Wie entsteht ein Fetisch?

In meinem neuen Blogartikel geht es um die Entstehung eines Fetischs aus wissenschaftlicher Sicht.

Ist ein Fetisch Zeichen einer psychischen Erkrankung?

Auf diese und weitere Fragen gehe ich in diesem Blogartikel ein.

Den Blogartikel könnt ihr kostenfrei lesen.

Vielen Dank ❤

Viel Spaß beim Lesen!

Liebe Grüße!

FSK 18

https://www.rubberfashion.de/blog/was-ist-ein-fetisch-und-wie-entsteht-er

Das Urteil

-Eine Selbstreflektion-

Dieser Artikel dient meiner persönlichen Aufarbeitung und Selbstreflektion meines Verhaltens. Er dient nicht zur Instrumentalisierung für Cybermobbing, Meinungen anderer oder der Parteiergreifung. Auch soll er nicht triggern, verletzen, den moralischen Zeigefinger erheben oder anprangern. Er steht auch nicht zur Diskussion, da es um meine persönlichen Erfahrungen geht.

Gerne soll er zum Nachdenken anregen und vielleicht dem ein oder anderen Inspiration und Bereicherung sein, das würde mich von ganzem Herzen freuen.

Vielen Dank.

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Es war vor einigen Wochen: Gerade hatte ich mein erstes E-Book herausgegeben und wollte es in den Fokus der Öffentlichkeit heben, dass es wahrgenommen wird. So wird dir als Autor geraten, dein Werk zu verschenken, um dass viele Menschen es lesen können. Das war ungewohnt für mich, dennoch wollte ich es ausprobieren.

So schrieb ich verschiedene Menschen auf Twitter an, ob sie mein Buch geschenkt bekommen möchten, unter anderem auch @OpheliaBDSM.

Ich erhielt viele herzliche Rückmeldungen, Zu- und Absagen, es war schön, sich auszutauschen. Doch von @OpheliaBDSM bekam ich keine Antwort. Irgendwie ärgerte mich das, denn ist es nicht ein Gebot der Höflichkeit, eine Rückmeldung zu geben? Dabei ging es mir nicht um eine Zusage, sondern generell um ein Feedback. Die Tage vergingen, ich war beschäftigt und hatte viel um die Ohren.

Immer noch keine Antwort von ihr.

Ich klickte ihren Account an, den ich zuvor nur flüchtig überflog, da ich sah, sie ist dem BDSM verbunden. Das reichte mir seinerzeit als Information, da es zum Buchinhalt passte.

Aha, ein Großaccount, natürlich! Und das Profilbild, High-Heels in Szene gesetzt.

Mein Urteil war gefallen:

Ein arroganter Großaccount, der sich eingebildet und selbstüberzeugt nicht um die Kleinen schert. Bestimmt eine inszenierte, von sich eingenommene Persönlichkeit, die meint, DAS BDSM zu definieren.

Das Urteil stand, Haken dran, fertig!

Die Wochen gingen dahin. In letzter Zeit häuften sich Tweets in meiner TL auf Twitter, die sie betrafen. Die Inhalte waren unschön. Ich dachte: „Jetzt sehen wohl noch mehr Leute ihre Arroganz. Dies kann keiner über längere Zeit verschleiern, wenn kein Herz hinter einem Account steht, sei er groß oder klein.“

Die Tweets mit unschönem Inhalt häuften sich. Da waren auf einmal zwei Stellungnahmen ihrer dabei.

Es war abends, ich hatte gerade Ruhe und Zeit, wollte zuerst weiterscrollen, da hielt ich inne.

„Hast du dich richtig verhalten in Bezug auf diesen Menschen?“, kommt es mir auf einmal in den Sinn.

Ich begann zu lesen, in aller Ruhe. Versetzte meinen Geist in die Situation, als begegnete mir dieser Mensch zum ersten Mal…

Und so las ich die emotionalen, ergreifenden und tief berührenden Worte einer Frau. Meine Interpretation war, dass ich eine Person spürte, die vermeintlich am Boden lag… Mit dem Rücken zur Wand stand. Ich interpretierte eine bedrohte Existenz, grenzüberschreitendes Eingreifen in ein reales Leben. Ich interpretierte Verzweiflung, Bedenken, Schmerz, Entsetzen, Enttäuschung.

