahren, dass das Mädchen im Koma liegt und sein Gehirn abgestorben ist. Maschinen erhalten bei ihr das Leben, kontrollieren Atmung, Nahrun und Körpertemperatur.

Sie ist dadurch ein Intensivstpflegefall.

Wann ist Leben lebenswert?

Eine ethische Frage….

Eine grausame Frage…

Für Diejenigen, die vor die Entscheidung gestellt werden, Maschinen anzulassen oder abzustellen.

Das Mädchen schaut unentwegt zur Decke. Sie wird ausschließlich fremdbewegt und günstig gelagert wegen ihren Wunden, der Schleim wird regelmäßig abgesaugt.

Hätte es das Mädchen so gewollt?

Oder hätte es lieber sterben wollen?

Ich wurde auch gefragt, falls eine lebensbedrohliche Situation eintritt, wie weit sollen die Ärzte die lebenserhaltenden Maßnahmen fortführen?

Welche Entscheidungen wir im Laufe unseres Lebens treffen müssen… Ich möchte einfach mal wieder nur entscheiden müssen, was ich zu Mittag essen darf.

Die moderne Medizin ist Fluch und Segen. Ohne sie wäre meine Kleine nicht lebend zur Welt gekommen…

„Unter den Kranken ist meine Kleine noch fit“, sagen die Ärzte.

Welch Erkenntnis einer furchtbaren Superlative…

Da sehe ich die Mutter des anderen Kindes sitzen, ganz versteckt hinter dem Krankenbett. Gestern wurde sie in die Pflege eingewiesen, denn sie möchte ihre Kleine mit nach Hause nehmen.

„Respekt und Achtung für diese Entscheidung“, denke ich mir.

Ich gehe zu ihr hin, irgendwie ist es mir ein Bedürfnis.

Herzlich begrüße ich sie, als sie sich schnell einige Tränen aus den Augen wischt…

„Ihre Kleine ist wunderschön, so tolle dunkle Haare“, sage ich ihr liebevoll.

Ich meinte es so, sie war ein süßes Mädchen, zumindest das was ich von ihr hinter den Schläuchen erkennen konnte.

„Danke sehr, das sagen nicht mehr viele, seit sie hier ist. Wie geht es ihrer Kleinen, sie hatte doch heute OP, oder?“

„Zum Glück verlief alles so wie geplant laut Ärzten. Nachher erfahre ich mehr…“

„Seien Sie froh, Sie können nichts dafür, dass Ihr Mädchen dort liegen muss“, sagt sie völlig unvermittelt.

„Wie meinen sie das?“

„Sie sagten doch, sie hat einen angeborenen Gendefekt. Unsere Kleine wurde gesund geboren. Sie war gerade am Laufen lernen. Mein Mann, jetzt Ex-Mann, konnte sie nicht beruhigen. Sie hat immer so viel geweint. Nur bei mir hat sie damit aufgehört. Ich hätte die beiden niemals alleine lassen sollen. Mein Ex schüttelte sie dann. Dadurch fiel sie ins Koma, weil ihr Gehirn starb…“

Oh Gott, da war sie wieder, diese grausame Sperlative…

Ich war sprachlos. Wie musste sie sich fühlen? Von Schuldgefühlen zerfressen, sich selbst die schlimmsten Vorwürfe machend.

Was sagt man einem Menschen in einer solchen Situation? Wirkt nicht jedes Wort hohl?

Ich streichle ihren Arm auf und ab, rein intuitiv, ohne lange Nachzudenken.

Eine ganze Weile stehen wir stumm beieinander, umgeben von Maschinen, die ständig Alarme geben, unsere Kinder liebend.

„Wissen Sie, sie kriegt noch viel mit. Man kann es kaum glauben, aber auf ihre eigene Art und Weise spricht sie mit mir. Sie ist da. Ich spüre sie. Wie soll ich da den Ärzten sagen, stellt die Maschinen ab?“

Wann ist Leben lebenswert?

Ich vermag diese Frage nicht zu beantworten…

Vermögt ihr es?

„Sie schaffen das. Bitte glauben Sie an sich.“

„Haben Sie keine Angst etwas falsch zu machen und verantwortlich für ein Unglück sein zu können? Sie legen ihr die Sonde alleine,wie schaffen Sie das?“

Mir steigen Tränen in den Augen…

„Wie ich das schaffe? Wie es wohl alle Eltern schaffen, die ihre kranken Kinder pflegen: Ich will sie bewahren vor noch mehr Leid. Wenn die Ärzte die Sonde legen, bekommt sie immer Nasenbluten. Bei mir bekommt sie das nicht. Aber glauben Sie mir, es bricht mir jedes Mal das Herz, wenn sie dabei weint.“

Nun streichelt sie mir den Arm. Ein ortloses Verstehen zweier Mütter vereint im selben Schicksal.

