Mein Blogartikel: Spielsucht bei Kindern und Jugendlichen

Zweifelhafte Trends unter Jugendlichen – Wovor sollten Kinder geschützt werden?

Nicht nur die sozialen Netzwerke ziehen immer mehr Jugendliche in ihren Bann. Auch das Gaming wird immer populärer. Dabei gibt es die unproblematischen Spiele, die einen gewissen Lernerfolg versprechen und die sozialen Fähigkeiten fördern. Gleichsam konsumieren Jugendliche immer mehr die als problematisch einzustufenden Spiele bis hin zu den Glücksspielen der Online Casinos. Diesen zweifelhaften Trends soll durch Maßnahmen des Schutzes entgegengewirkt werden.

Wann wird ein Spiel und das Spielen in Online Casinos problematisch?

Gerade bei den Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren bürgen vor allem diejenigen Spiele ein gewisses Risiko, welche mit einem finanziellen Aufwand einhergehen. Hierbei werden vom Anbieter des Spiels bewusst Kostenfallen in einen Spielablauf integriert, um dieses in irgendeiner Weise attraktiv zu gestalten und somit die Kinder zum Kaufen animieren. Gerade auch eine psychologische Komponente kommt hierbei zum Tragen. Auch die Nutzung derjenigen Online Casinos, die wenig gesichert ihre Dienste auf dem Markt anbieten, bilden eine zweifelhafte Richtung. Diese sollten wenigstens mit einer EU-Lizenz ausgestattet sein, denn diese beinhaltet sichere Rahmenbedingungen.

Zweifelhafte Trends: Glücksspielelemente und finanzielle Aspekte

Jugendliche sind eine der wichtigsten Zielgruppe der Computerspielindustrie. Sie sind aufgrund ihres Entwicklungsstands leicht verführ- und beeinflussbar. Monetäre Aspekte wie das Hinzukaufen von Spielerweiterungen oder zeitlich begrenzte Items binden die Kinder stark an einen Spielverlauf.

Auch Lootboxen, In-Game-Währungen und 1-Click-Käufe animieren die jungen Spieler, finanzielle Investitionen in ihr Freizeitvergnügen zu tätigen.

In Bezug auf Ausschmückungen der Handlungskulisse oder der Spielprotagonisten geben die Jugendlichen zudem vermehrt Geld aus.

Kinder und Jugendliche als Konsumenten von Online Casino-Spielen?

Der Weg von kostenverursachenden Videospielen führt oftmals hin zu den Online Casinos. Die Anonymität des Internets lockt, um eine Nicht-Volljährigkeit zu verschleiern und das Angebot von Online Casinos zu konsumieren.

Der Glücksspielstaatsvertrag regelt den organisatorischen Rahmen von Online Casinos. Offiziell ist das Glücksspiel nur Volljährigen gestattet. Es liegt in der Verantwortlichkeit der Inhaber der Plattformen, durch geeignete und zuverlässige Identifizierungs- und Authentifizierungsmaßnahmen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von der Nutzung auszuschließen. Da Jugendliche erfinderisch sein können und auch mal die Ausweisdokumente ihrer Eltern benutzen, ist ein vollständiger Schutz auch mit besten technischen Personalisierungsmechanismen nicht immer garantiert.

Hier empfiehlt es sich, nach einem Betreiber mit europäischer Lizenz zu suchen, denn diese bietet schützende Rahmenbedingungen, um Missbrauch zu verhindern und Sicherheit zu gewährleisten.

Zudem stehen die Eltern und Erziehungsberechtigten eines Kindes in der Mitverantwortung, vor unerlaubtem Glücksspiel um Echtgeld zu schützen.

Unerlaubte Werbung in sozialen Netzwerken

Äußerst kritisch anzusehen ist der Trend der Werbung für Glücksspiel für Kinder. Dieses ist nicht erlaubt, doch findet sich in kaschierter Form auf Plattformen wie Twitch oder in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter wieder. Diese Werbung ist als solche nicht immer deklariert. Auf der Plattform Twitch kann zum Beispiel Streamern beim Live-Spielen zugesehen werden. Follower der Streamer sehen dabei, wie Geldsummen gewonnen werden und dieses auf eine vermeintlich einfache und unkomplizierte Art und Weise. Mögliche finanzielle Verluste werden hierbei eher nicht erwähnt.

Bei den Betrachtern implizieren sich dadurch Botschaften im Gehirn. Diese können suggerieren, dass das Glücksspiel grundsätzlich gefahrlos sei und eine gute Möglichkeit, um Geld ohne großen Aufwand zu verdienen.

Die Werbedeals, die hinter diesen Aktionen stehen und mit denen You-Tuber Geld verdienen, sind für die jugendlichen Zuschauer nur schwer zu erkennen.

Die Plattform Twitch versucht diesem Trend mit Maßnahmen wie zeitlicher Streaming-Begrenzung und einer Ausstrahlungszeit erst nach Mitternacht Einhalt zu gebieten, um Jugendliche besser zu schützen.

Mittlerweile muss Werbung in sozialen Netzwerken auch als solche gekennzeichnet sein, doch dies können Jugendliche aufgrund ihrer Unbedarftheit oftmals schwer einschätzen.

