Mein Blogartikel: Wie frische ich das Liebesleben mit BDSM auf?

FSK 18

Was benötige ich als Anfänger für soften SM/BDSM?

Die Welt des BDSM ist eine sehr aufregende mit vielen wundervollen Möglichkeiten. Doch sie sollte achtsam betreten werden, denn das physische als auch psychische Wohl aller Beteiligten ist ausschlaggebend dafür, um ein angenehmes Miteinander zu generieren. Es ist ratsam, sich vorab genügend Informationen darüber einzuholen, welche Optionen bestehen, wie spezielles Spielzeug gehandhabt wird und welche Reaktionen welche Handlungen hervorrufen können. Hier kann es auch um ganz praktische Fragen gehen, deren Antwort es zu erforschen gilt. Eine Fessel anzulegen scheint simpel, ist es jedoch nicht. Die Empfindungen, die beim Anbringen eines Knebels hervorgerufen werden, sollten sich bewusst gemacht werden. So gibt es noch zahlreiche andere Beispiele, die aufzeigen, wie sehr eine gegenseitige Fürsorge vor, während und nach einer Session wichtig ist. Dabei sollte der devote Part als auch der dominante stets im Blickwinkel des Geschehens stehen. Beidseitig aufrichtige und wertfreie Kommunikation bildet die zentrale Basis ein jeder Interaktion im Leben, so auch in der submissiven Welt.

Wie gehe ich an die Sache heran?

Vor jeder praktischen Aktivität steht immer das gemeinsame Gespräch. Die getanen Beschlüsse sind verbindlich, denn sie basieren auf gegenseitigem Einvernehmen. Dennoch sollten die Beteiligten stets die Möglichkeit haben, im direkten Erleben die Meinung ändern und Vereinbarungen lösen zu dürfen. Das gilt sowohl für den devoten als auch für den aktiven Part. Ganz wichtig ist das Nachgespräch nach einem gemeinsamen Erkunden, denn Erlebtes braucht Zeit zum Verarbeiten, Sortieren und Neu-Ordnen und wirkt nach. Der Fachbegriff dafür ist das „Aftercare“. Viele BDSMler beziehen sich darauf, dass durch das Aftercare wirkliche Tiefe und Nähe entsteht. Einerseits werden gewollte Marken versorgt, andererseits die erlebten Eindrücke verbalisiert. Dieses ist dem dominanten Part eine wichtige Aufgabe, um seine Erziehung seiner Sub individuell anzugleichen. Um wahre Lust erleben zu können und das eigene Liebesleben aufzufrischen, braucht es demnach einen vertrauensvollen Austausch. Doch wie führt sich am besten solch ein Gespräch, um die Beziehung zu beleben?

  1. Finde einen ruhigen Gesprächsrahmen an einem ungestörten Ort. Mache dir gerne im Vorfeld ein paar Notizen. Das kann dir Sicherheit geben, und du vergisst nicht die wesentlichen Punkte.
  2. Vergesse dabei nicht deinen Humor und versuche eine entspannte Atmosphäre herbeizuführen. So kann deine Partnerin zur Ruhe kommen, sich sammeln und fokussieren.
  3. Ein so bedeutsames Gespräch muss nicht sitzend in einem Raum geführt werden. Auch ein langer Spaziergang kann eine angenehme Basis bilden. Zudem baut Bewegung Nervosität ab, und du zappelst nicht so herum.