Ich schaue sie an und äußere:

„Sie können es. Die Kraft dafür liegt tief in Ihnen, in Ihrem Herzen. Vertrauen Sie auf Ihren Mutterinstinkt und ihre mütterliche Intuition. Kein Arzt vermag dies zu ersetzen. Lassen Sie sich dies niemals absprechen. Ihr Kind braucht diesen Instinkt. Er kann ausschlaggebend sein über Leben und Tod.“

„Danke…“, kaum hörbar geflüstert, war ihre Antwort.

Die Chefärztin betritt auf einmal den Raum. Ich atme tief ein und aus und versuche meinen Herzschlag zu beruhigen.

Hoffentlich waren die Strapazen dieser OP für meine Kleine nicht umsonst, denke ich mir, während ich die Ärztin begrüße.

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Abtreibung! Abtreibung?…

Ich möchte euch teilhaben lassen…

Teilhaben lassen an einem ganz besonderen Menschen…

Es war eine wundervolle Schwangerschaft. Völlig unkompliziert. Ohne Probleme. Das Kleine in mir war sehr lieb, kaum bis wenig Schwangerschaftsbeschwerden hatte ich. Bis zumBeginn des letzten Drittels der Schwangerschaft…

Der Frauenarzt wurde zunehmend beunruhigter. Das Kind wuchs nicht altersentsprechend. Es war für die jeweiligen Schwangerschaftswochen zu klein.

Ich erinnere mich noch gut an die Normlinie des Wachstums, die mir gezeigt wurde. Die Diskrepanz meines Kindes zu der Linie wurde immer größer…

Ungereimtheiten beim Herz-CTG traten auf…

Der Arzt riet zum Kaiserschnitt zwei Wochen vor errechnetem Geburtstermin. Die Untersuchungsergebnisse wurden immer beunruhigender…

Was fühlt man in diesem Moment?

Angst. Um dein Kind und dessen Gesundheit. Einfach nur Angst…

Ich hatte die pränatalen Möglichkeiten der Diagnostik nicht wollen.

Das Baby wurde geholt. Ich hielt mir die ganze Nacht zuvor den Bauch und redete mit ihm. Redete ihm gut zu…

Ich hörte den ersten Schrei eines wundervollen neuen Lebens…

Ich liebte sie von Anfang an und jetzt noch mehr. Sie war ein absolutes Wunschkind gewesen…

Mein Baby wurde mir nicht gebracht. Ich spürte emsiges Treiben um mich herum… Wo ist meine Tochter, fragte ich die Anästhesie, während sie mich zunähten.

Ausweichende Antwort. In mir stieg ein Gefühl auf… Ein intensiver Schmerz… Eine unheilvolle Vorahnung.

Ich wurde in ein Zimmer verlegt.

Die Hebamme fragte mich, ob ich das wusste, während meiner Schwangerschaft. Ob ich mich bewusst für das Kind entschieden hatte…

Ich schaute sie völlig perplex an und fragte: „Was gewusst?“

Die Hebamme wurde rot und hatte es plötzlich eilig. „Ein Arzt kommt gleich zu Ihnen“…

Nach einigen Stunden des Wartens, ohne mein Baby, kam der Arzt.

Er sagte, dass meine Tochter nicht alleine atmen könne. Und mit einer Sonde ernährt werden muss. Und dass ihr Herzschlag ungewöhnlich ist…

Wie fühlt man sich in einem solchen Moment? Wenn der Boden unter einem aufgeht… Und du fällst und fällst und fällst…

Der Arzt fragte: „Haben Sie das nicht gewusst, dass sie krank ist? Haben Sie keine Diagnostiken machen lassen? Wollten Sie das Kind trotzdem?“

Ich schaute ihn an und sagte: „Ich liebe mein Baby. Bringen Sie mich bitte zu ihr.“

Ich wurde im Krankenbett auf die Kinderintensivstation gerollt. Alle Augen waren auf mich gerichtet. Mitleid…

Ein Stationsarzt begrüßte mich unsicher. „Ja, also“ stotterte er. „Ihr Kind hat….“ Er zählte mir alle möglichen Unzulänglichkeiten auf…

Ich hörte ihn nicht mehr. Ich sah vor mir mein Baby liegen. Angeschlossen an zig Kabeln. Beatmet. Mit Sonde. Maschinen. Ich sah kaum etwas von ihrem Köpfchen, soviel war an ihr angebracht.

Und soll ich euch etwas sagen?

Ich sah gerade das wundervollste, schönste Wesen, das ich je gesehen hatte…

Ein tiefes reines Gefühl der Mutterliebe für mein Mädchen durchflutete mich. Ich wusste sofort, ich werde dich vor allem Unheil bewahren und dich immer lieben, so wie du bist…

Mein Mädchen wurde mit einem Gendefekt geboren. Sie war behindert.

