Meine Kurzgeschichte: Nicole

Liebe Leser!

Manche von Euch warten schon sehnsüchtig darauf, nun ist es endlich so weit! Hier meine neue Kurzgeschichte für Euch!

Taucht ein in ein ganz besonderes Bewerbungsgespräch und lernt die hinreißende Nicole kennen! Alle handelnden Figuren meiner Geschichte als auch die Handlung selbst sind frei erfunden. Die Geschichte ist nur für Erwachsene – FSK 18! Danke.

Viel Spaß beim Lesen!

Eure Julia


FSK 18

Nicole

„Sag mal, wäre das nichts für dich, als Erotik-Chatterin zu arbeiten?“

Claudias warme Stimme riss Nicole augenblicklich aus ihren abschweifenden Gedanken. Sie hatte gerade ein junges Pärchen durch die Scheiben der kleinen Eisdiele beobachtet, welches Hand in Hand stehend in einer Seitengasse vor einem Juweliergeschäft die glitzernde Auslage betrachtete. Der blonde Mann lächelte versonnen seine brünette Partnerin an, als seine kantige Hand über ihre Wange strich.

„Nicole, ich habe dir eine Frage gestellt!“, beharrte Claudia, doch ihr liebevoller Blick strafte die Strenge ihrer Worte Lügen. Nicole wandte widerwillig den Blick von dem verliebt wirkenden Pärchen ab. Eine leichte Melancholie glomm in ihren grünen Augen nach, als sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf Claudia lenkte.

Diese sah erwartungsvoll zu ihr. „Ich soll als Erotik-Chatterin arbeiten, ist das dein Ernst?“, hakte Nicole mit hochgezogenen Augenbrauen zögerlich nach.

„Warum denn nicht? Das ist eine spannende Tätigkeit. Du kommst mit den unterschiedlichsten Menschen in Kontakt, und es wird dir dabei garantiert nicht langweilig. Außerdem arbeite ich in einem klasse Team, in dem sich jeder auf den anderen verlassen kann. Ein Moderator hört nächste Woche aus privaten Gründen auf. Die Stelle wäre demnach neu zu besetzen. Dabei dachte ich spontan an dich Nicole!“ Claudia untermauerte ihre Aussage mit einem charmanten Lächeln, das ihre Schönheit und Eloquenz in besonderer Weise hervorhob.

Eine leichte Spur von Neid verdunkelte Nicoles Gedankengänge. Sofort schämte sie sich dafür, denn sie hatte Claudia vom ersten Tag an in ihr Herz geschlossen. Claudia war nicht nur optisch eine äußerst attraktive Frau; sie besaß auch viele wundervolle Charaktereigenschaften, die ihre ganze Person wie eine kleine Sonne erstrahlen ließen. Dennoch gestand sich Nicole zähneknirschend ein, dass sie Claudia nicht wirklich das Wasser reichen konnte, ginge es nach dem gängigen Schönheitsideal. Nicole würde zwar auch von sich behaupten, einen guten Charakter und ein aufrichtiges Herz ihr Eigen nennen zu können, doch wirklich gutaussehend fand sie sich nicht. Wenn sie durch die Straßen flanierte, drehten sich nur gelegentlich Männer nach ihr um. Ganz anders bei Claudia, die beim Betreten eines Raumes diesen fast gänzlich für sich einnahm.  

„Ich weiß nicht, Claudia. Das ist sehr nett von dir, dass du dabei an mich gedacht hast. Doch ich bin nicht so selbstbewusst wie du, eher das unscheinbare Mauerblümchen, das niemand sieht. Sollten so einen Job nicht eher mutige Frauen machen, die jeden Mann um den Finger wickeln können? Was soll ich den Kunden denn erzählen? Mir fällt da nichts Passendes ein, zumal ich nicht einmal ein aufregendes Sexleben, eine Beziehung oder eine Affäre habe. Claudia, ich bin nicht wirklich eine begehrenswerte Frau. Da soll ich Männer animieren können?“ Das Lachen, mit dem Nicole ihre Rede schloss, klang etwas hohl und ließ einen gewissen Zynismus mitschwingen.