Die Inhalte waren für mich dabei unwesentlich. Ein Mensch stand in der Mitte… Und wurde umringt von anderen Menschen.

Ich spürte kein Mitleid, doch Empathie für diesen Menschen. Die Inhalte, die ich las, sie waren und sind für mich unwesentlich, denn sie sind privat und betreffen mich nicht persönlich.

Ich kann dazu als nicht Beteiligter nichts sagen. Doch ich spürte einen Menschen, der sein Herz auf einem Tablett darlegte, der sich auszog, der nackt vor mir stand.

Ich mag das Bild nicht: Ein Mensch steht alleine in der Mitte.

Und ich öffnete mich für diese Frau und nahm sie wahr: subjektiv, vorurteilsfrei, essentiell.

Ein arroganter Mensch, legt er sein Herz anderen vor die Füße?

Ich sah auch Ecken und Kanten, sah auch Fehlbarkeit. Doch wäre es nicht schlimm gewesen, diese nicht zu sehen?

Und ich realisierte, dass ich ziemlich dumm gewesen war und mich falsch verhalten hatte. Ich hatte sehr vorschnell über einen Menschen geurteilt, den ich weder kannte und noch mit dem ich mich nicht wirklich im Vorfeld auseinandergesetzt hatte.

Meine Motivation seinerzeit war schlicht gekränkte Eitelkeit.

Jedem steht es zu, zu antworten oder nicht zu antworten. Wir sind alles freie Menschen.

Wer kennt schon einen Menschen so gut, um all seine Beweg- und Motivationgründe zu kennen?

Wer vermag alle Faktoren abwägen zu können, um reinen Gewissens ein Urteil über einen anderen Menschen zu fällen?

Sollte man das überhaupt, ein Urteil fällen?

Ich hatte vorschnell geurteilt… Und merkte, dass ich das wohl manchmal im Alltag tue.

Dieses vorschnelle Urteilen… Es ist einfach und bequem, weil ich mich mit eigenen Unzulänglichkeiten und Fehlern nicht auseinandersetzen muss.

Ich mag nicht sagen, was richtig und was falsch ist. Das steht mir nicht zu und wäre anmaßend. Im Leben gibt es oftmals viel Grau, wo Schwarz oder Weiß vermutet wird…

Doch eines lehrten mich die Ereignisse dieser Tage:

Urteile, wenn du meinst urteilen zu müssen, niemals vorschnell. Lerne den Menschen kennen, höre ihm zu.

Denn möchtest du umringt in der Mitte stehen?

Vom Leben und Sterben eines Kindes, Teil 3″

Mein neuester Artikel war sehr emotional zu schreiben. Mein lieber Freund Freric hat ihn als Gastartikel von mir erhalten.

Denkt beim Lesen bitte an meine Kleine❤…

„Zeitung lesen“

Ich lese Zeitung…

… Ein 14-jähriger Junge soll einen gleichartigen Jungen ermordet haben. Angenommenes Tatmotiv: Eifersucht.

… Der Nachschub an Impfdosen steht bereit. Wie lange schützt die Impfung? Welcher Wirkstoff greift bei Mutationen? Wird das Virus nach einer Impfung nicht mehr weitergegeben?

… Ein 55-jähriger Deutscher soll sensibles Wissen des Bundestags an den russischen Geheimdienst weitergegeben haben.

… Helfen negative Schnelltests aus dem Lockdown?

… Eine chinesische Frau soll von ihrem Ex-Mann eine Wiedergutmachung für die erbrachte Hausarbeit erhalten.

… Gegen einen Hassredner soll ein Haftbefehl vorliegen. Doch wo hält er sich nur auf?

… Die Neuinfektionen scheinen rückläufig zu sein.

… Welcher Bewertungsmaßstab gilt bei einer Geiselnahme? Der verurteilte Täter lässt Revision einlegen.

… Ist der Abbau von Personal ein richtiges oder falsches Signal?

… Ein Bundestrainer soll seine ihm anvertrauten Schützlinge sexuell angegangen haben.

… Ein Musiker produziert nun, anstatt live aufzutreten.

… Wie erleben Betroffene alltäglichen Rassismus?

… Eine Firma spendet eine große Summe an ehrenamtlich und karitativ tätige Einrichtungen.