Und sie war das liebste, unschuldigste und wunderbarste Wesen, das ich je kennenlernen durfte…

Ich war stolz, ihre Mutter sein zu dürfen…

Die folgende Zeit war geprägt von Operationen, Kummer, Sorgen, zig Arztterminen…

Und gefüllt mit tiefer von Herzen kommender Freude, viel Lachen und wunderschönen gemeinsamen Erlebnissen…

Ein Engel wurde mir geschenkt…

Ich übernahm ihre Pflege und holte sie nach Hause. Ich lernte, wie man Vitalfunktionen überwacht, Sonden legt, Medikamente verabreicht.

Und ich lernte Demut. Die Freude an den kleinen Dingen des Lebens. Die Essenz des Lebens.

Vieles wird auf einmal nichtig. All das Streben nach materiellen Werten, das Streiten über Sinnloses…

Mir wurde durch sie bewusst, was Leben ausmacht… Und was nicht.

Immer wieder musste ich Ärzten ihr Dasein erklären. Immer wieder wurde ich überrascht gefragt, warum ich nicht abgetrieben hatte, als sich im letzten Drittel der Schwangerschaft die Schwierigkeiten abzeichneten. Ich hätte doch bis zum Schluss noch können. Ohne rechtliche Konsequenzen. Eine Spritze, Tabletten, das Kind hätte doch keine Schmerzen gehabt, es hätte das Sterben nicht gemerkt…

Ich möchte Niemandem zu nahe treten. Niemandem. Ein behindertes krankes Kind zu haben ist nicht einfach…

Du musst bereit sein, dein komplettes Leben diesem einen Wesen zu opfern, wenn du die Pflege auf dich nimmst…

Du musst psychisch gefestigt sein, denn es wird dir alle Kraft abverlangen…

Du wirst immer Sorgen haben…Oft Kummer… Du wirst leiden, wie du noch nie gelitten hast…

Es ist wahrlich keine leichte Entscheidung, für oder gegen eine Abtreibung zu sein, ob das Kind nun gesund oder krank ist.

Doch ich hätte es nicht können. Niemals. Ich wollte nicht über Leben und Tod meines Kindes entscheiden, nur weil es behindert war.

Meine Verantwortung für dieses Leben begann mit der Schwangerschaft…

Und endete mit ihrem Tod.

Sie durfte fast 4 Jahre bei mir bleiben, ehe ihr Herz aufhörte zu schlagen.

Sie schlief friedlich ein…

Dieser süße Engel wurde wieder in den Himmel gerufen; er war mir nur geliehen…

Ich möchte keine einzige dieser Tage mit meiner Kleinen missen… Keinen einzigen.

Ich bin dankbar und froh, ihre Mutter gewesen zu sein.

Sie hat mir soviel gegeben an Lebensfreude und an ihrer ureigenen Sicht auf die Dinge…

Ihr Dasein war mir eine unendliche Bereicherung…

Und sie so dankbar, dass sie auf Erden sein durfte… Wie jedes andere gesunde Kind auch.

Man sagte mir damals, sie wird nicht älter als 4 Wochen werden. Sie wurde fast 4 Jahre alt…

Natürlich kommt es immer auf individuelle Lebensumstände und auf das konkrete Krankheitsbild an.

Ich möchte aus ganzem Herzen Niemandem zu nahe treten oder gar urteilen über getroffene Entscheidungen…

Das liegt mir mehr als fern.

Mein Anliegen, warum ich euch an diesem Kapitel meines Lebens teilhaben lasse, ist folgendes:

Liebe Eltern, lasst euch keine Angst machen. Vertraut auf euer Bauchgefühl. Lasst euch Zeit mit der Entscheidung. Lasst euch nicht überreden und nicht überrumpeln. Ihr wisst alleine, was zu tun ist. In euch steckt diese Wahrheit. Ihr wisst am Besten, was gut für euer Kind ist…

Glaubt an euch…

Diese Entscheidung wird euch ein leben lang nachgehen…

Trefft sie in Ruhe und weise…

Wenn ich heute als zum Schwimmen fahre, an meinen Baggersee… Und plötzlich bricht der Himmel auf, wenn ich den See betrete… Ein Lichtstrahl scheint zwischen den Wolken hindurch…

Dann schaue ich immer hinauf gen Himmel und sage: „Danke mein geliebter Engel…“

Und ich höre sie antworten: „Mama, solange warst du für mich da… Jetzt hast du wieder Zeit für dich… Wir sehen uns wieder…“

Und ich lächle ihr zu: „Ich weiß Schatz, ich weiß…“

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Sub vs. Sub? Eifersucht und BDSM

Was war ich eifersüchtig…

Ich habe schon so manchem Mann höllische Kopfschmerzen bereitet… Und letztendlich mir damit auch.