Claudia quittierte es mit einer wegwerfenden Handbewegung und konterte mit einem „Ach papperlapapp“. Nachdem sie einen großen Schluck ihres Latte macchiatos getrunken hatte, strahlte sie Nicole mit ihren blauen Augen an: „Mache dich nicht schlecht Nicole! Du bist sehr viel attraktiver, als du denkst. Deine zurückhaltende und bedachte Art kann sehr erotisch wirken. Doch weil du nicht an dich glaubst, glauben andere Menschen auch nicht an dich. Für mich bist du die perfekte Besetzung für diese Stelle und ich denke, dass sie dir den Glauben an dich und deine Stärke zurückgeben wird.“ In einer eleganten Handbewegung stellte Claudia die langstielige Tasse ab und fuhr fort: „Deshalb, gerade weil ich an dich glaube und dieses als große Chance für dich erachte, habe ich unserem Chef Bescheid gegeben, dass du die Stelle gerne hättest. Heute Abend hast du ein Meeting-Date mit ihm. Dabei wird er dich in die Tätigkeit einweisen, und du kannst nächste Woche starten!“

Nicole verschluckte sich an dem Stück Apfelkuchen, das sie beim Zuhören gegessen hatte. Nachdem sie wieder zu Atem kam, blickte sie voller Entrüstung zu Claudia, die sie herausfordernd angrinste.

„Claudia, ich kann das wirklich nicht, ich bin nicht wie du, so sexy und selbstsicher. Ist das nicht auch unanständig, einen solchen Job auszuüben?“

Claudias Lächeln wurde noch strahlender und erhellte beinahe den gesamten Gastraum der Eisdiele. „Na klar ist der Job pikant, doch was kümmern uns die doofen Spießer? Außerdem sind die Doppelmoralisten unsere besten Kunden!“ Augenzwinkernd winkte Claudia dem Kellner zu und orderte die Rechnung. Dieser ließ beinahe das Tablett fallen, als er Claudias hübsche Erscheinung wahrnahm.

„Na toll, bei mir lässt der wohl nichts fallen!“, kommentierte Nicole selbstironisch die Reaktion des Angestellten. Claudia überhörte gekonnt Nicoles süffisante Äußerung und kramte fröhlich in ihrer türkisfarbenen Handtasche. „Du bist eingeladen, Süße!“ Mit einem breiten Lächeln, das ihre gepflegten weißen Zähne entblößte, ergänzte Claudia: „Tom, unser Chef, freut sich schon sehr darauf, dich kennenzulernen!“

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Was sollte sie nur anziehen? Tom war es bestimmt gewohnt, von schönen Frauen in stilvollen Kleidern umgeben zu sein. Claudia musste ihre Anspannung gespürt haben, denn sie bot sich an, mit ihr vor dem Treffen shoppen zu gehen. Eine Schnappatmung bekommend ließ sich Nicole von Claudia in einen Erotikshop ziehen und in eine Umkleide drängen, die bewusst abseits der Verkaufsräume lag. Dort musste sie auf Claudias Anweisungen hin aufregende Dessous und Kleider anprobieren. Schließlich hatte sich Nicole zu einem Kauf einer exklusiven Kombination überreden lassen, für die sich Nicole niemals alleine entschieden hätte. Nachdem ihr Claudia spielerisch mit einer Beendigung ihrer Freundschaft drohte, willigte sie schließlich lachend ein.

Nun umschmeichelte ein knöchellanges Wetlook-Kleid mit langen Ärmeln ihren kurvigen Körper und hob gekonnt ihre Vorzüge hervor. Zuvor hatte Nicole noch nie Wetlook getragen, doch sie empfand dieses anschmiegsame Material als sehr angenehm zu tragen und fühlte sich dadurch sehr weiblich und anziehend. Das schwarze Wetlook-Kleid erweckte in ihr ungekannte Gefühle von Selbstvertrauen und Erhabenheit, die durch die Latex-Dessous, die sie darunter trug, noch verstärkt wurden.