Wenn die Rahmenbedingungen stehen, solltest du dich mit den Gesprächs-Inhalten beschäftigen. Wichtig ist, nicht vorwurfsvoll in ein solches Gespräch zu starten. Anstatt sofort einen Schuldigen für das erlahmte Sexleben zu definieren („Seitdem du Mutter geworden bist…“), versuche es in etwa so: „Ich liebe dich und würde gerne mit dir unser Sexleben weiterentwickeln. Ich habe eine spannende Sexualpraktik entdeckt, die ich dir gerne vorstellen würde.“

An dieser Stelle machen viele Männer den Fehler, sofort mit einer pragmatischen Auflistung zu beginnen, wie sie Lust erleben möchten. Damit könntest du deine Partnerin überrollen oder überfordern. Frage sie stattdessen direkt nach ihrer Meinung zum Thema: „Wie siehst du das mit unserem Sexleben? Wie geht es dir damit?“ Wichtig wäre hier, offene Fragen und keine rhetorischen zu stellen. Konkrete Beispiele sind im Anschluss wichtig, damit sich deine Partnerin eine Vorstellung deiner Wünsche und deiner Vorschläge machen kann. Mit dem Begriff BDSM wird sie weniger anfangen können, als wenn du konkret sagst, du wolltest ihr einmal ein paar Klapse auf den Hintern verabreichen, um die gemeinsame Lust ganz neu zu erleben.

Ebenso sinnvoll wäre es, du erzähltest ausschließlich aus deiner Sicht. Formuliere deine persönliche Wahrnehmung und lasse sie bewusst außen vor. Dabei kannst du sagen: „Unser Sexleben würde sich für mich verbessern, wenn ich dir deine Brustwarzen klammern dürfte.“ Weniger gut könnte hingegen sein: „Du wolltest doch schon immer in unserem Sexleben mehr Einbezug deiner Brüste; da passen doch die Nippelklemmen.“ Gebt euch hierbei immer genügend Raum, um Fragen stellen zu können. Vermeidet das Aufkommen von Interpretationen der Aussagen. Das geht fast nie gut. Ein „Was würde dir dabei gefallen?“ oder ein „Meinst du damit diese Sexstellung?“ passt meistens hervorragend.

Welche Utensilien benötige ich für das Lust-Erleben?

Lust zu erleben, um das Liebesleben aufzufrischen, braucht eine gewisse Vorbereitung verschiedener Utensilien. Im Vorfeld im gegenseitigen Gespräch herauszufinden, in welche Richtung es gehen könnte, bietet sich als hilfreich an. Möchte die Partnerin gerne mit dem Lustschmerz experimentieren? Dann würden sich Schlaginstrumente oder Klammern-Toys eignen. Auch Vibratoren, die dehnbar sind oder spezielle BDSM-Kerzen können eine reizvolle Option sein. Manchmal kann auch mit Haushaltsutensilien experimentiert werden. Entdecke Wäscheklammern oder Spaghetti-Zange einmal ganz neu. Am Anfang eignet sich ein Seidenschal sehr gut zur Fesselung oder dem Verbinden der Augen, so dass nicht sofort Seile gekauft werden müssen, wenn noch ausgetestet wird. Grundsätzlich bietet es sich an, vor dem Kauf von hochwertigem Spielzeug einen gewissen Rahmen gefunden zu haben, in dem sich bewegt wird. Von haushaltsüblichen Kerzen für Spiele mit Wachs sei an dieser Stelle jedoch abzuraten, denn diese führen zu Verbrennungen.

Viele Internetshops bieten heutzutage Anfänger- oder Einsteiger-BDSM-Pakete an, mit denen für wenig Geld experimentiert werden kann. Bei Vibratoren empfiehlt es sich, auf die Herkunft und das Material zu achten. Auch Klammerspielzeug sollte nicht unbedingt aus der günstigsten Riege erworben werden. Dieses kann zu schnell seine Funktion verlieren, wenn zu billig fabriziert wurde. Denke daran, dass die Utensilien dir und deiner Partnerin sehr nahekommen werden.