Fast Jeder von uns kennt es, dieses bittere verzehrende Gefühl der Eifersucht. Eifer – Sucht. Die Sucht des Eifers.

In der Tat, eine Sucht.

Die Sucht nach Anerkennung, nach Aufmerksamkeit und Zuwendung.

Die Sucht, das Beste und Schönste zu sein. Das Ultimo.

Nur ich erhebe Anspruch auf diesen Platz bei meinem Liebsten…

Rückblickend… Waren das meine Gedanken. Und meine Ängste. Und meine Unsicherheiten.

Ängste und Unsicherheiten?

Ja. Definitiv.

Angst davor, verlassen zu werden. Unsicher, nicht gut genug zu sein.

Ich vertraue mir selbst nicht. Und deswegen kann ich auch meinem Partner nicht vertrauen. Ich entwickle basierend auf diesen Komplexen Eifersucht. Der Partner soll nur mich sehen, nur für mich da sein. Nur mir seine Aufmerksamkeit widmen…

Eine alles vernichtende Spirale der Kontrolle über einen Menschen, den ich damit als meinen Besitz erachte.

Nicht als freien autonomen Menschen, der seine eigenen Entscheidungen trifft.

Wir alle wollen atmen…. Und werden auf kurz oder lang vor dem flüchten, was uns unfrei werden lässt. Zwangsläufig. Immer. Was ich am meisten fürchte, ziehe ich also unbewusst automatisch herbei.

Dabei geht es oftmals nicht einmal um den Partner ansich. Eifersucht entsteht immer bei einem selbst. Kein Partner ist schuld an meiner Eifersucht.

Wie kam ich nun zu diesen Erkenntnissen? Was ließ mich Innenschau halten, mich besinnen? Was ließ mich diese Reise zu meiner Seele antreten?

Die Essenz des BDSM.

Gelehrt und erfahren im Zusammenspiel mit Dom… Und mit Sub.

Das Auferlegenwollen bestimmter Verhaltensweisen…. Das sich Verschließen vor Spielvarianten… Das Ablehnen von konstruktivem Gespräch… All das zeigte mir letztendlich eines:

Dass ich mich meinen inneren Unsicherheiten stellen muss.

Meine Dämonen besiegen muss.

Meine Ängsten keine Macht mehr gebe.

Eifersucht macht klein. Eifersucht macht schwach. Eifersucht tötet früher oder später jede Liebe.

Ein schleichendes Gift….

Für jedes Miteinander. Für meine Seele.

Ihr solltet es ausprobieren, die Reflektion eures Innersten lohnt…

Diese Freiheit… Ängste besiegt und Unsicherheiten abgelegt zu haben… Die vielschichtigen Möglichkeiten, die sich Einem auf einmal auftun.

Heute sehe ich eine andere Sub, eine andere Frau in einem ganz neuen Blickwinkel.

Ich freue mich für alles Schöne, was ihr widerfährt. Ich freue mich für ihr gutes Aussehen. Ich freue mich auf diesen Menschen. Ich gehe unvoreingenommen auf sie zu…

Im BDSM ist eine andere Sub für mich wie eine Schwester:

Mit gleicher Gesinnung. Mit gleichem Geist. Mit gleichen Emotionen und Stärken und Schwächen. Vereint in der Gemeinschaft des BDSM. Der Essenz. Des Spirit.

Wohl dem Möchtegern-Dom, der meinen Weg kreuzt, und Sub gegen Sub ausspielt und somit schlechte Gefühle schürt wie Eifersucht.

Liebe Sub, jagt so Jemanden sofort zum Teufel! Zeitverschwendung…

Und vergnügt euch stattdessen lieber miteinander!

Dieser Artikel ist dem ehrenwerten Herrn Dom Harry gewidmet. Er wusch mir zur rechten Zeit den Kopf:)

Möge er in Frieden ruhen!

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TOP 10: Wie erkenne ich einen „falschen“ Dom?

Meine subjektiven TOP 10, woran ich einen falschen Dom erkenne:

1.) Er akzeptiert nicht mein Nein.

2.) Seine Interessen stehen im Mittelpunkt, die ich alle zu teilen habe.

3.) Er gibt Vorgaben, in die ich mich einzufügen habe ohne vorheriges Einvernehmen.

4.) Er schlägt mich außerhalb des vereinbarten Rahmens.

5.) Er setzt mich unter Druck, lotet meine Tabus aus.

6.) Er verbietet mir Kontakte und möchte ungefragt mein Leben kontrollieren.

7.) Er setzt verbale Gewalt außerhalb des Einvernehmens ein.

8.) Er möchte mich psychisch abhängig von ihm machen.

9.) Er gesteht mir keine Fragen zu.