Oh ja – die Latex-Dessous! Da hatte Claudia auch ganz besondere Exemplare für sie entdeckt. Der BH schenkte ihr einen atemberaubenden Ausschnitt und das dazu passende Höschen betonte raffiniert ihre Hüften und Beine. Sie hatte schon von dem exquisiten Material gehört, sah diese spezielle Mode jedoch eher in dunklen Domina-Studios platziert. Dass auch eine ganz normale Frau wie sie Latex tragen konnte, gefiel ihr zunehmend. Sie fühlte sich damit herrlich unanständig und verrucht.

So aufreizend gekleidet hatte sich Nicole schon lange nicht mehr. Erstaunlicherweise fühlte sie sich nach einer anfänglichen Überwindung doch erstaunlich wohl. Insgeheim dankte sie Claudia, dass sie diese Empfindungen in ihr erkannt hatte und diesen zum Ausbruch verhalf durch ihre einfühlsame Beratung in Sachen Kleiderwahl.

Nervös blickte Nicole auf ihre kleine Uhr am Handgelenk. Nur noch ein paar Stunden, dann würde sie Tom gegenüberstehen. „Oh Gott!“, dachte sie und schluckte aufgeregt einen dicken Kloß herunter. „Hoffentlich werde ich ihm gefallen.“

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Sein angenehmes Parfum würde Nicole wohl nie wieder aus der Erinnerung entweichen. Der intensive Duft nach Moschus und Sandelholz umhüllte sie wie ein zartes Band, welches alle negativen und drückenden Gedanken der letzten Zeit fernhielt. Wie in einer wundervollen Blase saß Nicole gemeinsam mit Tom, dem Chef der Erotik-Hotline, an einem edlen Holztisch, welcher in seiner natürlichen Schlichtheit die Vertrautheit des Moments unterstrich.

Tom hatte sie von einem Fahrer abholen und in dieses heimelige Restaurant fahren lassen. Als der Wagen vorfuhr, sah sie Tom eindrucksvoll und von den schimmernden Lichtern des noblen Restaurants umrahmt am Eingang stehen.

Welch imposante Erscheinung er doch bot!

Nicole war sofort beeindruckt von diesem ihr noch unbekannten Mann und freute sich auf den gemeinsamen Abend, ob denn sie vor lauter Aufregung kaum ein Wort herausbrachte. Sie wäre ihm beinahe in die Arme gestolpert, als sich ihr leichter Seidenschal beim Aussteigen im Türrahmen der schwarzen Limousine verfing. Die ungewohnt hohen Pfennigabsätze ihrer High-Heels taten ihr übriges. Nicole war vollauf erleichtert gewesen, als Tom charmant lächelte und sie gekonnt in einer Drehung auffing, um sie dann galant in das stilvolle Restaurant zu führen.

Es war ein berauschendes Gefühl, als sie beide so über die Türschwelle schritten und alle Blicke auf sie gerichtet waren. Bisher drehte sich kaum jemand nach Nicole um. Um so mehr konnte sie mit dieser neuen und ungewohnten Situation kaum umgehen und blickte unsicher zu Tom auf, der einen ganzen Kopf größer als sie war und das trotz der High-Heels. Er hatte ihren Arm wie selbstverständlich in seine Armbeuge gelegt. Seine Körperwärme strahlte kraftvoll zu ihr und schenkte ein wohliges Gefühl des Getragen-seins, das sie veranlasste, ihm ihr Vertrauen zu schenken. Seine grauen Augen blickten sie liebevoll an, und sein spitzbübisches Grinsen verleitete auch sie, sich komplett losgelöst in die aufregend neue Situation zu begeben.

Galant zog Tom Nicoles Stuhl zurecht, als sie an dem romantisch eingedeckten Tisch Platz nahm. Tom setzte sich seitlich zu ihr und gab dem Kellner unauffällig einige geflüsterte Anweisungen, denen dieser umgehend nachkam. Eine stille Autorität begleitete diesen gutaussehenden Mann, die wohl nicht nur Nicole wahrnahm.

Dankbar, einige ruhige und unbeobachtete Momente für sich zu haben, folgte Nicole fasziniert Toms Fingern, die leise klackend auf die Armatur des Laptops auftippten. Den Laptop hatte er mitgebracht und vor ihnen aufgestellt.