… Das Straßennetz soll für Fahrradfahrer sicherer werden.

… Eine historische Persönlichkeit wurde unehelich geboren.

… Aus Kostengründen wird die geplante Verpflanzung einer Grünanlage auf unbestimmte Zeit vertagt.

… Die Gebühren steigen an.

… Ein nie gekannter Stand an Besitzern von Aktien stürmt den Markt.

… Eine stadtbekannte Person verstirbt, bevor das gemeinnützige Lebenswerk vollendet war.

Ich lege die Zeitung beiseite und vollbringe mein Tagwerk.

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„Ethik von Mensch zu Mensch“

Mein neuer Artikel ist verfasst – diesmal ein ganz anderer, als ihr es bisher von mir gewohnt seid. Doch ich habe viele Facetten, und dies ist ebenso ein Teil von mir als Mensch und Autorin.

Es geht um die Ethik des Helfens, erörtert an aktuellen und zeitlosen Beispielen aus der sozialen Arbeit.

Ich durfte meinen Artikel wieder als Gastautor bei meinem lieben Freund Freric auf seiner Webseite veröffentlichen. Vielen herzlichen Dank dafür 💚💕. Besucht ihn doch einmal auf dieser, er ist ein großartiger Mensch und Kollege!

Nun wünsche ich viel Spaß beim Lesen.

Bleibt mir gerne treu!

Liebe Grüße!

“Die soziale Arbeit und deren ethische Hintergründe”

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Der Boxer, Teil 1

Es war geradezu magisch… Diese Freitagabende im Hallenbad. Bis 22 Uhr war immer geöffnet. Draußen lag alles im kompletten Dunkel, umso eindringlicher reflektierten die Glasscheiben das Geschehen in der Schwimmhalle. Das Wasser wurde oftmals stimmungsvoll beleuchtet, die Deckenbeleuchtung gedimmt. Da keine Vereine mehr trainierten, gab es keine abgetrennte Bahnen mehr, die Schwimmer konnten frei im Becken ihre Bahnen ziehen. Freitagabend waren oftmals die gleichen Schwimmer anwesend, die Stammkunden- so wie ich zu diesen zählte.

Wie immer nahm ich mir vor, zumindest eine halbe Stunde durchzuziehen. Freitags fiel mir das immer schwer, denn oftmals war ich etwas müde von der Woche. An diesem Abend trug ich einen roten Triangel-Bikini mit weißen Tüpfelchen und Rüschenvolant an Oberteil und Höschen.

Eindringliche Augenblicke

Ich hatte schon ungefähr die Hälfte hinter mir, da fiel mir ein Mann am anderen Ende des Beckens auf, der gerade eine Schwimmpause einlegte und mich eindringlich betrachtete. Ich schaute kurz in seine Richtung, konnte sein Gesicht jedoch nicht deutlich erkennen, da er sich im schummrigen Licht befand.

Mir fiel sein Oberkörper auf. Und Oberarme, die ihn am Beckenrand hielten. Meine Herren, war dieser Mann stark. Muskelbepackte Arme liefen in einen Brustkorb über, der definierter nicht hätte sein können. Der Mann fuhr sich mit einer riesigen Hand durch sein blondes kurzes Haar, bevor er sich zu voller Größe aufrichtete, auftauchte und seinen Körper bis zum Bauchnabel freilegte.

Dann fuhr er sich mit dieser Riesenhand über seine glatte Brust und schaute mich die ganze Zeit über an. Ein blaues Schimmern ließ mich nicht mehr los. Ich reagierte auf ihn und spürte leichte Erregung in mir aufsteigen. Verlegen senkte ich meinen Blick und schwamm wieder los.

Der Mann tat es mir gleich und durchpflügte das Wasser. Es war erkennbar, dass er seinen Körper trainierte und im Griff hatte, auch mental. Er schwamm konzentriert, ausdauernd und zielführend. Während den kurzen Drehungen am Beckenrand bemerkte ich im Blickwinkel, dass seine Augen immer wieder auf mir ruhten. Irgendwie schien sich der Abstand zwischen uns zu verringern, obwohl ich meine Position nicht verändert hatte.

Das Kennenlernen

Und so kam es, dass er auf einmal direkt in der Bahn neben mir schwamm. Er erreichte vor mir den Beckenrand. Als er sich erhob, erhaschte ich einen Blick auf seinen mächtigen Rücken.