Auch an ausreichende Hygiene sollte immer gedacht werden. Händewaschen und Toys zuvor reinigen sollte elementar und zur Routine werden. Ebenso wie die Wunden zu versorgen nach einer Session, die immer desinfiziert werden sollten. Anal eingesetztes Spielzeug bitte niemals vaginal einführen, sondern immer von vorne nach hinten zum Einsatz bringen. Das Infektionsrisiko wäre ansonsten zu hoch. Auch Spiele mit Körperflüssigkeiten oder Lebensmittel bieten sich hervorragend an, um das Sexleben aufzufrischen und die eigene Beziehung zu beleben. Durch ein simples Anpinkeln oder Ejakulieren auf Körperteile oder Gegenstände lassen sich unkompliziert und einfach pikante Rollenspiele generieren, die große Lust erleben lassen. Vielleicht entdeckt auch manche Partnerin ihre dominante Ader und möchte den Partner befehligen? Vielleicht darf er einmal Dessous tragen oder sich schminken, um seiner Herrin zu gefallen? Oder er darf einer ihrer Dildos benutzen und vor ihr masturbieren, um sein Sperma von ihren Füßen zu lecken? Fantasie hilft hier sicherlich, und auch das Lesen von erotischer Literatur lässt einem so manchen heißen Einfall kommen. Übrigens kann es sehr reizvoll sein, sich gegenseitig Sexgeschichten vorzulesen. Einfach mal trauen und ausprobieren!

Hier die wichtigsten Tipps auf die Schnelle:

● Sanft anfangen und langsam steigern!

● Eine Skala und ein Safeword entwickeln, die verbindlich sind. Eine Skala von 1-10, bei der Sub mitteilen kann, wie hoch ihr Schmerzempfinden während der Interaktion ist. Dies gibt dem Dom Orientierung, ob er noch Spielraum für Aktionen und Steigerung hat. Ein Safeword, dass sofort eine Session beendet, wenn es von einem der beiden ausgesprochen wird. Wichtig: Auch Dom kann dieses benutzen!

● Tabus unbedingt im Vorfeld abklären! Diese sind für alle verbindlich.

● Immer wieder Zwischenfragen einbauen, um nach dem Befinden des Spielpartners zu fragen. Gerade zu Beginn kann ein Part schnell von den neuen Eindrücken überfordert sein. Auch ist es für den dominanten Part schwerer, zu Beginn einer Session sein Gegenüber in seinen Reaktionen immer richtig zu lesen. Dieses Eingespieltsein wächst mit der Zeit, und die Wahrnehmung wird diesbezüglich zunehmend besser.

● Schlaginstrumente für Spanking unbedingt zuvor am eigenen Körper ausprobieren. So kann die Kraft des Schlages besser eingeschätzt werden. Dabei kommt es auch auf das Material an. Leder wirkt beim Aufprall anders auf der Haut als Gummi oder ein Rohrstock.

● Organe, die nicht von Knochen geschützt sind, sollten niemals behandelt werden. Dies meint vor allem die Region zwischen Hüftknochen und Rippenbögen. Gerade Neulinge sollten diese Stelle aussparen und sich lieber dem Hintern widmen. Dieser hält eine ganze Menge aus. Ernste Verletzungen geschehen dort seltener.

● Bei längeren Gerätschaften wie Peitschen oder Dressurgerten sollte zuvor an einem Kissen Zielübungen unternommen werden. So passieren Unfälle sehr viel weniger, und die Entfernung und Wirkung beim Schlag können besser eingeschätzt werden.

● Alles, was unter die Haut geht, wie zum Beispiel das Spiel mit Nadeln, sollte als Praktik für Anfänger ausgespart bleiben, denn das Infektionsrisiko und die Gefahr für schwere Verletzungen wie Nervenschäden sind hier schlichtweg zu hoch. Solche Spielvarianten gehören in das Repertoire erfahrener BDSMler, die sich vorab einer medizinischen Schulung unterzogen haben.

● Die Sicherheit deiner Sub steht immer vor deinem sexuellen Vergnügen (meint BDSM-Begrifflichkeit SSC – Safe, Sane and Consensual). BDSM heißt nicht, dass du deiner Partnerin weh tust und über ihre Bedürfnisse hinweg agierst. Sie behält die ganze Zeit die Kontrolle über die Situation und legt im Vorgespräch mit ihren Tabus fest, was erlaubt ist und was nicht. Daran musst du dich halten, immer und zu jeder Zeit. Das ist der Unterschied zur Gewalt. Sub behält durch das Safeword die Kontrolle darüber, wie weit ein Geschehen gehen darf.  