Interessanterweise war Tom nicht Nicoles optischer Typ. Sein weißes Hemd spannte sich über seiner ausgeprägten Oberkörper- und Oberarmmuskulatur und ließ erahnen, welche Kraft sich hinter dieser verbarg. Nicole mochte zwar trainierte Männer, die Sport betrieben und auf ihren Körper achteten, doch zu viele Muskeln sollten es dann doch nicht sein. Normalerweise – vor dem Kennenlernen mit Tom.

Nun erwischte sie sich dabei, wie sie gebannt auf dessen lebendiges Spiel der Muskeln starrte und sogar eine leichte Erregung dabei verspürte. Auch war Tom älter als ihre bisherigen Partner. Sie schätzte ihn auf Ende Fünfzig, denn sein Haar war graumeliert und zu einem Zopf am Hinterkopf zusammengebunden. Es reichte ihm schätzungsweise bis auf die Schultern, und trotz seines Alters war es noch recht voll. Tom trug zudem einen Vollbart, der in einem geflochtenen Zopf mündete.

Nicole mochte ihre Männer bisher bartlos, störte sie sich doch an dem Kratzen und Kitzeln beim Küssen. Dann auch noch dieses Zöpfchen am Bart – Tom war eine Type, die einem nicht jeden Tag begegnete. Seine faszinierenden grauen Augen wirkten in keiner Weise kühl und unnahbar, wie es oft bei dieser Augenfarbe der Fall war. Ein kleines wildes Feuer loderte in diesen, ein Versprechen auf eine Leidenschaft, die sich Bahn brechen konnte und die seinem Blick eine attraktive Eindringlichkeit verlieh.

Nicoles errötete nervös. Um den Moment zu überspielen, nahm sie einen Schluck aus dem bauchigen Rotweinglas. Sie musste sich zusammenreißen und versuchen, nicht so intensiv auf diesen außergewöhnlichen Mann zu reagieren. Schließlich war dies hier ein Geschäftsessen und keine romantische Verabredung.

„Mich faszinieren errötende, rothaarige Schönheiten!“, murmelte Tom fast unmerklich und ohne Nicole anzusehen, doch seine liebevoll-neckenden Worte verfehlten ihre Wirkung nicht und trafen Nicole mitten ins Herz – und an anderer Stelle zwischen ihren Beinen. Diesem berauschenden Gefühl wollte sie jetzt nicht bewusst nachgehen.

Dass Tom sie schön nannte, war Nicole Balsam für ihre Seele. Um so mehr, da sie instinktiv spürte, dass es Tom ernsthaft meinte. Sie selbst hätte sich nie als schön bezeichnet. Claudia vielleicht mit ihrem blonden aparten Bob und ihrer athletischen Figur, die kein Gramm Fett zu viel hatte.

Doch sie mit ihren zehn Kilo zu viel auf den Rippen, mit ihrem vollen Busen und ihrem etwas zu prallen Hintern und strammen Schenkeln. Nicole würde wohl kaum dem gängigen Schönheitsideal entsprachen, sie sollte schön sein?

Dann noch ihre roten Haare, die sie oft mit einer brünetten Tönung abmilderte, damit sie sich nicht wie ein Kobold vorkam. Sie war weder besonders groß noch mit auffälligen Tattoos oder Piercings versehen. Nicole empfand sich als gewöhnlich, vielleicht höchstens als hübsch.

Toms angenehme Stimme riss Nicole aus ihren bewegten Gedanken, als er begann, ihr die organisatorischen und technischen Abläufe des Chat-Programms zu erklären. Das Gute daran war, dass sie dieses im Grunde überall aufrufen und damit arbeiten konnte. So war sie nicht an einen bestimmten Arbeitsort gebunden und musste keine Fahrtwege in Kauf nehmen. Auch versuchte Tom ihr die Nervosität vor dem erotischen Schreiben mit den Männern zu nehmen, in dem er ihr die Stammkunden und deren Anliegen vorstellte. Auch zeigte er Wege der Kommunikation auf, die sie auch in kniffligen Situationen anwenden und mit denen sie sich aus diesen manövrieren konnte.