Er zog die Schwimmbrille ab, die er aufgrund des Kraulens getragen hatte. Schwungvoll drehte er sich auf einmal zu mir um und sah mir zu, wie ich die letzten Meter zurücklegte, bis ich den Rand des Beckens auch endlich erreichte. Er drehte sich synchron mit mir, Beide schauten wir eine Weile nach vorne und sahen unser Siegelbild im Fenster vor uns.

Unvermittelt wandte er sich plötzlich mir zu und sagte mit tiefer Stimme: „Hallo.“

Ich drehte mich ihm zu und blickte in ein solch blaufunkelndes Augenpaar, wie ich es noch nicht erlebt hatte.

Ein helles, klares Blau mit Schatten von Grau. Ein Drei-Tage-Bart mit leicht rotblonder Note schmückte sein Gesicht, seine Wimpern und Augenbrauen standen hingegen im dunkleren Kontrast zu seiner hellblonden Haarfarbe. Er lächelte mich offen und liebevoll an, zeigte seine schönen, gepflegten Zähne.

Faszinierende Vertrautheit

Ich konnte garnicht anders, als sein Lächeln zu erwidern. „Hallo“, antwortete ich.

„Ich heiße Waldemar.“

Anstatt ihm zu antworten, musterte ich ihn unauffällig.

„Wie heißt Du?“, hakte er nach.

„Julia.“

„Julia… Ein schöner Name. Es freut mich Dich kennenzulernen.“

Er kam einen Schritt auf mich zu, eine Bugwelle erreichte mich, als er mir seine Hand zur Begrüßung reichte.

Mein Gott, waren das Pranken! Riesige Handteller, dicke Finger, ein kräftiger Händedruck. Meine eigene Hand verschwand in diesem Händedruck komplett.

Mir gefiel dieses höfliche Auftreten. Er ehrte mich damit auf eine ganz urtümliche Art und Weise. Sein Blick glitt unauffällig über meinen Körper, als er wieder etwas zurückwich.

„Du bist immer freitags hier, nicht wahr? Ich sehe Dich schon länger und habe mein Training so gelegt, Dich hier anzutreffen.“

Interessant, wie man doch gesehen wird… Er war mir bisher nicht bewusst aufgefallen.

„Was trainierst Du denn?“

„Ich bin Boxer. Krafttraining gehört auch dazu. Am Schluss gehe ich dann immer schwimmen für die Kondition.“

„Das ist nicht zu übersehen“, äußerte ich spontan ohne nachzudenken. „Eigentlich bist Du garnicht mein Typ. Das sind mir fast zu viele Muskeln.“

Verwegen grinste er mich an: „Dafür bist Du genau mein Typ. Bist Du Single? Da schwimmt manchmal ein Mann mit Dir“.

„Das ist vermutlich Rouven, den Du meinst. Wir treffen uns als auch hier. Er geht auch regelmäßig schwimmen. Ich bin aber nicht mit ihm zusammen. Er kommt gerade aus einer Beziehung, er will erstmal keine Freundin…“

Ungeahnte Fürsorge

Waldemar musste auf einmal lachen. „Quatsch. Ich habe euch beobachtet. Er will was von Dir. Nur ein dummer Mann will Dich nicht.“

Er sagte es sehr bestimmt und eindringlich, und als ich ihm widersprach, meinte er:

„Julia, Du wirst immer gewollt sein. Ich sehe es in Deinem Gang, Du hast Stil. Dein Lachen ist herzlich und Dein Herz ist ehrlich. Das sehe ich alles. Das wirst Du auch als alte Frau noch haben!“

Ich war seltsam berührt von seinen Worten. Er sprach mit mir, als würden wir uns schon Jahre kennen, es war eine Intimität zwischen uns spürbar, die mit Sexualität nichts zu tun hatte. Er erzählte, er habe eine Firma, die Personenschutz anbietet. Daher sein wacher Blick auf seine Umgebung.