10.) Er entscheidet über wichtige Dinge unserer Verbindung alleine.

Alle Sub, die Fragen dazu haben, können mich gerne auf Twitter anschreiben…

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Chronik eines Sterbens

Dieser Beitrag dient meiner subjektiven persönlichen Aufarbeitung des Erlebten. Niemand soll sich dadurch angegriffen fühlen…

Er ist einem wundervollen herzensguten Menschen gewidmet:

Meiner geliebten Mutter…

Frühjahr:

Meiner Mutter geht es gut. Sie fährt viel Rad, bestreitet alleine ihren Alltag. Eine Frau, die vier Kinder gebahr, ein Leben lang arbeiten ging, ihren Vater lange pflegte und die Betreuung ihres behinderten Bruders trug. Sie ist immer für Andere da.

Die Ärzte raten ihr schon lange zu einer Hüft-OP. Meine Mutter möchte nicht. Sie hat Angst davor. In meinem Alter komme ich aus dem Krankenhaus doch nicht mehr lebend raus, scherzte sie immer.

Sie sollte recht behalten…

Ich rede ihr zu. Die OP zu machen. Den Ärzten zu vertrauen. Für mehr Lebensqualität…

Sie lässt sich schließlich überreden von mir. Oder überzeugen, wie man es sehen will.

Der Vortag der OP. Stationäre Aufnahme. Riesenbetrieb. Ein emsiges Wumseln. Alle Zimmer voll belegt.

Man unterschreibt so ziemlich alle Risiken, alle Nebenwirkungen. Und doch nicht alle…

Da ist es das erste Mal bei mir. Dieses komische Gefühl. Macht es nicht, sagt dieses Gefühl. Ich rede mir selbst gut zu. Mutter sage ich nichts davon.

Der Tag der OP. Warten auf den Anruf, dass alles geklappt hat. Ich sitze im Café. Wieder dieses Gefühl. Es geht schief, sagt es. Mir wird etwas schlecht. Ich bete…

Da kommt der Anruf. Sie hat die OP gut überstanden. Gott sei Dank!

Die Wunde am Schlauch blutet nach. Es sind drei Tage vergangen nach der OP. Das muss nochmal genäht werden mit einem Stich, sagt der Arzt.

Ein Chirurg kommt am Freitag Nachmittag zum Stich setzen. Im Krankenbett, örtlich betäubt. Ich frage zuvor nach, warum im Krankenbett. Irgendwas wegen Belegung ist die Antwort. Machen Sie sich keine Sorgen, beruhigt die Schwester.

Einen Tag später Entlassung. Ich erkläre mich einverstanden, die Wundversorgung zu machen, werde angeleitet.

Daheim. Von nun an gehe ich drei Monate lang zweimal täglich zu meinem Elternhaus zum Verbandswechsel.

Drei Tage nach Entlassung fällt mir die Wunde auf. Die Einstichstelle ist gerötet. Geschwollen. Meine Mutter schwächer als sonst.

Ich alarmiere den Hausarzt. Das kommt vor, es braucht Zeit zum Verheilen, sagt er. Ich sage ihm, etwas stimmt nicht, er soll vorbei kommen.

Er sagt, ich soll mich beruhigen. Ich schicke ihm ein Bild der Wunde… Er kommt noch am selben Tag. Nimmt einen Abstrich. Ergebnis nach zwei Tagen: Ein Wasserkeim. Gefährlich, weil äußerst schwer zu greifen, resistent. Ich recherchiere… Aufgelistet als typischer Krankenhauskeim, bevorzugt über Wunden und Schlaucheintritte. Überlebenschancen bei allerbesten Voraussetzungen: 20%.

Mir wird schlecht. Der Hausarzt wird komisch. Er will die Weiterbehandlung wieder in die Hände der Klinik geben. Ich ahne Schlimmes. Verantwortlichkeiten abgeben…

Nach zig Anrufen, Nachhaken, intensiver Pflege und 6 Wochen Antibiotikum… Klingt die Wunde ab. Ein erneuter Abstrich nach drei Monaten: keine Keime mehr nachgewiesen.

Ich frage die Ärzte, ob dennoch noch Schläfer im Körper bleiben können oder ob es ausgestanden ist? Das können wir nicht sagen, die Antwort. Und: Dieser Keim kommt überall vor, nicht nur im Krankenhaus.

Das stimmt. Laut Internet leben aber die resistenten Mutationen im Krankenhaus. Nicht im heimischen Badezimmer. Der Keim stirbt ab 70 % Alkohol oder Chlor. Dumm nur, dass das dem Mensch auch schadet. Schläfer bleiben fast immer im Körper zurück. Vornehmlich in der Lunge. Im Schleim.