Die Gefahr einer Spielsucht ist bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen tendenziell höher, da diese im Gegensatz zu Erwachsenen die Konsequenzen ihres Handelns schwerer einschätzen und zu einem Ende in einem laufenden Spiel finden können. Jugendliche sind risikobereiter und weniger vorsichtig und weitsichtig. Auch das Streben nach sozialer Anerkennung und Ruhm lässt Jugendliche solchen You-Tuber-Aktionen folgen, denn You-Tuber sind deren angesehene Idole und in deren Wahrnehmung authentische Stars. Sie blicken zu diesen auf, und diese fungieren oftmals als Vorbildfunktion und Orientierung für eigenes Verhalten.

Durch die Spielkomponente können Online Casino-Siele auf den Plattformen der sozialen Netzwerke nicht gänzlich verboten werden. Es braucht auf jeden Fall das aufklärende und achtsame Gespräch aus dem persönlichen Umfeld des Jugendlichen über mögliche Risiken derer.

Welche Warnsignale zeigen sich bei einer beginnenden Sucht?

Veränderte Kontaktaufnahme

Der Jugendliche sucht vermehrt das Alleinsein und weicht Begegnungen mit anderen aus. Er zieht sich immer mehr zurück und ist fast nur noch auf das Spielen konzentriert.

Keine anderen Freizeitaktivitäten

Neben dem Spielen nimmt der Betroffene kaum mehr andere Aktionen wahr. Die Zeit der Nutzung der Spiele breitet sich stetig aus und überschattet alle anderen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.

● Eine neue Tagesstruktur

Der bisherige Tag-Nacht-Rhythmus kehrt sich oftmals vehement. Die Kinder schlafen sehr viel weniger und legen ihren gesamten zeitlichen Fokus auf das Spielen.

Beeinträchtigte Impulskontrolle

Ein Verzicht auf das Spielen oder keinen Zugang dazu zu haben bringt die Kinder in emotionale Bedrängnis. Sie reagieren darauf ungewohnt intensiv mit Wut und Aggression. Auch depressive Zustände können sich einstellen und blockieren die sonstigen Wesenszüge des Kindes.

Schludernde Nachlässigkeit

Zuvor feste Aufgaben und Verpflichtungen werden kaum mehr beachtet oder vergessen, da das Gamen das Denken sehr vereinnahmt. Die Konzentration auf Alltagsfaktoren wie Hausaufgaben lässt stark nach.

Fehlende Selbstreflektion

Das eigene Nutzungsverhalten kann der Jugendliche nicht mehr eigenständig erörtern. Eine neutrale und realistische Einschätzung der vorherrschenden Situation wird kaum mehr möglich sein.

Hilfreiche Tipps für Eltern:

→ Machen Sie Glücksspiel zum Thema

Neben einem wachsamen Blick auf die Internetnutzung Ihres Kindes wäre es ratsam, das Thema Glücksspiel offen zu kommunizieren als auch die Gefahren, die davon ausgehen können. Stellen Sie auch klar, dass diese erst ab Volljährigkeit legal genutzt werden dürfen.

→ Aufklärung von außen ist ergänzend, nicht ersetzend

Kampagnen von Schulen oder Vereinen in Bezug auf Spielsucht reichen nicht als alleinige Aufklärungs- und Schutzmaßnahme aus. Ihr Kind braucht in jedem Fall die Gesprächsreflektion mit Ihnen, um Gehörtes und Gesehenes zu verarbeiten.

→ Verwahren Sie wichtige Dokumente sicher

Wenn sich jemand Ihres Personal- oder anderen Ausweises bedient, stellt dies nach § 281 Strafgesetzbuch ein Vergehen dar. Dieses kann Ihnen schlimmstenfalls eine Haft- oder Geldstrafe einhandeln, deshalb ist hier große Vorsicht geboten.

→ Haben Sie Ihr Konto im Blick

Achten Sie aufmerksam auf auffällige Kontobewegungen wie Ein- und Auszahlungen eines Online-Casinos. Auch unerwartete Abweichungen im Kontostand sollten Anlass sein, genau hinzusehen.

→ Nutzen Sie Hilfsangebote

Scheuen Sie sich nicht davor, bei einer aufkommenden Spielsucht oder bei einem exzessiven Spielkonsumverhalten Ihres Kindes Hilfsangebote von außen in Anspruch zu nehmen. Seien Sie Ansprech- und Vertrauensperson, hören Sie aufmerksam zu und machen Sie Ihrem Kind keine Vorhaltungen oder Vorwürfe. Gehen Sie daraus resultierende Schritte gemeinsam an und holen Sie sich dabei gegebenenfalls auch für sich professionelle Unterstützung.

Achtsamkeit anstatt Panikmache

Nicht jedes Spielverhalten ist gleichsam pathologisch und nicht jeder Jugendliche tendenziell gefährdet. Der soziale und kulturelle Hintergrund und die primären Ansprechpersonen spielen hierbei eine bedeutsame Rolle.

Auch können Symptome der Pubertät oder Vorpubertät die Einschätzung einer möglichen Gefährdung tangieren. Manchmal sind psychische Verhaltensstörungen bereits vorhanden, aus welchen erst eine aufkommende Spielsucht generiert.

Ein offenes Gespräch und ein wachsamer, individueller Blick sind grundsätzlich ratsamer als ein sofortiges generelles Spielverbot, welches fast immer zu Kurzschlusshandlungen von Seiten des Jugendlichen führt.

Hinweis der Autorin: Glücksspiel ist erst ab Volljährigkeit gestattet. Glücksspiel kann süchtig machen.

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