Ich hatte ein Gefühl des absoluten Vertrauens. Instinktiv wusste ich, dass dieser Mann immer gut zu mir sein würde, immer aufrichtig und loyal. Seine Augen waren grundehrlich, seine Absichten rein. Er sah optisch aus wie der geborene Checker, doch spürte ich Güte und ein riesengroßes Herz. Seine scharfe Wahrnehmung hatte nichts mit Kontrollwahn zu tun. Dieser Mann sorgte sich um mich und mein Wohlergehen. Und das nach dieser kurzen Zeit…

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Das Tragen von Marken

FSK 18

Den ganzen Tag über ein Grinsen auf dem Gesicht, wissend um das Geheimnis, das deinen Körper umgibt.

Dieses freudige Kribbeln und dieses Beben im Magen und Herzen, spürend, dein Liebster ist immer bei dir.

Du trägst sein Bild im Geiste… Und die Spuren seiner Liebe auf deinem Körper.

Die Spuren seiner Liebe?

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Ja, die Spuren seiner Liebe. Dabei gibt es für alle sichtbare und nur für dich gesehene Spuren. Liebe zeichnet und Liebe schenkt…

Und nicht oft im Leben, doch dann wirst Du diese eine Person treffen. Die Person, die du eigentlich gar nicht suchtest, die dich jedoch schon lange gefunden hat.

Und so liebt ihr euch… So lebt ihr euch… In dem Wissen, den anderen Teil deiner Seele im Herzen zu tragen.

Bis dieses Bedürfnis auftaucht, durch Marken, die er dir verabreicht oder anordnet, deinen Körper gezeichnet zu bekommen. Gekennzeichnet zu werden als sein Eigentum. In dem Wunsch und dem Wissen, die Seine zu sein.

Das Schenken von Marken kommt fast schon einer Zeremonie gleich, in dem du zu seiner Königin gekürt wirst. An Stellen, die einsichtig sind….Oder bedeckten Stellen, so dass nur ihr beide um dieses süße Geheimnis wisst…

Beide Varianten bürgen ihre eigene Wahrhaftigkeit. Anderen optisch zu zeigen , diese Spur setzte mir ein anderer, oder es mit mir selbst ausmachend und alleine zu genießen. ..

So oder so… Die Verbundenheit und die Tiefe der Gefühle zum anderen werden durch das Verabreichen und Tragen von Spuren gekrönt.

Denn ist es nicht so, dass wir viele Kompromisse eingehen, aber es in Bezug auf die Marken nur den einen möglichen Weg gibt?

Den direkten Weg in das Herz des anderen…

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Der Corona-Test

Es flog an mich heran wie aus heiterem Himmel.

Vor einigen Tagen fühlte ich mich urplötzlich schlecht, hatte ein Krankheitsgefühl, rasende Kopfschmerzen und einen Druck auf dem Brustkorb. Dazu Gliederschmerzen und eine verstopfte Nase. Alles trocken ohne Sekret, kein Husten und kein Schnupfen.

Gerade die heftigen Kopfschmerzen kannte ich so nicht. Sonst war ich auch schon sehr lange nicht mehr krank.

Eine diffuse Angst überkam mich. Corona. Hast du es irgendwo aufgeschnappt? Dabei habe ich so aufgepasst, alle Regeln des Abstands eingehalten, Mundschutz getragen.

Oh Gott, bitte nicht…

Eine noch stärkere Angst als die erste kommt hinzu: Die Angst um meinen Sohn. Ich habe es erlebt, hautnah, das Sterben einer kollabierten Lunge.

Bitte nicht…

Sich nicht verrückt machen, ruhig bleiben.

Werde ich jetzt sterben?

Ruhig bleiben, Gedanken sammeln.

Ich lernte es in den Zeiten, als meine Kleine auf Leben und Tod operiert wurde.

Ich esse ein paar Stunden später zu Abend, Käsebrot, Apfel, alles wie immer. Dann der süße Joghurt als Nachtisch. Verdammt… Ich schmecke die Süße nicht. Wie betäubt fühlt sich mein Mund an.

Bitte nicht, bitte nicht schon wieder Krankheit, Leid und Tod.

Reiße dich zusammen! Ruhig bleiben.

Panisch esse ich einen kurzen Moment später Schokolade, obwohl ich mich lieber übergeben wollte.

Ich kann die Süße schmecken, in vollem Umfang.

Ruhig bleiben, immer ruhig bleiben.

Am nächsten Morgen rufe ich beim Vertretungsarzt an, mein Hausarzt hat Ferien. Frage nach einem Corona-Test.