Ich muss weinen. Eine schlimme Vorahnung überkommt mich… Ich höre die innere Stimme: Du hast nicht gehört…

In der darauffolgenden Nacht träume ich vom Tod meiner Mutter…

Mutter wird schwächer. Bewegt sich immer weniger. Schläft viel. Wird sehr still. Muss immer wieder erbrechen. Beginnt zu husten. Kriegt schwerer Luft.

Sommer:

Mein Vater ruft mich in der Nacht an. Mutter geht es schlecht…

Ich fahre hin… Spüre gedanklich eine Kerzenflamme, die immer schwächer wird…

Ich komme an. Mutter ist grau im Gesicht. Nicht mehr ansprechbar. Flache Atmung. Ich rufe sofort den Notarzt. Ob ich wirklich einen Arzt brauche, werde ich gefragt? Ja, sofort, antworte ich. Im Nachhinein wäre es besser gewesen, wir hätten sie daheim in Ruhe sterben lassen…

Im Nachhinein ist man bekanntlich immer schlauer…

Der Notarzt kommt. Ich werde seinen Blick nie vergessen… Todgeweiht, sagen seine Augen, als er meine Mutter sieht. Abtransport. Mein Vater bricht zusammen, bekommt ein Beruhigungsmittel. Er sieht seine Frau nach über 50 Jahren Ehe gerade das letzte Mal lebend…

Ich versorge ihn… Als er kurz schläft, breche ich zusammen.

In dieser Nacht schlafe ich eine Stunde. Ein weiterer Tag Intensivstation.

In der darauffolgenden Nacht der Anruf. Kommen Sie bitte. Sie mussten Mutter gerade wiederbeleben.

Ich fahre zum Krankenhaus. Während der Fahrt spüre ich in Gedanken eine Kerzenflamme, die erlischt.

Im Krankenhaus. Die Blicke der Pfleger: Totgeweiht. Ich sehe meine Mutter im Krankenbett. Die vielen Kabel, Maschinen, Schläuche, der Beatmungsschlauch in der Nase…

Es erschreckt mich nicht mehr, ich kenne es bereits. Meine Mutter sieht ironischerweise rosig aus, nicht mehr grau. Ihre Hände sind fast schwarz. Ein Arzt steht plötzlich neben mir. Erzählt etwas von schwerer Lungenentzündung, Lungenversagen, von einem Herzen, das nicht mehr ausreichend versorgt wird. Sie hätten alles getan. Es gibt keine Möglichkeit mehr zu helfen.

Ich bitte den Arzt, mich alleine mit ihr zu lassen. Hebe meine Mutter. Lege meinen Kopf auf ihre Brust. Das gleichmäßige Heben und Senken erzeugt eine Maschine. Alleine atmet sie bereits nicht mehr. Ich rede mit ihr. Erzähle Belangloses. Sage ihr, dass ich dankbar bin, dass sie meine Mutter ist…

Ihr linkes Bein zuckt. Der Monitor zeigt Herzrhythmus-Störungen. Ihr Brustkorb senkt sich einmal unnatürlich tief ein. Der Pulswert auf dem Monitor senkt sich ab. Immer weiter. Ich sage noch: Bitte nicht…

Die Tür geht auf. Der Arzt sagt zu mir: Ihre Mutter stirbt gerade…

Ich halte sie. Der Monitor schlägt Alarm. Ich sehe noch den Wert von Sättigung und Puls: 0.

Der Monitor wird abgeschaltet. Das Personal lässt uns allein. Mutter’s Gesicht wird allmählich weiß. Ihre Lippen blass. Ihr Körper kalt. Und steif. Ihre Seele ist schon auf der Reise. Ich halte nur noch ihren Körper.

Ich fahre zu meinem Elternhaus. Das Leben beginnt gerade an diesem Morgen…

Mein Vater sitzt in der Küche. Er ist gehbehindert durch eine Zuckererkrankung und konnte nicht mit. Er fragt mich hoffnungsvoll: „Wann kann sie wieder heim kommen?“…

Herbst:

Es lässt mir keine Ruhe. Ich fordere den Arztbrief an. Was hat die Lungenentzündung ausgelöst?

Wir hatten eine wunderschöne Beerdigung. Ich konnte Frieden schließen. Kümmere mich so gut es geht um meinen Vater. Meine anderen Geschwister wohnen weit weg.

Der Arztbrief kommt. Unbestimmte Keimlage war der Auslöser. Der Arzt hat doch etwas von einem Abstrich gesagt, kommt es mir.

Ich maile ihm. Nachdem er zuvor telefonisch nicht zu erreichen war. Ärzte haben wohl immer viel zu besprechen…

Er antwortet, dass es definitiv kein Corona war. Darauf wurde sie getestet, da sie hohes Fieber hatte. Es gab einen Abstrich:

Sie konnten den Keim des Frühjahrs darin finden…

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Du bist doch Mutter!