Nach diesem Einführungsgespräch in den Tätigkeitsbereich einer Erotik-Chatterin fühlte sich Nicole wesentlich entspannter und sich der Aufgabe durchaus gewachsen. Ihre nagenden Selbstzweifel schienen an diesem Abend weit fort. Dies war der Verdienst dieses ungewöhnlichen Mannes, der immer wieder unauffällig ihren Unterarm streifte. Auch beugte sich Tom wiederholt zu ihr und verringerte somit unaufhörlich den Abstand zwischen ihnen.

Nachdem Nicole keine Fragen mehr hatte, genossen beide ein wundervoll abgeschmecktes Lammragout und frisch zubereitete Bandnudeln, welche die kulinarische Spezialität des gut besuchten Restaurants darstellten. Während sich Nicole und Tom angeregt über alle möglichen Themen unterhielten, berührten sich ihre Knie und Ellenbogen wieder und wieder, und Toms Blick suchte immer wieder Nicoles Augen. Auch fiel ihr auf, wie Tom in scheinbar ungesehenen Momenten zu ihr hinsah. Nicole empfand seine Blicke wie ein sanftes Streicheln und ließ sich nicht anmerken, wie sehr sie diese genoss.

Die Luft zwischen ihnen schien allmählich dünner zu werden. Ein leises, starkes Gefühl verschaffte sich zunehmend Gehör. Nicole konnte es nicht benennen, doch es sorgte dafür, dass ihr Puls anstieg. Fast schon berauschend war es, als Tom die Rechnung beglich und Nicoles Arm wie selbstverständlich in seine Armbeuge legte und sie nach draußen führte.

Scheinbar hatte Tom den Fahrer der schwarzen Limousine zwischenzeitlich kontaktiert, denn dieser wartete schon vor dem kleinen Restaurant, um seine Gäste nach Hause zu fahren.

„Macht es dir etwas aus, wenn ich dich nach Hause begleite?“, fragte Tom unvermittelt. Ein Anflug von Unsicherheit verdunkelte seine grauen Augen und zeigte seine Furcht vor einem Korb.

„Was antworte ich ihm nur?“, dachte Nicole panisch. Toms direkte Frage brachte sie gänzlich aus dem Konzept, zumal sie um ihre besondere Latex-Unterwäsche wusste. Bestimmt wollte er höflich sein und sie einfach ganz gentlemanlike nach Hause begleiten.

Doch wenn es doch zu mehr kommen und sie Zärtlichkeiten austauschen würden, was dann?

Diese Vorstellung löste einen wohligen Schauer in ihr aus. Ein tiefer Seufzer entfuhr ihr, als sie Tom klopfenden Herzens ein Küsschen auf die Wange gab. Sie wollte diesen einmaligen Moment nicht verstreichen lassen. Zu lange war sie das stille Mauerblümchen gewesen. Ein Prickeln rann ihr den Rücken herunter. Ja, sie wollte endlich vom Leben kosten und nicht nur existieren! So fasste sie all ihren Mut zusammen und setzte sich mit ihm auf die Rücksitze der Limousine. Eine dunkle Scheibe trennte Gast- und Fahrerraum und schenkte beiden Parteien Privatsphäre.

Auf einmal setzte eine erwartungsvolle Stille ein. Im Nachhinein hätte Nicole nicht rekonstruieren können, wie es dazu kam, doch sie spürte plötzlich Toms weiche Lippen auf den ihren und seine feuchte Zunge in ihre Mundhöhle eindringen. Er stieß diese behutsam in sie und unterstrich sein Begehren mit seinen Händen, die zärtlich ihre Oberschenkel hinaufstrichen. Dabei schob er sanft den Wetlook-Rock hinauf und entblößte ihre leicht zitternden Beine. Nicole stöhnte in seinen drängenden Kuss und erwiderte diesen mit einer Inbrunst, die sie von sich so nicht kannte.

Was machte dieser faszinierende Mann nur mit ihr?

Der Kuss wurde zunehmend leidenschaftlicher und Toms Hände frecher. Nicole spürte einen kühlen Lufthauch an ihren Schenkeln, als Tom diese mit leichter Führung öffnete und seine Finger vor ihrem Latex-Höschen positionierte. Mit kreisenden Bewegungen begann er, diese gegen Nicoles Mitte zu drücken und durch den Latex-Stoff ihren Kitzler zu stimulieren. Diese intime und zugleich sehr achtsame Geste berührte Nicole zutiefst, und sie spreizte instinktiv ihre Beine noch ein wenig weiter und bäumte sich Toms starkem Körper entgegen.