„Haben Sie denn Beschwerden? Wissen Sie, die Tests sind knapp, nur aus der bloßen Angst heraus. ..“

„Ich habe meine Tochter verloren. Falls ich Corona haben sollte, möchte ich es wissen. Nicht wegen mir, wegen meinem Sohn. Falls es zu einer Notsituation kommt, wissen die Ärzte im Krankenhaus dann schneller zu reagieren, wenn der Feind bekannt ist…“

„Kommen Sie nach der Sprechstunde. Wir müssen Sie isoliert behandeln. Wenn Sie vor der Praxis stehen, rufen Sie an, dann hole ich Sie an der Tür ab…“

Ablenken. Ablenken. Immer wieder…

Ich schaue zum Himmel. Bitte Schatz, hilf deinem Bruder…

Mittag. Vor der Arztpraxis. Ich werde in ein Zimmer gebeten. Ich soll mich nicht hinsetzen und darf auch nicht die Jacke ablegen. Der Arzt betritt das Zimmer. Er hält Abstand. Er sagt, er gebe mir jetzt Anweisungen, ich solle sie ausführen, aber nicht dabei sprechen. Fragen kann ich später stellen.

Ich nicke. Hebe die Arme, am Rücken wird meine Lunge abgehört. Dann der Test, Stäbchen in Mund und Nasenlöcher. Der Arzt lobt mich. Er meint, meine Lunge ist frei, er glaubt nicht, dass ich Corona habe.

Er sagt mir alle Notfallnummern, für mich und den Kleinen. Sagt, 1-7 Tage geht die Auswertung. Ich solle mich gesund ernähren, viel schlafen, viel trinken und vor allem: Keine Angst haben. Angst fördert Krankheit, bei mir und dem Kleinen.

Ein sympathischer Arzt, denke ich mir… Am Menschen, authentisch und nah.

Es war ein komisches Gefühl, wie ein Aussetziger behandelt worden zu sein. Die Bedenken in den Augen der Menschen, wenn es nicht sicher ist, ob man Corona hat.

Ich soll nirgends hin bis zum Testergebnis, zudem Mundschutz tragen wegen dem Kleinen.

Im Auto denke ich mir, wenn ich es habe, hat es mein Kleiner schon längst.

Nun beginnt das Warten…

Verdammt, wie hasse ich es. Gefühle von früher kommen hoch. Warten, immer musste man warten auf die Nachricht, das Kind hat überlebt…

Ruhig bleiben. Einfach weiter atmen.

Die Angst, noch ein Kind verlieren zu können, wieder an eine Krankheit, sie schleicht sich in alle Glieder…

Gift, dass dir den Verstand raubt, wenn du ihrer nicht Herr wirst.

Mittlerweile geht es mir deutlich besser, nur noch etwas Schnupfen, ab und an leichte Schluckbeschwerden.

Ich schmecke alles und habe auch kein Fieber. Dem Kleinen geht es auch gut.

Zwei Tage später klingelt das Telefon. Auf dem Display die Nummer des Arztes. Ich bekomme auf einmal Panik, mein Herz schlägt wie wild. Kaum kann ich sprechen…

Ich schließe für einen Moment die Augen, atme tief durch und nehme ab.

Der Arzt bittet mich, meine Daten zu bestätigen: Geburtsdatum, Adresse. Das sei Vorschrift vor Nennung des Testgebnisses. Ich bekomme kaum ein Wort heraus. Meine Hände zittern.

„Testergebnis negativ. Unauffälliger Befund. Zusammen mit meiner klinischen Untersuchung ist eine Corona-Infektion mit größter Wahrscheinlichkeit auszuschließen.“

Ich kann garnicht sprechen vor Erleichterung. Der Arzt schiebt hinterher: „Ich freue mich für Sie. Machen Sie sich keine Sorgen mehr. Sie haben kein Corona.“

Ich gehe zu meinem Kleinen hoch, gerade ist er aufgewacht. Am Wickeltisch beuge ich mich zu ihm:

„Schatz, deine Schwester hat uns geholfen. Mama hat kein Corona.“

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Die Vermarktung

Es ist schon sonderbar…

Da schreibst du völlig unbedarft einige Zeilen. Aus den Zeilen werden Geschichten, und so reiht sich auf einmal nach und nach eine weitere Geschichte ein… Und auf einmal hälst du eine Sammlung deiner persönlichsten Gedanken in deinen Händen, ohne je bewusst beabsichtigt zu haben, diese zu haben.

