Der zurückhaltende Mann!?

Der zurückhaltende Mann!

Der zurückhaltende Mann?

Welche Frau kennt dies nicht:

Liebevoll und verständnisvoll miteinander geschrieben, ein wundervolles Date miteinander verbracht, vielleicht ein Kuss zum Abschied? Und dann meldet er sich auf einmal nicht mehr. Oder nur ab und an und einsilbig. Er wirkt auf einmal zurückhaltend, du erreichst ihn irgendwie nicht mehr.

Und als Frau verstehst du auf einmal die Welt nicht mehr.

Habe ich ihn verärgert? Fand er mich doch nicht passend für sich? Hat er mich insgeheim doch unattraktiv gefunden? Dabei hattest du so ein gutes Gefühl! Das Kopfkino läuft auf Hochtouren. Du hast das Bedürfniss, mit ihm darüber zu reden, ihn auf deine Fragen anzusprechen, möchtest Position in Bezug auf dich von ihm. Doch er sucht seit dem Date keinen Kontakt mehr zu dir…

So eine Situation auszuhalten ist für viele Frauen schwer. Die Gedanken kreisen unaufhörlich, die innere Unsicherheit gewinnt an Macht, Selbstzweifel können lauter werden.

Ich kenne dies zu genüge.

Nun geht jede Frau mit einer solchen Situation anders um. Und natürlich gibt es zig Beweggründe eines Mannes, sich zu distanzieren. Jeder Mensch ist individuell. Und das ist zum Glück so.

Nun habe ich mich mit Männern ausgetauscht. Ich bin meinen Fragen nachgegangen. Habe Männer offen gefragt.

Und erkannte, dass es oftmals einen gemeinsamen Nenner gab, unabhängig von diversen Beweggründen:

Der Mann zog sich zurück, um Klarheit über seine Gefühle zu erlangen. Er brauchte den Rückzug, um die Emotionen, die in ihm tobten, zu ordnen, zu verarbeiten. Gerade wenn mit der Frau intensive Gefühle einhergingen, brauchte er Zeit für sich, ohne Kommunikation.

Natürlich soll dies kein allumfassend gültiges Raster für alle Männer sein. Dies möchte ich damit nicht aussagen, und dies entspräche auch nicht meiner Weltanschauung. Auch muss sich nicht jede Frau schwer damit tun. Ich möchte nicht verallgemeinern.

Dies war jedoch der Konsens unserer Gespräche. Und dieser Konsens löste in mir viel aus. Ich reflektierte mein Denken. Und erkannte, dass ich einige sehr starre Denkmuster hatte. Bewusst. Und unbewusst. Geprägt von Kindheit, Erziehung, gesellschaftlichen Konventionen und persönlichen Erfahrungen.

Er meldet sich nicht, also ist er nicht interessiert an mir oder ist vermutlich ein eher schüchterner Mensch, zB…

Oder: Er meldet sich nicht, weil ich ihm zu unattraktiv bin. So eloquent, wie ich ihn wahrnahm, hat er bestimmt noch andere Frauen am Start…

Oder… Oder… Oder…

Ich habe daraufhin meinen Blickwinkel geändert, habe mir vorgenommen, möglichst unvoreingenommen in eine solche Situation zu gehen.

Denn ein Mann hat es sehr schwer, wenn ich Schlussfolgerungen auf ihn projeziere, die er dann durch sein Verhalten revidieren muss. Revidieren mit einem „richtigen“ Verhalten in meinem Empfinden, nicht dem „falschen“ Verhalten eines Rückzugs (Denkmuster).

Richtig und falsch… So fest verankert in unseren Köpfen…

Es ist Balsam für die Seele, seine eigenen Denkweisen zu überprüfen. ..

Er ist auf einmal zurückhaltend. Ich akzeptiere dies. Wenn er bereit ist, wird er sich melden und das Gespräch mit mir suchen. Oder er meldet sich nicht mehr. Ich gebe ihm die Möglichkeit, selbst zu wählen. Selbst und frei zu entscheiden. Damit möchte ich ihm meine Wertschätzung für ihn zeigen. Ich erkenne sein Bedürfniss nach Ruhe. Und achte dieses Bedürfniss.

Zurückhaltung ist nicht schlecht…

Zurückhaltung ist nicht gut…

Zurückhaltung ist.

Veröffentlicht von Autoringewürztmitherz

Willkommen! Fühle Dich wohl bei mir und entspanne Dich bitte! Es würde mich freuen, meine Worte könnten Dich bereichern! Ich bin Autorin, und alle meine Artikel sind "Gewürzt mit Herz". Viel Spaß!

2 Kommentare zu „Der zurückhaltende Mann!?

  1. Liebe Julia, danke für deine Neugier und deine Gespräche, deine Gedanken und deine Worte, in die du sie gefasst hast. „Männer sind“ würde auch noch passen. Wir sind so ziemlich alles, was Frauen ebenfalls sind. Von verletzlich über egoistisch, bis Macho oder einfach dämlich. Dies zu ergründen hilft Kommunikation, besonders der Teil „Zuhören“. Dazu noch etwas Empathie und vor allem Zeit, bzw Geduld. Leider ist die Kombination der letzten drei Dinge – vor allem in Kombination – heute nur noch selten zu finden. Nicht, weil sie ausgestorben wären… Nein, weil das Gespür und die Offenheit abhanden gekommen sind. Es gibt kaum noch Begegnungen ohne Ziel, ohne Bedürfnis und Verlangen nach einem Ergebnis! Dies nimmt dem Date, dem Plausch, dem Kennenlernen seine unschuldige Neugier!

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