Die Limousine führte kurz darauf eine starke Linkskurve aus, so dass Tom versehentlich ganz auf Nicole rutschte. Die drängenden Finger machten einer festen Beule Platz, die sich reibend gegen Nicoles Unterleib presste. Lautes Stöhnen erfüllte den Innenraum des Fahrzeugs, als der wunderschöne Latex-BH zum Vorschein kam und zwei volle milchige Wölbungen präsentierte. Tom grinste breit und murmelte an ihre Lippen: „Du kleines Luder! Dass du auf Latex stehst, hätte ich nicht gedacht.“ Nicole wollte entrüstet antworten, doch Tom umschloss lustvoll saugend eine ihrer Brustspitzen und brachte sie so zum wohligen Schweigen.

Nicole konnte nicht mehr klar denken; starke Emotionen bäumten sich in ihr auf.

Sie spürte ihre Vagina schon schmerzhaft pochen und griff mit ihren Händen beherzt an Toms Pobacken, um ihn noch näher an sich drücken zu können. Ob denn Toms Hose und Nicoles Latex-Höschen einen Haut-an-Haut-Kontakt verhinderten, konnte der Moment nicht inniger sein. 

Da hörte Nicole Toms tiefe Stimme an ihrem Ohr: „Meine Schöne, komm für mich!“

Nicole konnte nicht mehr an sich halten und verlor jegliche Selbstkontrolle. Mit einem lauten Aufschrei hob sie ein letztes Mal ihre Hüften an. Dann fühlte Nicole einen unglaublich intensiven Orgasmus über sich hinwegbrechen, der sie in zuckenden Wellen davontrug. Eine solche Heftigkeit hatte sie noch nie zuvor mit einem Mann erlebt. Auch wusste sie nicht, dass sie überhaupt zu solch einer großen Begierde fähig war.

Was machte dieser Mann nur mit ihr! Nicole erkannte sich selbst kaum wieder und atmete schwer ein und aus, um wieder Herr ihrer Sinne zu werden.

Toms verschmitztes Grinsen und sein Blick Richtung Hose holten Nicole sanft in die Wirklichkeit zurück. Ein großer dunkler Fleck breitete sich auf Toms Hose genau in seiner Schritthöhe aus und zeugte davon, dass auch er gerade einen großartigen Orgasmus gehabt hatte. Verlegen schlug Nicole ihre Augen nieder, überkamen sie doch Schuldgefühle, dieses nicht bemerkt zu haben.

„Entschuldige Tom, es ist so lange her, dass ich mit einem Mann beisammen war. Ich habe deinen Orgasmus gar nicht bemerkt. Hätte ich mich anders verhalten sollen?“

„Nicht doch, du hast dich genau richtig verhalten. Du warst authentisch, hast nicht über dein Handeln nachgedacht und mir vertrauensvoll deine Hingabe dargeboten. Dafür möchte ich dir von Herzen danken. Und zu deiner Latex-Unterwäsche kann ich nur staunend sagen: Wow!“

Um seinen bewundernden Worten Ausdruck zu verleihen, küsste Tom Nicole lange auf die Stirn und strich ihr eine seidene, rote Haarsträhne aus dem Gesicht.

„Außerdem befinden wir uns wohl in einer ganz ähnlichen Situation.“ Mit erhobenen Augenbrauen glitt sein Blick zwischen ihre noch immer leicht geöffneten Beine auf ihr Latex-Höschen, an dessen Seiten ihr Nektar hervorquoll. Selbst an den Innenseiten ihrer Schenkel befand er sich und transportierte einen unvergleichlich süßen Duft. Tom beugte sich vor und nahm genussvoll ein paar tiefe Atemzüge, bevor er anzüglich grinste.

Dies gefiel Nicole so sehr, dass sie spontan ihren Slip auszog und ihm diesen feierlich reichte. Tom war davon vollkommen überrascht und konnte Nicole nur mit großen Augen anstaunen.  