Genau so enstanden meine ersten Werke. Ich hatte nie bewusst diesen Entschluss gefasst, es ergab sich sozusagen aus dem Moment.

Ich habe schon immer gerne geschrieben, die Wörter und die Sprache schon immer ein Ausdrucksmittel, Gefühle und Erlebtes zu verarbeiten und mit anderen zu teilen. Ich konnte meinen Physiklehrer zum Verzweifeln bringen, meinen Deutschlehrer hingegen verstand ich auf Anhieb.

Als meine Kleine verstarb, hatte ich auf einmal wieder Zeit für mich. Etwas, das ich über eine lange Zeit nicht kannte. Ich spürte mich wieder… Nicht nur die Mutter in mir, sondern auch die Frau in mir. Und ich spürte, dass ich einen Weg für mich finden musste, um all die schweren Emotionen zu verarbeiten: Trauer, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht…

Dabei konnte mir kein Mensch von außen helfen, kein Familienmitglied, kein Freund, kein Therapeut.

Ob denn ich wundervolle und helfende Gespräche mit meinen Lieben führte, musste ich den wesentlichen Kern mit mir selbst innerlich austragen. Diese Traueraufarbeitung konnte mir Niemand abnehmen. Und so spürte ich innerlich immer mehr den Drang, Wege der Verarbeitung zu finden.

Zunächst einmal wurde ich mir meiner wieder bewusst. Es ist seltsam, ich war fast drei Jahre lang nicht mehr richtig bei mir selbst. Ich lebte für meine Kleine und ihre Pflege. Das war gut so, genauso wählte ich es für uns, so sollte es sein.

Und doch gab es auch Zeiten, in denen ich schlicht funktionierte, in denen Angst um ihr Leben und Sorge alles überschatteten. Anderes gerät dadurch vollkommen in den Hintergrund.

Ich weiß noch, wie ich mich das erste Mal wieder ausführlich schminkte. In Ruhe, einfach im Moment verweilend. Oder als ich das erste Mal beim Friseur saß, ohne die Angst zu haben, hoffentlich passiert daheim nichts Schlimmes, und der Babysitter hat alles im Griff. Oder das erste Mal wieder bewusst shoppen zu gehen.

Ich habe mir dabei ein Lederrock ausgesucht. Er ist trendy und erinnerte mich an eine andere Welt, eine Welt, die lange verschollen war: Frau sein, Frausein leben…

Dieser Kauf des Lederrocks war symbolisch für mich. Schon immer gab mir das Tragen von Ledermode das Gefühl von Freiheit, Unabhängigkeit, Weiblichkeit und Selbstbewusstsein.

Es ist in etwa wie das Anlegen einer „Uniform“, Kleidung hat nun einmal eine große Wirkung auf unser Wohlbefinden.

Und nach einiger Zeit, in der ich mich wieder nach und nach spürte, kam dieser Drang in mir auf: Der Drang zu schreiben.

Es war fast so, als hätte es diese Zeit mit meiner Kleinen gebraucht, mich wieder zum Wesentlichen des Lebens hinzuführen, so paradox dies klingen mag. Irgendwie leben wir unser Leben, bis auf einmal etwas Großes geschieht, das Leben uns ein Stoppschild vor Augen hält und uns zur Innenschau zwingt.

Wenn ich bei meiner Kleinen am Grab stehe, mit ihr spreche, gibt sie mir Antworten auf meine Fragen:

„Mama, du warst für mich da, ich danke dir. Jetzt sei nicht mehr traurig, es geht mir im Himmel gut. Wir sehen uns doch irgendwann wieder. Lebe dein Leben, auch für mich. Ich konnte es nicht, wie ich wollte. Aber du bist gesund, du hast die Möglichkeiten, deinen Traum zu leben. Warte nicht zu lange damit. Denke an dich und vertraue in dich. Ich schaue dir von oben zu und begleite dich auf deinen Wegen…“

Und so war auf einmal alles im Fluss. Mein Leben, die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, tat sich vor mir auf.

Auf einmal spürte ich, was zu tun war. Ich war in der Pflicht, Verantwortung für mich zu übernehmen und meinen Traum zu leben. Und mein Traum ist es, zu schreiben.