Der erste Schrei deines Kindes… Einer der vermutlich schönsten Momente im Leben einer Frau.

Auf einmal verändert sich alles. Komplett. Deine ganze Welt dreht sich gänzlich um dieses kleine Geschöpf, dass vollkommen auf deine Fürsorge angewiesen ist. Deine gesamte Gedankenwelt verändert sich…

Du trägst jetzt Verantwortung für einen Menschen. Du wirst künftig all deine Verhaltensweisen auf die Frage abstimmen: Was ist das Beste für mein Kind? Wenn du Glück hast, gehen deine Vorhaben mit der Antwort dieser Frage konform. Wenn nicht, wirst du höchstwahrscheinlich für dein Kind entscheiden.

Vorher musstest du alleinig für dich entscheiden, nun immer für beider Wohl. Dies ist eine schwere Aufgabe, doch die Mutterliebe, die wohl selbstloseste aller Lieben, macht es oftmals möglich…

Nun bist du Mutter. Dein Denken im Kopf ist nun komplett anders als zuvor. Dein Körper ist in vielen Fällen auch anders als zuvor. Du bist als Frau transformiert.

Was dir vorher meist nicht bewusst war: Die Erwartungshaltung der Gesellschaft. Du wirst als Frau ohne Kinder anders wahrgenommen denn als Frau mit Kinder.

Möglicher Tonus:

Jetzt zählt in erster Linie dein Kind! Was musst du dich jetzt schminken und die Nägel machen? Hast du nichts Wichtigeres zu tun?

Bitte antworte dann: Wenn ich auf mich achte und mich pflege, pflege ich auch meine Seele und somit mein Kind…

Oder:

Du bist doch jetzt Mutter! Die wilden Zeiten sind vorbei. Anstatt Feiern hast du für dein Kind da zu sein!

Ich zitiere an dieser Stelle gerne meine Kosmetikerin: „Es zählt nicht die Dauer der Zeit, sondern die Qualität der Zeit, die du mit deinen Kindern verbringst.“

Nun zum Thema Sexualität:

Eine Frau, die auch Mutter ist, wird manchmal auch desexualisiert.

Ihr wird der Wunsch nach Sexualität, nach Befriedigung, abesprochen.

Sexuelle Entfaltung auch als Mutter weiter zu zelebrieren, achtend und respektvoll, ist enorm wichtig für uns Frauen. Sich als Mutter zu wissen ist ein wunderschönes erfüllendes Gefühl. Doch unabhängig davon möchte man auch als Frau fühlen… Und wahrgenommen werden.

Egal, was Andere dabei denken…

Solange das Wohl des Kindes gewährleistet ist, gehört zum Wohl des Kindes eine glückliche Mutter.

Und Glück entspringt der Selbstentfaltung…

Auf Basis der Selbstliebe.

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Abendgedanken…

Wenn dich das Schicksal drückt…

Du nicht mehr weißt, was dich erquickt…

Deine Gedanken fahren im Karussell…

Dein Herzschlag schlägt schnell um schnell…

Das Hadern zieht dir alle Kraft…

Der Alltag lastet mit aller Macht…

Fragen nach dem Warum…

Schwirren im Kopf herum…

In diesem Raum ohne Fenster…

Jagen dich quälende Gespenster…

Der Schlüssel, der die Türe öffnet…

Lautet Annahme, die das Hadern schröpfet…

Akzeptiere, was dir vorgesehen…

Sehe die Fügung nicht als Versehen…

Und wenn es noch so furchtbar wähnt…

Deine Freude und dein Glücke zähmt…

So lehret uns stets das Leben…

Wege zu gehen und zu nehmen…

Blicke hinauf zum Horizont…

Auch dir ist das Gute bald wieder hold.

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Dating – Die Top 10 No Go’s für Männer!

Meine persönlichen TOP 10

Dating No Go’s:

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1.) Er spricht schlecht über seine Mutter, bzw. der Beziehung zu seiner Mutter.

2.) Er erzählt, wie er neulich einem Insekt alle Beine herausriss, bevor er es genussvoll erlöste.

3.) Er spricht davon, mit wirklich allen Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen und Familienangehörigen im Streit zu liegen.

4.) Er ist kein Gentleman.

5.) Er behandelt das Servicepersonal schlecht.

6.) Er raucht, ohne zu fragen, ob mir der Zigarettenrauch etwas ausmacht.

7.) Er interessiert sich nicht für meine Meinung.

8.) Er bombardiert mich mit Fragen.

9.) Er gibt von sich nichts preis.

10.) Er redet das ganze Date über von seiner Ex.

Sub. Sein.

Ruhelos…

Rastlos…

Unzufrieden…

Gereizt…

Unkomplett…

Seicht…

Oberflächlich…

Belanglos…

Dumpf…

Suchend…

Sub. Erkennen.