● BDSM sollte zu jeder Zeit nüchtern und ohne den Einsatz von Drogen oder anderen Betäubungsmitteln praktiziert werden.

Was ist meiner Partnerin gegenüber zu beachten?

Wer mit seiner Partnerin wahre Lust erleben und seine Beziehung auffrischen möchte, der sollte ein paar Grundsätze beachten, die grundsätzlich in einer Partnerschaft und nicht nur für die Sexualpraktik BDSM gelten:

  1. Setze auf gute Kommunikation

Die Sexroutine durch aufregende, submissive Rollenspiele zu durchbrechen, kann die gegenseitige Vertrauensbasis zueinander stärken und im besten Fall noch steigern. Doch vor jeder Aktivität steht der gemeinsame und ehrliche Austausch. Wünsche und Ängste sollten hierbei offen angesprochen werden.

  • Humor ebnet den BDSM-Weg

Betrachtet vor einer Session euer ausgewähltes Kinky-Spielzeug. Fasst es einmal beide an, lasst das Material auf eure Sinne wirken. An dieser Stelle würde sich die Vereinbarung des Safewords anbieten.

  • Erst die Komfortzone, dann den neuen Gefühlen nachgehen

Kleine Schritte führen zum großen Erfolg. Beginne nicht gleich mit der härtesten Praktik, sondern wähle Inhalte, von denen du sicher weißt, diese gefallen deiner Partnerin. BDSM muss nicht unbedingt gleichschaltend mit Lustschmerz einhergehen. Vertrauensvolle Hingabe, leidenschaftliches Ausgeliefertsein und das Spiel mit Macht sind einige besondere Eckpfeiler, die den Reiz des BDSM ausmachen. Ein sinnliches Wechselspiel zwischen Eiswürfeln und einer Feder meint auch reizvolle Unterwerfung. Es braucht nicht zwingend eine Gerte.

  • Nutze geschenktes Vertrauen niemals aus

Endlich kannst du an deiner Partnerin einmal deinen ganzen Frust auslassen? Vorsicht, das geht nach hinten los und zerstört Vertrauen! Mache dir bewusst, dass du als dominanter Part eine große Verantwortung trägst. Die Sicherheit und das Wohl deiner Partnerin liegen zu jeder Zeit in deinen Händen. Sie kann sich nur ganz fallen lassen, wenn sie darum weiß. Handelst du hingegen eigennützig oder gar aus Rache, vergehst du dich an ihr.

  • Hole dir fachmännische Unterstützung

Da BDSM die Gesundheit deiner Partnerin bei unsachgemäßer Ausübung gefährden kann (sowohl die physische als auch die psychische), solltest du dir vorab technische Hilfe und fachmännische Anleitung holen. Schäme dich nicht dafür, sondern sei stolz darauf, dass du deine Fürsorgepflicht gegenüber deiner Partnerin ernst nimmst.

  • Gemeinsam das Neuland betreten

BDSM lebt vom Miteinander, es ist keine One-Man-Show. Weder eine Sub noch ein Dom agieren dabei alleine. Durch BDSM und die Gespräche, die damit verbunden sind, könnt ihr beide noch näher aneinanderwachsen und euch gegenseitig unterstützen. So wächst das Vertrauen auf beiden Seiten.

Fazit:

Die Welt des BDSM ist keine abartige oder gestörte. Sie kann für eure Beziehung zum Sprungbrett für eine bessere Kommunikation und ein solideres Vertrauensfundament werden. Diese positiven Erfahrungen können auf alle Bereiche der gemeinsamen Beziehung abfärben, euer Liebesleben auffrischen und euch große Lust erleben lassen.

                                                                 Written by Julia, Autorin „Gewürzt mit Herz“

2 Gedanken zu “Mein Blogartikel: Wie frische ich das Liebesleben mit BDSM auf?

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