Dabei ließ ich mein bisheriges Leben Revue passieren: Erlebnisse, Begegnungen, Erfahrungen…

So fing ich an zu schreiben, durchlebte dadurch die Begegnungen wieder, erlebte vor meinem geistigen Auge die Menschen wieder, spürte wieder die Emotionen und das Leben pulsieren.

Dabei hielt ich mich an keine Regel. Ich muss dazu sagen, es gibt klassische Regeln und Vorgaben bei der Erstellung eines Buches: Gliederung, Rechtschreibung, Satzbau, inhaltliche Gegebenheiten. Dann ein Lektorat, eine professionelle Formatierung, ein Profi-Buchcover… Et voilà, das genormte Buch ist fertig!

Es ist wohl klug und vielleicht ratsam, all das im Vorfeld zu berücksichtigen und bewusst an ein solches sehr zeitintensives Projekt heranzugehen. Wohl dem, der dies beherzigt.

Und wie es so meine Art ist, war all dies bei mir nicht der Fall, denn bewusst tat ich nichts. So entstand etwas meinerseits, fernab des Mainstreams, aus einem spontanen und besonderen Moment geboren, unschuldig in seiner Gesinnung.

Ich merkte nach der Erstellung, dass es oftmals im Denken der Menschen entweder schwarz oder weiß gibt.

Wo bleibt das Grau?

Es geht doch nicht, erotische Fetischgeschichten zu verfassen und gleichzeitig die Geschichte deines Kindes aufzuarbeiten.

Solch ein gesellschaftlicher Tonus begegnet mir immer wieder. Es ist sehr präsent im Denken der Menschen, dieses Kategorisieren der anderen Menschen.

Fast schon macht es Spaß, nicht die Norm zu bedienen, nicht den Konventionen zu entsprechen, obwohl ich es nicht bewusst initiiere.

Und so verfasste ich meine persönlichsten Gedanken, in der Gesinnung, weitere Gedanken folgen zu lassen, denn es ist mir ein Anliegen zu zeigen: Eine Frau hat viele Facetten. Oftmals wird ihr ein Korsett auferlegt, ihr eine Facette zugeteilt, die sie dann auch bitte zu erfüllen hat!

Doch das ist nun einmal nicht so. Das ist bei uns allen nicht so, weder bei Mann noch bei Frau.

Dann steht sie also an, die Vermarktung meines persönlichen Gedankenguts.

Es ist schwer zu beschreiben, was das mit einem macht. Einerseits ist es dir zuwider, andererseits möchtest du den Spirit deiner Gedanken verbreiten.

Du möchtest eine Sinnhaftigkeit in die Welt tragen, und das geht nur durch Vermarktung.

Und so sammle ich gerade die unterschiedlichsten Erfahrungen, die allesamt spannend sind und mich bereichern, jedoch auch aufwühlen und nahe gehen. Einen Auftragstext zu verfassen mit klaren Vorgaben und darüber ein Feedback zu erhalten ist etwas ganz Anderes, als über dein eigenes Gedankengut ein Feedback zu erhalten!

Es ist unglaublich spannend, und ich danke jedem, der sich Lebenszeit und Muße nimmt, in meine Zeilen einzutauchen und mit mir ein Stück meines Lebenswegs geht…

Und sich im besten Fall etwas für sich daraus mitnimmt. Das ist für mich das größte Kompliment, dann gab mein Wirken auch anderen Menschen etwas Licht und Glück! Und diese Erfahrung möchte ich nicht mehr missen!

Nun bin ich wieder am Schreiben, dieses Mal sehr bewusst, denn ich möchte meiner Kleinen etwas Bleibendes schenken, ihr Dasein und ihre damit verbundene Bereicherung für die Welt teilen und sie ehren.

So bleibt ein Werk, das die Zeiten überdauert…

Und wenn ihr kleiner Bruder einmal groß genug ist und vielleicht von seiner Schwester lesen möchte, kann er seine wundervolle Schwester in Ruhe kennenlernen und ihr nahe sein ❤!

Das ist mein Anliegen und meine Intuition in Bezug auf die Verfassung meiner Texte und nicht zuletzt meine Aufgabe als Mutter…

Und wisst Ihr was?

Ich freue mich sehr darauf!