„Ich könnte mir vorstellen, mein Geschenk gefällt dir. Behalte mein Höschen und trage es mit dir, dann kannst du meinen Duft überall genießen.“ Hatte das Nicole gerade wirklich gesagt? So als würde sie neben sich stehen, wartete sie gespannt auf Toms Reaktion.

„Meine Güte, du kannst wirklich meine Gedanken lesen! In der Tat liebe ich den Duft von Frauen und deinen ganz besonders. Sehr gerne nehme ich dein himmlisch-köstliches Geschenk an und werde deinen geilen Latex-Slip wie einen Schatz aufbewahren. Wenn ich an dich denke, werde ich deine Lust inhalieren und voller Sehnsucht auf unsere nächste Begegnung hoffen.“

Voller Inbrunst drückte er den außergewöhnlichen Stoff gegen seine Nase und leckte kurz über Nicoles Nässe, die noch am Slip heftete. Tom stöhnte auf und schien für einen kurzen Moment der Gegenwart entrückt.

„Wie fantastisch du bist, genauso wie dein Geschmack.“

Just in diesem Moment, als Nicole vor freudiger Erregung erneut errötete, hielt das schwarze Gefährt an. Kurze Zeit später öffnete der Fahrer die Tür auf Nicoles Seite, denn sie waren an ihrem Zuhause angekommen.

Auf einmal ergriff Tom Nicoles Hand und hielt diese fest umschlossen, als er sie um ein Wiedersehen bat. Spielerisch koket zögerte sie kurz, dann hauchte sie ihm ein erlösendes „Sehr gerne“ mit einer Kusshand entgegen, welches seine markanten Gesichtszüge freudvoll erstrahlen ließ.

Sie tauschten noch einen heißen Kuss, dann stieg Nicole aus und vernahm dabei Toms poetische Worte: „Was bist du nur für ein berückender Mensch!“

Eine kleine Ewigkeit verfingen sich ihre Blicke, graue in grüne Tiefen. Da äußerte Nicole auf einmal keck: „Wenn dir Latex so gut gefällt, kannst du dich ganz besonders auf ein Wiedersehen freuen. In meinem Kleiderschrank hängt ein neues Latex-Minikleid mit aufregenden Reißverschlüssen an ganz besonderen Stellen. Noch fand ich keine Gelegenheit es auszuführen.“ Ohne Toms Antwort abzuwarten, schloss Nicole geschwind die Tür. Sie erhaschte noch einen Blick in seine erstaunt blitzenden Augen, da setzte der Wagen schon an und war alsbald aus Nicoles Sichtfeld entschwunden.

Eine ganze Weile stand Nicole einfach nur da, gefangen in ihrer bewegten Gedankenwelt. War das gerade alles sie, die das erleben durfte?

Bald würde die einbrechende Dämmerung die Nacht verabschieden und den Tag einläuten. Kaum hatte sie Gelegenheit gehabt sich zu sammeln, da vibrierte auch schon ihr Handy. Sie nahm es neugierig zur Hand und rief das Display auf. Tom hatte ihr geschrieben. Er bedankte sich für den wundervollen Abend und ihr entzückendes Geschenk. Und er schrieb, dass er sich auf ihr baldiges Wiedersehen sehr freute und noch nie eine solch bezaubernde Frau kennengelernt hatte.

Ein verführerisches Grinsen umspielte Nicoles rosafarbene Lippen, als sie Tom sogleich antworten wollte. Just in dem Augenblick, als sie ansetzen wollte, erhielt sie eine weitere Nachricht. Im Eifer des erotischen Gefechts hatte sie ganz vergessen, dass ihre Schicht im Erotikchat soeben begonnen hatte.

Die erste Nachricht eines Kunden hatte sie soeben erreicht. Darin war zu lesen: „Ich sitze hier auf dem Stuhl und warte gespannt, wie du aus der Dusche kommst.“

Nicoles aufkommendes, selbstbewusstes Lächeln verlieh ihr auf einmal einen ganz besonderen Glanz. Nicht einmal ein Höschen trug sie gerade. Ihr Leben schien wohl recht interessant zu werden…

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