Sub. Wachsen.

Sub. Sein.

Tief. Atmen.

Tief. Fühlen.

Tief. Erfahren.

Tief. Spüren.

Freiheit.

Sein.

Ankommen.

Ruhe.

Zufriedenheit.

Glück.

Ganz.

Lebendig.

Wichtig.

Hellwach.

Leben.

Essenz.

Seele.

Ursprung.

Du.

Ich.

Wir.

Beginn und Ende.

Ende und Beginn.

Immer wieder…

Der zurückhaltende Mann!?

Der zurückhaltende Mann!

Der zurückhaltende Mann?

Welche Frau kennt dies nicht:

Liebevoll und verständnisvoll miteinander geschrieben, ein wundervolles Date miteinander verbracht, vielleicht ein Kuss zum Abschied? Und dann meldet er sich auf einmal nicht mehr. Oder nur ab und an und einsilbig. Er wirkt auf einmal zurückhaltend, du erreichst ihn irgendwie nicht mehr.

Und als Frau verstehst du auf einmal die Welt nicht mehr.

Habe ich ihn verärgert? Fand er mich doch nicht passend für sich? Hat er mich insgeheim doch unattraktiv gefunden? Dabei hattest du so ein gutes Gefühl! Das Kopfkino läuft auf Hochtouren. Du hast das Bedürfniss, mit ihm darüber zu reden, ihn auf deine Fragen anzusprechen, möchtest Position in Bezug auf dich von ihm. Doch er sucht seit dem Date keinen Kontakt mehr zu dir…

So eine Situation auszuhalten ist für viele Frauen schwer. Die Gedanken kreisen unaufhörlich, die innere Unsicherheit gewinnt an Macht, Selbstzweifel können lauter werden.

Ich kenne dies zu genüge.

Nun geht jede Frau mit einer solchen Situation anders um. Und natürlich gibt es zig Beweggründe eines Mannes, sich zu distanzieren. Jeder Mensch ist individuell. Und das ist zum Glück so.

Nun habe ich mich mit Männern ausgetauscht. Ich bin meinen Fragen nachgegangen. Habe Männer offen gefragt.

Und erkannte, dass es oftmals einen gemeinsamen Nenner gab, unabhängig von diversen Beweggründen:

Der Mann zog sich zurück, um Klarheit über seine Gefühle zu erlangen. Er brauchte den Rückzug, um die Emotionen, die in ihm tobten, zu ordnen, zu verarbeiten. Gerade wenn mit der Frau intensive Gefühle einhergingen, brauchte er Zeit für sich, ohne Kommunikation.

Natürlich soll dies kein allumfassend gültiges Raster für alle Männer sein. Dies möchte ich damit nicht aussagen, und dies entspräche auch nicht meiner Weltanschauung. Auch muss sich nicht jede Frau schwer damit tun. Ich möchte nicht verallgemeinern.

Dies war jedoch der Konsens unserer Gespräche. Und dieser Konsens löste in mir viel aus. Ich reflektierte mein Denken. Und erkannte, dass ich einige sehr starre Denkmuster hatte. Bewusst. Und unbewusst. Geprägt von Kindheit, Erziehung, gesellschaftlichen Konventionen und persönlichen Erfahrungen.

Er meldet sich nicht, also ist er nicht interessiert an mir oder ist vermutlich ein eher schüchterner Mensch, zB…

Oder: Er meldet sich nicht, weil ich ihm zu unattraktiv bin. So eloquent, wie ich ihn wahrnahm, hat er bestimmt noch andere Frauen am Start…

Oder… Oder… Oder…

Ich habe daraufhin meinen Blickwinkel geändert, habe mir vorgenommen, möglichst unvoreingenommen in eine solche Situation zu gehen.

Denn ein Mann hat es sehr schwer, wenn ich Schlussfolgerungen auf ihn projeziere, die er dann durch sein Verhalten revidieren muss. Revidieren mit einem „richtigen“ Verhalten in meinem Empfinden, nicht dem „falschen“ Verhalten eines Rückzugs (Denkmuster).

Richtig und falsch… So fest verankert in unseren Köpfen…

Es ist Balsam für die Seele, seine eigenen Denkweisen zu überprüfen. ..

Er ist auf einmal zurückhaltend. Ich akzeptiere dies. Wenn er bereit ist, wird er sich melden und das Gespräch mit mir suchen. Oder er meldet sich nicht mehr. Ich gebe ihm die Möglichkeit, selbst zu wählen. Selbst und frei zu entscheiden. Damit möchte ich ihm meine Wertschätzung für ihn zeigen. Ich erkenne sein Bedürfniss nach Ruhe. Und achte dieses Bedürfniss.

Zurückhaltung ist nicht schlecht…

Zurückhaltung ist nicht gut…

Zurückhaltung ist.